Allgemeiner Politik Thread

Woher weißt Du, was der Iran will? Herr Chamenei will, zumindest nach eigenem Bekunden, das "zionistische Krebsgeschwür" entfernen.

Worum es mir ging: wenn ich der Meinung bin, die Politik eines Staates sei Unrecht, dann kann ich das sagen, auch wenn in anderen Staaten vergleichbares Unrecht passiert.

Die Rassentrennung in den USA zu thematisieren war richtig, obwohl zum gleichen Zeitpunkt in Südafrika viel Schlimmeres geschah. Und den Russen mehr Demokratie zu wünschen ist richig, obwohl die Wahlergebnisse in Kuwait noch verfälschter den Willen der Bevölkerung widerspiegeln.
 
Erstmal war das ein Zitat von Chamenei, nicht von Ahmadinejad. Chamenei ist übrigens der Chef im Iran, das muss man wissen. Wer unter ihm Präsident ist, ändert daran wenig.

Erstmal reden die Iraner nie von "Israel", da sie diesen Staat nicht anerkennen und jeden Kontakt mit ihm, zumindest offiziell, verweigern. Dies geht so weit, dass iranischen Sportlern verboten wird, in ISrael oder gegen Israelis anzutreten (was sich bis zu Dejagah ausgewirkt hat in der deutschen U21).

Deswegen reden sie von Israel immer in Synonymen, also meistens ist es das "zionistische Regime". ISrael sagen sie nie. Ob es nun aus der Geschichte oder von der Landkarte getilgt werden soll, naja, die Interpretationsspielräume sind gering.

Im Übrigen ist der Wert dieser einen Aussage von Ahmadinejad, die die offizielle iranische Agentur mit "von der Landkarte tilgen" übersetzt, nicht von Belang. Die Aussagen von iranischen Regimevertretern diesbezüglich sind Legion und allesamt unbestritten. Das mit dieser einen Aussage (die übrigens auf der Konferenz mit dem eindeutigen Titel "A World Without Zionism" gehalten wurde, zu der die Holocaustleugner aller Länder sich in Teheran versammelten) ist die Spielwiese von Verschwörungstheoretikern. Der Iran selbst macht überhaupt kein Hehl daraus, ISrael abschaffen, zerstören und vernichten zu wollen. Das ist dort Staatsdoktrin.
 
Erstmal war das ein Zitat von Chamenei, nicht von Ahmadinejad.

Dein Zitat schon. Aber Ahmadinedschad wird immer wieder als Beleg für die Absichten Irans zitiert.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,381752,00.html

Chamenei ist übrigens der Chef im Iran, das muss man wissen. Wer unter ihm Präsident ist, ändert daran wenig.

Zumindest ist Ahmadinedschad einflussreich genug, dass Chamanei und seine Getreuen einen Machtkampf mit ihm führen.

Ob es nun aus der Geschichte oder von der Landkarte getilgt werden soll, naja, die Interpretationsspielräume sind gering.

Wenn die andere Übersetzung stimmen würde, könnte man sie zumindest so verstehen, dass er sich eine gemeinsame Existenz vorstellen könnte, wenn sich Israels Politik ändern würde.

Im Übrigen ist der Wert dieser einen Aussage von Ahmadinejad, die die offizielle iranische Agentur mit "von der Landkarte tilgen" übersetzt, nicht von Belang.

Quelle?

Die Aussagen von iranischen Regimevertretern diesbezüglich sind Legion und allesamt unbestritten.

Das stimmt nicht.

http://www.sueddeutsche.de/kultur/u...edschad-der-iranische-schluesselsatz-1.287333
 
Trotzdem ist die Aussage "unbestritten" falsch. Es gibt Leute, die bestreiten, dass er "Israel muss von der Landkarte radiert werden" gesagt hat.

Ob die Bücher, die die gelesen haben, besser sind als deines kann ich nicht beurteilen.

Es geht mir übrigens auch nicht darum, das iranische Regime zu befürworten, sondern darum, dass man die Notwendigkeit eines Präventivschlags u.a. mit einem Satz begründet, der so (möglicherweise) nie gesagt wurde.
 
Einen "Präventiefschlag" wird Israel wohl nur mit der Unterstützung der USA durchführen und Obama ist da ja Gott sei Dank sehr distanziert und will keine unvorhersehbare Reaktion und einen völlig eskalierenden Krieg im Nahen Osten riskieren.
Und das ist durchaus bemerkenswert, weil ihm dadurch die jüdischen Wählerstimmen alle verlorengehen.

Das die iranische Führung viele Dinge bezüglich Israel gesagt hat, die absolut zu verutreilen sind, steht ja aussser Frage. Aber dieses besagte Zitat wurde nunmal falsch übersetzt.
Ich bete dafür, dass sich die Situation nochmal beruhigt, nachdem die USA nicht wirklich begeistert auf Netanjahus Vorstoß reagiert hat.
 
So, gleich lässt sich Christian den Zapfen streichen.

Völlig unabhängig davon, ob er es sich nun verdient hat oder nicht, ich finde es ziemlich unheimlich, wenn Uniformierte mit Fackeln in der Hand in Berlin aufmarschieren.
Meiner Meinung nach ist das einfach nicht mehr zeitgemäß.
 
"Alle" halte ich für stark übertrieben. Auch viele Juden sind der Meinung, dass ein Angriff auf den Iran falsch sei.

