Allgemeiner Politik Thread

Das finde ich jetzt lächerlich, deswegen kriegst du jetzt darauf keine Antwort.

Nö, war eine leicht polemische, aber berechtigte Frage.

Wenn Du das best-case Szenario (atomare Entwaffnung des Irans, keine nennenswerten Proteste durch China und russland, einen nur sehr begrenzten Stellvertreterkrieg gegen Israel und die Durchsetzung israelischer und amerikanischer Interessen in dieser Angelegenheit) in einem so bedauernd-resignativem Tonfall darstellst, dann kann ich das nur dahingehend deuten, dass Du Dir wünschst, dass die damit mal richtig auf die Fresse fallen und hohen Schaden ernten. Wenn das nicht so ist, dann müsste das ja argumentativ dargelegt werden können.
 
@mola

Das kommt in meinen Beiträgen wahrscheinlich deshalb zu kurz, weil wir uns darüber weitestgehend einig sind.
Wie ich bereits sagte Geschehen die meisten Militärschläge, wenn auch völkerrechtswidrig, dann doch präzise.

Undschuldige Opfer entstehen immer, deswegen lehne ich ja auch Gewalt als politisches Mittel strikt ab.

Kommen wir dann zum Ausgangspunkt zurück ist eben so, dass ich selbst, wenn der Iran in den besitz der Atombombe käme, keinen Militärschlag gegen Israel oder gegen sonst wen führen würde, weils gleichbedeutend mit eigenen Vernichtung wäre. Daher sind Atombomben ja auch keine Offensivwaffen, sondern ein reines Abschreckungsinstrument.
Damit bleibt für mich die Bedrohung fiktiv. Solche Regime wollen sich selbst erhalten nichts anderes.

Ich kenne die israelische Zweitschlagsfähigkeit nicht, insofern könnte die iranische Bombe durchaus offensiv eingesetzt werden , bei Nichtberücksichtigung der amerikanischen Haltung. Das ist aber für die Opfer des Erstschlages auch egal, denn diese würden ja ohnehin vernichtet.
Es bleiben Unklarheiten: 1. Wäre die iranische Führung bereit, die eigene Vernichtung hinzunehmen bei dem Versuch, den "kleinen Satan" zu vernichten? 2. Wäre die iranische Bevölkerung bereit, in den Tod zu gehen bei dem Versuch, den "kleinen Satan" zu vernichten? 3a. Wären wir, die westliche Welt, bereit, die Vernichtung zweier Völker bei eintreten von 1. oder 2. in Kauf zu nehmen, oder 3b. wäre das Verhindern der iranischen Bombe, durch Geheimdienstoperationen, Cyber Attacks, gezielte konventionell-militärische Operationen oder -als absolute ultima ratio- Krieg hinnehmbar, um 1., 2. und 3a zu vermeiden.
 
Ich kenne die israelische Zweitschlagsfähigkeit nicht, insofern könnte die iranische Bombe durchaus offensiv eingesetzt werden , bei Nichtberücksichtigung der amerikanischen Haltung. Das ist aber für die Opfer des Erstschlages auch egal, denn diese würden ja ohnehin vernichtet.

Ein großes Problem ist ja auch, dass ein atomarer Zweitschlag moralisch fragwürdig bleibt. Denn was hat das für einen Sinn, aus Rache nun auch noch tausende Menschen der Gegenseite zu töten? Das macht die eigenen Toten nicht wieder lebendig. Das zeigt auch wie absurd die ganze Debatte ist über Erst- und Zweitschlag. Der einzige Sinn ist, dass es gar nicht erst zum Erstschlag kommt und deswegen muss der Iran daran gehindert werden, solche Waffen zu bauen. Da kann ich nicht begreifen, was an dieser simplen Tatsache so schwierig sein soll, das habe ich nun mehr als ausführlich dargelegt, welchen Charakter das Regime in Teheran hat, dass es nicht mit der Bombe Israels oder Indiens oder sogar Nordkoreas vergleichbar wäre, dass die Bombe auch ohne Einsatz unkalkulierbare Folgen hätte usw. usf. Da müssen doch normale Menschen sich darauf einigen können, dass es besser ist, wenn der Iran keine Bombe bekommt.
 
