Allgemeiner Politik Thread

So ist es. In den USA hat es über sehr lange Zeit kaum eine Integration gegeben, die den Namen verdient hätte. Man sehe sich nur mal das New York von ca. 1850 bis ca. 1950 an.

Da war gar nichts integriert! Jede Einwanderergruppe lebte in ihrem eigenen Ghetto.

Diese Strukturen, die auch in Frankreich (Banlieue) oder in vielen deutschen Städten zu beobachten sind, bilden das größte Hindernis für eine erfolgreiche Integration, weil sie den Druck nehmen, sich integrieren zu müssen.

Wie sonst ist es zu erklären, dass viele Menschen jahrzehntelang in einem Land leben können, ohne die Landessprache auch nur im Ansatz zu erlernen?

Es ist natürlich zutiefst menschlich, wenn man "in der Fremde" die Nähe zu Landsleuten sucht, zugleich ist dieses Streben aber ein fast sicherer Weg zu einer gescheiterten Integration.

Ändern lässt sich daran in einer freiheitlichen Gesellschaft mit dem Grundrecht auf Freizügigkeit aber recht wenig. Bei der Verteilung der Flüchtlinge gibt es noch gewisse Eingriffsmöglichkeiten, die genutzt werden sollten, indem man diese Menschen möglichst breit verteilt. Also keine Kasernen im Nirgendwo, in denen dann nur Syrer oder nur Afghanen wohnen, sondern Verteilung auf leerstehenden Wohnraum auch und gerade auf dem Lande, wo die Integration fast immer erstaunlich gut klappt.

:tnx::tnx::tnx:
 
Was denn nu? Oder ist mir hier wieder eine Ironie durch die Lappen gegangen?
Vorab, stimme ich deiner ersten Aussage zu. Ob eine Integration gut oder schlecht gelingt, hat nichts damit zu tun, ob die jeweilige Bevölkerung Patriotisch ist. Ich kann da keinen Zusammenhang erkennen.
Patriotismus verstehe ich zunächst mal als persönliche Einstellung und nicht was vorgelebt oder eingetrichtert wurde. Die Voraussetzungen für eine gelungene Integration müssen vom jeweiligen Staat geschaffen werden. Das alleine reicht natürlich nicht, ist aber Grundvoraussetzung.

Mit meiner Replik nahm ich Bezug auf den von Mr.Harper angesprochenen positiven respektive fördernden Einflusses von Patriotismus bei der Integration...Das war schlicht als Negation gedacht, da Mr.Harper dies als Voraussetzung für gute Integrationsmöglichkeiten ansah bzw. wohl meiner Einschätzung nach auch zur Zeit noch tut.
Keine Sorge, keine Ironie verpasst..

Ich hätte auch einfach das Wörtchen "positiven" zwischen keinen und Einfluss einfügen können und du dich dann nicht in den Fängen der Wirrnis meiner Gedanken verfangen...
Aber einfach nur einfach ist mir oft zu easy... :D
 
Mit meiner Replik nahm ich Bezug auf den von Mr.Harper angesprochenen positiven respektive fördernden Einflusses von Patriotismus bei der Integration...Das war schlicht als Negation gedacht, da Mr.Harper dies als Voraussetzung für gute Integrationsmöglichkeiten ansah bzw. wohl meiner Einschätzung nach auch zur Zeit noch tut.
Keine Sorge, keine Ironie verpasst..

