Bundestrainer-Thread: Jogi Löw (bis 31.07.2021)

Wer war deiner Meinung nach der beste Teamchef/Trainer aller Zeiten?

  • Otto Nerz

    Votes: 16 1,9%
  • Sepp Herberger

    Votes: 161 18,7%
  • Helmut Schön

    Votes: 81 9,4%
  • Jupp Derwall

    Votes: 24 2,8%
  • Franz Beckenbauer

    Votes: 289 33,5%
  • Berti Vogts

    Votes: 52 6,0%
  • Erich Ribbeck

    Votes: 18 2,1%
  • Rudi Völler

    Votes: 108 12,5%
  • Jürgen Klinsmann

    Votes: 53 6,1%
  • Joachim Löw

    Votes: 70 8,1%

  • Total voters
    863
Außerdem hat der junge Reus mehr gerissen, als der ältere Gomez.

Da kann man sich nun drüber streiten, aber ganz davon ab ist Reus der Apfel und Gomez die Birne...

Löw hat schlecht aufgestellt und viel zu sehr auf Bayern gesetzt... Der ältere Merte hätte weit mehr gerissen als der Jungs Badstuber.

Nein, hätte er ganz sicher nicht. Ich bin froh, dass wir mit Badstuber und Hummels in der IV sehr gut aufgestellt waren.
Kritik an der Aufstellung gegen Italien hat es zurecht genug gehagelt, aber daraus einen allgemeingültigen Fehler stricken zu wollen, halte ich, nichts für ungut, für willkürlichen Blödsinn. Ich war auch mal unreflektiert Anti-Löw, ich weiß, wie diese Leute ticken ;)

Insgesamt ist es halt schade, dass die großartige Arbeit bis vorgestern durch ein fehlerhaftes Herangehen in diesem Halbfinale zunichte gemacht wurde. Aber dass die Italiener ein derart hervorragendes und konsequentes Pressing spielen würden, kam doch unerwartet und hätte uns so oder so vor ernstzunehmende Probleme gestellt.
Schade, dass wieder nichts Zählbares geholt wurde; ewig kann man das nicht aufs nächste Turnier verschieben. Völlig nachvollziehbar, dass jetzt niemand auf Brasilien 2014 vertröstet, denn das ist einmal mehr ein weiter, vager Weg.
 
Es ist grundsätzlich wichtig, dem Kontrahenten gebührenden Respekt zu zollen und gerade auf diesem Niveau geht es nicht ohne Gegnerorientierung. Jeder gute Trainer weiss um den Wert dessen und gute Trainer sollten/ müssen in ihrer Spielphilosophie wenigstens so variabel sein, dass sie mehrere Varianten der Spielführung im Repertoire haben.

Löw hat es versucht, nicht zum ersten Mal, aber gerade seine Aufstellung in Kombination mit der Spielausrichtung (da stimme ich Dir absolut zu :tnx:) zeigte erneut auf, dass er dieses Vorhaben wiederholt mit völlig falschen Mitteln anging. Irgendwie hab ich immer den Eindruck, er hat im Prinzip den Plan B, weiss wann er ihn anwenden muss, aber nicht, wie er ihn richtig umsetzen kann.

Pirlo spielt tief in der eigenen Hälfte, alleine vor der Abwehr, weil seine herausragende Spielintelligenz bei abnehmender Physis und Schnelligkeit (auch in den Handlungen) den Italienern so am besten nützt. Dort wird mit den drei bis vier vor ihm, die sich zur Kette formieren, taktisch Raum geschaffen und das Umschaltspiel ist in beide Richtungen risikoloser. Denn Pirlo bekommt in diesem Raum, wo alle anderen im Mf vor ihm spielen, a) den Platz, den er für seinen Aktionsradius braucht und b) trifft er dort auf offensivstarke Gegenspieler, die meistens im Defensivzweikampf – und Stellungsspiel ihre Schwächen haben.
Offenbar hat Löw erstens insbesondere in b) den Ansatz gesehen, wo der in den Qualispielen defensiv erprobte Kroos Pirlo` s Kreise stören sollte. Zweitens glaubte er wohl an einen sehr defensivstarken, tief gestaffelten Gegner, der wenig Raum und Chancen zulässt, wo Gomez mit seiner Abschlussstärke die eine Möglichkeit nutzen oder Podolski mit seiner Unberechenbarkeit das Überraschungsmoment bringen sollte.