Ich kenne die israelische Zweitschlagsfähigkeit nicht, insofern könnte die iranische Bombe durchaus offensiv eingesetzt werden , bei Nichtberücksichtigung der amerikanischen Haltung. Das ist aber für die Opfer des Erstschlages auch egal, denn diese würden ja ohnehin vernichtet.
Es bleiben Unklarheiten: 1. Wäre die iranische Führung bereit, die eigene Vernichtung hinzunehmen bei dem Versuch, den "kleinen Satan" zu vernichten? 2. Wäre die iranische Bevölkerung bereit, in den Tod zu gehen bei dem Versuch, den "kleinen Satan" zu vernichten? 3a. Wären wir, die westliche Welt, bereit, die Vernichtung zweier Völker bei eintreten von 1. oder 2. in Kauf zu nehmen, oder 3b. wäre das Verhindern der iranischen Bombe, durch Geheimdienstoperationen, Cyber Attacks, gezielte konventionell-militärische Operationen oder -als absolute ultima ratio- Krieg hinnehmbar, um 1., 2. und 3a zu vermeiden.

Ja. Es gibt absolute Unklarheiten. Genau deswegen ist ein Krieg nicht zu rechtfertigen.
Das ist ja das Gesamtproblem. Von den Befürwortern eines Angriffes auf Iran wird ja behauptet, dass es eine feststehende Tatsache sei, dass der Iran Israel angreifen werde. Ist dem wirklich so?
 
Anstatt so rumzunicken solltest Du das lieber mal zurücknehmen. Ist doch unglaublich, nachdem ich exakt das Gegenteil geschrieben habe.

Das Gegenteil. Du forderst einen Angriff auf den Iran, damit Menschen, die vermeintlich bedroht sind, geschützt werden. Damit stellst die Leben der einen über die der Anderen. Das ist das, was ich dir versuche die ganze Zeit deutlich zu machen.
Für mich wertest du damit die Menschen, die du bereit bist zum Schutz anderer zu opfern, ab.

Vielleicht war das falsch ausgedrückt. Aber ich habe das Zitat aus der BVerfG-Entscheidung wie gesagt nicht umsonst gebracht.
 
Ein großes Problem ist ja auch, dass ein atomarer Zweitschlag moralisch fragwürdig bleibt. Denn was hat das für einen Sinn, aus Rache nun auch noch tausende Menschen der Gegenseite zu töten? Das macht die eigenen Toten nicht wieder lebendig. Das zeigt auch wie absurd die ganze Debatte ist über Erst- und Zweitschlag. Der einzige Sinn ist, dass es gar nicht erst zum Erstschlag kommt und deswegen muss der Iran daran gehindert werden, solche Waffen zu bauen. [...]

Mein Reden. :tnx:

Ja. Es gibt absolute Unklarheiten. Genau deswegen ist ein Krieg nicht zu rechtfertigen.
Das ist ja das Gesamtproblem. Von den Befürwortern eines Angriffes auf Iran wird ja behauptet, dass es eine feststehende Tatsache sei, dass der Iran Israel angreifen werde. Ist dem wirklich so?

Bei meinen 3 Unklarheiten (und es gibt sicher noch mehr Fragen, die berücksichtigt werden müssen) geht es ja bei 1. und 2. um genau diese Frage. Wie fundamentalistisch, auf Märtyrertum getrimmt, ist das Regime?
 
Leute das bringt doch jetzt gar nix mehr. Es geht doch nur noch darum, ob die Drohung für einen Angriff ausreicht oder nicht?? Ob die Bedrohung des Irans real wird oder nicht ?? Ab welchem Zeitpunkt ein Militärschlag Israels als "Notwehr" zu rechtfertigen wäre ???

Darüber habt ihr unterschiedliche Ansichten und es dreht sich echt nur noch im Kreise.
 
Nö, war eine leicht polemische, aber berechtigte Frage.

Wenn Du das best-case Szenario (atomare Entwaffnung des Irans, keine nennenswerten Proteste durch China und russland, einen nur sehr begrenzten Stellvertreterkrieg gegen Israel und die Durchsetzung israelischer und amerikanischer Interessen in dieser Angelegenheit) in einem so bedauernd-resignativem Tonfall darstellst, dann kann ich das nur dahingehend deuten, dass Du Dir wünschst, dass die damit mal richtig auf die Fresse fallen und hohen Schaden ernten. Wenn das nicht so ist, dann müsste das ja argumentativ dargelegt werden können.

Gut, ich bin ja nicht so.

