G
gelöscht
Guest
Was das iranische Regime und die falsche Politik des Westens gegenüber dem Iran betrifft, habe ich einen interessanten Artikel gefunden, der das kurz zusammenfasst, wie sich das auswirkt:
http://nypost.com/2015/02/08/how-making-nice-with-tehran-boosts-isis/
Was den Charakter des Regimes und der Bevölkerung im Iran betrifft, irrst Du Dich glaube ich. Ich habe mehrfach an Veranstaltungen und demos zur Kritik des Regimes teilgenommen und da waren immer auch etliche Exiliraner. Die Situation war 1979 keineswegs so, dass Khomeini und die Islamisten die Mehrheit hatten in der Opposition, sondern sie waren, das ist eine Parallele zu Kairo vor ein paar Jahren, die größte, geschlossenste und entschlossenste Gruppe, die dann nach dem Sturz des Schahs die Gunst der Stunde genutzt haben. Ähnlich sind auch die keineswegs, wie der Name vermuten ließe, majoritären Bolschewiki unter Lenin an die Macht gekommen. Das war eine Sache des Augenblicks, in der sich die entschlossenste und am stärksten organisierte Gruppe gewaltsam durchgesetzt hat.
Seitdem ist der Iran eine Diktatur, die für die Perser nicht repräsentativ ist. Dass es dort "Wahlen" gibt, sagt soviel aus wie Wahlen in der DDR, da treten nur vorher ausgewählte Kandidaten an und wer z.B. bei Präsidentenwahlen gewinnen wird, das entscheiden nicht die Stimmzahlen, sondern der Diktator, der oberste geistliche Führer Chamenei, der Nachfolger Khomeinis. Und ob das jemand ist, der außenpolitisch eher krawallig (Ahmedinejad) oder lächelnd (Rohani) auftritt, ist taktisch bedingt. Unter rohani haben Repressionen eher noch zugenommen, die Zahl der Exekutionen ist gestiegen. Nach außen wird er aber als "Reformer" vermarktet und wir kaufen das. Rohani ist übrigens ein Khomeini-Mann der ersten Stunde und seitdem Mitglied des Führungszirkels und war an Massakern wie dem Anschlag auf die Gaststätte Mykonos oder eben den in Buenos Aires beteiligt.
Was man unbedingt machen muss, ist eine Differenzierung zwischen einer allgemein schiitischen Lesart des Islams und der Schia, wie sie von Khomeini und Chamenei vertreten wird. Khomeini strebte immer einen politisierten Islam an und proklamierte vom Iran ausgehend eine Art islamische "Weltrevolution". Dem ging es nie darum, sich mit dem Iran zufrieden zu geben und deswegen ist es glaube ich auch eine Fehlinterpretation, wenn man sagt, dass der Iran die Atomwaffe lediglich aus defensiven Gründen will. Dazu kommt der messianische Glaube an den verborgenen Imam, der durch den Djihad herbeizuholen sei und der Vernichtungswunsch gegen den Staat Israel. Das spricht eher dafür, dass der Staat sich im Zweifel und in der Existenzkrise, in die er irgendwann notwendig geraten muss, wie ein kollektiver Selbstmordattentäter verhalten würde. Im ersten Golfkrieg gegen den Irak hat man das schon vorexerziert, indem man Kinder mit Plastikschlüsseln ins Paradies über Mienenfelder laufen ließ, um diese zu räumen.
Denn der Iran verfolgt klare Ziele in seiner Außenpolitik und das wichtigste ist Chaos. Nach der Wiederwahl Ahmadinejads wurde ja deutlich, dass es so weit her mit dem Rückhalt in der eigenen Bevölkerung nicht ist, sondern dass das Regime nur von einem Repressionsapparat getragen wird. Nichts wäre für den Iran schädlicher, als funktionierende Staaten in der Region, in denen Demokratie oder zumindest etwas ähnliches herrscht. Aus diesen Gründen unterstützt der Iran auch seine eigentlichen Todfeinde, Al-Qaida, ISIS, Hamas und andere sunnitische Terroristen. Der Terror der Hamas nutzt für den ideologischen und praktischen Krieg gegen Israel. Al-Qaida im Irak hat man unterstützt, um dort die Spaltung von Sunniten und Schiiten voranzutreiben, später hat man dann auch schiitische Milizen und die auf einen Ausschluss der Schiiten setzende Regierung Al-Maliki unterstützt. Mit diesen Spielchen sichert der Iran seinen Einfluss, denn ohne Terror und Gewalt von Sunniten gegen Schiiten und umgekehrt wäre der Irak vermutlich auf den Iran gar nicht angewiesen. So wurde auch im syrischen Bürgerkrieg und im Nordirak ISIS unterstützt, um in Syrien die moderaten Rebellen zu verdrängen, damit der Kampf des Verbündeten Assad als einer gegen den Islamismus verkauft werden kann.