Beides ging vollkommen schief. Ersteres, weil Kroos im Bemühen, diese Aufgabe zu lösen, ständig ins Zentrum zog und Özil im Bemühen, Tempo und Linie ins Spiel zu bringen, sich eher im Wege standen, als sich zu ergänzen. Zudem wurde dadurch die rechte Seite oftmals brach gelegt, wo der bemitleidenswerte Boateng vorwärts und rückwärts viel alleine lösen musste (und kaum konnte). Im Effekt bekam Pirlo trotzdem seinen Platz, auch weil er bspw. mit de Rossi oder Montolivo kluge und im Raum wie im Aufbau gute Mitspieler hatte. Diesen Umstand, dass Italien tatsächlich ein gutes Mf hat, welches viel für das eigene Spiel tun und ein eigenes Spiel durchdrücken kann, hat Löw offenbar unterschätzt.

Somit konnten wir das Spiel gerade fussballerisch nicht so stark dominieren wie gedacht und die Aufstellung erwies sich als Boomerang. Podolski und besonders Gomez sind viel zu statisch. Gomez schafft es vom Kopf her nicht, seine Gegenspieler raus- und wegzuziehen, um den entscheidenden Raum für die Mitspieler zu schaffen, und er ist für zweite Bälle quasi unbrauchbar, in jeder Hinsicht. Erschwerend hinzu kommen die bekannten Mängel in Ballbehauptung und Verarbeitung. Genau diese Qualitäten hat aber Klose und diese Qualitäten haben uns enorm gefehlt. Gegen einen so gut organisierten Gegner mit spielerischer Qualität war die Herausnahme von gleich drei Leuten wie Müller, Klose und Reus in Summe in puncto Beweglichkeit und Spielverständnis grundfalsch. Vor allem wurde dadurch die größte Waffe im deutschen Offensivspiel, die Fähigkeiten von Özil, praktisch aus dem Spiel genommen. Mit so unklugen Bewegungen (vorausgesetzt es findet überhaupt Bewegung statt) wie sie Kroos, Podolski und Gomez vor oder neben ihm zelebrierten, drückt eben auch ein Özil dem Spiel nicht so den Stempel auf, wie er es kann. Die Bewegungen und Laufwege der Mitspieler diktieren die Ideen und deren zielgerichtete Ausführung.

Überhaupt, was Gomez angeht, so halte ich`s nicht für Zufall, dass D in den drei Vorrundenspielen, mal abgesehen von den Stärken der Gegner, so große Schwierigkeiten hatte, genügend Chancen zu erspielen, dafür aber einigermaßen effizient war, während es im Viertelfinale und gestern in der zweiten Halbzeit genau umgekehrt zu sein schien. Und dass Bayern München seine absolut stärkste Phase in den letzten drei Jahren hatte, als van Gaal auf Klose oder Olic statt Gomez setzte (wofür er letztlich von Hoeneß angezählt wurde). Gomez hat bei dieser EM genau einmal wirklich gut ausgesehen – gegen die vielleicht schwächste IV des Turniers, die der Holländer.

Allgemein bleibt festzuhalten, dass 6 Gegentore in 4 Spielen viel zu viel sind (wobei obendrein gegen Portugal zweimal Metall rettete), gerade bei dem Anspruch, Europameister werden zu wollen. Auch das halte ich nicht für Zufall, dass wir mit der Innenverteidigung in der Zusammensetzung Hummels/ Badstuber vor der EM fast nie zu Null spielten und selten gewannen, Probleme, die teilweise bei dieser EM ihre Fortsetzung fanden. Hummels hatte in jedem Spiel eins, zwei grobe Korken drin, ähnlich sah er beim BVB zuletzt in Euro League und Champions League aus. Auf höchstem Niveau scheint es bei ihm (noch) nicht zu reichen. Badstuber hat die Merte-Aufgabe des Abwehrchefs gut übernommen und gelöst, aber eben noch nicht wie Mertesacker in früherer Normalform.
Löw hat hier Mut zum Risiko bewiesen, weil diesen Spielern die Zukunft gehört und Mertesacker lange verletzt, aber ob dieses Experiment in solch einem Turnier angebracht war, bleibt zumindest fragwürdig. Gerade beim 0:2 gestern hab ich mich gefragt, wer da überhaupt die Kommandos, zum Beispiel beim Abseitsstellen gibt. Generell hatten wir genau in diesem Bereich während der EM einige Probleme, die so während der letzten drei großen Turniere nicht auftraten. Aber das wird sich entwickeln (hoffentlich).

Das liegt natürlich trotzdem nur zu einem geringeren Anteil an der IV, die insgesamt ein gutes Turnier spielte. Formkrisen, Verletzungen, Verunsicherung, die aus Saisonergebnissen und Erlebnissen resultieren, wie bei Schweinsteiger, Klose, Podolski, Mertesacker oder Müller können schwerlich einkalkuliert werden. Vor allem aber ist es die Spielidee, der es aus oben angemerkten Gründen zu oft am nötigen Plan B mangelt, was spätestens in Spielen auf höchstem Niveau gegen gut organisierte Gegner, die darüber hinaus genügend individuelle Qualität im Team haben, erwartungsgemäß zum Scheitern führt. Hier steht eben auch der Bundestrainer in der Pflicht, sich an einem gewissen Punkt selbst weiterzuentwickeln, sonst bleibt er ein Romantiker und wird kein Titelträger, obwohl das Potential dafür absolut vorhanden ist.