Ich habe eigentlich nur Realitäten auf die Zukunft projiziert und im Grunde genommen, hast du diese Vorausschau in vorigen Postings bestätigt. Resignativ bin ich deswegen, weil ich aus einem derartigen Vorgehen gegen Iran für das Hauptproblem in Nahost keine positiven Aspekte entwickeln sehe. Es wird immer eine neue Sau durchs Dorf getrieben (jetzt Iran, später vllt Saudi-Arabien) und lenkt dabei immer vom Palästina-Problem ab. Dann gibt es Verhandlungen, es stehen dann irgendwo Wahlen an und letzlich kommt man nicht zu einem für beide Seiten positives Ergebnis. Es ist halt so, dass der stärkere nicht bereit ist dem schwächeren so entgegen zu kommen, so dass letzterer auch zufrieden sein kann. Solange es die USA nicht hinkriegen, dass ein Gleichgewicht der Interessen erreicht wird, wird es keine Lösung geben.
 
Bei meinen 3 Unklarheiten (und es gibt sicher noch mehr Fragen, die berücksichtigt werden müssen) geht es ja bei 1. und 2. um genau diese Frage. Wie fundamentalistisch, auf Märtyrertum getrimmt, ist das Regime?

Die Frage wird dir keiner zuverlässig beantworten können.

Bleibt eben nur die Frage rechtfertig eine potentielle Gefahr tatsächlich einen Erstschlag. Einen Angriffskrieg?

Die Iraner sind eben auch Menschen.

@maddin

Nehme die Aussage in der Form zurück (nein, ich habe keine Post von den Mods bekommen bisher). Bleibe aber dabei, dass du das Recht auf Leben auf beiden Seiten unterschiedlich gewichtest.
 
Das Gegenteil. Du forderst einen Angriff auf den Iran, damit Menschen, die vermeintlich bedroht sind, geschützt werden. Damit stellst die Leben der einen über die der Anderen. Das ist das, was ich dir versuche die ganze Zeit deutlich zu machen.
Für mich wertest du damit die Menschen, die du bereit bist zum Schutz anderer zu opfern, ab.

Vielleicht war das falsch ausgedrückt. Aber ich habe das Zitat aus der BVerfG-Entscheidung wie gesagt nicht umsonst gebracht.

Wieso "vielleicht"?

Es geht nicht darum, das grundsätzliche Recht auf Leben irgendeiner Person an- oder abzuerkennen. Darum geht es schlicht nicht. Sonst könnte man auch Iran und Israel nicht gleichsetzen, da Israel sich um seine Bürger kümmert, der Iran aber eigene Bürger massiv verfolgt, foltert und tötet. Das ist auf Staatsebene der Unterschied.

Die geringschätzung iranischen Lebens erfolgt nicht durch die, die das Regime beseitigen wollen, sondern durch das Regime selbst. Frieden mit dem Iran bedeutet fortgesetztes Morden. Im Übrigen nicht nur im Iran, sondern auch an Libanesen, Palästinensern und Israelis durch Hamas und Hizbollah, die der Iran bewaffnet, was eine indirekte Kriegshandlung ist.

Egal ob durch eine Revolution von innen oder einen Angriff von Außen: Das Ende des fortgesetzten Mordens durch das iranische Regime ist gewaltfrei nicht zu haben. Gewalt ist nur durch Gewalt zu begrenzen. Bei einem Krieg würden übrigens nicht nur Iraner sterben, sondern auch Israelis und evtl., wenn beteiligt, auch Amerikaner. Aber es ist ein Irrglaube, diese Opfer durch falschen Frieden mit einem nicht friedlichen Regime vermiden werden könnten. Im Endeffekt kommen womöglich noch viel mehr Menschen zu Schaden, wenn man das Regime weitermachen lässt. Das ist für mich die wirkliche Geringschätzung von Menschenleben.

Ganz davon abgesehen liegt die unterschiedliche Bedeutung der Toten nicht zuletzt darin, ob ihnen noch etwas abgewonnen werden kann. Es gibt ja Gründe, warum mancher Toten mehr gedacht wird als anderer. Das liegt nicht daran, dass der eine Mensch mehr zählt oder wert ist als der andere, sondern weil eben unterschieden werden muss, zu welchem Zweck etwas geschieht. Die Vernichtungsantisemiten von Hamas und Hizbollah, also der kriegerische Teil des Irans, versuchen so viele Juden zu töten, wie sie können mit dem Ziel der Vernichtung. Führen Länder wie ISrael oder die USA Krieg, dann wird dabei versucht, ein militärisches Ziel mit wenigen Opfern zu erreichen. Es wird keiner bestreiten können, dass das eine andere Art der Kriegsführung ist. Das ändert an den Toten nichts und jeder ist zuviel, aber das macht doch einen ganz gewaltigen Unterschied. Und nicht deswegen, weil einer Jude ist und einer Moslem, sondern weil die eine Art der Kriegsführung sinnvoll und vernünftig ist, diejenige aber, die auf Vernichtung um den Preis der Selbstvernichtung zielt, totalen Krieg und Slebstmordattentat beinhaltet, purer Wahnsinn ist und gestoppt werden muss.

