@Mezzo
Von welchen großen Erfolgen sprichst du?
Von welchen großen Erfolgen sprichst du?
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Außerdem hat der junge Reus mehr gerissen, als der ältere Gomez.
Löw hat schlecht aufgestellt und viel zu sehr auf Bayern gesetzt... Der ältere Merte hätte weit mehr gerissen als der Jungs Badstuber.
Es ist grundsätzlich wichtig, dem Kontrahenten gebührenden Respekt zu zollen und gerade auf diesem Niveau geht es nicht ohne Gegnerorientierung. Jeder gute Trainer weiss um den Wert dessen und gute Trainer sollten/ müssen in ihrer Spielphilosophie wenigstens so variabel sein, dass sie mehrere Varianten der Spielführung im Repertoire haben.
Löw hat es versucht, nicht zum ersten Mal, aber gerade seine Aufstellung in Kombination mit der Spielausrichtung (da stimme ich Dir absolut zu) zeigte erneut auf, dass er dieses Vorhaben wiederholt mit völlig falschen Mitteln anging. Irgendwie hab ich immer den Eindruck, er hat im Prinzip den Plan B, weiss wann er ihn anwenden muss, aber nicht, wie er ihn richtig umsetzen kann.
Pirlo spielt tief in der eigenen Hälfte, alleine vor der Abwehr, weil seine herausragende Spielintelligenz bei abnehmender Physis und Schnelligkeit (auch in den Handlungen) den Italienern so am besten nützt. Dort wird mit den drei bis vier vor ihm, die sich zur Kette formieren, taktisch Raum geschaffen und das Umschaltspiel ist in beide Richtungen risikoloser. Denn Pirlo bekommt in diesem Raum, wo alle anderen im Mf vor ihm spielen, a) den Platz, den er für seinen Aktionsradius braucht und b) trifft er dort auf offensivstarke Gegenspieler, die meistens im Defensivzweikampf und Stellungsspiel ihre Schwächen haben.
Offenbar hat Löw erstens insbesondere in b) den Ansatz gesehen, wo der in den Qualispielen defensiv erprobte Kroos Pirlo` s Kreise stören sollte. Zweitens glaubte er wohl an einen sehr defensivstarken, tief gestaffelten Gegner, der wenig Raum und Chancen zulässt, wo Gomez mit seiner Abschlussstärke die eine Möglichkeit nutzen oder Podolski mit seiner Unberechenbarkeit das Überraschungsmoment bringen sollte.
Beides ging vollkommen schief. Ersteres, weil Kroos im Bemühen, diese Aufgabe zu lösen, ständig ins Zentrum zog und Özil im Bemühen, Tempo und Linie ins Spiel zu bringen, sich eher im Wege standen, als sich zu ergänzen. Zudem wurde dadurch die rechte Seite oftmals brach gelegt, wo der bemitleidenswerte Boateng vorwärts und rückwärts viel alleine lösen musste (und kaum konnte). Im Effekt bekam Pirlo trotzdem seinen Platz, auch weil er bspw. mit de Rossi oder Montolivo kluge und im Raum wie im Aufbau gute Mitspieler hatte. Diesen Umstand, dass Italien tatsächlich ein gutes Mf hat, welches viel für das eigene Spiel tun und ein eigenes Spiel durchdrücken kann, hat Löw offenbar unterschätzt.
Somit konnten wir das Spiel gerade fussballerisch nicht so stark dominieren wie gedacht und die Aufstellung erwies sich als Boomerang. Podolski und besonders Gomez sind viel zu statisch. Gomez schafft es vom Kopf her nicht, seine Gegenspieler raus- und wegzuziehen, um den entscheidenden Raum für die Mitspieler zu schaffen, und er ist für zweite Bälle quasi unbrauchbar, in jeder Hinsicht. Erschwerend hinzu kommen die bekannten Mängel in Ballbehauptung und Verarbeitung. Genau diese Qualitäten hat aber Klose und diese Qualitäten haben uns enorm gefehlt. Gegen einen so gut organisierten Gegner mit spielerischer Qualität war die Herausnahme von gleich drei Leuten wie Müller, Klose und Reus in Summe in puncto Beweglichkeit und Spielverständnis grundfalsch. Vor allem wurde dadurch die größte Waffe im deutschen Offensivspiel, die Fähigkeiten von Özil, praktisch aus dem Spiel genommen. Mit so unklugen Bewegungen (vorausgesetzt es findet überhaupt Bewegung statt) wie sie Kroos, Podolski und Gomez vor oder neben ihm zelebrierten, drückt eben auch ein Özil dem Spiel nicht so den Stempel auf, wie er es kann. Die Bewegungen und Laufwege der Mitspieler diktieren die Ideen und deren zielgerichtete Ausführung.
