Mit zweierlei Maß gemessen wird mindestens ebenso bei allen, die Ö. verteidigen und meinen, andere würden bei Diego mildere Maßstäbe anlegen.
Dabei werden dann alle möglichen Vorwürfe gegen Ö. zusammen in einen Topf geworfen und so getan,als ob alle Kritiker alle diese Kritikpunkte unterstützen würden.
Da möchte ich doch mal für mich auf folgendes hinweisen: Mit wem Ö zusammen ist, ist mir ebenso egal, wie es mir bei Diego egal war ! Solange nicht eindeutig klar, ist, dass solche privaten Beziehungen die Leistung des Spielers auf dem Platz beeinträchtigen ist und bleibt es Privatsache.
Mich stört es ebenso, wie manche hier diesbezüglich gegen Ö. schreiben !
Zweitens: Auch wenn man kritisiert, dass das Verhalten bei Ö bzw. den ihm beratenden Umfeld augenscheinlich vom Verlangen nach Geld diktiert wird, so muss man ganz klar sagen, dass Ö. sich absolut im Rahmen des Erlaubten verhält - aus Fansicht vielleicht nicht optimal, man darf als Fan deswegen enttäuscht sein und das auch sagen, aber man kann bei dem Verhalten keinen Vorwurf machen.
Das ist der kleine, aber feine Unterschied zwischen Kritik und Vorwurf, den hier einige vielleicht nicht verstanden haben.
Drittens: Ich finde nicht, dass man bei Diego mit zweierlei Maß misst gegenüber Ö. Denn Diego HAT nun einmal bei Werder verlängert und er HAT bei Werder eine Saison LÄNGER gespielt, als er es hätte tun müssen. Und er hat bei den damals getroffenen Vereinbarungen erwiesener Massen viel Vertrauen zu KA bewiesen - und der Verein hat dann sein Wort gehalten. Der "Vorteil" im Fall Diego ist, dass wir das aus der Rückschau betrachten können.
Von daher haben die "Verteidiger" von Ö sicher Recht, das bei einiger Kritik mehr Ruhe angebracht ist. Denn wir können uns alle daran erinnern, dass in der Zeit vor der Verlängerung von Diego die gleiche Kritik von wegen "Söldner" usw. kam. Die war dann mit der Bekanntgabe der Verlängerung abgewürgt. Warten wir es also ab, wie es nun bei Ö. läuft.
Und auch wenn wir sagen, dass es bei Diego sicher auch um deutlich mehr Geld ging, sollte man nicht vergessen, dass der Wechsel auch einige sportliche Gründe hatte. Juve ist in Brasilien nun mal einer der ganz großen Namen, viel größer als Werder. Diego wurde als Werder-Spieler nicht so geschätzt, vielleicht unterschätzt. Juve konnte daher auch abseits des Geldes eine sportliche Perspektive bieten, die Werder nicht bieten konnte. Auch was andere "große" Namen im Kader anging.
Bei Ö. sieht das anders aus. Er ist deutscher Nationalspieler und hätte daher sicher beim DFB und der deutschen Öffentlichkeit einen Vorteil, wenn er in der Bundesliga bliebe. Wenn er jetzt in dem Alter zu den jetzigen absoluten CL-Topclubs wechselt, so wird er dort auf ganz andere härtere Konkurrenz treffen als es damals für Diego bei Juve der Fall war. Das wäre also sportlich durchaus ein größeres Wagnis. Vor allem wenn Werder jetzt wieder CL spielt, wird Ö. sicher auch im europ. Ausland auf den Zetteln stehen bleiben und in ein oder zwei Jahren dort noch mehr "abholen" können. Warum also jetzt schon das Maximale abholen, wenn das Gehalt bei Werder sicher auch mit einer "3" anfängt und das auch so wahnsinnig viel Geld ist, man sich davon genügend Nutella kaufen kann.
Und das es bei den gescheiterten Vertragsverhandlungen nicht an Gehaltsforderungen, sondern anderen "Zahlen" scheiterte, und es sich dabei um eine festgeschriebene Wechselsumme gehandelt haben soll, habe ich nirgend gelesen oder gehört. Das würde auch der Aussage von KA widersprechen, wie wertvoll es sei wenn Ö auch nur eine Saison weiter spiele.
Vor diesem Hintergrund und dem damaligen Diego-Deal, bei dem Werder auch einen Topspieler für relativ kleines Geld abgab, nachdem eine entsprechende Verlängerung vorher vereinbart worden war, wäre es jetzt ganz unglaubwürdig, wenn es ausgerechnet daran scheitern sollte.
Völlig richtig aber, wenn hier davor gewarnt wird, zu sehr in Schwarz-weiß und Extremdenken zu verfallen. Genauso wenig, wie man bei Diego alles "vergöttern" sollte, sollte man jetzt bei Ö. alles verteufeln.
Man kann gewisse Dinge kritisieren, aber man muss trotzdem akzeptieren, dass sich der Spieler absolut nichts hat zu schulde kommen lassen. Genauso wie KA sich diesbezüglich geäußert hat.
Und man darf als Fan durchaus, auch wenn sich Ö nichts zu schulden kommen läßt, einen Spieler aus ganz persönlichen Gründen mehr mögen. Das gilt für Diego ebenso wie für einen Ailton (ihr erinnert Euch: Er ging NUR wegen des Geldes zu Schachthausen und lehte ein für die damalige Zeit gutes Werder Angebot, welches nach CL Quali evtl. nochmal erhöht worden wäre ab). Ein Ailton durfte sich mit 140 km/h im Porsche auf dem Osterdeich erwischen lassen und jeder grinste.
Bei Vranjes oder Marco Reich hätte wahrscheinlich jeder geschimpft, wie er so unverantwortlich die Kinder auf den Fußwegen daneben gefährden konnte.