Auch wenn also Mensch gleich Mensch ist, ist Toter nicht gleich Toter und Kriegsopfer nicht gleich Kriegsopfer. Das wäre übrigens dasselbe, wenn der Iran nicht Israel, sondern dem sunnitischen Saudi-Arabien mit Vernichtung drohen würde.
 
lenkt dabei immer vom Palästina-Problem ab.

Das Palästina-Problem hat keine Lösung. Schon gar nicht wenn der Iran die Hamas-Nazis supportet und die da an der Regierung beteiligt sind. Die Probleme im Iran und in der arabischen Welt sind nicht durch ein paar Quadratkilometer Land begründet und wer dort regiert. Im Gegenteil: Wenn sich auch in der arabischen Welt die Erkenntnis durchsetzte, dass Juden auch Menschen sind, die das Recht haben, ein paar Quadratkilometer Erde zu beherrschen, dann könnten die sich um wichtigere Dinge kümmern und wären auf dem Weg in Richtung Zivilisation einen Schritt weiter.
 
Wieso "vielleicht"?

Es geht nicht darum, das grundsätzliche Recht auf Leben irgendeiner Person an- oder abzuerkennen. Darum geht es schlicht nicht. Sonst könnte man auch Iran und Israel nicht gleichsetzen, da Israel sich um seine Bürger kümmert, der Iran aber eigene Bürger massiv verfolgt, foltert und tötet. Das ist auf Staatsebene der Unterschied.

Die geringschätzung iranischen Lebens erfolgt nicht durch die, die das Regime beseitigen wollen, sondern durch das Regime selbst. Frieden mit dem Iran bedeutet fortgesetztes Morden. Im Übrigen nicht nur im Iran, sondern auch an Libanesen, Palästinensern und Israelis durch Hamas und Hizbollah, die der Iran bewaffnet, was eine indirekte Kriegshandlung ist.

Egal ob durch eine Revolution von innen oder einen Angriff von Außen: Das Ende des fortgesetzten Mordens durch das iranische Regime ist gewaltfrei nicht zu haben. Gewalt ist nur durch Gewalt zu begrenzen. Bei einem Krieg würden übrigens nicht nur Iraner sterben, sondern auch Israelis und evtl., wenn beteiligt, auch Amerikaner. Aber es ist ein Irrglaube, diese Opfer durch falschen Frieden mit einem nicht friedlichen Regime vermiden werden könnten. Im Endeffekt kommen womöglich noch viel mehr Menschen zu Schaden, wenn man das Regime weitermachen lässt. Das ist für mich die wirkliche Geringschätzung von Menschenleben.

Ganz davon abgesehen liegt die unterschiedliche Bedeutung der Toten nicht zuletzt darin, ob ihnen noch etwas abgewonnen werden kann. Es gibt ja Gründe, warum mancher Toten mehr gedacht wird als anderer. Das liegt nicht daran, dass der eine Mensch mehr zählt oder wert ist als der andere, sondern weil eben unterschieden werden muss, zu welchem Zweck etwas geschieht. Die Vernichtungsantisemiten von Hamas und Hizbollah, also der kriegerische Teil des Irans, versuchen so viele Juden zu töten, wie sie können mit dem Ziel der Vernichtung. Führen Länder wie ISrael oder die USA Krieg, dann wird dabei versucht, ein militärisches Ziel mit wenigen Opfern zu erreichen. Es wird keiner bestreiten können, dass das eine andere Art der Kriegsführung ist. Das ändert an den Toten nichts und jeder ist zuviel, aber das macht doch einen ganz gewaltigen Unterschied. Und nicht deswegen, weil einer Jude ist und einer Moslem, sondern weil die eine Art der Kriegsführung sinnvoll und vernünftig ist, diejenige aber, die auf Vernichtung um den Preis der Selbstvernichtung zielt, totalen Krieg und Slebstmordattentat beinhaltet, purer Wahnsinn ist und gestoppt werden muss.