Ich hätte auch einfach das Wörtchen "positiven" zwischen keinen und Einfluss einfügen können und du dich dann nicht in den Fängen der Wirrnis meiner Gedanken verfangen...
Aber einfach nur einfach ist mir oft zu easy... :D

Danke für die Aufklärung, und stimme dir absolut zu.
:daumen::tnx:
 
Wurde hier schon der offene Brief der deutschen Professoren der Sozialpsychologie besprochen? Unter dem Titel "Umgang mit Flucht nach Deutschland – notwendige politische Maßnahmen aus sozialpsychologischer Sicht" besprochen? In diesem Brief haben sich Prof. Dr. Ulrich Wagner, Professor für Sozialpsychologie an der Philipps-Universität Marburg sowie 106 seiner KollegInnen aus den Bereichen Sozialpsychologie und Sozialwissenschaften mit ihrer Einschätzung zu aktuellen Flüchtlingssituation an die Bundeskanzlerin, die Fraktionen im Bundestag, die MinisterpräsidentInnen und die Fraktionen im Landtag gewandt. Sehr lesenswerte Einschätzung.
 
Das ist grundsätzlich richtig.
Angesichts der aktuellen Entwicklungen darf man imho aber auch in Schweden gespannt darauf sein, wann die Grenzen der Toleranz erreicht sein werden. Kritische Stimmen gibt es dort genauso wie in Deutschland auch.

Oh ja. Die rechten "Schwedendemokraten" sind nach aktuellen Umfragen derzeit mit 27,3 % -laut Spiegel- stärkste Kraft. Generell befürchte ich durch diese verkorkste Flüchtlingspolitik einen starken Rechtsruck in vielen europäischen Ländern.
 
Im Moment gefällt mir gar nicht, was die Politiker unseres Landes veranstalten.

Wer hier negiert, daß Deutschland auch nur begrenzte Möglichkeiten hat, die Welt besser zu machen, handelt meiner Meinung nach unverantwortlich.

Im Land formiert sich Widerstand, mittlerweile auch in der Politik und damit meine ich nicht rechte Gruppierungen, sondern auch die Verantwortung der Politik, seiner eigenen Bevölkerung gegenüber.

Wer hier mit Fahnen wedelt und laut in die Welt hinausschreit "Ihr seid alle willkommen, handelt unverantwortlich, den diese Aussage ist ein Appell an Alle, die nicht unmittelbar vom Krieg betroffen sind und Deutschland alleine, kann die Welt nicht retten.

Warum hört man nichts von China oder Russland, die auch Global Player sind?
 
Vielleicht laden die sich keine historisch bedingte Schuld auf? Oder ihnen ist ihr weltweites Image einfach egal? Anders als in Deutschland. Andererseits will nach Russland oder China aber sicherlich auch einfach niemand.

Das Gerede von historischer Schuld ist albern, weil es mit der Flüchtlingskrise nichts zu tun hat. Es geht schlicht um Menschlichkeit beim Umgang mit Menschen in Not.
 
Ich denke aber schon, dass Deutschlands Vergangenheit zumindest ein Grund dafür ist, dass die Flüchtlinge deutlich freundlicher empfangen werden als in den meisten anderen Ländern.

Das mag sein, aber das sollte keine Rolle spielen. Beim Begriff Schuld spielt immer auch der Gedanke mit, dass diese Schuld irgendwann einmal abgetragen sei, aber diese Überlegung ist hier fehl am Platz.

Um Missverständnisse auszuschließen: Es geht nicht darum, alle Menschen aufzunehmen, und auch das Asylverfahren in seiner jetzigen Form ist eine Belastung für alle Seiten. Den Menschen, die aber hier sind auf der Suche nach Sicherheit, denen ist ganz alleine aus Gründen der Menschlichkeit zu helfen.
 
Das mag sein, aber das sollte keine Rolle spielen. Beim Begriff Schuld spielt immer auch der Gedanke mit, dass diese Schuld irgendwann einmal abgetragen sei, aber diese Überlegung ist hier fehl am Platz.

Um Missverständnisse auszuschließen: Es geht nicht darum, alle Menschen aufzunehmen, und auch das Asylverfahren in seiner jetzigen Form ist eine Belastung für alle Seiten. Den Menschen, die aber hier sind auf der Suche nach Sicherheit, denen ist ganz alleine aus Gründen der Menschlichkeit zu helfen.

Ist genau meine Sichtweise.

