Nach diesem munteren Spiel werden über Herrn Sanogo richtige wie falsche Dinge gesagt, allein neu sind die wenigsten.
Von außen mag dieser Kick zweier annähernd ebenbürtiger Mannschaften, die ernstlich bemüht waren, als Sieger vom Platz zu gehen, wie ein gutes Fußballspiel ausgesehen haben. Nichtsdestotrotz fiel es in die Saisonvorbereitung & es mag etwas anderes bedeuten, hier wie Sanogo heute eine ordentliche Rolle zu spielen als in der Saison.
Mir hat Sanogo heute auch gefallen & das Tor hätte ich ihm selbstredend auch gegönnt. Auch ich dachte: Mensch Frings laß den doch schießen jetzt!
Auch ich stimme denen zu, die sagen, Sanogo sei ein anderer Stürmertyp als "Rosi" - womit hat ein Mensch egtl solch einen Spitznamen verdient?
Da ist das Kopfballspiel, die Schnelligkeit, die Athletik die ihm in der Balleroberung und -behauptung im Strafraum zugute kommt. Auch die Schußtechnik ist sehr ordentlich. Sein zügig abgefeuerter Außenristschuß heute wäre wohl zauberhaft schön in den langen Willie geschnellt wären da nicht noch jene Wolfsburger Fingerchen gewesen.
Das alles sind Fähigkeiten, die ich Sanogo nicht erst seit heute, sondern schon seit seinen ersten 3, 4 Toren für Werder zuschreibe. Warum aber ist er so erfolglos? Da ist sicher Pech dabei, wie in jenem Spiel wo er für Hoffenheim gegen seinen eigentlichen Besitzer agierte & den Ball dreifach gegen den Pfosten hieb.
Doch nein, das allein ist es leider nicht. Es ist die Konstanz. Warum ist die Konstanz nicht da? Ich sage es liegt am Willen. Er braucht nicht zuhause sitzen & überlegen, wo er ihn hernimmt. Es sind die Spiele, die er gewinnen wollen muß, sobald sie angepfiffen werden.
Klose vergab dereinst viele, viele Chancen. So viele wie man garnicht glauben mochte, wenn man seine Torerfolge zählte. Sein Geheimnis war der schier unerschöpfliche Eifer, mit dem er seine Möglichkeiten jedesmal beutelte, bis sie ihm den Erfolg bescherten nach dem ihn hungerte. Mit jeder vergebenen Chance schien sein Wille, die nächste zu erarbeiten, seinen Körper zu zwingen, das dafür Notwendige zu leisten, zu wachsen. Eben dies ist meines Erachtens der Weg, der auch aus Sanogo einen großen Spieler machen kann.
Ein Stück weit ist er heute auf diesem Weg gewandelt. Way to go.