Irgendwie kommt mir das alles bekannt vor.

Davon abgesehen ist Fussball auch viel Kopfsache und auf diesem Niveau entscheiden Kleinigkeiten, die sich teilweise im Kopf abspielen. Wenn die Medien permanent vom Angstgegner und Horrorserie gegen Italien berichten, dann kann das in Extremfällen zu entscheidenden Aussetzern führen, egal wie oft vorher die Durchhalteparolen "wir sind stark genug" oder das Besinnen auf die eigenen Qualitäten wiederholt werden. Dann weicht in besonderen Situationen das über das Turnier gesammelte Selbstvertrauen dem "zu viel Denken".

:thumb:

Sehr gut auf den Punkt gebracht.

Herr Löw hat an sich gearbeitet, doch entscheidend wirds auf dem Platz, dort hat er sich zeitweise introvertiert vom Spiel und seiner Aufstellung abgewendet gezeigt, hat an den Nägeln gekaut.
Geht nicht, darf nicht, wenn ich das in die plötzliche kraftlose Spielweise vor dem 0:1 bringe, haben die Jungs das augenscheinlich zur Kenntnis genommen. Seine Worte wirken, aber sein Auftreten leider auch und das zeitnah, daran muß Herr Löw dringend arbeiten.
Die Sache ist für mich, dass aus diesem Team keiner die Kraft hatte zum Helden zu mutieren.

Letztlich, Deine Sicht der Dinge spiegelt meine Annahmen viel detaillierter wider, als ich es derzeit niederschreiben könnte.
Ich bin seit längerer Zeit pro Löw, ein Miro hat absolute Weltklasse, meine Meinung. Spieler wie Schweinsteiger, Müller, Lahm, Özil und auch jetzt Hummels heben meine Zuversicht der Weiterentwicklung. (Auch wenn es dieses Turnier nicht zu mehr gereicht hat, denke mal, die Vereinserfolge haben einen bestimmten Anteil)

Die Presse, ja diese negative Sülze geht mir auf dem Sack. Das Fernsehen muß sich von Waldi, Reinhold, JBK und diese Pseudo-Fachgeschwafler endgültig trennen. Zur WM müssen neue Gesichter auf das Plasma, ebenso ein Delling, weg.

Abgesehen davon, wo Licht ist, ist auch Schatten. Ebenso bei Löw. Aber alle haben eines gemeinsam, wer von den Jungs auf dem Platz hat einen großen Titel erreicht?! Außer Meisterschaft und Pokal, wohl keiner. Du sagst es, viele andere auch: Killerinstinkt, Abgebrühtheit, Kaltschnäuzigkeit, Kaiser-Charisma fehlen für den ganz großen Coup.

In Brasilien wird es, das Team, erneut einer harten Prüfung unterzogen. Für die Quali zur EM 2016 wünsche ich unseren Jungs die Italiener als Gruppengegner, der Modus ist ja noch nicht festgelegt, also damit könnte man die negative Serie angehen, Gegner die man kennt, kann man auch leichter bekämpfen. Siehe England, Niederlande und auch Frankreich. Brasilien selbst ist ein schwerer Brocken, aber auch Argentinien haben die Jungs bezwungen. Darin sehe ich den Fortschritt.

gwg

und bin wieder weg

:zzz:
 
Löw hat menschlich versagt! Die Sache zB mit Frings und Ballack!

2006 war Frings mMn der Spieler der WM. Ohne ihn wäre Deutschland nicht so weit gekommen. Und was sein Fehlen ausgemacht hat, wissen wir ja.

Mein Gott... Kahn hat uns 2002 auch ins Finale gebracht... trotzdem war Lehmann anno 2006 besser.

2006 war 2006 und 2009 hat Frings es auf dem Platz einfach nicht mehr gebracht.
 
Ich bin auch ne Frau, eine Frau die diese dämliche Niveafresse am liebsten als N11-Trainer abschießen würde!

Ich teile deine Meinung! Hier noch ein paar Ausführungen von mir dazu:

Löw hat menschlich versagt! Die Sache zB mit Frings und Ballack!

2006 war Frings mMn der Spieler der WM. Ohne ihn wäre Deutschland nicht so weit gekommen. Und was sein Fehlen ausgemacht hat, wissen wir ja.

