Allgemeiner Politik Thread

Das sehe ich ein wenig anders.
Viele der großartigsten wissenschaftlichen Entdeckungen verdanken wir tiefreligiösen Menschen. Johannes Kepler zum Beispiel.
Zum Problem wird Glaube erst, wenn man meint, der eigene Glauben müsse anderen gewaltsam aufgezwungen oder gar Ungläubige getötet werden.
Seltsame Argumentation. Wer zu Keplers Zeiten zu erkennen gegeben hätte, nicht religiös zu sein, hätte sein Ticket für den Scheiterhaufen gebucht.

Kepler hat seine Entdeckungen trotz der ihn dabei behindernden Religion machen können. Befördert hat die Religion ihn dabei bestimmt nicht.

Viele Deiner so genannten "tiefreligiösen" Menschen mussten erst gegen die Barrieren ihres Glaubens andenken, um zu wertvollen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu kommen. Wer weiß, wie viele einfach nicht den Mut dazu hatten?

Die Religion quasi als Motor des Fortschritts darzustellen, wie Du es implizit tust, ist jedenfalls einfach lächerlich.
 
Die Religion quasi als Motor des Fortschritts darzustellen, wie Du es implizit tust, ist jedenfalls einfach lächerlich.

Mache ich ja gar nicht. Es geht mir nur darum, dass sie eben nicht notwendigerweise hinderlich ist.

Es ist sicher richtig, dass es sehr gefährlich gewesen wäre, sich als nichtgläubig zu bekennen. Aber dennoch kann man nicht schlussfolgern, dass alle sich nur verborgen haben, viele waren schlicht und einfach gläubig.
Wissen kann man es nie, ob es vielleicht Lügen waren, aber Kepler hat hat sich mehrfach ausdrücklich zu seinem Glauben bekannt (auch kurz vor seinem Tod, als ihm also keine negativen Konsequenzen mehr gedroht hätten) und in seinen Schriften darauf Bezug genommen.

Wir können auch gerne das Beispiel René Descartes nehmen. Und etliche mehr.

Generell war es eben im Lauf der europäischen Geschichte so, dass eine lange Zeit lang quasi nur kirchliche Funktionsträger wissenschaftliche Entdeckungen machen - es konnte halt sonst kaum jemand überhaupt lesen und Wissen wurde in Klostern verwahrt und weitergegeben. Dass es so weit gekommen war ist sicher bedauerlich, aber dennoch waren es dann auch religiöse Menschen, die zum Fortschritt beitrugen. Da war nicht "die Religion" der Fortschrittsmotor, aber "religiöse Menschen".

Wenn man noch weiter zurückheht lassen sich Religion und Wissenschaft kaum trennen. Schon in vorgeschichtlicher Zeit haben die Menschen am Himmel wohl nach göttlichen Zeichen gesucht - und entdeckt, wie lang ein Jahr ist, was für den Ackerbau wirklich sehr hilfreich ist. War das eine zuerst da oder das andere, oder waren die Entdecker für beides zuständig? Das lässt sich mangels Schriftquellen nicht eindeutig sagen.


Glaube ist nicht nur bei unvernünftigen Menschen anzutreffen. Sie als Erzübel zu bezeichnen geht mir etwas zu weit. Religiöser Fanatismus...ja, der ist ein Übel, das auch ich gerne ausgemerzt sehen würde.
 
Mache ich ja gar nicht. Es geht mir nur darum, dass sie eben nicht notwendigerweise hinderlich ist.

Es ist sicher richtig, dass es sehr gefährlich gewesen wäre, sich als nichtgläubig zu bekennen. Aber dennoch kann man nicht schlussfolgern, dass alle sich nur verborgen haben, viele waren schlicht und einfach gläubig.
Natürlich war die Religion notwendigerweise hinderlich, weil sie das Denken eingeschränkt hat. Dieses Hindernis ist von Einigen glücklicherweise überwunden worden.

Große Erkenntnisse hat es immer nur trotz Religion gegeben, nie wegen einer Religion. Ab auf den Müll der Geschichte mit Islam, Christentum, Hinduismus etc.
 
Ich denke auch, dass der Glaube nicht das Übel ist. Glaube ist sogar ne sehr schöne Sache, da Gläubigen viele Ängste genommen werden. Meiner Meinung nach haben es Gläubige einfacher.

