Diego (Laufbahn beendet)

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas Detendo
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Ein wenig plump ausgedrückt, jedoch im Kern durchaus richtig erkannt. Hunt Marin und Özil sind für ihn auf alle fälle die besseren 10er da Diego in seinen Augen ja kein 10er ist und nie gewesen ist:lol:. Na ja eine Statistik von 132 Spielen, 54 Toren und 43 Vorlagen haben ja auch gar nix mit nen 10er zu tun. Eben soviele Tore als vermeintlicher 10er zu erzielen, geht ja mal gar nicht fürn selbstverliebten, geldgeilen Ballgierigen Einzelspieler. Ein echter 10er darf nicht soviele Buden machen, er muss sie für die Stürmer alla One Touch-No Look Verfahren auflegen. Allerdings wage ich es schwer zu bezweifeln das so ein Satz Diego über die Lippen kommen würde, es sei denn die Kasse klingelt, was das angeht hat Mick durchaus recht. Aber das trifft nicht nur auf Diego zu sondern wohl auch auf 99% aller Fusballprofis. Na ja eine geforderte "konstruktive Diskusion" klingt für mich wenn er sie fordert, sowas von heuchlerisch das es schon beim lesen weh tut. Am besten hilft bei solchen Leuten ignorieren, da ich mittlerweile davon überzeugt bin, das er selbst sehr wohl weiß das er hier die meiste Zeit nur eine Absicht verfolgt. Provokation. Mit seinen total abgedrehten Thesen und vermeintlichen Fakten und Spielanalysen, bezweckt er nur eins. Aufmerksamkeit erregen. Einfach nur arm

:tnx: besser kann man es kaum schreiben
 
@boxmulla, diego_lib84:

Na ja, wenn man keine andere Meinung akzeotiert, vor allem wenn diese eben nicht in die Richtung der Verehrung Diegos geht, dann kommen solche Beiträge raus...:rolleyes:
 
@Boxmulla, Diego_lib und KolDiego:

Dass Hunt und Marin mit Sicherheit keine besseren 10er als Diego sind, darüber müssen wir nicht diskutieren. Davon mal abgesehen sind Hunt und Marin sind für mich sowieso überhaupt keine 10er.
Aber: Was ist bitte an der Aussage, dass Özil ein besserer 10er als Diego ist so belustigend? :confused:
 
@Boxmulla, Diego_lib und KolDiego:

Dass Hunt und Marin mit Sicherheit keine besseren 10er als Diego sind, darüber müssen wir nicht diskutieren. Davon mal abgesehen sind Hunt und Marin sind für mich sowieso überhaupt keine 10er.
Aber: Was ist bitte an der Aussage, dass Özil ein besserer 10er als Diego ist so belustigend? :confused:

Mein lachen Icon bezog sich nicht darauf das Özil der bessere 10er ist, sondern auf Micks Aussage das Diego nie ein 10er war. Hunt und Marin sind auch für mich keine 10er, jedoch haben sie laut Mick ja durchaus potential sich diese Rolle zu teilen. Das mag stimmen, kann ich aktuell aber nicht unbedingt befürworten. Ich bin mir übrigens ziemlich sicher das Özil auf ähnliche Werte gekommen wäre wenn er den 3 Jahre, wie Diego bei uns geblieben wäre. Er hätte warscheinlich nicht Diegos Torausbeute, aber die Zahl der Vorlagen hätte er mindestens egalisiert
 
@boxmulla, diego_lib84:

Na ja, wenn man keine andere Meinung akzeotiert, vor allem wenn diese eben nicht in die Richtung der Verehrung Diegos geht, dann kommen solche Beiträge raus...:rolleyes:

Es geht mir nicht darum eine Meinung nicht zu respektieren, bzw zu akzeptieren. Jeder soll hier seine Meinung nach belieben vertreten können und dürfen. Wenn du dir das durchliest was Mick hier schreibt kannst du "den Ball allerdings auch gleich in die andere Richtung zurückschieben"
 
Na ja eine geforderte "konstruktive Diskussion" klingt für mich wenn er sie fordert, sowas von heuchlerisch das es schon beim Lesen weh tut.
Aha. Abgesehen davon, dass Du mittlerweile nur noch über Dritte diskutierst(wenn man das denn so nennen kann), aber scheinbar diskutieren willst, sind Deine nicht heuchlerischen "konstruktiven Diskussionsansätze" auf den letzten 10 bis 20 Seiten schön nachzulesen. Da geht von Dir wahrhaftig eine sachliche und fachliche richtige sowie fundierte Auseinandersetzung mit dem Spieler Diego aus.

