Richtig. Und bezeichnend dafür ist u.a. auch, dass trotz der überwiegenden Negativerfahrungen mit Trainern mit wenig bis Null Erstliga-Erfahrung HS gleich mit einem Dreijahresvertrag ausgestattet wurde. Geldverbrennung par excellence, Werder hat es ja auch so dicke. Warum nicht erst einmal z.B. ein 2-Jahres-Vertrag, der sich beim Erreichen von bestimmten Zielen automatisch um 1 Jahr verlängert hätte?
Absolut richtig und auch zeitgemäß, ich bin klar für 2 Jahresverträge! Aber warum ist das so? Ganz einfach, selbst wenn Vereine wie Mainz oder Union oder sogar Freiburg punktuell um Europa mitspielen oder dort sogar teilnehmen, so reichen doch die Ausschläge oftmals bis zum puren Abstiegskampf und somit in den Existenzkampf. Da sind wir auch anzusiedeln. Die Zeiten von Dauer-Otto und Ewig-Thomas sind allenfalls noch eine nette romantische Erinnerung, aber keinesfalls mehr umsetzbar, wie uns die Ära Bode/Kohfeldt exemplarisch verdeutlicht hat.
Vereine wie Werder, die mal um Europa spielen, aber gleichzeitig sich auch immer im Existenzkampf befinden dürfen sich nicht einer falschen Nostalgie hingeben und Dinge kategorisch ausschließen, nur weil es nicht zum historisch erlerntem Verhalten paßt. Europa kriegts Du, wenn alles paßt. Das ist aber sehr sehr selten. Meistens ist es das auspendeln zwischen Mittelfeld und der Abstiegshölle. Rutscht Du zuweit ab, biste drin. Wie wir jetzt! Da helfen in der Regel nur zwei Dinge:
1. Mit geschickten Transfers spielerische Lücken im Kader schließen
2. Über den Trainerwechsel einen Impuls setzen bzw. das Mindset der Spieler reseten
Union und Mainz haben das längst erkannt. Bevor sie in die Hölle der 2. Liga gehen sind deren Trainer eher durchlaufende Posten. Und selbst Freiburg, könnte sich eine Streich/Finke Romantik auch nicht mehr leisten. Wenn es da anfängt zu brennen ist der Trainer ebenfalls sehr schnell Geschichte, davon bin ich überzeugt. Freiburg könnte das gewonnene Wachstum der letzten Jahre auch nicht in Liga 2 halten.
2 Jahresverträge sind ideal. Haste mal einen konstanten Trainer wie Ole können es auch gerne 3 oder 4 Jahre werden, aber biste unten drin mußte die Trainerkarte spielen, und das am besten ohne Rentenvertrag für den alten Trainer. Sonst zahlst Du in Stoßzeiten auch mal 3 Trainer und mehr. Gab es schon. Klar, die andere Verhandlungsseite muß mitspielen, aber anzustreben ist es.
Alternativ schlage ich ein Time-Sharing Model vor. Trainer wie Baumgart, Bo Svensson, Urs Fischer und Konsorten wechseln zu festen Zeiten zwischen Union, Mainz und uns hin und her, weil die Spieler wieder einen neuen Impuls brauchen. Nicht mein ernst, scheint aber schon Praxis zu sein.
Man könnte natürlich auch Impulse rechtzeitig vereinsseitig auslösen, indem man fordert und challenged, rechtzeitig, bevor es zu spät ist wie jetzt. Da dieser Verein sowas aber kategorisch ausschließt und lieber die Ruhe und das Nichtssagen genießt, als oberste Direktive, wird uns wohl zukünftig nur ein Trainerkarussell helfen.
Fritz leitet übrigens schon eine Kultur-Wende light ein und deshalb finde ich ihn auch gut. Wie normal wir auf einmal werden. Transfers erfolgen relativ schnell bei Lücken, wir gehen mehr ins Risiko, die Trainer fliegen schneller. Nur das mit dem öffentlich challengen und fordern haben se noch nicht richtig verstanden. Und der dritte Rang fehlt noch beim Stadion. Ach und wenn wir schon dabei sind, macht auch nichts wenn vor der Pause mal ordentlich Bier vorgearbeitet wird, anstatt reihenweise Bratwürste, die dann kalt sind. Kommt aber auch noch. Die Macht des Faktischen ist einfach zu stark, irgendwann zerstört sie jedes Traumschloss. Bis auf das verordnete "Mund halten" und die "Vetternwirtschaft" unterscheidet uns doch rein gar nix mehr von anderen Vereinen. Da brauchen wir hier nicht den dicken Herrmann schieben!
Wir sind gerade voll im LDS-Prozess ..... lernen durch Schmerz!