Ein aktuelles Bsp. ist und das erlebe ich augenblicklich. Die Sportstätte, in der die Mannschaft in der ich spiele, keine Halle hat, um die Winterzeit sportlich zu überbrücken.
Ist als Flüchtlingsstätte hergerichtet.
Da geht es nicht nur um den Fussball, sondern auch das die Kinder und Damen, die sich sportlich betätigen wollen, keine Möglichkeiten mehr haben, diesen Winter mit Hallensport sich fit zu halten.

Das soll nur unterstreichen, das die Kapazitäten sich sehr dem Ende neigen und wenn dieses Jahr 1 Mio Flüchtlinge erwartet werden, dann ist ja nächstes Jahr damit nicht Schluss.

Deswegen sollte die Flüchtlingsproblematik weltweit im Focus stehen und nicht auf Europa, insbesondere D, beschränkt sein.

Im Augenblick wie Niedersachse es sagt, steht die Menschlichkeit im Vordergrund, nur ist das nicht die Lösung, sondern nur die Symptom"behandlung".

Dies ist kein "ich bin gegen Argument", sondern es soll nur aufzeigen, wie es in den Gemeinden und Städten aussieht und geschenkt, auf die Lebensqualität des Hallensportes, darauf kann ich getrost verzichten, nur betrifft dieses nicht nur mich.

Noch eine Gedankenstütze, der Bundespräsident und die Minister "schwören" im Paragraph 56 des GG "zum Wohle des deutschen Volkes" zu handeln, auch das sollte man bei dieser Diskussion nicht vergessen.
 
Noch eine Gedankenstütze, der Bundespräsident und die Minister "schwören" im Paragraph 56 des GG "zum Wohle des deutschen Volkes" zu handeln, auch das sollte man bei dieser Diskussion nicht vergessen.

Würdest du eine Umfrage unter MdB starten, wüssten nicht 50% der Befragten den Inhalt des §56 GG - und darauf würde ich wetten.

Deine weiteren Ausführungen sind nachvollziehbar und eine Beschreibung der derzeitigen Symptome auf kommunaler Basis (u.a. die Sporthalle ist besetzt).
Eine grundlegende Behebung der Ursachen wäre m.E. nur denkbar mit einer nachhaltigen Änderung der westlichen Außenpolitik. So lange (deutsche) Rüstungskonzerne an Regime, beiderseitige Kriegsgegener und in Krisengebiete liefern, werden Menschen mit ihrem nackten Leben aus Kriegsgebieten flüchten.

Für mich stellt sich nicht die Frage, wieviele Menschen wir aufnehmen können, sondern wie die deutsche Politik einen wesentlichen Beitrag dazu leisten kann, dass Menschen nicht genötigt werden, ihre Heimat verlassen zu müssen.
 
Würdest du eine Umfrage unter MdB starten, wüssten nicht 50% der Befragten den Inhalt des §56 GG - und darauf würde ich wetten.

Deine weiteren Ausführungen sind nachvollziehbar und eine Beschreibung der derzeitigen Symptome auf kommunaler Basis (u.a. die Sporthalle ist besetzt).
Eine grundlegende Behebung der Ursachen wäre m.E. nur denkbar mit einer nachhaltigen Änderung der westlichen Außenpolitik. So lange (deutsche) Rüstungskonzerne an Regime, beiderseitige Kriegsgegener und in Krisengebiete liefern, werden Menschen mit ihrem nackten Leben aus Kriegsgebieten flüchten.

Für mich stellt sich nicht die Frage, wieviele Menschen wir aufnehmen können, sondern wie die deutsche Politik einen wesentlichen Beitrag dazu leisten kann, dass Menschen nicht genötigt werden, ihre Heimat verlassen zu müssen.