Überhaupt, was Gomez angeht, so halte ich`s nicht für Zufall, dass D in den drei Vorrundenspielen, mal abgesehen von den Stärken der Gegner, so große Schwierigkeiten hatte, genügend Chancen zu erspielen, dafür aber einigermaßen effizient war, während es im Viertelfinale und gestern in der zweiten Halbzeit genau umgekehrt zu sein schien. Und dass Bayern München seine absolut stärkste Phase in den letzten drei Jahren hatte, als van Gaal auf Klose oder Olic statt Gomez setzte (wofür er letztlich von Hoeneß angezählt wurde). Gomez hat bei dieser EM genau einmal wirklich gut ausgesehen gegen die vielleicht schwächste IV des Turniers, die der Holländer.
Allgemein bleibt festzuhalten, dass 6 Gegentore in 4 Spielen viel zu viel sind (wobei obendrein gegen Portugal zweimal Metall rettete), gerade bei dem Anspruch, Europameister werden zu wollen. Auch das halte ich nicht für Zufall, dass wir mit der Innenverteidigung in der Zusammensetzung Hummels/ Badstuber vor der EM fast nie zu Null spielten und selten gewannen, Probleme, die teilweise bei dieser EM ihre Fortsetzung fanden. Hummels hatte in jedem Spiel eins, zwei grobe Korken drin, ähnlich sah er beim BVB zuletzt in Euro League und Champions League aus. Auf höchstem Niveau scheint es bei ihm (noch) nicht zu reichen. Badstuber hat die Merte-Aufgabe des Abwehrchefs gut übernommen und gelöst, aber eben noch nicht wie Mertesacker in früherer Normalform.
Löw hat hier Mut zum Risiko bewiesen, weil diesen Spielern die Zukunft gehört und Mertesacker lange verletzt, aber ob dieses Experiment in solch einem Turnier angebracht war, bleibt zumindest fragwürdig. Gerade beim 0:2 gestern hab ich mich gefragt, wer da überhaupt die Kommandos, zum Beispiel beim Abseitsstellen gibt. Generell hatten wir genau in diesem Bereich während der EM einige Probleme, die so während der letzten drei großen Turniere nicht auftraten. Aber das wird sich entwickeln (hoffentlich).
Das liegt natürlich trotzdem nur zu einem geringeren Anteil an der IV, die insgesamt ein gutes Turnier spielte. Formkrisen, Verletzungen, Verunsicherung, die aus Saisonergebnissen und Erlebnissen resultieren, wie bei Schweinsteiger, Klose, Podolski, Mertesacker oder Müller können schwerlich einkalkuliert werden. Vor allem aber ist es die Spielidee, der es aus oben angemerkten Gründen zu oft am nötigen Plan B mangelt, was spätestens in Spielen auf höchstem Niveau gegen gut organisierte Gegner, die darüber hinaus genügend individuelle Qualität im Team haben, erwartungsgemäß zum Scheitern führt. Hier steht eben auch der Bundestrainer in der Pflicht, sich an einem gewissen Punkt selbst weiterzuentwickeln, sonst bleibt er ein Romantiker und wird kein Titelträger, obwohl das Potential dafür absolut vorhanden ist.
Irgendwie kommt mir das alles bekannt vor.
Davon abgesehen ist Fussball auch viel Kopfsache und auf diesem Niveau entscheiden Kleinigkeiten, die sich teilweise im Kopf abspielen. Wenn die Medien permanent vom Angstgegner und Horrorserie gegen Italien berichten, dann kann das in Extremfällen zu entscheidenden Aussetzern führen, egal wie oft vorher die Durchhalteparolen "wir sind stark genug" oder das Besinnen auf die eigenen Qualitäten wiederholt werden. Dann weicht in besonderen Situationen das über das Turnier gesammelte Selbstvertrauen dem "zu viel Denken".

Absolut nicht.Aber dass die Italiener ein derart hervorragendes und konsequentes Pressing spielen würden, kam doch unerwartet....
Löw hat menschlich versagt! Die Sache zB mit Frings und Ballack!
2006 war Frings mMn der Spieler der WM. Ohne ihn wäre Deutschland nicht so weit gekommen. Und was sein Fehlen ausgemacht hat, wissen wir ja.
