Allgemeiner Politik Thread

Kabarettisten sind oft einseitig, weil viele eine klare Meinung haben. Wenn man die dann pointiert, klingt es im Stand-Up einseitig.

Was stört dich bei Hagen Rether konkret?
 
Eben genau das, was ich sagte. Es ist nicht nur eine Meinung, die der durchzudrücken versucht. Auch wenn Rether es geschickt so aussehen lässt.
 
Mir gefallen die politischen Kaberettisten heutzutage eher selten, obwohl ich an dieser Art von Unterhaltung Gefallen finde. Aber wenn man so hervorragende Kaberettisten wie Dieter Hildebrand, Thomas Freitag, Stephan Wald (hervorragender Imitator von Helmut Kohl), Bruno Jonas und Dieter Hallervorden über viele Jahre gesehen hat, dann schient die Meßlatte auch wohl sehr hoch zu hängen.
 
Natürlich sollte man sich über den Tod eines Menschen nicht freuen, aber für Libyen und die Welt im allgemeinen wäre das ganz sicher keine schlechte Nachricht, wenn es sich bewahrheitet.
 
Der Artikel, der bereits im worum heisse Diskussionen in Gange brachte.

Hier anscheinend nicht :D An sich ein interessantes Thema, allerdings sagt der Autor irgendwie nicht viel, was mir neu waere :confused: War es der Artikel der so fuer Furore sorgte, oder die Blogeintraege? Bei letzterem koennte ich das ja verstehen, aber wie bereits gesagt den Rahmenartikel drumherum finde ich jetzt nicht so aussergewoehnlich.
 
Nö, den ursprünglichen Blogeintrag fand man normal. Ich sehe es eher wie Du, der Rahmenartikel ist nicht sehr aufregend, der sagt nur das was dazu zu sagen ist. Interessant ist lediglich, dass dies in der allgemeinen Reaktion genau andersherum war.
 
Natürlich sollte man sich über den Tod eines Menschen nicht freuen, aber für Libyen und die Welt im allgemeinen wäre das ganz sicher keine schlechte Nachricht, wenn es sich bewahrheitet.

Ob das was in Libyien gerade passiert gut ist, muss man leider mittlerweile anzweifel. Denn das, was ich aus dem Land die letzten Wochen gehört habe, zeigt doch, dass diese Übergangsregierung Gaddafi in Menschenrechtsverletzungen in nichts nach steht. Zudem soll die gesamte innere Sicherheitsarchitektur zusammengebrochen zu sein, sodass in weiten Teilen des Landes derzeit völlige Anrachie herrscht, während die Mitglieder des Übergangsrates den Ausverkauf des Landes voran treiben und sich dabei mächtig bereichern.
Offensichtlich ist eine Diktatur gegen eine noch schlimmere ausgetauscht worden.
 
Das Ende Gaddafis eröffnet zumindest die Möglichkeit einer Verbesserung. Ob sie genutzt wird, ist noch unklar, aber mit Gaddafi hätte es nicht einmal eine theoretische Möglichkeit gegeben.
 
Das Ende Gaddafis eröffnet zumindest die Möglichkeit einer Verbesserung. Ob sie genutzt wird, ist noch unklar, aber mit Gaddafi hätte es nicht einmal eine theoretische Möglichkeit gegeben.

Der Unterschied ist, dass man bei Gaddafi wusste was man hatte und das Volk in einer relativen Sicherheit, wenn auch in Unfreiheit gelebt hat. Und Gaddafi ist nicht so ein Schlechter gewesen wie ein Saddam Hussein. Das sollte man da nicht vergessen.
Derzeit herrscht in Libyen wohl das totale Chaos, die Clans kämpfen um ihren Anteil am Kuchen. Die Chance auf Verbesserungen ist bereits mit der Anerkennung des Übergangsrates als Regierung Libyens durch Teile der "Internationalen Gemeinschaft" wieder dahin. Wie gesagt eine Diktatur durch eine noch schlimmere ausgetauscht. Kein Sieg des Volkes.
 
Was genau bringt dich zu der Ansicht, dass der Übergangsrat noch schlimmer sei als Gaddafi?

Das, was mir Bekannte, die in Libyen gearbeitet haben bzw. jetzt wieder da waren, berichtet haben. Die Säuberungen sind brutal. In Libyen gibt es viele Schwarzafrikaner, die als Gastarbeiter dort waren oder sind, die derzeit wie Vieh verfolgt und massakriert werden, da Gaddafi auch schwarzafrikanische Söldner engagiert hatte.
Gleichzeitig gibt es Plünderungen, Morde, Vergwaltigungen en Masse durch die Truppen der sog. Befreiungsbewegung. Man kann es wohl als vom Regen in die Traufe kommen bezeichnen.
 
Das, was mir Bekannte, die in Libyen gearbeitet haben bzw. jetzt wieder da waren, berichtet haben. Die Säuberungen sind brutal. In Libyen gibt es viele Schwarzafrikaner, die als Gastarbeiter dort waren oder sind, die derzeit wie Vieh verfolgt und massakriert werden, da Gaddafi auch schwarzafrikanische Söldner engagiert hatte.
Gleichzeitig gibt es Plünderungen, Morde, Vergwaltigungen en Masse durch die Truppen der sog. Befreiungsbewegung. Man kann es wohl als vom Regen in die Traufe kommen bezeichnen.