All diese Vorgänge lassen mich zu dem Schluss kommen, dass bei den negativen Entwicklungen im Nahen Osten, die sich seit 9/11 verschärft haben, der Iran die Spinne im Netz ist. Wenn man den Irakkrieg Bushs kritisieren möchte, dann von der Warte, dass man, frei nach Churchill, zuerst das falsche Schwein geschlachtet hat.
http://nypost.com/2015/02/08/how-making-nice-with-tehran-boosts-isis/
Was den Charakter des Regimes und der Bevölkerung im Iran betrifft, irrst Du Dich glaube ich. Ich habe mehrfach an Veranstaltungen und demos zur Kritik des Regimes teilgenommen und da waren immer auch etliche Exiliraner. Die Situation war 1979 keineswegs so, dass Khomeini und die Islamisten die Mehrheit hatten in der Opposition, sondern sie waren, das ist eine Parallele zu Kairo vor ein paar Jahren, die größte, geschlossenste und entschlossenste Gruppe, die dann nach dem Sturz des Schahs die Gunst der Stunde genutzt haben. Ähnlich sind auch die keineswegs, wie der Name vermuten ließe, majoritären Bolschewiki unter Lenin an die Macht gekommen. Das war eine Sache des Augenblicks, in der sich die entschlossenste und am stärksten organisierte Gruppe gewaltsam durchgesetzt hat.
Seitdem ist der Iran eine Diktatur, die für die Perser nicht repräsentativ ist. Dass es dort "Wahlen" gibt, sagt soviel aus wie Wahlen in der DDR, da treten nur vorher ausgewählte Kandidaten an und wer z.B. bei Präsidentenwahlen gewinnen wird, das entscheiden nicht die Stimmzahlen, sondern der Diktator, der oberste geistliche Führer Chamenei, der Nachfolger Khomeinis. Und ob das jemand ist, der außenpolitisch eher krawallig (Ahmedinejad) oder lächelnd (Rohani) auftritt, ist taktisch bedingt. Unter rohani haben Repressionen eher noch zugenommen, die Zahl der Exekutionen ist gestiegen. Nach außen wird er aber als "Reformer" vermarktet und wir kaufen das. Rohani ist übrigens ein Khomeini-Mann der ersten Stunde und seitdem Mitglied des Führungszirkels und war an Massakern wie dem Anschlag auf die Gaststätte Mykonos oder eben den in Buenos Aires beteiligt.
Was man unbedingt machen muss, ist eine Differenzierung zwischen einer allgemein schiitischen Lesart des Islams und der Schia, wie sie von Khomeini und Chamenei vertreten wird. Khomeini strebte immer einen politisierten Islam an und proklamierte vom Iran ausgehend eine Art islamische "Weltrevolution". Dem ging es nie darum, sich mit dem Iran zufrieden zu geben und deswegen ist es glaube ich auch eine Fehlinterpretation, wenn man sagt, dass der Iran die Atomwaffe lediglich aus defensiven Gründen will. Dazu kommt der messianische Glaube an den verborgenen Imam, der durch den Djihad herbeizuholen sei und der Vernichtungswunsch gegen den Staat Israel. Das spricht eher dafür, dass der Staat sich im Zweifel und in der Existenzkrise, in die er irgendwann notwendig geraten muss, wie ein kollektiver Selbstmordattentäter verhalten würde. Im ersten Golfkrieg gegen den Irak hat man das schon vorexerziert, indem man Kinder mit Plastikschlüsseln ins Paradies über Mienenfelder laufen ließ, um diese zu räumen.
Denn der Iran verfolgt klare Ziele in seiner Außenpolitik und das wichtigste ist Chaos. Nach der Wiederwahl Ahmadinejads wurde ja deutlich, dass es so weit her mit dem Rückhalt in der eigenen Bevölkerung nicht ist, sondern dass das Regime nur von einem Repressionsapparat getragen wird. Nichts wäre für den Iran schädlicher, als funktionierende Staaten in der Region, in denen Demokratie oder zumindest etwas ähnliches herrscht. Aus diesen Gründen unterstützt der Iran auch seine eigentlichen Todfeinde, Al-Qaida, ISIS, Hamas und andere sunnitische Terroristen. Der Terror der Hamas nutzt für den ideologischen und praktischen Krieg gegen Israel. Al-Qaida im Irak hat man unterstützt, um dort die Spaltung von Sunniten und Schiiten voranzutreiben, später hat man dann auch schiitische Milizen und die auf einen Ausschluss der Schiiten setzende Regierung Al-Maliki unterstützt. Mit diesen Spielchen sichert der Iran seinen Einfluss, denn ohne Terror und Gewalt von Sunniten gegen Schiiten und umgekehrt wäre der Irak vermutlich auf den Iran gar nicht angewiesen. So wurde auch im syrischen Bürgerkrieg und im Nordirak ISIS unterstützt, um in Syrien die moderaten Rebellen zu verdrängen, damit der Kampf des Verbündeten Assad als einer gegen den Islamismus verkauft werden kann.
All diese Vorgänge lassen mich zu dem Schluss kommen, dass bei den negativen Entwicklungen im Nahen Osten, die sich seit 9/11 verschärft haben, der Iran die Spinne im Netz ist. Wenn man den Irakkrieg Bushs kritisieren möchte, dann von der Warte, dass man, frei nach Churchill, zuerst das falsche Schwein geschlachtet hat.