Was ich von Dir und den ganzen Diego-Huldigern hier allerdings noch nie gelesen habe, ist die Definition, was denn nun die Aufgabe eines 10ers, besser gesagt eines zentralen Spielgestalters ist – egal in welchem System - und warum denn nun der ideale 10er Diego genau das sein soll.
Fassen wir also zusammen:
a)Rhytmus bestimmen, Tempo variieren
Hier lässt sich festhalten, dass Werder einige Spiele hatte, indem auch mit Diego das Tempo forciert wurde. Das lag aber in den seltensten Fällen an Diego selbst, als eher an den Umständen, dass Werder viel Platz hatte, weil der Gegner ungeordnet spielte und ineffektiv verteidigte. Dann konnte auch Diego mit geringerem Spielverständnis im Tempo mitgenommen werden. Vergleichsweise viel öfter hat Diego das Tempo rausgenommen, besonders in Situationen, wo er dem Ball entgegenkam, statt den nach Balleroberung entstandenen Raum mit geschicktem Laufweg (Kreuzen) noch zu vergrössern (wie es bspw. Özil extrem geschickt macht) oder z. Bsp., wenn er den ein oder anderen Ballkontakt zu viel wählte.

b)Spielgestaltung im Raum
Die eigentlich wichtigste Funktion eines echten 10ers - raumgreifendes oder verlagerndes Spiel. Es geht darum, Intuition und Intelligenz soweit in Einklang zu bringen, dass der 10er zu schaffende oder mindestens aufgrund von Fehlern (schlechtes Verschieben, Organisation) des Gegners entstehende Räume erkennt und effektiv nutzt. Das kann über Platz schaffen durch kluge Laufwege, cleveres positionsweises Wechseln oder eben passgenaues und schnelles Direktspiel erfolgen. Zu alledem war Diego ganz, ganz selten in der Lage.
Eine der typischsten Diego-Aktionen war die, dass er 1.) nach Ballannahme zunächst abschirmte, dann 2.) kurz den Gegenspieler ausspielte (ggflls. auch per Pirouettendreher), 3.) mit Ball quer lief und 4.) erst dann Spieleröffnung und Anspielstation suchte. In diesen Momenten interessierte ihn die Bewegung der Nebenleute oder das ballorientierte Verschieben der Gegner bestenfalls sekundär. In einigen Fällen übersprang er auch 3.), aber in der Regel waren so oder so die Mitspieler längst wieder zugestellt und dann blieb eben nur noch wenige Optionen. Das waren im Idealfall noch der Pass auf die Außenbahn, meist aber das Dribbling oder – was immer furchtbar genervt hat - diese halbhoch gechipten Bälle in den Sechszehner. 3.) und 4.) nutzte Diego selten, um sich optimalen Zeitpunkt und Position für den getimten Pass zu erspielen, der dann Überzahl und Platz schafft. Sondern um sich in zweiter Instanz wieder selbst in Szene zu setzen, so wie bspw. zuletzt bei der Vorbereitung zum fragwürdigen Fallrückzieher in Gladbach.
Aber darin liegt ja gerade der Trick, den ein 10er beherrschen muss – die Mitspieler um sich zu einer strukturierten Masche zu formen, Optionen und Wege zu schaffen, um diese einsetzen zu können. Das macht einen Denker und Lenker aus. Ein solcher dribbelt auch, wenn es nötig ist und passt, wenn es möglich ist. Diego passt, wenn es nötig (und unumgänglich) ist und dribbelt, wenn es möglich ist.

