Wieso "vielleicht"?
Es geht nicht darum, das grundsätzliche Recht auf Leben irgendeiner Person an- oder abzuerkennen. Darum geht es schlicht nicht. Sonst könnte man auch Iran und Israel nicht gleichsetzen, da Israel sich um seine Bürger kümmert, der Iran aber eigene Bürger massiv verfolgt, foltert und tötet. Das ist auf Staatsebene der Unterschied.
Die geringschätzung iranischen Lebens erfolgt nicht durch die, die das Regime beseitigen wollen, sondern durch das Regime selbst. Frieden mit dem Iran bedeutet fortgesetztes Morden. Im Übrigen nicht nur im Iran, sondern auch an Libanesen, Palästinensern und Israelis durch Hamas und Hizbollah, die der Iran bewaffnet, was eine indirekte Kriegshandlung ist.
Egal ob durch eine Revolution von innen oder einen Angriff von Außen: Das Ende des fortgesetzten Mordens durch das iranische Regime ist gewaltfrei nicht zu haben. Gewalt ist nur durch Gewalt zu begrenzen. Bei einem Krieg würden übrigens nicht nur Iraner sterben, sondern auch Israelis und evtl., wenn beteiligt, auch Amerikaner. Aber es ist ein Irrglaube, diese Opfer durch falschen Frieden mit einem nicht friedlichen Regime vermiden werden könnten. Im Endeffekt kommen womöglich noch viel mehr Menschen zu Schaden, wenn man das Regime weitermachen lässt. Das ist für mich die wirkliche Geringschätzung von Menschenleben.
Ganz davon abgesehen liegt die unterschiedliche Bedeutung der Toten nicht zuletzt darin, ob ihnen noch etwas abgewonnen werden kann. Es gibt ja Gründe, warum mancher Toten mehr gedacht wird als anderer. Das liegt nicht daran, dass der eine Mensch mehr zählt oder wert ist als der andere, sondern weil eben unterschieden werden muss, zu welchem Zweck etwas geschieht. Die Vernichtungsantisemiten von Hamas und Hizbollah, also der kriegerische Teil des Irans, versuchen so viele Juden zu töten, wie sie können mit dem Ziel der Vernichtung. Führen Länder wie ISrael oder die USA Krieg, dann wird dabei versucht, ein militärisches Ziel mit wenigen Opfern zu erreichen. Es wird keiner bestreiten können, dass das eine andere Art der Kriegsführung ist. Das ändert an den Toten nichts und jeder ist zuviel, aber das macht doch einen ganz gewaltigen Unterschied. Und nicht deswegen, weil einer Jude ist und einer Moslem, sondern weil die eine Art der Kriegsführung sinnvoll und vernünftig ist, diejenige aber, die auf Vernichtung um den Preis der Selbstvernichtung zielt, totalen Krieg und Slebstmordattentat beinhaltet, purer Wahnsinn ist und gestoppt werden muss.
Auch wenn also Mensch gleich Mensch ist, ist Toter nicht gleich Toter und Kriegsopfer nicht gleich Kriegsopfer. Das wäre übrigens dasselbe, wenn der Iran nicht Israel, sondern dem sunnitischen Saudi-Arabien mit Vernichtung drohen würde.