Allgemeiner Politik Thread

Erstens garantiert vielleicht das Amt des Bundespräsidenten vielleicht gerade mal das zehnfache das Gehalts eines durchschnittlich bezahlten Arbeitnehmers.
Die anderen Mandate, gerade die Mandate, die unter der Landesebene liegen, bringen eine Aufwandsentschädigung, die meist nicht mal die tatsächlichen Aufwendungen ersetzt. Viele haben glaube ich kaum einen Plan davon, was man tatsächlich als Politiker, und die weit meisten engagieren sich unterhalb der Landesebene, an Aufgaben übernimmt.

Zum anderen wurde die ganze Zeit ermittelt. An Anfangsverdacht ist bisher allein wegen der Sylt-Geschichte bejaht worden. Zu dem Kredit habe ich ja schon mal gesagt, dass ich daran nicht mal etwas moralisch verwerflich finde. Allein sein dümmliches Verhalten in der Öffentlichkeit zu dem Themenkomplex ist nicht nachvollziehbar.

Aber Wulff war halt wahrscheinlich dann doch zu sehr dem Volke gleich. In Deutschland nimmt doch eigentlich (fast) jeder irgendeinen Vorteil an, wenn er sich ihm bietet. Da wird dann auch schon mal versucht bei der Steuererklärung ein bisschen zu tricksen und man hofft, dass die Politesse gerade nicht dann kommt, wenn man sich die Parkgebühren sparen will. Natürlich kann man sagen, dass das irgendwie Peanuts sind und dass der Bundespräsident eine absolut weisse Weste haben muss, aber diese ganze Moralgeheuchle geht mir in dem Zusammenhang ehrlich auf den Senkel.

Da sponsort nen Pharamvertreter nen neuen Fernseher für den Bereitschaftsraum der Krankenschwestern und selbige regen sich dann über Wulff auf. Der Chefarzt bekommt noch ne Einladung zu einem Segelturn, der natürlich eine reine Informationsveranstaltung ist. Der Journalist lässt sich lustige 15% Rabatt beim Autokauf geben, während der nächste leider nur nen Kaffebecher bekommt, wenn der Vertreter eines Liferanten vorbeischaut.

Geschickter kann man das natürlich machen, wenn man es so macht wie maddin es beschrieb, ist aber auch kein deut besser.
 
Erstens garantiert vielleicht das Amt des Bundespräsidenten vielleicht gerade mal das zehnfache das Gehalts eines durchschnittlich bezahlten Arbeitnehmers.

Entschuldige, aber Du hast den Knall doch auch noch nicht gehört, oder?

Hier mal ein Zitat aus: http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/wieviel-verdient-der-bundespraesident-9133.php vom 05.07.2010

Der ehemalige Ministerpräsident von Niedersachsen und neu gewählter Bundespräsident Christian Wulff (51) kann sich über ein sattes Gehalt freuen. Nach derzeitiger Regelung bekommt Wulff eine Basis -Vergütung von 199.000 Euro pro Jahr. Damit erhält der Bundespräsident etwa 11 Prozent mehr Lohn als die Bundeskanzlerin Angela Merkel. Zusätzlich erhält Wulff eine "Aufwandsentschädigung" in Höhe von 78.000 Euro pro Jahr. Dieses Geld wird dafür verwandt, um die eigenen Haushalts-Bediensteten zu bezahlen. Zudem wohnt der Bundespräsident Mietfrei in der Amtsvilla und verfügt über einen Dienstwagen plus Chauffeur.
 
Entschuldige, aber Du hast den Knall doch auch noch nicht gehört, oder?

Hier mal ein Zitat aus: http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/wieviel-verdient-der-bundespraesident-9133.php vom 05.07.2010

Du redest von de zehnfachen Gehalt: Der Bundespräsident bekommt 199.000 Euro! Das bedeutet der Durschnitt müsste deiner Ansicht nach bei weniger als 2000 Euro/brutto liegen. ;)

Die Kanzlerin bekommt 15.832,79 Euro/brutto

Ein Bundestagsabgeordneter bekommt 7.646,99 Euro/brutto im Monat. Ein guter Chefarzt bekommt mehr.

Ganz ehrlich. Dafür, dass mein Leben in der Öffentlichkeit bis auf Herz und Nieren durchleuchtet wird und es jederzeit auch mit Unwahrheiten beschädigt werden kann, will ich den Job für die "paar" Euronen nicht machen.
 
Ich weiß nicht:

Einerseits mag ich den Wulff nicht, mich nervt seine Salamitaktik, seine Unaufrichtigkeit und seine opportunistische Art. Darüber hinaus halte ich ihn für profillos und langweilig.

Andererseits haben wir in Deutschland größere Probleme als ob jemand auf Sylt seinen Heringssalat nun bezahlt hat oder geschenkt bekommt. Klar, dass die Medien und der Mob immer Köpfe rollen sehen wollen. Aber was kommt jetzt? Mal abgesehen von Gauck, den ich noch am sympathischsten finde und aufgrund seiner Vita auch abnehmen, dass ihm etwas an Deutschland, Demokratie und unserer Verfassung liegt, sind die gehandelten Kandidaten doch genau so profillose Ja-Sager wie Wulff. Und auch sie werden Fehler machen. Menschen machen Fehler, meistens proportional zu iherer gesellschaftlichen Ebene. Der einfache Arbeitnehmer schummelt bei der Steuer, der Chef schummelt bei Lohnabrechnung, der Geschäftsinhaber betreibt schöne Lobby-Arbeit und der Bundespräsident nutzt eben seine Popularität ebenfalls für dubiose Zwecke. Aber die Fehler des anderen sind natürlich immer interessanter.

Als Fazit: Es ist vollkommen richtig, alle Fakten im Fall Wulff aufzuarbeiten und die Vorwürfe zu untersuchen. Woran der Mob aber nicht denkt: Ein anderer wird es aber kaum besser machen und zu guter letzt: Dass wir in einer Phase wo Europa auseinander bricht und der Euro quasi am Ende ist uns jetzt so massiv um den Haus-Kredit eines Bundespräsidenten kümmern und die Politik-Hansels, die sonst nichts gebacken kriegen, jetzt aus ihren Löchern kommen... das ist verwunderlich, grotesk und irgendwie symptomatisch für unsere Gesellschaft.
 
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