c)Ordnung und Organisation
Der Punkt, wo Diego die eigentlich grössten Defizite offenbart. Er hat, wie in a) und b) angemerkt, nicht die Spielintelligenz, um flexibel im Raum zu spielen. Genau das versucht Diego aber ständig, indem er sich weit zurückfallen lässt oder viel auf Aussen ausweicht. Mit dem Ergebnis, dass die Ordnung verlorengeht, Positionen und Nebenleute teilweise völlig verschenkt sind und das ganze Spiel sich fast zwangsläufig zentral auf einen konzentrieren muss. Es ist kein Zufall, dass Wolfsburg derzeit über das Schwächeln der HP, den Formverfall von Josue und defensive Anfälligkeit grübelt. Es war auch kein Zufall, dass Diego in Turin vorgeworfen wurde, er solle mehr die Position halten. Denn ein richtiger 10er muss wissen, wie er den Angriff einleiten, fortführen und abschließen will, dazu gehört auch eine Risikoeinschätzung der Aktionen, ein gewisses Maß an organisatorischer Intelligenz.

Doch kommen wir zu Diego`s Stärken. Da ist z. Bsp. eine überragende Schusstechnik, insbesondere mit dem Innenrist oder dem Spann, die er zum direkten Torschuss, Flanke oder Distanzschuss effektiv nutzt. Mir fällt ad hoc nur ein Werder-Spieler ein, der jemals eine ähnlich gute Schusstechnik hatte – Ailton. Dann ist da hohe Torgefährlichkeit, sowohl beim direkten, als auch beim indirekten Torabschluss (Doppelpass, platzierte Ablagen). Das ist für den Gegner unberechenbar, aber dadurch, dass es intuitiv, nicht intellektuell ist, eben oft auch unberechenbar für die eigene Mannschaft (wann Mitlaufen, Anbieten etc.). Dazu Gefährlichkeit bei Standards. Hinzu kommt Cleverness beim Ballbehaupten und starkes Dribbling. Was nicht selten zu Freistößen führt und damit gewisse, strategische Vorteile bringt.

a), b) und c) sind keine Eigenschaften die Diego primär mitbringt. Es sind aber die elementarsten Attribute, die ein echter 10er mitbringen sollte, eigentlich muss. a) und b) kann man Diego nicht vorwerfen, c) muss man ihm vorwerfen. Diego`s Stärken sind prädestiniert für ein klar strukturiertes, positionsgebundenes Spiel in der Offensive. Bei uns konnte Diego anders "glänzen", weil es Schaaf`s Credo ist, Spielern innerhalb seines Systems alle Freiheiten zu lassen. Nur geht das wie oben beschrieben zu Lasten des Teams. Werder`s Mannschaft war nicht so schlecht, wie sie neben dem Superstar Diego geredet wurde. Sondern sie wirkte schlecht, damit Diego der Superstar werden konnte. Das ist es, was an der ganzen Diego-Debatte am meisten ärgert. Aus der Werder-Zeit dürfte für Diego und die Medien der Trugschluß entstanden sein, dass Diego ein flexibler Spieler/ Gestalter wäre. Der er absolut nicht ist.

Über die Zusammenhänge und Einschätzungen zu a) b) und c) lässt sich sicherlich diskutieren. Unbestrittenen bleiben zudem gewisse Verdienste Diego` s bei Werder. Aber das nenne ich zum Beispiel eine konstruktive Diskussion. Also das, wozu die meisten, glühenden Diego-Anhänger offensichtlich nicht in der Lage sind, da dort nahezu immer Argumente ignoriert werden und überhaupt beim geringsten Ansatz von kritischer Auseinandersetzung von "Provokation" oder gar "Neurose" usw. gesprochen. Seltsamerweise sind es aber genau jene, die regelmäßig mit Beleidigungen und ähnlichem anfangen. Das geht dann bis hin zu dreisten Lügen, bspw. in den Mund gelegte Behauptungen wie Hunt und Marin wären echte Zehner, wofür sich auch noch untereinander beklatscht wird. Herrlich.

