Aha, das Profitum ist also "kritikwürdig"?!?
Ja. Ich sehne mich nach den Zeiten zurück, als auch in den obersten Spielklassen noch vor allem die Söhne einer Stadt auf dem Spielfeld standen um sich mit anderen zu messen.
Hm, irgednwie Schade, daß die Sklaverei offiziell abgeschafft wurde....:18:
Sie ist auch heute noch weit verbreitet. Und damit meine ich nicht etwas das Profitum, sondern Sklaverei im wirklichen Sinne. Menschen verkaufen aus Not ihre Kinder an Fabrikanten, ihre Töchter an Zuhälter.
Soweit ich weiß, bekamen Sklaven seinerzeit Schläge und bestenfalls Brot und Wasser.
Das ist so nicht ganz richtig. Nicht nur die Baumwollpflücker auf Plantagen waren Sklaven. Es gab historisch betrachtet durchaus auch Sklaven, deren Lebensumstände - von ihrer Unfreiheit abgesehen - durchaus erträglich waren. So waren etwa die meisten Hauslehrer im antiken Griechenland Sklaven. Diese mussten durchaus nicht Hunger leiden. Was ihre finanzielle Sicherheit anging, waren sie sogar besser gestellt als viele "freie" Menschen der Gegenwart, die tagtäglich ums Überleben kämpfen müssen.
Daher hinkt auch der immer wieder gerne genommene und hochgradig absurd-lächerliche Verweis auf den "modernen Sklavenhandel". [...] Die heutigen Sklaven dagegen bekommen Kaviar, dicke Autos und baden in Schampus...
Leider wird immer nur das Augenmerk auf die kleine glückliche Schar derer gerichtet, die es geschafft haben, sich durchzusetzen. Aber es gibt hunderte, tausende von hoffnungsvollen Talenten in den Fußballschulen. Es sind Kinder, die von der Straße weggeholt werden, denen gesagt wird, dass auf ihnen nunmehr die Hoffnung ihrer ganzen Familie ruht. Oftmals verkörpert sich in ihnen die einzig möglich erscheinende Sehnsucht, einen Weg aus bitterster, aussichtloser Armut, Not und Hunger zu finden.
Diese Kinder werden ihrer Familien dann entrissen und spielen mit bzw. gegen die anderen Kinder ihrer Altersstufe in den sog. Fußballschulen, und werden einem gnadenlosen Leistungsdruck ausgesetzt. Von Personen, denen es weniger um den Menschen geht, der vor ihnen steht als um den Profit, den es möglicherweise zu machen gibt. Wirkliche Freunde hat man in seiner Klasse daher kaum, sondern vor allem Konkurrenten, da von Anfang an klar ist, dass nur ein verschwindend geringer Prozentsatz der Klassenkameraden den großen Traum wird verwirklichen können.
Diejenigen, die das Talent (und nicht zuletzt das Glück) haben, mit ihrem Können dann Geld zu verdienen, haben keineswegs die freie Wahl bei ihrem Arbeitgeber, sondern werden von ihren "Ratgebern" da untergebracht, wo sich die Ivestition, die man gemacht hat, am ehesten zu rentieren verspricht.
Ich will keineswegs sagen, dass es nicht grausamere Schicksale gibt als das, Profufußballer zu werden. Nur glaube ich, dass wenn man seine Kindheit so verbringt, es nicht verwunderlich ist, dass man an seiner Seele Schaden nimmt.
Und wenn ein Mensch so etwas durchlitten und nicht psychisch verarbeitet hat, dann nützt auch nichts, dass er später ein Leben in Luxus führen kann. Keine seelische Narbe verheilt dadurch, dass man es sich leisten kann, ein dickes Auto zu fahren und seine (vermeintlichen) Freunde zu dekadenten Parties einladen kann.