Ja das ist die Frage.
Nur darf man nicht außer Acht lassen, das viele Nationen, es schlichtweg egal ist ,wie sich die D positioniert. Das ist ein weltpolitisches Thema. Da kann eine klare Meinung von D helfen, nur ist sie alleine nicht maßgebend.
Und auch die Problematik mit den Waffen ist mMn nicht so entscheidend, die Typen, die sich gerade aktuell im Arabischen Raum bekriegen, führen einen "Religions"krieg, die würden sich auch mit Schwertern bekämpfen.

Ich unterstütze die These, Atomwaffen bringen mehr Frieden als Krieg.
 
Ich unterstütze die These, Atomwaffen bringen mehr Frieden als Krieg.

Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich oder ein Gleichnis. So sehr ich deine fachkundigen Beiträge schätze, so wenig werden wir (vermute ich) in diesem Punkt eine Übereinstimmung finden.

Waffen werden zum Zweck der Kriegsführung enwickelt und hergestellt. Ein abwehrendes Potenzial besitzen sie bestenfalls kausal.

Würde die Bundesregierung ein weltpolitisch wirksames Zeichen setzen und entsprechende Waffenlieferungen deutscher Rüstungskonzerne untersagen und in diesem Sinne ein Vorreiter sein, entspräche dieses Wirken ganz bestimmt - ohne Pathos - dem Ansinnen der Mehrheit aller Menschen.
 
Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich oder ein Gleichnis. So sehr ich deine fachkundigen Beiträge schätze, so wenig werden wir (vermute ich) in diesem Punkt eine Übereinstimmung finden.

Waffen werden zum Zweck der Kriegsführung enwickelt und hergestellt. Ein abwehrendes Potenzial besitzen sie bestenfalls kausal.

Würde die Bundesregierung ein weltpolitisch wirksames Zeichen setzen und entsprechende Waffenlieferungen deutscher Rüstungskonzerne untersagen und in diesem Sinne ein Vorreiter sein, entspräche dieses Wirken ganz bestimmt - ohne Pathos - dem Ansinnen der Mehrheit aller Menschen.

Stimmt in dieser Meinung sind wir verschieden. Soll vorkommen. :D

Ein Zeichen ist es sicher Waffenlieferungen zu stoppen, nur nicht realistisch, weil dann Andere in die Breche springen. MMn ist es ideologisch richtig, nur ich bezweifel ich, das dies der Weg zu einer besseren Welt ist.

Da hinterfrage ich eher das (die) Gesellschaftssystem(e), in der sich die "führenden" Nationen befinden, nur sind wir da bei Marx und Engels. :D

Das dauert noch...Leider.
 

:D

Volkswagen hatte nur das Pech, dass man ihnen auf die Schliche gekommen ist. Ich verwette mal einfach meinen Popo, dass die Fachwelt in den nächsten Tagen oder Wochen erstaunt feststellt, dass alle anderen Autohersteller auch nicht besser sind.

Wenn jetzt aber auf den Volkswagenkonzern Mehrausgaben in Milliardenhöhe zurollen, dafür aber die Verkäufe einbrechen, kann der VFL schonmal einen Ausverkauf einplanen, würde ich meinen.
 
Noch eine Gedankenstütze, der Bundespräsident und die Minister "schwören" im Paragraph 56 des GG "zum Wohle des deutschen Volkes" zu handeln, auch das sollte man bei dieser Diskussion nicht vergessen.

Da steht aber eben auch, dass sie "das Grundgesetz [inklusive Art. 1 GG] [...] wahren und verteidigen [...] und Gerechtigkeit gegen jedermann [und nicht nur gegen Deutsche] üben" werden.
Ansonsten ist es allerdings ein wunderbarer Gummiartikel. Wie lässt sich denn feststellen, ob nicht zum "Wohle des deutschen Volkes" gehandelt oder ihm sogar entgegengewirkt wird? Folgerichtig wird er bei jeder Unannehmlichkeit für einen selber, unter Berufung darauf Teil des "deutschen Volkes" zu sein, hervorgekramt.
 
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