Was mir allerdings "schon beim Lesen weh tut", wenn hier dauernd geschrieben wird, wir hätten mit Diego den schöneren und besseren Fussball als sonst oder überhaupt gespielt. So eine Wahrnehmung ist mir schleierhaft. Zum Beispiel in der BL-Saison 2007/2008, wo Diego als entscheidender Star gefeiert wurde, haben wir von 75 Toren gerade einmal 22 herausgespielt, an 15 von den 22 war Diego als Eröffner, Vorlagengeber oder Torschütze beteiligt. An 14 von den 22 war Jensen beteiligt, davon aber etwa ein Drittel mit langen Bällen. Der Rest der Treffer entstand mehr oder weniger zufällig, aus Standards, aus Einzelaktionen, aus Flanken. In der Rückrunde 2006/2007 war die Quote herausgespielter Treffer im Schnitt noch miserabler, dafür aber in der Hinrunde deutlich besser (mit einem starken "U"). Über 08/09 reden wir am besten nicht. In den Spielzeiten 2002 bis 2006 haben wir stets über die Hälfte der Tore herausgespielt, in der letzten Saison wieder knapp die Hälfte. Dann reden wir hier über was weiss ich was für einen (Einzel-)Sport, aber ganz sicher nicht über Fussball. Zudem würde das umgekehrt bedeuten, dass Spielfluss sukzessive Spektakel, wenn es als Ergebnis der Bemühungen vieler entsteht, komplett wertlos wäre.
 
@Boxmulla, Diego_lib und KolDiego:

Dass Hunt und Marin mit Sicherheit keine besseren 10er als Diego sind, darüber müssen wir nicht diskutieren. Davon mal abgesehen sind Hunt und Marin sind für mich sowieso überhaupt keine 10er.
Aber: Was ist bitte an der Aussage, dass Özil ein besserer 10er als Diego ist so belustigend? :confused:

Özil ist ein toller fußballer aber für mich auch mehr aussenspieler als 10ner, beide nehmen sich nicht viel auf ihre eigene art aber diego ist mit sicherheit der bessere 10ner

richtig vergleichen kann man sie nicht sie spielen ganz unterschiedlich
 
Özil ist ein toller fußballer aber für mich auch mehr aussenspieler als 10ner, beide nehmen sich nicht viel auf ihre eigene art aber diego ist mit sicherheit der bessere 10ner

richtig vergleichen kann man sie nicht sie spielen ganz unterschiedlich

Für mich ist Özil mit Sicherheit der bessere Zehner. Beide sind natürlich selbstredend tolle Fußballer auf ganz verschiedene Art.
 
beide nehmen sich nicht viel auf ihre eigene art

richtig vergleichen kann man sie nicht sie spielen ganz unterschiedlich

Ich lese da jetzt an 2 Stellen heraus, dass die beiden eher verschiedene Spielertypen sind. Wie nehmen sie sich jedoch gleichzeitig nicht viel? Wenn ich dies erklärt bekomme, dann verstehe ich vielleicht auch folgendes besser:
aber diego ist mit sicherheit der bessere 10ner
 
Aha. Abgesehen davon, dass Du mittlerweile nur noch über Dritte diskutierst(wenn man das denn so nennen kann), aber scheinbar diskutieren willst, sind Deine nicht heuchlerischen "konstruktiven Diskussionsansätze" auf den letzten 10 bis 20 Seiten schön nachzulesen. Da geht von Dir wahrhaftig eine sachliche und fachliche richtige sowie fundierte Auseinandersetzung mit dem Spieler Diego aus.

Was ich von Dir und den ganzen Diego-Huldigern hier allerdings noch nie gelesen habe, ist die Definition, was denn nun die Aufgabe eines 10ers, besser gesagt eines zentralen Spielgestalters ist – egal in welchem System - und warum denn nun der ideale 10er Diego genau das sein soll.
Fassen wir also zusammen:
a)Rhytmus bestimmen, Tempo variieren
Hier lässt sich festhalten, dass Werder einige Spiele hatte, indem auch mit Diego das Tempo forciert wurde. Das lag aber in den seltensten Fällen an Diego selbst, als eher an den Umständen, dass Werder viel Platz hatte, weil der Gegner ungeordnet spielte und ineffektiv verteidigte. Dann konnte auch Diego mit geringerem Spielverständnis im Tempo mitgenommen werden. Vergleichsweise viel öfter hat Diego das Tempo rausgenommen, besonders in Situationen, wo er dem Ball entgegenkam, statt den nach Balleroberung entstandenen Raum mit geschicktem Laufweg (Kreuzen) noch zu vergrössern (wie es bspw. Özil extrem geschickt macht) oder z. Bsp., wenn er den ein oder anderen Ballkontakt zu viel wählte.