Ich bin auch ne Frau, eine Frau die diese dämliche Niveafresse am liebsten als N11-Trainer abschießen würde!
Ich teile deine Meinung! Hier noch ein paar Ausführungen von mir dazu:
Löw hat menschlich versagt! Die Sache zB mit Frings und Ballack!
2006 war Frings mMn der Spieler der WM. Ohne ihn wäre Deutschland nicht so weit gekommen. Und was sein Fehlen ausgemacht hat, wissen wir ja.
Löw hat nun spielerisch versagt. Er hat zu sehr auf Bayern gesetzt. Kann ich nicht verstehen, da sie fast durchweg scheiße waren!
Dass man doch so weit gekommen ist, lag auch am Unvermögen der Gegner!
Naja, egal... So wird es halt nie was mit dem Titel...

Wenn ich "Frauen" sage dann soll sich bitte keine hier im Forum anwesende angesprochen fühlen! Damit meine ich ausschliesslich diese Sekräterinnen und Hausfrauen die sich nur zur EM und WM die Fahnen an die Autos knallen und ansonsten nicht mal wissen das zwischen den Turnieren richtiger Fussball gespielt wird!![]()

Mein Gott... Kahn hat uns 2002 auch ins Finale gebracht... trotzdem war Lehmann anno 2006 besser.
2006 war 2006 und 2009 hat Frings es auf dem Platz einfach nicht mehr gebracht.
! Der Hintergrund an sich war ok (spielerisch) aber sowas menschlich so abzuziehen ist arm! @Mezzo
Von welchen großen Erfolgen sprichst du?
Insgesamt ist es halt schade, dass die großartige Arbeit bis vorgestern durch ein fehlerhaftes Herangehen in diesem Halbfinale zunichte gemacht wurde. Aber dass die Italiener ein derart hervorragendes und konsequentes Pressing spielen würden, kam doch unerwartet und hätte uns so oder so vor ernstzunehmende Probleme gestellt.
Und ich kann mir vorstellen, dass es eben nicht nur ums Spielerische ging. Frings hat sein Maul aufgerissen, Ballack stand hinter ihm. Grund genug um sie beide rauszukegeln, was ja auch genau so passiert ist. Frei nach dem Motto " Ja-Sager an die Macht" und wer anderer Meinung ist als Löw fliegt.
Löw ist und bleibt ne Pfeiffe, der kann noch 100 Jahre den trainer spielen. Einen Titel wird man mit dieser Plinse nie holen.
Vielleicht holt Jogi keine Titel, kann passieren. Könnte aber auch genauso mit einem anderen Trainer passieren. Er hat eine geniale Truppe zusammengestellt, mit der er zurecht kommt.
Ein zerstrittenes und dem Trainer gegenüber respektloses Team kommt in etwa so weit, wie die Elftal, und da sind absolute Top-Einzelspieler auf dem Platz.
Diese Truppe hätte auch jeder andere Trainer zusammengestellt, nur ein vernünftiger und besserer Trainer hätte die lange verletzten, unfitten, formlosen Schweinsteiger, Mertesacker und eventuell auch Klose zuhause gelassen. Ein guter Trainer hätte spätestens nach dem ersten Spiel erkannt das Schweinsteiger dem Team nicht helfen kann und Gündogan oder Bender gebracht. Ein guter Trainer hätte Podolski nach zwei schwachen Spielen in der Vorrunde nicht ausgerechnet gegen das stärkste Team der EM wieder gebracht nur weil es ja der Poldi ist. Kurz um Löw wird immer an sich selbst und seinen Lieblingen scheitern.
Jeder andere Trainer könnte aus diesen Spielermaterial mehr rausholen.
Und was für eine Masse an Topeinzelspielern siehtst du bei Holland? Holland war für jeden besseren Experten schon vor der EM als Vorrundenausscheider gehandelt wurden.
IK sind bei denen nur noch Huntellaar, van Persie, Sneijder und mit Abstrichen Affelay und Robben, der Rest ist Durchschnitt und die Abwehr ist zweitklassig.
Portugal war das einzig ernstzunehmende Team was wir geschlagen haben und das auch noch glücklich da Portugal mindestens gleichwertig eher noch besser war.
