Allgemeiner Politik Thread

Ich glaube wie die Kommentatoren Kagan, Podhoretz und Krauthammer, dass der freiwillige außenpolitische Niedergang, den die Obama-Administration eingeleitet hat mit ihrem Verzicht auf unilaterales Handeln, mit ihrem Verzicht auf die emphatische Verwendung der Begriffe Freiheit und Demokratie, mit der anbiederung an den Islamismus und mit der geringen Entschlossenheit gegen die Terrorstaaten Iran und Syrien der Menschheit und insbesondere den menschen, die es mit mehr Freiheit und Menschenwürde halten, einen Bärendienst geleistet hat. Außenpolitisch befürchte ich negative Auswirkungen und die massiven Kürzungen im Militäretat werden auch zukünftige US-Präsidenten in ihrer Handlungsfähigkeit beschränken.
 
Ich glaube wie die Kommentatoren Kagan, Podhoretz und Krauthammer, dass der freiwillige außenpolitische Niedergang, den die Obama-Administration eingeleitet hat mit ihrem Verzicht auf unilaterales Handeln, mit ihrem Verzicht auf die emphatische Verwendung der Begriffe Freiheit und Demokratie, mit der anbiederung an den Islamismus und mit der geringen Entschlossenheit gegen die Terrorstaaten Iran und Syrien der Menschheit und insbesondere den menschen, die es mit mehr Freiheit und Menschenwürde halten, einen Bärendienst geleistet hat. Außenpolitisch befürchte ich negative Auswirkungen und die massiven Kürzungen im Militäretat werden auch zukünftige US-Präsidenten in ihrer Handlungsfähigkeit beschränken.

Sehe ich ganz anders gerade das unilaterale Handeln der Bush-Administration hat zu einer zunehmenden Isolation der Amerikaner weltweit geführt. Man spielte gerade für die Islamisten genau den Part den sie brauchten. In gewisserweise hatten islamistische Kräfte in Bush doch den besten Verbündeten den sie sich denken könnten, denn sie brauchen einen Widerpart, einen "Teufel", ein "Land of evil" um es so der Bevölkerung zu verkaufen und ihre Herrschaftslegitimation zu stützen.
Und gerade die ausufernden Militärausgaben haben doch den Haushalt unter Bush doch so ruiniert. In der Clinton-Ära hatte man noch einen weitesgehend ausgeglichenen. Die Haushaltslage ist nunmal angespannt wo sollen die USA den noch große Mengen einsparen wenn nicht beim Militär. Der Kurs gegenüber dem Iran hat sich und wird sich imo in der Amtszeit Obama nicht wesentlich ändern gegenüber Vorgängern und Nachfolgern.
 
Dies basiert auf der Fehlannahme, der Islamismus sei ein Reflex auf die Politik des Westens und nicht die spezifisch arabische Reaktion auf die Krisenhaftigkeit der Transformation traditioneller in moderne Gesellschaften. Als Feindbild taugt dabei nicht das konkrete Verhalten einer Person, Regierung etc. Vielmehr geht es darum, der Wurzel allen Übels Namen und Adresse zu geben, also um ein klassisch antisemitisch-antiamerikanisch-antiwestliches Weltbild, das vom konkreten Präsidenten losgelöst ist.
 
Glückwunsch Obama. Gut für Amerika und gut für den Rest der Welt. Seit der Ära des Bush-Clans weiß man, was verhindert worden ist.:D

Jepp. Man muß froh sein, daß der Geist der "Neocons" (neuen Konservativen), die seit Bush jun. bei den Republikanern das Sagen haben, von der Schaltknöpfen der USA und damit der Weltmacht ferngehalten worden ist.

Bezeichnend für diesen bedenklichen Rechtsruck in der "Grand Old Party" ist der Teil einer Dokumentation über den ehemaligen US-Präsidenten Richard Nixon (1969-74), die gestern im TV lief. Dort wurde berichtet, daß der Republikaner Nixon (der im Zuge der Watergate-Affäre nur deshalb zurückgetreten ist, um ein Amtsenthebungsverfahren zuvor zu kommen) heutzutage von seiner Partei nicht nominiert werden würde, weil dieser für die GOP des 21. Jahrhunderts zu liberal wäre. U.a. war "Tricky Dick", obwohl selber strammer Antikommunist, der US-Präsident, der die UdSSR und die VR China besuchte und er unterstützte auch die Entspannungspolitik Willi Brandts.