Auch wenn also Mensch gleich Mensch ist, ist Toter nicht gleich Toter und Kriegsopfer nicht gleich Kriegsopfer. Das wäre übrigens dasselbe, wenn der Iran nicht Israel, sondern dem sunnitischen Saudi-Arabien mit Vernichtung drohen würde.

Das ist eben nicht so.

Ich zitiere gerne nochmal den Teil aus der Entscheidung aus dem BVerfG-Urteil und mache dazu mal Anmerungen (Ausgangspunkt ist die Menschenwürde):

Dies macht sie zum Objekt nicht nur der Täter (=iranisches Regime) Auch der Staat (= die intervinierenden Kräfte), der in einer solchen Situation zur Abwehrmaßnahme des § 14 Abs. 3 LuftSiG greift, behandelt sie als bloße Objekte seiner Rettungsaktion zum Schutze anderer. Die Ausweglosigkeit und Unentrinnbarkeit, welche die Lage der als Opfer (=iranisches Volk) betroffenen Flugzeuginsassen kennzeichnen, bestehen auch gegenüber denen, die den Abschuss des Luftfahrzeugs anordnen und durchführen. Flugzeugbesatzung und -passagiere (=iranisches Volk) können diesem Handeln des Staates (=interventions Streitkräfte) auf Grund der von ihnen in keiner Weise beherrschbaren Gegebenheiten nicht ausweichen, sondern sind ihm wehr- und hilflos ausgeliefert mit der Folge, dass sie zusammen mit dem Luftfahrzeug gezielt abgeschossen und infolgedessen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit getötet werden. Eine solche Behandlung missachtet die Betroffenen als Subjekte mit Würde und unveräußerlichen Rechten. Sie werden dadurch, dass ihre Tötung als Mittel zur Rettung anderer benutzt wird, verdinglicht und zugleich entrechtlicht; indem über ihr Leben von Staats wegen einseitig verfügt wird, wird den als Opfern selbst schutzbedürftigen Flugzeuginsassen der Wert abgesprochen, der dem Menschen um seiner selbst willen zukommt.
 
Diese Entscheidung hat aber nichts mit Krieg zu tun. Zudem verbietet sie eine präventive Erschießung von Menschen per Gesetz. Moralisch ist man, in der Situation z.B. des Flugzeugpiloten, der neben der gekaperten Maschine herfliegt, trotzdem dazu verpflichtet, im allerletzten Moment doch zu feuern, um die Menschen im Hochhaus zu retten. Es ist nur verboten, diese absolute Ausnahme juristisch festzuschreiben. Der Akt, im Notstand die Maschine doch an dem Punkt abzuschießen, an dem kein Abdrehen mehr möglich ist, bleibt davon völlig unberührt.
 
Leider wird sich dieser Konflikt mit Hilfe von guten Argumenten, Tatsachenfindung, mit Versuchen eine objektive Sicht auf die Dinge zu erlangen nicht lösen lassen. Wer propagiert den Staat Israel "auslöschen" zu wollen ist mE. dumm genug dies auch zu versuchen wenn sich die Möglichkeit ergeben sollte.

So schlimm ein "präventiver Militärschlag" auch gerade für die Zivilbervölkerung sein kann.. so nötig wird er sein. Man kann nicht erwarten, dass sich die Machtverhältnisse im Iran zugunsten "israelfreundlicher" Politik ändern werden.

China und Russland.. diese beiden sollten sich da tunlichst heraushalten.. wenn sie das nicht so sehen besteht die Gefahr, dass ein verheerender Konflikt herbeigeführt wird... es geht mE. sowohl der russischen wie auch der chinesischen Führung viel zu gut um Destabilisierung zu riskieren... vermute ich.

Was mich jedoch immer nachdenklich werden lässt ist die "Be-Siedlungspolitik" des Staates Israel. Da bin ich zuweit weg um einen einigermassen realitischen Blick darauf haben zu können. Ist es nicht so, dass israelische Siedler die palästinensischen Bewohner von ihrem angestammten Land vertreiben?
 
Diese Entscheidung hat aber nichts mit Krieg zu tun. Zudem verbietet sie eine präventive Erschießung von Menschen per Gesetz. Moralisch ist man, in der Situation z.B. des Flugzeugpiloten, der neben der gekaperten Maschine herfliegt, trotzdem dazu verpflichtet, im allerletzten Moment doch zu feuern, um die Menschen im Hochhaus zu retten. Es ist nur verboten, diese absolute Ausnahme juristisch festzuschreiben. Der Akt, im Notstand die Maschine doch an dem Punkt abzuschießen, an dem kein Abdrehen mehr möglich ist, bleibt davon völlig unberührt.