b)Spielgestaltung im Raum
Die eigentlich wichtigste Funktion eines echten 10ers - raumgreifendes oder verlagerndes Spiel. Es geht darum, Intuition und Intelligenz soweit in Einklang zu bringen, dass der 10er zu schaffende oder mindestens aufgrund von Fehlern (schlechtes Verschieben, Organisation) des Gegners entstehende Räume erkennt und effektiv nutzt. Das kann über Platz schaffen durch kluge Laufwege, cleveres positionsweises Wechseln oder eben passgenaues und schnelles Direktspiel erfolgen. Zu alledem war Diego ganz, ganz selten in der Lage.
Eine der typischsten Diego-Aktionen war die, dass er 1.) nach Ballannahme zunächst abschirmte, dann 2.) kurz den Gegenspieler ausspielte (ggflls. auch per Pirouettendreher), 3.) mit Ball quer lief und 4.) erst dann Spieleröffnung und Anspielstation suchte. In diesen Momenten interessierte ihn die Bewegung der Nebenleute oder das ballorientierte Verschieben der Gegner bestenfalls sekundär. In einigen Fällen übersprang er auch 3.), aber in der Regel waren so oder so die Mitspieler längst wieder zugestellt und dann blieb eben nur noch wenige Optionen. Das waren im Idealfall noch der Pass auf die Außenbahn, meist aber das Dribbling oder – was immer furchtbar genervt hat - diese halbhoch gechipten Bälle in den Sechszehner. 3.) und 4.) nutzte Diego selten, um sich optimalen Zeitpunkt und Position für den getimten Pass zu erspielen, der dann Überzahl und Platz schafft. Sondern um sich in zweiter Instanz wieder selbst in Szene zu setzen, so wie bspw. zuletzt bei der Vorbereitung zum fragwürdigen Fallrückzieher in Gladbach.
Aber darin liegt ja gerade der Trick, den ein 10er beherrschen muss – die Mitspieler um sich zu einer strukturierten Masche zu formen, Optionen und Wege zu schaffen, um diese einsetzen zu können. Das macht einen Denker und Lenker aus. Ein solcher dribbelt auch, wenn es nötig ist und passt, wenn es möglich ist. Diego passt, wenn es nötig (und unumgänglich) ist und dribbelt, wenn es möglich ist.

c)Ordnung und Organisation
Der Punkt, wo Diego die eigentlich grössten Defizite offenbart. Er hat, wie in a) und b) angemerkt, nicht die Spielintelligenz, um flexibel im Raum zu spielen. Genau das versucht Diego aber ständig, indem er sich weit zurückfallen lässt oder viel auf Aussen ausweicht. Mit dem Ergebnis, dass die Ordnung verlorengeht, Positionen und Nebenleute teilweise völlig verschenkt sind und das ganze Spiel sich fast zwangsläufig zentral auf einen konzentrieren muss. Es ist kein Zufall, dass Wolfsburg derzeit über das Schwächeln der HP, den Formverfall von Josue und defensive Anfälligkeit grübelt. Es war auch kein Zufall, dass Diego in Turin vorgeworfen wurde, er solle mehr die Position halten. Denn ein richtiger 10er muss wissen, wie er den Angriff einleiten, fortführen und abschließen will, dazu gehört auch eine Risikoeinschätzung der Aktionen, ein gewisses Maß an organisatorischer Intelligenz.

Doch kommen wir zu Diego`s Stärken. Da ist z. Bsp. eine überragende Schusstechnik, insbesondere mit dem Innenrist oder dem Spann, die er zum direkten Torschuss, Flanke oder Distanzschuss effektiv nutzt. Mir fällt ad hoc nur ein Werder-Spieler ein, der jemals eine ähnlich gute Schusstechnik hatte – Ailton. Dann ist da hohe Torgefährlichkeit, sowohl beim direkten, als auch beim indirekten Torabschluss (Doppelpass, platzierte Ablagen). Das ist für den Gegner unberechenbar, aber dadurch, dass es intuitiv, nicht intellektuell ist, eben oft auch unberechenbar für die eigene Mannschaft (wann Mitlaufen, Anbieten etc.). Dazu Gefährlichkeit bei Standards. Hinzu kommt Cleverness beim Ballbehaupten und starkes Dribbling. Was nicht selten zu Freistößen führt und damit gewisse, strategische Vorteile bringt.

