D
DR AKR
Guest
Volkswagen hatte nur das Pech, dass man ihnen auf die Schliche gekommen ist.

Rein zufällig war es vermutlich nicht, da es mit VW den größten Automobil-Hersteller der Welt betrifft.
Ich habe im Laufe der Woche dieses Interview im Spiegel gelesen, welches Deine Aussage aber sonst durchaus bestätigt:
Umweltexperte zum Abgasskandal: "Es ist nur Zufall, dass es VW als Erstes erwischt hat"
mm.de: Haben die Enthüllungen Sie schockiert?
Friedrich: Nein. Das ist ja im Grunde nichts Neues. VW ist ja nicht der erste Hersteller, der deswegen Ärger am Hals hat. Alle möglichen Hersteller, darunter auch Hyundai und Toyota, hatten schon solche Probleme und haben deshalb zum Teil sogar schon Millionenstrafen gezahlt. Neu ist nur, dass es in diesem Fall auch für Dieselfahrzeuge gilt.
mm.de: Heißt das, Sie gehen davon aus, dass auch in Europa getrickst wird?
Friedrich: Ja. Es ist nur Zufall, dass es Volkswagen als Erstes erwischt hat. In Europa gibt es noch eine ganze Reihe anderer Fälle. Nur bei uns prüft keiner nach. Wir machen die Augen zu und tun so, als sei alles in Ordnung.
Ich verwette mal einfach meinen Popo, dass die Fachwelt in den nächsten Tagen oder Wochen erstaunt feststellt, dass alle anderen Autohersteller auch nicht besser sind.
Das ist im Grunde genommen schon bekannt, siehe oben.
Hier geht es nicht um VW, es geht um gezielte Attacken der Amerikaner gegen die "Diesel-Lobby" und damit gegen Konkurrenten ihrer eigenen PKW-Hersteller. Die Amerikaner schwören auf Benzin-Verbrenner, gern auch auf solche mit exorbitant hohem Verbrauch. Um Umweltbelange kann es also nur vordergründig gehen.
Imho geht es einerseits um einen demonstrativen Politikwandel in den letzten Zügen der Präsidentschaft Obamas, nachzulesen hier:
VW als Exempel: Der lange Arm der US-Justiz
Die USA als globale Justitia
Wieder einmal erweisen sich die USA als globale Justitia, die knallhart gegen weltweite Betrüger vorgeht. Das traf schon viele zuvor: britische Währungsschwindler, russische Geldwäscher oder fragwürdige Fifa-Funktionäre - sie alle hatten oder haben Ärger mit den USA. Auch die Autobranche blieb nicht verschont: Dem japanischen Toyota-Konzern brummte das US-Justizministerium 2014 im tödlichen Skandal um klemmende Gaspedale 1,2 Milliarden Dollar Strafe auf.
Und nun also Volkswagen, Symbol deutscher Ingenieurskunst. Doch ausgerechnet wegen Umweltbetrugs? In einem Land, das nicht gerade als flammender Klimaschützer bekannt ist? Darin steckt bittere Ironie.
Die Wolfsburger hatten Pech. Mit ihrer Abgas-Trickserei gerieten sie in einen perfect storm - das seltene Zusammenspiel widriger Umstände, zumindest aus VW-Sicht. Eine ambitionierte EPA, ein aufgefrischtes Justizministerium, private Umweltaktivisten und ein klimabewusster, scheidender US-Präsident, der nichts mehr zu verlieren hat: All das verschärft die Lage für VW.
Dem VW-Schwindel wäre die EPA ohne privaten Anstoß aber kaum auf die Spur gekommen.
Der EPA kam das gerade recht. Als deren Chefin McCarthy Mitte 2013 antrat, wurde sie zum Gesicht der Klima-Ambitionen von Präsident Barack Obama: Dieser hofft, von Politzwängen befreit, in die Geschichtsbücher einzugehen.
Lange hat die US-Justiz Wirtschaftskriminelle weitgehend unbehelligt gelassen, allen voran die Drahtzieher der Finanzkrise.
Dumm für VW: Justizministerin Loretta Lynch, erst seit April im Amt, schlägt einen härteren Kurs ein. Per internem Memo sorgte sie dafür, dass sich die Fahnder vermehrt um die "individuelle Verantwortung" für Wirtschaftsdelikte kümmern. VW soll ein erstes Exempel sein.
Europäische Autmobil-Hersteller woll(t)en die Diesel-Technologie, bei deren Entwicklung sie selbst führend sind, neben der japanischen Hybrid-Technologie (insbesondere Toyota) den Amerikanern als besonders nachhaltig "verkaufen". Durch die Manipulation hat man sich nun selbst geschnitten,...
...und das nicht nur in den USA.
Imho ist dieser Skandal auch ein Vorgeschmack auf das, was uns wirtschaftlich im Zusammenhang mit einem TTIP-Freihandelsabkommen erwarten dürfte. In dem Zusammenhang könnte man die aktuelle Initiative der US-Regierung auch als Reaktion auf Vorwürfe der Europäer hinsichtlich "Chlor-Hühnern" und "Genmanipulation" auffassen.
"Zufällig" ist dabei sicher kaum etwas!
Wenn jetzt aber auf den Volkswagenkonzern Mehrausgaben in Milliardenhöhe zurollen, dafür aber die Verkäufe einbrechen, kann der VFL schonmal einen Ausverkauf einplanen, würde ich meinen.
Das sehen nicht nur wir beide so. Irgendein Experte sprach in einer der einschlägigen Talkshows im deutschen Fernsehen auch genau davon! Allofs`Reaktion, er glaube nicht, dass es den VfL beträfe, mutet da doch ziemlich albern an!