Die Republikaner sind zu verbohrt in ihrem Neocons-Geist, so daß sie nicht erkennen konnten oder wollten, daß die USA liberaler sind, als sie es selbst wahrhaben möchten. Obama war und ist umstritten und er ist auch nicht die beste Wahl, aber in Anbetracht des Zustands der Republikaner ist er das mit Abstand kleinere Übel.
 
Ich halte einen möglicherweise bestehenden Rüstungsabbau Obamas allersdings nicht für irreversibel und denke, dass den durchaus irgendein Republikaner zeitnah wieder hochschrauben kann.
 
Ob Demokrat oder Republikaner: Es geht ja eher darum, ob vernünftige außenpolitische Ansätze vorhanden sind. Da habe ich bei Obama eher nicht das Gefühl. Es gibt ja auch andere Demokraten.
 
Dies basiert auf der Fehlannahme, der Islamismus sei ein Reflex auf die Politik des Westens und nicht die spezifisch arabische Reaktion auf die Krisenhaftigkeit der Transformation traditioneller in moderne Gesellschaften. Als Feindbild taugt dabei nicht das konkrete Verhalten einer Person, Regierung etc. Vielmehr geht es darum, der Wurzel allen Übels Namen und Adresse zu geben, also um ein klassisch antisemitisch-antiamerikanisch-antiwestliches Weltbild, das vom konkreten Präsidenten losgelöst ist.

Ich gebe dir da ja zum Teil recht sicherlich besteht die Hauptkrise in dem Bruch zwischen der alten mittelalterlichen Gesellschaftsordung arabisch, persisch oder osmanischer Prägung und der sich schnell ausbreitenden Moderne westlicher Prägung. In meinen Augen wird der Westen als "verhurtes Babylon" vorallem zur Herrschaftssicherung alter religös-klerikaler Eliten missbraucht um eine religöse Herrschaftslegitimierung für deren überkommenden Herrschaftstrukturen zu schaffen. Nicht umsonst haben diverse arabische Despoten immerwieder in Krisenzeiten auf jenen als Sündenbock zurückgegriffen.

Aber die arabische Gesellschaft ist ja durchaus vielschichtig und besteht nicht nur aus Islamismus. Was sich ja auch sehr gut gerade im arabischen Frühling erkennen lässt. Was doch auffällig ist das gerade immer wieder die gebildeten Schichten häufig ziemlich Prowestlich geprägt sind. Und auf diese Schichten übt das Verhalten des Westens imo doch durchaus Einfluss. Eine aggressive und imperialistische Supermacht in Form der USA wäre doch mit Sicherheit etwas was dem Islamismus weiteren Zulauf geben würde.
 
Ob Demokrat oder Republikaner: Es geht ja eher darum, ob vernünftige außenpolitische Ansätze vorhanden sind. Da habe ich bei Obama eher nicht das Gefühl. Es gibt ja auch andere Demokraten.

Ich glaube des Weiteren, dass Obama im Falle eines iranischen Militärschlages hinter Israel stünde, weil der Öffentlichkeitsdruck das von ihm verlangen würde. Dass Romney von vorneherein eine absolute Position zugunsten Israels eingenommen hat resultiert aus den ab einseitig-absoluten Positionen wie sie im Oppositionswahlkampf permanent auftauschen. Obama versucht schlichtweg, damit durchzukommen dass es den iranischen Angriff nicht gibt und geben wird und spekuliert auf genau diese Grauzone.
Offen lässt er jedoch eine ganz entscheidende Eventualität. Was, wenn der Militärschlag zuerst von Israel ausginge? Präventivkriege sind im Rahmen loyaler Verteidigungszusprüchen eine heikle Besonderheit.
 
Die Neocons sind fast alles ehemalige Linke mit liberalen innenpolitischen Ansichten.

Der Neokonservatismus hat zwar seinen Ursprung in der Szene der linken Intellektuellen, aber beginnend in den 1940er bis in die frühen 1970er Jahre kristallisierte sich der rechtsgerichtete Neokonservatismus heraus. Dieser steht u.a. für latenten Antikommunismus, Unilateralismus mit militärischer Konfliktführung und für eine Wirtschaftpolitik, in der nur der Reichtum von Wohlhabenden ein Wirtschaftswachtum in den unteren Einkommensschichten bewirken kann (Trickle Down), was wohl kaum linke bzw. linksliberale Ideologien sind.
 