Es geht nicht um die spielerische Seite, die steht auf einem anderen Blatt Papier! Ich habe geschrieben, dass Löw menschlich versagt hat und dafür das Beispiel Frings/Ballack gebracht. Und menschlich war das mMn ganz schön scheiße von Löw... Sowas macht man nicht, Frings und Ballack hatten das nicht verdient! Die Art und Weise war für den Ups, ich muss meine Wortwahl ändern! Der Hintergrund an sich war ok (spielerisch) aber sowas menschlich so abzuziehen ist arm!
Und ich kann mir vorstellen, dass es eben nicht nur ums Spielerische ging. Frings hat sein Maul aufgerissen, Ballack stand hinter ihm. Grund genug um sie beide rauszukegeln, was ja auch genau so passiert ist. Frei nach dem Motto " Ja-Sager an die Macht" und wer anderer Meinung ist als Löw fliegt.

Es ist grundsätzlich wichtig, dem Kontrahenten gebührenden Respekt zu zollen und gerade auf diesem Niveau geht es nicht ohne Gegnerorientierung. Jeder gute Trainer weiss um den Wert dessen und gute Trainer sollten/ müssen in ihrer Spielphilosophie wenigstens so variabel sein, dass sie mehrere Varianten der Spielführung im Repertoire haben.
Löw hat es versucht, nicht zum ersten Mal, aber gerade seine Aufstellung in Kombination mit der Spielausrichtung (da stimme ich Dir absolut zu) zeigte erneut auf, dass er dieses Vorhaben wiederholt mit völlig falschen Mitteln anging. Irgendwie hab ich immer den Eindruck, er hat im Prinzip den Plan B, weiss wann er ihn anwenden muss, aber nicht, wie er ihn richtig umsetzen kann.
Pirlo spielt tief in der eigenen Hälfte, alleine vor der Abwehr, weil seine herausragende Spielintelligenz bei abnehmender Physis und Schnelligkeit (auch in den Handlungen) den Italienern so am besten nützt. Dort wird mit den drei bis vier vor ihm, die sich zur Kette formieren, taktisch Raum geschaffen und das Umschaltspiel ist in beide Richtungen risikoloser. Denn Pirlo bekommt in diesem Raum, wo alle anderen im Mf vor ihm spielen, a) den Platz, den er für seinen Aktionsradius braucht und b) trifft er dort auf offensivstarke Gegenspieler, die meistens im Defensivzweikampf und Stellungsspiel ihre Schwächen haben.
Offenbar hat Löw erstens insbesondere in b) den Ansatz gesehen, wo der in den Qualispielen defensiv erprobte Kroos Pirlo` s Kreise stören sollte. Zweitens glaubte er wohl an einen sehr defensivstarken, tief gestaffelten Gegner, der wenig Raum und Chancen zulässt, wo Gomez mit seiner Abschlussstärke die eine Möglichkeit nutzen oder Podolski mit seiner Unberechenbarkeit das Überraschungsmoment bringen sollte.
Beides ging vollkommen schief. Ersteres, weil Kroos im Bemühen, diese Aufgabe zu lösen, ständig ins Zentrum zog und Özil im Bemühen, Tempo und Linie ins Spiel zu bringen, sich eher im Wege standen, als sich zu ergänzen. Zudem wurde dadurch die rechte Seite oftmals brach gelegt, wo der bemitleidenswerte Boateng vorwärts und rückwärts viel alleine lösen musste (und kaum konnte). Im Effekt bekam Pirlo trotzdem seinen Platz, auch weil er bspw. mit de Rossi oder Montolivo kluge und im Raum wie im Aufbau gute Mitspieler hatte. Diesen Umstand, dass Italien tatsächlich ein gutes Mf hat, welches viel für das eigene Spiel tun und ein eigenes Spiel durchdrücken kann, hat Löw offenbar unterschätzt.
Somit konnten wir das Spiel gerade fussballerisch nicht so stark dominieren wie gedacht und die Aufstellung erwies sich als Boomerang. Podolski und besonders Gomez sind viel zu statisch. Gomez schafft es vom Kopf her nicht, seine Gegenspieler raus- und wegzuziehen, um den entscheidenden Raum für die Mitspieler zu schaffen, und er ist für zweite Bälle quasi unbrauchbar, in jeder Hinsicht. Erschwerend hinzu kommen die bekannten Mängel in Ballbehauptung und Verarbeitung. Genau diese Qualitäten hat aber Klose und diese Qualitäten haben uns enorm gefehlt. Gegen einen so gut organisierten Gegner mit spielerischer Qualität war die Herausnahme von gleich drei Leuten wie Müller, Klose und Reus in Summe in puncto Beweglichkeit und Spielverständnis grundfalsch. Vor allem wurde dadurch die größte Waffe im deutschen Offensivspiel, die Fähigkeiten von Özil, praktisch aus dem Spiel genommen. Mit so unklugen Bewegungen (vorausgesetzt es findet überhaupt Bewegung statt) wie sie Kroos, Podolski und Gomez vor oder neben ihm zelebrierten, drückt eben auch ein Özil dem Spiel nicht so den Stempel auf, wie er es kann. Die Bewegungen und Laufwege der Mitspieler diktieren die Ideen und deren zielgerichtete Ausführung.