Löw hat nun spielerisch versagt. Er hat zu sehr auf Bayern gesetzt. Kann ich nicht verstehen, da sie fast durchweg scheiße waren!

Dass man doch so weit gekommen ist, lag auch am Unvermögen der Gegner!

Naja, egal... So wird es halt nie was mit dem Titel...


Wenn ich "Frauen" sage dann soll sich bitte keine hier im Forum anwesende angesprochen fühlen! Damit meine ich ausschliesslich diese Sekräterinnen und Hausfrauen die sich nur zur EM und WM die Fahnen an die Autos knallen und ansonsten nicht mal wissen das zwischen den Turnieren richtiger Fussball gespielt wird! ;)
 
Wenn ich "Frauen" sage dann soll sich bitte keine hier im Forum anwesende angesprochen fühlen! Damit meine ich ausschliesslich diese Sekräterinnen und Hausfrauen die sich nur zur EM und WM die Fahnen an die Autos knallen und ansonsten nicht mal wissen das zwischen den Turnieren richtiger Fussball gespielt wird! ;)

Das sind sowieso die Schlimmsten! Fürchterlich! Zum Glück hat das ja nun ein Ende...

Das war von mir aber auch nicht so gemeint... Konnte mir wohl denken worauf du hinaus wolltest... Aber so passte die Einleitung... :beer:
 
Mein Gott... Kahn hat uns 2002 auch ins Finale gebracht... trotzdem war Lehmann anno 2006 besser.

2006 war 2006 und 2009 hat Frings es auf dem Platz einfach nicht mehr gebracht.

Es geht nicht um die spielerische Seite, die steht auf einem anderen Blatt Papier! Ich habe geschrieben, dass Löw menschlich versagt hat und dafür das Beispiel Frings/Ballack gebracht. Und menschlich war das mMn ganz schön scheiße von Löw... Sowas macht man nicht, Frings und Ballack hatten das nicht verdient! Die Art und Weise war für den Ups, ich muss meine Wortwahl ändern ;)! Der Hintergrund an sich war ok (spielerisch) aber sowas menschlich so abzuziehen ist arm!

Und ich kann mir vorstellen, dass es eben nicht nur ums Spielerische ging. Frings hat sein Maul aufgerissen, Ballack stand hinter ihm. Grund genug um sie beide rauszukegeln, was ja auch genau so passiert ist. Frei nach dem Motto " Ja-Sager an die Macht" und wer anderer Meinung ist als Löw fliegt.
 
@Mezzo

Von welchen großen Erfolgen sprichst du?

2010: Eine absolut erfrischende Spielweise und tolle Siege gegen England, Argentinien und Uruguay. Das Ganze mit einer (nearly-) no-name-Truppe mit Greenhorns wie Müller, Khedira, Özil und Neuer. Anschließend eine sensationelle Quali ohne Punktverlust inklusive das Sich-Durchsetzen in einer weiß Gott nicht einfachen Vorrundengruppe gegen Holland, den späteren Halbfinalisten Portugal (gegen Spanien erst im Elferschießen ausgeschieden) und Siegen gegen dänemark und Griechenland. Große erfolge war sicher übertrieben von mir, dazu zählen natürlich nur titel, sehr erfolgreich spielt die Nationalelf seit 2010 dennoch.

Insgesamt ist es halt schade, dass die großartige Arbeit bis vorgestern durch ein fehlerhaftes Herangehen in diesem Halbfinale zunichte gemacht wurde. Aber dass die Italiener ein derart hervorragendes und konsequentes Pressing spielen würden, kam doch unerwartet und hätte uns so oder so vor ernstzunehmende Probleme gestellt.

Jo.Und das ganze hätte mit einem nicht zu 100% fitten und eingespielten Mertesacker ganz sicher nicht besser ausgesehen. Hummels und Badstuber werden aus ihren Fehlern lernen und wachsen.
 
Und ich kann mir vorstellen, dass es eben nicht nur ums Spielerische ging. Frings hat sein Maul aufgerissen, Ballack stand hinter ihm. Grund genug um sie beide rauszukegeln, was ja auch genau so passiert ist. Frei nach dem Motto " Ja-Sager an die Macht" und wer anderer Meinung ist als Löw fliegt.

Ja, und? Warum sollte er seine Position unnötig schwächen durch Spieler, die ihren Leistungzenit eh überschritten haben? Klar, er hätte mit Ballack und Frings reden können, das Ergebnis wäre aber das Gleiche gewesen, beide hätte nicht mehr für Deutschland gespielt. Da beide Leadertypen sind wären sie eh beleidigt gewesen.
 
Löw ist und bleibt ne Pfeiffe, der kann noch 100 Jahre den trainer spielen. Einen Titel wird man mit dieser Plinse nie holen.