a), b) und c) sind keine Eigenschaften die Diego primär mitbringt. Es sind aber die elementarsten Attribute, die ein echter 10er mitbringen sollte, eigentlich muss. a) und b) kann man Diego nicht vorwerfen, c) muss man ihm vorwerfen. Diego`s Stärken sind prädestiniert für ein klar strukturiertes, positionsgebundenes Spiel in der Offensive. Bei uns konnte Diego anders "glänzen", weil es Schaaf`s Credo ist, Spielern innerhalb seines Systems alle Freiheiten zu lassen. Nur geht das wie oben beschrieben zu Lasten des Teams. Werder`s Mannschaft war nicht so schlecht, wie sie neben dem Superstar Diego geredet wurde. Sondern sie wirkte schlecht, damit Diego der Superstar werden konnte. Das ist es, was an der ganzen Diego-Debatte am meisten ärgert. Aus der Werder-Zeit dürfte für Diego und die Medien der Trugschluß entstanden sein, dass Diego ein flexibler Spieler/ Gestalter wäre. Der er absolut nicht ist.

Über die Zusammenhänge und Einschätzungen zu a) b) und c) lässt sich sicherlich diskutieren. Unbestrittenen bleiben zudem gewisse Verdienste Diego` s bei Werder. Aber das nenne ich zum Beispiel eine konstruktive Diskussion. Also das, wozu die meisten, glühenden Diego-Anhänger offensichtlich nicht in der Lage sind, da dort nahezu immer Argumente ignoriert werden und überhaupt beim geringsten Ansatz von kritischer Auseinandersetzung von "Provokation" oder gar "Neurose" usw. gesprochen. Seltsamerweise sind es aber genau jene, die regelmäßig mit Beleidigungen und ähnlichem anfangen. Das geht dann bis hin zu dreisten Lügen, bspw. in den Mund gelegte Behauptungen wie Hunt und Marin wären echte Zehner, wofür sich auch noch untereinander beklatscht wird. Herrlich.

Was mir allerdings "schon beim Lesen weh tut", wenn hier dauernd geschrieben wird, wir hätten mit Diego den schöneren und besseren Fussball als sonst oder überhaupt gespielt. So eine Wahrnehmung ist mir schleierhaft. Zum Beispiel in der BL-Saison 2007/2008, wo Diego als entscheidender Star gefeiert wurde, haben wir von 75 Toren gerade einmal 22 herausgespielt, an 15 von den 22 war Diego als Eröffner, Vorlagengeber oder Torschütze beteiligt. An 14 von den 22 war Jensen beteiligt, davon aber etwa ein Drittel mit langen Bällen. Der Rest der Treffer entstand mehr oder weniger zufällig, aus Standards, aus Einzelaktionen, aus Flanken. In der Rückrunde 2006/2007 war die Quote herausgespielter Treffer im Schnitt noch miserabler, dafür aber in der Hinrunde deutlich besser (mit einem starken "U"). Über 08/09 reden wir am besten nicht. In den Spielzeiten 2002 bis 2006 haben wir stets über die Hälfte der Tore herausgespielt, in der letzten Saison wieder knapp die Hälfte. Dann reden wir hier über was weiss ich was für einen (Einzel-)Sport, aber ganz sicher nicht über Fussball. Zudem würde das umgekehrt bedeuten, dass Spielfluss sukzessive Spektakel, wenn es als Ergebnis der Bemühungen vieler entsteht, komplett wertlos wäre.

Es geschehen ja tatsächlich noch Wunder. Ein Post von dir der mal sachlich und zumindest größtenteils nicht darauf abzielt jemanden durch den Kakao zu ziehen. Zu a)