Das Obama im Falle eines Angriffs des Irans auf Israel bedingungslos unterstützen würde steht für mich völlig außer Frage. Andernfalls hätte er auch in seiner Partei jeglichen Rückhalt verloren.
Tja wie das mit einem Präventivschlag aussieht lässt sich schwer beurteilen. Obama wird sicher bewusst sein das ein Militärschlag Israels unter Umständen unumgänglich wird um die eigene Existenz und die seiner ca 5- 10 mio? Einwohner sicherzustellen.
 
Was, wenn der Militärschlag zuerst von Israel ausginge? Präventivkriege sind im Rahmen loyaler Verteidigungszusprüchen eine heikle Besonderheit.

Es ist zwar schon 45 Jahre her, aber beim von Israel angezettelten Sechstagekrieg 1967 haben die USA militärisch nicht interveniert, obwohl der Konflikt durch die UdSSR, die den arabischen Staaten nahe stand, gefördert wurde. Vermutlich wollten die USA einen so riskante Situation vermeiden, wie 5 Jahre zuvor existierte, als die Welt durch die Kuba-Krise kurz vor einem Atomkrieg stand. Zudem war Israel damals seinen Nachbarn militärisch um Längen voraus, sowohl bei der Bewaffnung als auch beim Ausbildungsstand der Soldaten, was für die USA wohl ein weiterer Grund für deren Zurückhaltung gewesen ist.
 
Ob Demokrat oder Republikaner: Es geht ja eher darum, ob vernünftige außenpolitische Ansätze vorhanden sind.

Ein Grundproblem eines jeden US-Präsidenten ist, daß die Außenpolitik aufgrund der Weltmachtstellung der USA einen hohen Anteil der Regierungsarbeit in Anspruch nimmt, so daß der Präsident den schwierigen Spagat schaffen muß, seinem (Wahl-)Volk eine ausgewogene Balance zwischen vernünftiger erfolgreicher Innen- und Außenpolitik zu bieten. Kann er während seiner ersten Amtsperiode nur in einem der beiden Bereiche Erfolge vorweisen, so kann ihm dies schnell das Amt kosten; George Bush sen. z.B. genoß durch den gewonnen 1. Irakkrieg eine sehr hohe Popularität in der US-Bevölkerung, trotzdem scheiterte er wegen einer vernachlässigten Innenpolitik bei der Wiederwahl.
 
Eine aggressive und imperialistische Supermacht in Form der USA wäre doch mit Sicherheit etwas was dem Islamismus weiteren Zulauf geben würde.

Ganz sicher nicht. Der Islamismus wird aus verschiedenen Gründen genährt, zu denen vor allem wirtschaftliche und soziale Perspektivlosigkeit vieler junger Menschen sowie ein latentes Minderwertigkeitsgefühl zählen. Das ändert sich nicht durch eine nachgiebige Haltung des Westens, ganz im Gegenteil. Wie gefährlich eine solche Nachgiebigkeit ist, hat nicht zuletzt auf erschreckende Weise die Appeasement-Politik Großbritanniens im Umgang mit Hitler gezeigt.
 
Was doch auffällig ist das gerade immer wieder die gebildeten Schichten häufig ziemlich Prowestlich geprägt sind. Und auf diese Schichten übt das Verhalten des Westens imo doch durchaus Einfluss. Eine aggressive und imperialistische Supermacht in Form der USA wäre doch mit Sicherheit etwas was dem Islamismus weiteren Zulauf geben würde.

Bin ich mir nicht sicher.

Obamas Verrat an der iranischen Opposition und seine Zurückhaltung gegenüber der brutalen Niederschlagung, Unschädlichkeitmachung, Einkerkerung etc. der eher prowestlichen Proteste gegen die "Wiederwahl" Ahmadineschads 2009 hat mit Sicherheit nicht das Ansehen der USA und Obamas unter prowestlichen Iranern befördert.
 
Ganz sicher nicht. Der Islamismus wird aus verschiedenen Gründen genährt, zu denen vor allem wirtschaftliche und soziale Perspektivlosigkeit vieler junger Menschen sowie ein latentes Minderwertigkeitsgefühl zählen. Das ändert sich nicht durch eine nachgiebige Haltung des Westens, ganz im Gegenteil. Wie gefährlich eine solche Nachgiebigkeit ist, hat nicht zuletzt auf erschreckende Weise die Appeasement-Politik Großbritanniens im Umgang mit Hitler gezeigt.

Du verstehst mich falsch ich spreche nicht von einer nachgiebigen Haltung. Eine Appeasement - Politik würde ich strikt ablehnen. Es muss eine umsichtige Politik betrieben werden und angemessen gehandelt werden und das schließt ausdrücklich ein das man wehrhaft auftritt.
 
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