Vielleicht holt Jogi keine Titel, kann passieren. Könnte aber auch genauso mit einem anderen Trainer passieren. Er hat eine geniale Truppe zusammengestellt, mit der er zurecht kommt.

Ein zerstrittenes und dem Trainer gegenüber respektloses Team kommt in etwa so weit, wie die Elftal, und da sind absolute Top-Einzelspieler auf dem Platz.
 
Vielleicht holt Jogi keine Titel, kann passieren. Könnte aber auch genauso mit einem anderen Trainer passieren. Er hat eine geniale Truppe zusammengestellt, mit der er zurecht kommt.

Ein zerstrittenes und dem Trainer gegenüber respektloses Team kommt in etwa so weit, wie die Elftal, und da sind absolute Top-Einzelspieler auf dem Platz.


Diese Truppe hätte auch jeder andere Trainer zusammengestellt, nur ein vernünftiger und besserer Trainer hätte die lange verletzten, unfitten, formlosen Schweinsteiger, Mertesacker und eventuell auch Klose zuhause gelassen. Ein guter Trainer hätte spätestens nach dem ersten Spiel erkannt das Schweinsteiger dem Team nicht helfen kann und Gündogan oder Bender gebracht. Ein guter Trainer hätte Podolski nach zwei schwachen Spielen in der Vorrunde nicht ausgerechnet gegen das stärkste Team der EM wieder gebracht nur weil es ja der Poldi ist. Kurz um Löw wird immer an sich selbst und seinen Lieblingen scheitern.
Jeder andere Trainer könnte aus diesen Spielermaterial mehr rausholen.

Und was für eine Masse an Topeinzelspielern siehtst du bei Holland? Holland war für jeden besseren Experten schon vor der EM als Vorrundenausscheider gehandelt wurden.

IK sind bei denen nur noch Huntellaar, van Persie, Sneijder und mit Abstrichen Affelay und Robben, der Rest ist Durchschnitt und die Abwehr ist zweitklassig.

Portugal war das einzig ernstzunehmende Team was wir geschlagen haben und das auch noch glücklich da Portugal mindestens gleichwertig eher noch besser war.
 
Wir hatten immerhin "die jüngste Mannschaft" bei der EM. :applaus:

Vielleicht hätte man dem Bundes-Jogi vor dem Turnier sagen sollen, dass in es nicht zur Junioren EM geht.
 
Diese Truppe hätte auch jeder andere Trainer zusammengestellt, nur ein vernünftiger und besserer Trainer hätte die lange verletzten, unfitten, formlosen Schweinsteiger, Mertesacker und eventuell auch Klose zuhause gelassen. Ein guter Trainer hätte spätestens nach dem ersten Spiel erkannt das Schweinsteiger dem Team nicht helfen kann und Gündogan oder Bender gebracht. Ein guter Trainer hätte Podolski nach zwei schwachen Spielen in der Vorrunde nicht ausgerechnet gegen das stärkste Team der EM wieder gebracht nur weil es ja der Poldi ist. Kurz um Löw wird immer an sich selbst und seinen Lieblingen scheitern.
Jeder andere Trainer könnte aus diesen Spielermaterial mehr rausholen.

Also nicht jeder Trainer? Gut, kann man nicht überprüfen. Für mich hat dieser Kader Sinn gemacht.
Bei der Aufstellung gegen Italien habe mich auch gewundert, aber unabhängig davon sah ich vor Bekanntgabe der Aufstellung keinen wirklichen Vorteil für unsere Jungs. Allein das Vorrundenspiel Spanien-Italien war für mich der Eindruck als Grundlage, was unsere Jungs erwartet. Das habe ich bei unseren Jungs nicht wirklich gesehen, in keinem Spiel.

Und was für eine Masse an Topeinzelspielern siehtst du bei Holland? Holland war für jeden besseren Experten schon vor der EM als Vorrundenausscheider gehandelt wurden.

IK sind bei denen nur noch Huntellaar, van Persie, Sneijder und mit Abstrichen Affelay und Robben, der Rest ist Durchschnitt und die Abwehr ist zweitklassig.

Bei den Quoten der Einzelspiele hat man Niederlande immer hoch gehandelt. Nur das Spiel vs. Deutschland wurde schlechter eingeschätzt. Gegen Portugal wurde auch die Niederlande leicht besser gehandelt.
Also ich kann nicht sagen wer jetzt ein besserer Experte ist. Bist Du einer ?, ist meine Frage, denn was war Deine persönliche Einschätzung? Wobei ich mir jetzt auch jede passende Antwort selbst ausdenken kann.
Sorry, das ist auch nicht überzeugend. Ich habe den Niederlanden mehr zugetraut.