Sehe ich ähnlich, die werden es nicht packen. Die Clans werden sich jetzt solange untereinander bekämpfen bis nicht mehr viele Lybier übrig sind. Es geht doch am Ende doch wieder nur ums Geld, ruhig wird es da erst wieder wenn ein neuer Diktator die Macht übernimmt.
Da brauch man sich keine Illusionen hingeben, Demokratie wird es in afrikanischen Ländern wahrscheinlich nie geben.

Gaddafi war wie Hussein mit Sicherheit wie die Cholera, aber alles was danach kommt kann nur die Pest sein.
 
Das klingt ohne Zweifel sehr schlimm, aber woraus leitest du die Gewissheit ab, dass das ein dauerhafter Zustand ist?

Weil Libyen eine Kunstgebilde ist. Es ist eigentlich ein Stammesland. Gaddafi hatte es einigermaßen gut verstanden die Stämme in den früheren Jahren an den Einkünften und der Macht partizipieren zu lassen.

Man muss sich die Revolution ja mal genau anschauen. Zunächst einmal sind Menschen, motiviert durch die Vorkommnisse in den Nachbarländern, auf die Straße gegangen. Dann haben aber recht schnell bestimmte bisher eher benachteiligte Stämme ihre Chance gesehen die Macht zu übernehmen. Mit diversen Versprechen in Richtung NATO-Staaten, also die Öllizenzen, hat man sich deren Unterstützung gekauft. Derzeit sitzen diese Leute an der Macht in Tripolis. Wird aber kein Dauerzustand sein, denn da wo Gewinner sind, sind auch verlierer. Und wie man hört hat der Stamm Gaddafis ein großen Teil der Gold- und Dollarreserven in Sicherheit gebracht. Die werden sich auch nicht durch den Tod Mummar Al Gaddafis so einfach geschlagen geben. Zudem genießt dieser Stamm und deren Allierte in vielen afrikanischen Staaten hohes Ansehen und sie haben viel Unterstützung. Wir werden nur ein einigermaßen stabiles Gebilde dort sehen, wenn westliche Truppen, ähnlich wie im Irak, den Status quo auf unabsehbare Zeit absichern. Tun sie es nicht wird Libyen ähnlich wie Somalia zum failed State.
Und wenn man in den Irak schaut, so muss man eben auch sagen, dass die Zentralregierung in den einzelnen Provinzen auch nur eingeschränkt Macht ausüben kann. Für Sicherheit sorgen da auch heute noch eher Bürgerwehren, die versuchen ihre Familien zu schützen. Bis heute ist der Irak, ein wesentlich stabileres Grundgebilde als Libyen, nicht ruhig.

Man wird sehen welche Szenario eintreten wird. Aber der gemeinsame Feind ist jetzt erstmal weg und jetzt gehts ums Verteilen des Kuchens. Und das wird unglaublich spannend, weil schon viel vom Kuchen vergeben ist.
 
Ich teile die Skepsis bezüglich der Rebellen. Aber was in mittelfristiger Zukunft aus Libyen wird, kann heute noch niemand seriös vorhersagen. Und Gaddafi war ein Schlächter und Terrorpate, der tausende auf dem Gewissen hat. Sein Ende ist und bleibt erfreulich. Allerdings bietet jede Veränderung und jeder Umsturz nicht nur Chancen, sondern auch Risiken, das ist klar. Der Sturz eines Schurken muss nicht zu verbesserungen führen, aber, da hat der Niedersachse völlig Recht, er ist die Voraussetzung dafür, dass es überhaupt die Möglichkeit einer Verbesserung gibt.
 
Ich teile die Skepsis bezüglich der Rebellen. Aber was in mittelfristiger Zukunft aus Libyen wird, kann heute noch niemand seriös vorhersagen. Und Gaddafi war ein Schlächter und Terrorpate, der tausende auf dem Gewissen hat. Sein Ende ist und bleibt erfreulich. Allerdings bietet jede Veränderung und jeder Umsturz nicht nur Chancen, sondern auch Risiken, das ist klar. Der Sturz eines Schurken muss nicht zu verbesserungen führen, aber, da hat der Niedersachse völlig Recht, er ist die Voraussetzung dafür, dass es überhaupt die Möglichkeit einer Verbesserung gibt.

Wie gesagt in meinen Augen ist diese Chance, dass es Verbesserungen gibt bereits so gut wie gescheitert. Da eine Diktatur durch eine andere ersetzt wurde. Bin mal gespannt was passiert, wenn die Euphorie, ob der Absetzung des alten Regimes, verflogen ist.
Im ürbigen: Damit wir uns nicht missverstehen ich bin froh, dass Gaddafi weg ist. Bei mir überwiegt derzeit nur die Sorge, dass es noch schlimmer wird.

Zumindest nicht in den islamischen Ländern...


Genau. :rolleyes:
 
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