Nein. Bleibt er eben nicht. Es ist ja eben nicht nur juristisch falsch. Es ist aufgrund, der einem jeden Menschen innewohnenden Würde, auch moralisch falsch.
 
Was mich jedoch immer nachdenklich werden lässt ist die "Be-Siedlungspolitik" des Staates Israel. Da bin ich zuweit weg um einen einigermassen realitischen Blick darauf haben zu können. Ist es nicht so, dass israelische Siedler die palästinensischen Bewohner von ihrem angestammten Land vertreiben?

Darauf kann man unmöglich mit ja oder nein antworten. In den Medien wird der Begriff "Siedlungen", "Siedler" und so weiter erstens falsch und irreführend verwendet und zweitens ist der Siedler dejenige, an dem man alle antijüdischen Klischees hemmungslos ausagieren darf, was keine guten Folgen hat.

Grundsätzlich ist es so, dass man, um sich in das Thema einzuarbeiten, vielleicht mal ein Buch lesen sollte, z.B. von einem sagen wir mal "moderaten Gegner" der Siedlungspolitik wie z.B. Yacov Lozowick.

http://www.amazon.de/Israels-Existe...2375/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1328797108&sr=8-1

Richtig ist jedenfalls, dass heute der "siedlungsbau" entweder aus sogenannten "illegalen" siedlungen besteht, die meistens von der israelischen Armee wieder abgerissen werden, oder aber in Stadteilen Jerusalems, also der israelischen Hauptstadt, darin besteht, dass dort neue Wohnungen gebaut werden, wobei Wohnungen natürlich auch dann gebraucht werden, wenn der Irrsinn einer Teilung Jerusalems Wirklichkeit werden sollte. Ansonsten gibt es diesen Siedlungsbau wie in den 70ern nicht. Wobei man dazu wissen muss, dass die Westbank von Juden als Judäa und Samaria bezeichnet wird und dort immer Juden gelebt haben - außer zwischen 1948 und 1967, als Jordanien die Westbank besetzte (was aber damals niemand als Besatzung brandmarkte). Die Siedlungsbewegung war ursprünglich dazu gedacht, diese Gemeinden wieder aufzubauen und das LAnd frucht- und nutzbar zu machen.
 
Die Frage wird dir keiner zuverlässig beantworten können.

Bleibt eben nur die Frage rechtfertig eine potentielle Gefahr tatsächlich einen Erstschlag. Einen Angriffskrieg?

Die Iraner sind eben auch Menschen.
[...]

Richtig, aber es gibt Hinweise:

Zitat von http://www.welt.de/print/die_welt/politik/article13842984/Wie-suess-suess-suess-ist-der-Tod.html:
[...]"In den acht Jahren der heiligen Verteidigung (des Kriegs gegen den Irak, 1980-88) wurden über 500 000 Schüler an die Front geschickt. 36 000 Märtyrer, Tausende von Verschollenen, Kriegsversehrten ... wurden der islamischen Revolution geopfert." Worauf hier Bezug genommen wird, gehört zum Grauenhaftesten der modernen Kriegsgeschichte. Die Iraner ließen eine halbe Million Kinder, mit einem Plastikschlüssel für das Paradies um den Hals, untergehakt über die Minenfelder laufen, um sie zu räumen. Während die indoktrinierten eigenen Soldaten dem Geschehen eher unbeeindruckt zusahen, führte die Aktion bei den Irakern zu einer Katastrophe. Die Einheiten, die auf irakischer Seite Zeuge dieser "Minenräumung" wurden, waren psychisch am Ende, de facto kampfunfähig und mussten ersetzt werden.
Diese makabre Episode bildet nicht zufällig den Schluss der Schulbuchanalyse von Arnon Groiss. Sie zeigt, dass im Iran nicht nur der Märtyrer als Einzeltäter verherrlicht wird, sondern auch das kollektive Märtyrertum. Das wirft die Frage auf, ob auf eine Gesellschaft, die in diesem Geiste erzogen worden ist - und weiterhin erziehen lässt -, die Logik der Abschreckung anwendbar ist. Wenn die Möglichkeit, eine Aggression mit der Vernichtung der eigenen nationalen Existenz bezahlen zu müssen, kein Risiko mehr ist, dann ist Abschreckung obsolet.[...]

Link zur Zusammenfassung des im Artikel Bezug genommenen Berichtes in Deutsch
 
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