Van der Wiel und Haitinga sind zweitklassig? Ok, das sehe ich etwas anders, aber das kann jeder sehen wie er will, De Jong natürlich auch bloß Durchschnitt. Nee, nicht wirklich überzeugend.


Portugal war das einzig ernstzunehmende Team was wir geschlagen haben und das auch noch glücklich da Portugal mindestens gleichwertig eher noch besser war.

Bestenfalls gleichwertig hätte man meinen müssen, aber sie haben sehr gut gespielt, es hätte ein Unentschieden verdient gehabt. Mehr nicht.

Letztlich ist es Ansichtssache.
 
Ich kann die Kritik aufgrund dieser beiden "Glückstore" nicht nachvollziehen! Warum nicht?

Wenn man sich die Kritik hier durchliest, dann wird vorzugsweise darauf rumgehackt, dass Podolski eingewechselt wurde. Dabei war diese Einwechslung mE vollkommen logisch und nachvollziehbar.

Man hat gegen Griechenland so offensiv gespielt, weil die nach Vorne absolut nix zustande gebracht haben. Wenn man sich die Kritik hier durchliest wollten aber viele - nachdem sie das Spiel gesehen haben - schon vorher gewußt haben, dass es sinniger gewesen wäre von Anbeginn an "Harakirifußball" zu spielen.

Löw hat mE Folgerichtig gehandelt. Dass das Team eine solche Performance an den Tag legen kann, hat wohl keiner erwartet und Löw wohl als Letzter - wobei ich ihm, der ja in vorderster Front die Verantwortung für das Handeln übernimmt - daraus keinen Strick drehe.

Ihm fehlte der Mut, der bei unser eigentlichen Spielweise wohl von Nöten gewesen wäre. Aber wie will man einem Trainer dies zu Vorwurf machen. Vor allem wir Werderfans, die wir unserem Trainer einen solchen Harakirifußball doch immer und immer wieder vorwerfen.

Einen 5vor12 würde ich gerne mal für seine Forderungen die Verantwortung übernehmen sehen, währenddessen die Medien seine Entscheidungen auseinandernehmen.

Ich finde, Löw hat unseren Respekt für seine mutige Art Fußball zu spielen, verdient!
 
Es wird sich zu einfach gemacht, wenn man sagt das sind Glückstore der Italiener, die wegen Fehlern zustandegekommen sind. Die beiden Tore fielen letztlich vonm Spielaufbau über unsere vernachlässigte Seite rechts. Das ist für ne Mannschaft aus Spielern, die bevor sie den Ball in die Hand nehmen erstmal Taktik lernen, sehr schnell zu sehen, wo ne Lücke ist und genau da haben sie reingespielt und die rechte Seite beackert wie gnadenlos. Mick hats richtig gesagt.

Das machen die Italiener doch nicht erst seit dem EM Turnier 2012. So spielen sie seit 80 Jahren. Wäre Deutschland mit Reus und Schürrle gestartet und es hätte annähernd so ausgegangen wie beim Spiel gegen Griechenland mit dem hohen Kompressionsdruck im Strafraum der Italiener, hätten wir das "dreckige" italienische Spiel gesehen, wo der Spielaufbau mit taktischen Fouls durch die Stürmer der Squaddra unterbunden wird. Die machen das so, wies gerade kommt.

Deswegen hat Spanien doch die Probleme bekommen. Die Azzuri lassen die Tiki Takken bis 30 meter vor dem Strafraum und dann gibts gnadenlos von Abata, Chiellini und Balzaratti, auf Hörner und Stöcker. Dann die Pille zu de Rossi, der außen auf Pirlo, der zu Montolivo oder Motta und einer der beiden ab zu Balotelli oder Cassano.
Und mit diesen Triangel-Passpiel oder/inkl. dem langen Jammer auf Balotelli haben sie sogar die richtigen taktischen Mittel um sich jederzeit von Pressingsituationen vor dem eignen Strafraum zu befreien. Daneben sind sie von der Physis die stärkste Truppe bislang im Turnier.
 
Es geht nicht um die spielerische Seite, die steht auf einem anderen Blatt Papier! Ich habe geschrieben, dass Löw menschlich versagt hat und dafür das Beispiel Frings/Ballack gebracht. Und menschlich war das mMn ganz schön scheiße von Löw... Sowas macht man nicht, Frings und Ballack hatten das nicht verdient! Die Art und Weise war für den Ups, ich muss meine Wortwahl ändern ;)! Der Hintergrund an sich war ok (spielerisch) aber sowas menschlich so abzuziehen ist arm!

Und ich kann mir vorstellen, dass es eben nicht nur ums Spielerische ging. Frings hat sein Maul aufgerissen, Ballack stand hinter ihm. Grund genug um sie beide rauszukegeln, was ja auch genau so passiert ist. Frei nach dem Motto " Ja-Sager an die Macht" und wer anderer Meinung ist als Löw fliegt.