Der Glaube ist mMn nicht das Übel, es sind die Menschen, die ihn leben. Jede Glaubensrichtung hatte ihre Leute, die Böses taten und sich dabei auf die Religion beruften. Das machte aber nie wirklich Sinn, da Religionen grundsätzlich friedlicher Natur sind. Oberstes Gebot "Töten ist verboten" und damit wird viel Böses, was quasi im Namen der Religion getan wird, schon ausgeschlossen...

Die meisten Gläubigen leben ein friedliches und freundliches Leben. Daher würde ich Religion und Glauben nicht in ein schlechtes Licht rücken.
 
Ich denke auch, dass der Glaube nicht das Übel ist. Glaube ist sogar ne sehr schöne Sache, da Gläubigen viele Ängste genommen werden. Meiner Meinung nach haben es Gläubige einfacher.

Das ist aber wohl eher die persönliche Ebene. Da stimmt das sicher. Aber es ist in meinen Augen nichts anderes, als wenn ich jemandem, dem sehr viele schlimme Dinge passieren, ein vierblättriges Kleeblatt gebe und sage, dass bringt dir ab jetzt Glück. Wenn du dran glaubst, wirst du keine Angst mehr haben, dass dich das Pech verfolgt. Ob's stimmt... Was ich dadurch im schlimmsten Fall erschaffe, ist ein Mensch, der nicht für sich selbst denkt, sondern nur auf seinen Glauben vertraut. Natürlich ist das einfacher.


Der Glaube ist mMn nicht das Übel, es sind die Menschen, die ihn leben. Jede Glaubensrichtung hatte ihre Leute, die Böses taten und sich dabei auf die Religion beruften. Das machte aber nie wirklich Sinn, da Religionen grundsätzlich friedlicher Natur sind. Oberstes Gebot "Töten ist verboten" und damit wird viel Böses, was quasi im Namen der Religion getan wird, schon ausgeschlossen...

Ursprünglich hatte Glaube nix mit Friede und Krieg zu tun. Da ging es eher um einen Totenkult. Was passiert nach dem Tod? Wo komme ich hin? Durch dieses Unwissen, das wir bis heute haben, entstand der Glaube an etwas anderes. Hinzu kamen natürlich Naturerscheinungen, die nicht zu erklären waren, und dann irgendwelchen Geistern und Göttern zugeordnet wurden. Irgendwann dankte man dann den Göttern oder was auch immer, dass man einen anderen Stamm abgeschlachtet hat oder so. Irgendwann kamen dann mal mit dem Entstehen größerer Gesellschaften auch gewisse Grundregeln des Zusammenlebens. Ob die nun religiös motiviert waren oder nicht, weiß ich nicht. Aber mal anders gefragt: Wer ist der bessere Mensch - ein Atheist, der dich nicht umbringt, weil er das für moralisch falsch hält, oder ein Mensch, der dich nicht umbringt, weil er glaubt, dass er in die Hölle kommt, wenn er dich umbringt? Klar kannste jetzt fragen, wo Moral herkommt.

Die meisten Gläubigen leben ein friedliches und freundliches Leben. Daher würde ich Religion und Glauben nicht in ein schlechtes Licht rücken.

Na ja, da wo 2 Religionen aufeinanderprallen, kann das auch schon mal schief gehen. Und da braucht es nur ein paar Leute geben, die sagen: "Hey, die glauben was anderes und wollen uns was böses." Siehe oben ("Was ich dadurch im schlimmsten Fall erschaffe, ist ein Mensch, der nicht für sich selbst denkt, sondern nur auf seinen Glauben vertraut.") Wenn Menschen sich nicht ihrem eigenen Verstand bedienen, wird es leichter sie zu instrumentalisieren. Das hat man am 30-jährigen Krieg gesehen, das hat man bei Anglikanern gesehen, das ist, warum es Puritaner in Amerika gibt, warum Juden lange Zeit verfolgt wurden, darum gibt es Stress zwischen Schiiten und Sunniten oder zwischen Christen und Moslems.

Dagegen gibt es etliche Gegenbeispiele, wo Leute unterschiedlichen Glaubens friedlich miteinander lebten. Das hat man ja sogar im römischen Reich geschafft. (Zumindest gab's dort eher keine religiösen Konflikte. Rom hat den Besetzten meist ihren Glauben gelassen (bis das Christentum kam).)