Überhaupt, was Gomez angeht, so halte ich`s nicht für Zufall, dass D in den drei Vorrundenspielen, mal abgesehen von den Stärken der Gegner, so große Schwierigkeiten hatte, genügend Chancen zu erspielen, dafür aber einigermaßen effizient war, während es im Viertelfinale und gestern in der zweiten Halbzeit genau umgekehrt zu sein schien. Und dass Bayern München seine absolut stärkste Phase in den letzten drei Jahren hatte, als van Gaal auf Klose oder Olic statt Gomez setzte (wofür er letztlich von Hoeneß angezählt wurde). Gomez hat bei dieser EM genau einmal wirklich gut ausgesehen gegen die vielleicht schwächste IV des Turniers, die der Holländer.
Allgemein bleibt festzuhalten, dass 6 Gegentore in 4 Spielen viel zu viel sind (wobei obendrein gegen Portugal zweimal Metall rettete), gerade bei dem Anspruch, Europameister werden zu wollen. Auch das halte ich nicht für Zufall, dass wir mit der Innenverteidigung in der Zusammensetzung Hummels/ Badstuber vor der EM fast nie zu Null spielten und selten gewannen, Probleme, die teilweise bei dieser EM ihre Fortsetzung fanden. Hummels hatte in jedem Spiel eins, zwei grobe Korken drin, ähnlich sah er beim BVB zuletzt in Euro League und Champions League aus. Auf höchstem Niveau scheint es bei ihm (noch) nicht zu reichen. Badstuber hat die Merte-Aufgabe des Abwehrchefs gut übernommen und gelöst, aber eben noch nicht wie Mertesacker in früherer Normalform.
Löw hat hier Mut zum Risiko bewiesen, weil diesen Spielern die Zukunft gehört und Mertesacker lange verletzt, aber ob dieses Experiment in solch einem Turnier angebracht war, bleibt zumindest fragwürdig. Gerade beim 0:2 gestern hab ich mich gefragt, wer da überhaupt die Kommandos, zum Beispiel beim Abseitsstellen gibt. Generell hatten wir genau in diesem Bereich während der EM einige Probleme, die so während der letzten drei großen Turniere nicht auftraten. Aber das wird sich entwickeln (hoffentlich).
Das liegt natürlich trotzdem nur zu einem geringeren Anteil an der IV, die insgesamt ein gutes Turnier spielte. Formkrisen, Verletzungen, Verunsicherung, die aus Saisonergebnissen und Erlebnissen resultieren, wie bei Schweinsteiger, Klose, Podolski, Mertesacker oder Müller können schwerlich einkalkuliert werden. Vor allem aber ist es die Spielidee, der es aus oben angemerkten Gründen zu oft am nötigen Plan B mangelt, was spätestens in Spielen auf höchstem Niveau gegen gut organisierte Gegner, die darüber hinaus genügend individuelle Qualität im Team haben, erwartungsgemäß zum Scheitern führt. Hier steht eben auch der Bundestrainer in der Pflicht, sich an einem gewissen Punkt selbst weiterzuentwickeln, sonst bleibt er ein Romantiker und wird kein Titelträger, obwohl das Potential dafür absolut vorhanden ist.
Irgendwie kommt mir das alles bekannt vor.
Davon abgesehen ist Fussball auch viel Kopfsache und auf diesem Niveau entscheiden Kleinigkeiten, die sich teilweise im Kopf abspielen. Wenn die Medien permanent vom Angstgegner und Horrorserie gegen Italien berichten, dann kann das in Extremfällen zu entscheidenden Aussetzern führen, egal wie oft vorher die Durchhalteparolen "wir sind stark genug" oder das Besinnen auf die eigenen Qualitäten wiederholt werden. Dann weicht in besonderen Situationen das über das Turnier gesammelte Selbstvertrauen dem "zu viel Denken".