Frings hat erst in den Medien gegen Löw geschossen, als er auf die Bank verbannt wurde... leistungstechnisch damals völlig zu Recht. Dann öffentlich den Trainer zu kritisieren geht gar nicht. Das hat sich Frings völlig selbst zuzuschreiben.

Bei Ballack wars in erster Linie die Verletzung. Bei der WM hat die Mannschaft besser funktioniert ohne Ballack. Auch der hatte sich dann öffentlich beschwert. Manchmal ist es einfach klüger, den Mund zu halten.
 
Ballack wurde doch mehr oder weniger zu einer öffentlichen Entschuldigung gedrängt, nachdem er Frings zur Seite stand... Entweder oder...
 
@Schmolle: :tnx:
Diese Erkenntnisse wird Löw nach dem Spiel auch gewonnen haben und so langsam sollte man dazu übergehen, die Spiele der EM ab dem Viertelfinale mal genauer zu studieren, weil erst ab da gezeigt wurde, was die Teams im Stande sind zu leisten und Löw tut gut daran, der funktionierenden Elf mit Reus etc. die Zukunft zu geben!

Es ist grundsätzlich wichtig, dem Kontrahenten gebührenden Respekt zu zollen und gerade auf diesem Niveau geht es nicht ohne Gegnerorientierung. Jeder gute Trainer weiss um den Wert dessen und gute Trainer sollten/ müssen in ihrer Spielphilosophie wenigstens so variabel sein, dass sie mehrere Varianten der Spielführung im Repertoire haben.

Löw hat es versucht, nicht zum ersten Mal, aber gerade seine Aufstellung in Kombination mit der Spielausrichtung (da stimme ich Dir absolut zu :tnx:) zeigte erneut auf, dass er dieses Vorhaben wiederholt mit völlig falschen Mitteln anging. Irgendwie hab ich immer den Eindruck, er hat im Prinzip den Plan B, weiss wann er ihn anwenden muss, aber nicht, wie er ihn richtig umsetzen kann.

Pirlo spielt tief in der eigenen Hälfte, alleine vor der Abwehr, weil seine herausragende Spielintelligenz bei abnehmender Physis und Schnelligkeit (auch in den Handlungen) den Italienern so am besten nützt. Dort wird mit den drei bis vier vor ihm, die sich zur Kette formieren, taktisch Raum geschaffen und das Umschaltspiel ist in beide Richtungen risikoloser. Denn Pirlo bekommt in diesem Raum, wo alle anderen im Mf vor ihm spielen, a) den Platz, den er für seinen Aktionsradius braucht und b) trifft er dort auf offensivstarke Gegenspieler, die meistens im Defensivzweikampf – und Stellungsspiel ihre Schwächen haben.
Offenbar hat Löw erstens insbesondere in b) den Ansatz gesehen, wo der in den Qualispielen defensiv erprobte Kroos Pirlo` s Kreise stören sollte. Zweitens glaubte er wohl an einen sehr defensivstarken, tief gestaffelten Gegner, der wenig Raum und Chancen zulässt, wo Gomez mit seiner Abschlussstärke die eine Möglichkeit nutzen oder Podolski mit seiner Unberechenbarkeit das Überraschungsmoment bringen sollte.

Beides ging vollkommen schief. Ersteres, weil Kroos im Bemühen, diese Aufgabe zu lösen, ständig ins Zentrum zog und Özil im Bemühen, Tempo und Linie ins Spiel zu bringen, sich eher im Wege standen, als sich zu ergänzen. Zudem wurde dadurch die rechte Seite oftmals brach gelegt, wo der bemitleidenswerte Boateng vorwärts und rückwärts viel alleine lösen musste (und kaum konnte). Im Effekt bekam Pirlo trotzdem seinen Platz, auch weil er bspw. mit de Rossi oder Montolivo kluge und im Raum wie im Aufbau gute Mitspieler hatte. Diesen Umstand, dass Italien tatsächlich ein gutes Mf hat, welches viel für das eigene Spiel tun und ein eigenes Spiel durchdrücken kann, hat Löw offenbar unterschätzt.