:tnx:
Ich sehe jetzt erst, dass ich alle geschrieben habe. Das macht natürlich keinen Sinn, denn sicher nicht alle in den USA lebende Juden befürworten den Angriff auf den Iran. Das war falsch von mir geschrieben. Sagen wir, es gehen Obama wichtige Stimmen verloren.
 
Und, du kennst natürlich denjenigen, der unterscheiden kann, wer Israel kritisiert ist ein Antisemit oder nicht?

Nein, natürlich nicht:tnx: Das macht die Diskussion ja so kontrovers. Mein Standpunkt ist, dass sich zwischen Gegnern der israelischen Politik (zu denen ich auch gehöre! Die Siedlungspolitik Israels ist m. M.n. reiner Selbstmord) unerkannt Antisemiten tummeln, die die politische Kritik nur vorschieben, da sie ja, auf Grund unserer Vergangenheit niemals offen zugeben dürften, Antisemiten zu sein, da man ja als Deutscher sonst automatisch Nazi ist, was wieder was anderes ist, abee egal...
 
Muss sich Wulff diese Schmach echt antun. Was für eine unwirkliche und peinliche Veranstaltung.

Wenn überhaupt, dann mussten wir Deutsche uns diesen unwirklichen und peinlichen Wulff antun!!!:wild: Jede Schmach, egal wie groß sie ist, ist für Wulff immer noch zu klein. Ausserdem: er wollte doch den Zapfenstreich, jetzt muss der schlechteste Präsident in der Geschichte Deutschlands bis zum Schluß leiden!! :D
 
So, gleich lässt sich Christian den Zapfen streichen.

Völlig unabhängig davon, ob er es sich nun verdient hat oder nicht, ich finde es ziemlich unheimlich, wenn Uniformierte mit Fackeln in der Hand in Berlin aufmarschieren.
Meiner Meinung nach ist das einfach nicht mehr zeitgemäß.

:tnx: Ich finde auch, dass man dieses Relikt aus brauenen Tagen abschaffen muss!! Mich erinnert der Zapfenstreich immer an die Bilder der Reichskristallnacht.:(
 
Wenn überhaupt, dann mussten wir Deutsche uns diesen unwirklichen und peinlichen Wulff antun!!!:wild: Jede Schmach, egal wie groß sie ist, ist für Wulff immer noch zu klein. Ausserdem: er wollte doch den Zapfenstreich, jetzt muss der schlechteste Präsident in der Geschichte Deutschlands bis zum Schluß leiden!! :D

Meine Aussage war in keinster Weise pro Wulff gedacht. Ich verstehe einfach nicht, warum er sich nochmal der Lächerlichkeit preisgeben muss. Ich habe mich schon fremdgeschämt.
Naja, jetzt ist das Kapitel Wulff zu Ende und das ist auch gut so.
 
@Maddin, Bremerland:

Ich frage mich, warum die Information die gegeben wird, gepaart mit dem Vorwurf des Antisemitismus, es so unmöglich erscheinen lässt, die Information die gegeben wurde, aufzunehmen.

Erst wenn eine Information aufgenommen und verarbeitet wird, ist Reflexion möglich. Findet Information nicht Zugang, ist Reflexion unmöglich.

Schade eigentlich!

Es ist so schön, hier als quasi unbeteiligter dem "Ganzen" beiwohnen zu können.
 
Ich verstehe nicht, warum man die ganze Ehrensold-/Zapfenstreich-Diskussion nicht unabhängig von der Person Wulff halten kann.

Ich finde es aus objektiver Sicht selbstverständlich, dass Wulff sich das "antut". Es ist sogar klug sich ein viertes Lied zu wünschen. Selbstbewusstsein ist sicher nicht verkehrt. Fakt ist: Er ist (noch) nicht verurteilt. Ein Rückzieher in diesen Geschichten wird doch von der BILD gleich wieder als Schuldeingeständnis verkauft!

Ich hätte an seiner Stelle genauso gehandelt (ich wäre natürlich nie in diese Situation gekommen ;)). Bei einem Freispruch hätte ich anschließend doch noch auf Büro und Dienstwagen verzichtet. Das zeigt ein Entgegenkommen und repräsentieren muss er bei seiner aktuellen Beliebtheit auch nicht mehr. Aber so lange das Verfahren läuft, würde ich doch nicht den geringsten Zweifel an meiner Unschuld aufkommen lassen.

Die Opposition macht in dieser Situation aber auch keine besonders gute Figur. Die Argumentation von z.B. Künast gegen den Zapfenstreich ("wenn er nachher verurteilt wird und es einen Zapfenstreich gegeben hat..."), lässt mich auch stark an deren Kompetenz zweifeln. In unserem Rechtsstaat gilt schließlich auch für das Ex-Staatsoberhaupt die Unschuldsvermutung. Wenn führende Politiker unseres Landes erwarten, dass einem nicht verurteilter Bundespräsident auf den Zapfenstreich verzichtet, bzw. er ihm verboten wird (auf eines der beiden Szenarios liefe das ja hinaus), dann ist das gleichbedeutend mit einer Bestrafung eines nicht Verurteilten. Und wird Wulff am Ende freigesprochen, dann haben wir den Salat. Wenn eine Künast, wie gesagt eine führende Politikerin dieses Landes, in diese Richtung argumentiert, dann pack ich mir an den Kopf. Da nutzt sie schamlos die Gefühle des Volks ("Wulff hat uns alle Ups, ich muss meine Wortwahl ändern ;)") aus, um Politik zu machen.
 
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