Zum Verständniss der 10: Alles was du über die Definition eines 10ers beschreibst ist durchaus richtig und wahr. Gleichzeitig eben auch schwachfug. Ich will dir sagen warum: Den 10er den du hier beschreibst, und der ständig diese Eigenschaften verkörpert wirst du hier auf diesem Planeten nicht finden. Ich habe selbst 4 Jahre die 10 in meinem Verein gespielt und denke sehr wohl das ich die Eigenschaften eines 10ers sehr wohl begreife. Was du hier beschreibst ist "Ansichtssache". Eben wie speziell Du einen 10er interpretierst. Dás schlimme bei dir ist das du sowas von arrogant rüberkommst, das man leicht glauben kann: "Das was ich schreibe, ist Gesetz". Das ist es nunmal nicht. Wenn Du zb schreibst:" Die Zeit mit Diego war mies oder ein dunkles Kapitel" ist das o.K für mich, und kann da bestens mit Leben, allerdings es so verkaufen zu wollen das gefälligst alle deine Meinung zu teilen haben geht mir entschieden zu weit. Aber zurück zur Definition. Wenn ein 10er diese Eigenschaften die du von ihm erwartest bzw verlangst ist das mit Sicherheit nicht falsch, allerdings siehst du den 10 zu statisch in seinen Aufgaben. Es ist die Balance die für "mich" eben den Unterschied ausmacht ob du einen guten 10er hast oder nicht. Dazu gehören auch die Aufgaben im Defensivbereich, die du entweder absichtlich ausklammerst, oder sie nicht in deinem Vorstellungsbild eines 10er gehören. Allein wenn du dir die Rückwärtsbewegung eines bsp Özils mit einem Diego vergleichst. Diego hat sehr viel für die Defensive getan, in dem er auch nach hinten geackert hat ohne Ende. Özil hingegegen blieb meist stehen, schüttelte mit dem Kopf oder lammentierte durch die Gegend.
Ballhalten/Ballverschleppen: Glaubt man deiner Interpretation, korrigiere mich falls ich mich irre, oder deiner unendlichen Fusballerischen Weisheit nicht folgen kann, ist das Ballhalten/verschleppen des Tempos grundsätzlich negativ für einen 10er zu bewerten. Hab bis jetzt zumindest nix anderes von dir gelesen. Das es in vielen Situation quasi das wichtigste Element eines 10ers ist genau das zu beherschen scheinst du nicht zu sehen, zu wollen oder zu können. Nur als Bsp, was nutzt es dir als 10 bei einer Balleroberung den Ball zu einen imaginären Spieler zu passen der nicht schnell genug in die offensive umschaltet. Wenn ich als 10er antizipiere das über die Außen jemand steilgeht, der jedoch nicht mitdenkt, bleibt mir als 10er nix anderes über als das Tempo rauszunehmen, oder ich muss ein Dribbling riskieren wo ich warscheinlich übers halbe Spielfeld rennen muss, was auch nicht effektiv wäre. Das nur als Bsp, jedoch gebe ich gerne zu das bei Diego es zu oft vorgekommen ist und er da bei weitem nicht an Micouds oder Özils Fähigkeiten rankommt. Die von dir angemerkten typischen Diegoaktionen kamen durchaus so vor wie du sie beschrieben hast, sie waren allerdings auch nicht die Regel so wie du es beschreibst, sondern eben nur ein Teil der Wahrheit. Was eben auch der Hauptgrund für viele hier ist, deine Meinung bezüglich Diego nicht zu teilen. Du stellst Diego zu sehr ins dunkle Licht, indem du nur die negativen Aspekte beurteilst und dich in keinster Weise bzw dich sehr schwer tust ein bischen offenheit über die positiven Sachen zu sehen. Das beste Beispiel dazu ist deine Analyse vom 2:1 im DFB Pokal Endspiel. Diego hat in der Situation alles richtig gemacht, wo du ihm hanebüchener Fehler unterstellst. Analysiert man die Szene selbst, was übrigens einige andere auch getan haben, erkennt man das deutlich, was mann auch von anderer Seite versucht hat dir vor Augen zu halten. Das ist der springende Punkt. Du versuchst negative Dinge an Diego zu sehen wo es sachlich und faktisch keine gibt.
Nochwas, wenns dir schleierhaft ist wenn Leute behaupten mit Diego den schönsten und besten Fusball gesehen zu haben, ist das eben deren Ansicht und ihr gutes Recht darauf. Ich denke wenn du dir das heutige "gerumpel"speziell im Mittelfel anschaust, kann mann so eine Meinung durchaus nachvollziehen..Übrigens das "Spektakel" hat sehr wohl wie bereits von einigen anderen Usern hier angemerkt und auch verdeutlicht sehr wohl Spiele für uns entschieden.
Schlimm finde ich eben auch das du vielen Leuten hier den "Fusballsachverstand" absprichst, und du dich in deiner arroganz und selbstverliebtheit als "Fusballoberlehrer" darstellst. Und wenn du glaubst das öffentliche Wahrnehmung einen Verein nix bringt, und damit meine ich die Lobeshymnen die Werder unter Micouds und Diegos Zeit genoss, von den Medien und sehr vielen neutralen Fusballinteressierten, dann ist das dein Bier, zeugt für mich aber nicht gerade von sachlicher Intelligenz, bzw Fankultur.
Nochmal ich lache echt über deine Forderung nach sachlicher Diskusion, wenn schon in deinem ersten Satz deines letzten Post, die von dir angesprochen User, als "Diego Huldiger" bezeichnet werden. Da macht mann den Bock zum buchstäblichen Gärtner. Ich kanns dir in meinen nächsten Post auch gerne nochmal Buchstabieren oder in max Großschrift schreiben. Ich bin weder ein Diego Jünger noch ein Diego Hasser. Für mich ist entscheidend was er hier geleistet hat und was er eben nicht geleistet hat. Und da überwiegen nunmal die positiven sachen genauso wie bei Özil oder Micoud. Da können dann 10 Micks hier ihre geistigen Ergüsse bringen, es würde nichts daran ändern.
Das Problem an der Sache ist eindeutig das du nicht erkennst, besser gesagt nicht erkennen möchtest, das Fusball in seiner Art so vielfältig ist das jeder für sich selbst entscheiden kann welche Art von Fusball er favorisiert. Es gibt da kein richtig oder falsch. Vielleicht gehörst du noch zu den wenigen Menschen die das noch für sich selbst lernen müssen, das akzeptieren zu können, das es Menschen mit unterschiedlichen Auffassungen, Neigungen und Vorlieben gibt. Wir leben in einer Demokratie falls du es noch nicht gemerkt haben solltest.
 