Somit konnten wir das Spiel gerade fussballerisch nicht so stark dominieren wie gedacht und die Aufstellung erwies sich als Boomerang. Podolski und besonders Gomez sind viel zu statisch. Gomez schafft es vom Kopf her nicht, seine Gegenspieler raus- und wegzuziehen, um den entscheidenden Raum für die Mitspieler zu schaffen, und er ist für zweite Bälle quasi unbrauchbar, in jeder Hinsicht. Erschwerend hinzu kommen die bekannten Mängel in Ballbehauptung und Verarbeitung. Genau diese Qualitäten hat aber Klose und diese Qualitäten haben uns enorm gefehlt. Gegen einen so gut organisierten Gegner mit spielerischer Qualität war die Herausnahme von gleich drei Leuten wie Müller, Klose und Reus in Summe in puncto Beweglichkeit und Spielverständnis grundfalsch. Vor allem wurde dadurch die größte Waffe im deutschen Offensivspiel, die Fähigkeiten von Özil, praktisch aus dem Spiel genommen. Mit so unklugen Bewegungen (vorausgesetzt es findet überhaupt Bewegung statt) wie sie Kroos, Podolski und Gomez vor oder neben ihm zelebrierten, drückt eben auch ein Özil dem Spiel nicht so den Stempel auf, wie er es kann. Die Bewegungen und Laufwege der Mitspieler diktieren die Ideen und deren zielgerichtete Ausführung.

Überhaupt, was Gomez angeht, so halte ich`s nicht für Zufall, dass D in den drei Vorrundenspielen, mal abgesehen von den Stärken der Gegner, so große Schwierigkeiten hatte, genügend Chancen zu erspielen, dafür aber einigermaßen effizient war, während es im Viertelfinale und gestern in der zweiten Halbzeit genau umgekehrt zu sein schien. Und dass Bayern München seine absolut stärkste Phase in den letzten drei Jahren hatte, als van Gaal auf Klose oder Olic statt Gomez setzte (wofür er letztlich von Hoeneß angezählt wurde). Gomez hat bei dieser EM genau einmal wirklich gut ausgesehen – gegen die vielleicht schwächste IV des Turniers, die der Holländer.

Allgemein bleibt festzuhalten, dass 6 Gegentore in 4 Spielen viel zu viel sind (wobei obendrein gegen Portugal zweimal Metall rettete), gerade bei dem Anspruch, Europameister werden zu wollen. Auch das halte ich nicht für Zufall, dass wir mit der Innenverteidigung in der Zusammensetzung Hummels/ Badstuber vor der EM fast nie zu Null spielten und selten gewannen, Probleme, die teilweise bei dieser EM ihre Fortsetzung fanden. Hummels hatte in jedem Spiel eins, zwei grobe Korken drin, ähnlich sah er beim BVB zuletzt in Euro League und Champions League aus. Auf höchstem Niveau scheint es bei ihm (noch) nicht zu reichen. Badstuber hat die Merte-Aufgabe des Abwehrchefs gut übernommen und gelöst, aber eben noch nicht wie Mertesacker in früherer Normalform.
Löw hat hier Mut zum Risiko bewiesen, weil diesen Spielern die Zukunft gehört und Mertesacker lange verletzt, aber ob dieses Experiment in solch einem Turnier angebracht war, bleibt zumindest fragwürdig. Gerade beim 0:2 gestern hab ich mich gefragt, wer da überhaupt die Kommandos, zum Beispiel beim Abseitsstellen gibt. Generell hatten wir genau in diesem Bereich während der EM einige Probleme, die so während der letzten drei großen Turniere nicht auftraten. Aber das wird sich entwickeln (hoffentlich).

Das liegt natürlich trotzdem nur zu einem geringeren Anteil an der IV, die insgesamt ein gutes Turnier spielte. Formkrisen, Verletzungen, Verunsicherung, die aus Saisonergebnissen und Erlebnissen resultieren, wie bei Schweinsteiger, Klose, Podolski, Mertesacker oder Müller können schwerlich einkalkuliert werden. Vor allem aber ist es die Spielidee, der es aus oben angemerkten Gründen zu oft am nötigen Plan B mangelt, was spätestens in Spielen auf höchstem Niveau gegen gut organisierte Gegner, die darüber hinaus genügend individuelle Qualität im Team haben, erwartungsgemäß zum Scheitern führt. Hier steht eben auch der Bundestrainer in der Pflicht, sich an einem gewissen Punkt selbst weiterzuentwickeln, sonst bleibt er ein Romantiker und wird kein Titelträger, obwohl das Potential dafür absolut vorhanden ist.

Irgendwie kommt mir das alles bekannt vor.

Davon abgesehen ist Fussball auch viel Kopfsache und auf diesem Niveau entscheiden Kleinigkeiten, die sich teilweise im Kopf abspielen. Wenn die Medien permanent vom Angstgegner und Horrorserie gegen Italien berichten, dann kann das in Extremfällen zu entscheidenden Aussetzern führen, egal wie oft vorher die Durchhalteparolen "wir sind stark genug" oder das Besinnen auf die eigenen Qualitäten wiederholt werden. Dann weicht in besonderen Situationen das über das Turnier gesammelte Selbstvertrauen dem "zu viel Denken".

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