In der letzten Klammer sitzt dann auch schon der Clou. Wer weiß, wo wir heute wären, wenn es das Christentum nicht gegeben hätte. (Ja, alternative Geschichtsschreibung... finde ich aber spannend.) Vielleicht hätte man die römischen Götter tatsächlich irgendwann abgelegt, hätte sich Technik und Wissenschaft mehr zugewandt, und kein Mittelalter gehabt, wo es vor religiösen Fanatismus und Militarismus nur gestrotzt hat. 1000 Jahre bis zur Aufklärung, die uns zumindest in Europa richtig aufgehalten haben.

Demnach kann man leider auch nicht immer sagen, Religion sei Privatsache, denn sie ist nun mal ein großer Bestandteil des eigenen Zutuns zur Gesellschaft, sowohl in positiver als auch in negativer Richtung, da sie einen großen Anteil des eigenen moralischen Empfinden ausmacht.
 
Jarvis, natürlich hast du in vielen Punkten Recht. Mir ist übrigens egal, ob mich jemand aus religiösen o moralischen Gründen nicht tötet. Hauptsache mich tötet niemand, ich hänge an meinem Leben...

Ich habe neulich Syrer kennengelernt, die hier in Deutschland endlich das machen dürfen, was sie wollen -> sich lieben. Er christlicher Syrer, sie muslimische Syrerin. In Syrien, vom Krieg bedroht können die 2 hier heiraten und glücklich sein.
 
Wer hat das jemals behauptet? Der durchschnittliche Bildungsstand der jetzt zu uns kommenden Syrer ist aber mit Sicherheit wesentlich höher als jener der Türken, die in den 60er- und 70er-Jahren kamen.

Die weit überwiegende Mehrheit dieser Türken hat es trotzdem geschafft, sich zu integrieren und hat zudem erheblich zum wirtschaftlichen Aufschwung beigetragen.

Die jetzt kommenden Syrer haben da sogar eine bessere Prognose.
Naja also die Situationen sind doch absolut nicht zu vergleichen. Damals hat Deutschland billige Arbeitskräfte gebraucht und diese aktiv gesucht und eingeladen. Die Leute hatten dann ihre Arbeit (und automatisch Kontakt zu Einheimischen) und ne Aufgabe im Leben. Jetzt kommen Menschen, die Deutschland volkswirtschaftlich gesehen akut nicht braucht. Welche Aufgabe sollen die denn erfüllen? Aktuell ist das wohl eher als Belastung denn als Stütze anzusehen.
Wer insgsamet welche Prognose hat, das vermag ich nicht zu beurteilen. Persönlich habe ich bisher am ehesten schwierige Erfahrungen mit Flüchtligen aus Afrika gemacht (so rein verhaltenstechnisch). Kann das aber nicht als repräsentativ bezeichnen.


Würde ich als "Alleinentscheider" am einzigen Eingangstor stehen und müsste kein Grundgesetz und kein Völkerrecht beachten, käme bei mir kein einziger Muslim rein, der nicht schriftlich seinem Glauben abschwört.

Das würde allerdings auch für Katholiken, Evangelische, Hindus etc. gelten. Religionen sind einfach das Grund- und Erzübel dieser Welt.
Was dein Problem mit dem Glauben ist, das verstehe ich nicht. Würde Religion nicht missbraucht, dann wäre sie eigentlich eine rundum gute Sache. Leider passiert das aber, genau wie mit vielen anderen Dingen. Der Fehler liegt, wie so oft, beim Anwender. Also sollte man das Übel auch auch nicht in der Religion suchen, sondern bei den Menschen.


Nach dem Studium der Tageszeitung habe ich mich mal durchs Internet gegraben und gesehen, welche Beachtung Köln weltweit gefunden hat. Der Schaden, der hier angerichtet wurde, ist bedeutend größer, als ich das bisher gedacht hätte. In der SZ waren noch einige Zitate aus dem Ausland abgedruckt. Eines davon (SME, Slowakei) spiegelt weitgehend meine persönliche Meinung wider:
Die Migrationskrise hat eine Subkultur von wohlmeinenden Altruisten entstehen lassen, die den Ankommenden so viel Geld und Zeit widmen, als glaubten sie, deren vorangegangenes Leid habe diese auf eine höhere moralische Stufe gehoben. Der Pragmatimus aber zeigt, dass sie in keiner Weise edler sind. Sie verdienen unser Mitgefühl und unser Willkommen, sie sind jedoch verpflichtet, sich ohne den geringsten Aufruhr einzugliedern
 
Was dein Problem mit dem Glauben ist, das verstehe ich nicht. Würde Religion nicht missbraucht, dann wäre sie eigentlich eine rundum gute Sache. Leider passiert das aber, genau wie mit vielen anderen Dingen. Der Fehler liegt, wie so oft, beim Anwender. Also sollte man das Übel auch auch nicht in der Religion suchen, sondern bei den Menschen.
Das ist doch ganz einfach: Gäbe es keine Religion, könnte sie auch nicht missbraucht werden. Dein Argument klingt für mich irgendwie nach der National Rifle Association: "Waffen töten nicht, Menschen töten."