Ich lese da jetzt an 2 Stellen heraus, dass die beiden eher verschiedene Spielertypen sind. Wie nehmen sie sich jedoch gleichzeitig nicht viel? Wenn ich dies erklärt bekomme, dann verstehe ich vielleicht auch folgendes besser:

Das ist genau das passende Bsp, was ich versucht habe Mick zu beschreiben. Beide sind 10er in ihrer Funktion, jedoch unterscheiden sich beide in der Interpretation des Spiemachers deutlich. Özil zb war stets bemüht das Tempo hochzuhalten in dem er versucht hat den Ball schnell und effektiv in in die Spitze zu geben, eine Fähigkeit die bei Diego eher untergeordnet vorhanden war, für einen guten 10er jedoch immens wichtig ist. Gleichzeitig war(ist) Özils defensivverhalten nachwievor unter aller Kanone, wo Diego wieder Vorteile hat. Ebenso in der Torgefährlichkeit wo Diego klar gegen Özil punktet, auch wenn das nicht unbedingt die Hauptaufgabe eines 10ers ist. Aber da eigene Tore noch nie geschadet haben kann mann das durchaus auch für Diego positiv werten. Es liegt eben an jedem selbst, welchen Spielertyp man favorisiert. Beide haben aus ihren Möglichkeiten das optimum für uns rausgeholt, obwohl sie beide vom Spielstil sehr unterschiedlich sind
 
Ich lese da jetzt an 2 Stellen heraus, dass die beiden eher verschiedene Spielertypen sind. Wie nehmen sie sich jedoch gleichzeitig nicht viel? Wenn ich dies erklärt bekomme, dann verstehe ich vielleicht auch folgendes besser:

haste richtig verstanden, ich meine sie sind verschiedene spielertypen, und sie nehmen sich nicht viel, damit meine ich auch auf ihre eigene stärken bezogen, beide sind z.B. technisch stark aber diego lebt seine technik anders als özil, ich will nicht sagen besser aber halt anders.

Diego spielt die 10 klassischer als özil und das gefällt mir, özil spielt sie mit sicherheit viel moderner und auch erfolgreich weicht allerdings auch sehr oft auf die aussen aus (was nicht negativ ist).
 
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