Der Glaube an irgendein höheres Wesen ist ja schön und gut. Den kann man noch als menschlich abtun. Zumindest in früheren Zeiten, als die Naturwissenschaften noch fast gar nichts erklären konnten. Die organisierte Form eines solchen Glaubens (Religion; egal welche), hat immer nur zu Gewalt, Elend und millionenfachem Tod geführt und die Menschen eben nicht vom Morden und Rauben abgehalten, sondern sie im Namen der Religion dazu angestachelt.

Was daran rundherum gut sein soll, erschließt sich mir nicht.

Für ein friedliches Zusammenleben reicht der Kategorische Imperativ. Dafür braucht es keine Religion.
 
Im Laufe des Tages wurde übrigens darüber berichtet, dass hunderte Männer versucht haben eine Bielefelder Diskothek zu stürmen. Im Zuge dessen sollen Männer Frauen in diese Diskothek gezwungen und unsittlich berührt haben.
 
Zum Beispiel darauf, dass schon jetzt die Zahlen der Flüchtlinge vom Balkan drastisch zurückgegangen sind, weil man da inzwischen kapiert hat, dass fast keine Chance auf Asyl besteht. Darauf, dass aus Syrien, Afghanistan und dem Irak inzwischen die meisten Menschen geflohen sind, die das a) wollen und die sich das b) leisten können. Irgendwann sind diese Länder eben auch mal "leer".

Aus diesen Ländern ist übrigens überwiegend die gut ausgebildete relativ wohlhabende Mittelschicht geflohen. Die Armen und Ungebildeten verfügen in der Regel gar nicht über die notwendigen finanziellen Mittel für eine Flucht.

Wenn Du das für eine tollkühne Vermutung hältst, ist das eben Deine Meinung. Meine Tollkühnheit geht sogar so weit, dass ich darauf wetten würde, dass die Flüchtlingszahlen im Jahr 2016 um mindestens 40% zurückgehen werden.

??

Leer? 40% Rückgang von alleine?

Sicher, du hast deine Meinung und ich habe meine, aber du nimmst es mir hoffentlich nicht übel wenn ich sage, dass es mich weniger flashen würde wenn du ernsthaft die Meinung äußern würdest, dass Werder dieses Jahr noch Meister wird?! Das ist doch nun beides wirklich bar jeglicher Realität.

Selbst die EU rechnet bis Ende 2016 mit weiteren drei Millionen Flüchtlingen...

http://www.welt.de/wirtschaft/artic...Asylantraege-steigt-um-ueber-150-Prozent.html

Da ist übrigens der gesetzlich verankerte Familiennachzug noch nicht mit einberechnet, da kannst du im "Optimalfall" nochmal ne Million drauf packen.
 
Nanu, da komme ich Monate nach der Schließung des Flüchtlingssonderpatch-Threads mal wieder ins Forum und muss erstaunt feststellen, dass zu sich zu diesem Thema so einige Meinungen ziemlich geändert haben.

Kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie die 3-4 Leute, die sich besorgt über die Flüchtlingspolitik geäußert hatten, in die rechte Ecke gedrückt worden sind.

Ich bin mit meiner Prognose Anfang Oktober, dass bis Weihnachten ganze Stadtteile brennen, knapp vorbeigeschrammt.

Ich verlängere also nochmal um 3 Monate.

Am Ende kommt sowieso die Wahrheit ans Licht, gut sichtbar, auch für die letzten verzweifelten Gutmenschen. Da kann die Politik noch so viele Maulkörbe verpassen.
 
Ich wüsste nicht, was sich geändert hat.

Ich kann ausländische Kriminelle und deutsche Rassisten gleichzeitig Scheiße finden. Immer noch.

(Und nein, ich meine damit nicht, dass jeder Kritiker ein Rassist ist. Aber ebenso wenig ist jede der damals geäußerten Sorgen durch Silvester bewahrheitet worden.)
 
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