Allgemeiner Politik Thread

Für uns, die wir sehr stark vom Export abhängig sind, wäre es fatal, wenn der Euro wieder abgeschafft werden würde.

Stimmt doch gar nicht, vor der Einführung des Euros waren wir Exportweltmeister. Natürlich würde die DM eine Aufwertung erhalten, aber unsere Produkte sind weiterhin gefragt, die Lohnstückkosten konstant niedrig und dieses Szenario gefällt mir besser, als die Verschuldung auf Jahrzehnte.
 
1. Die ÖR´s müssen aber unabhänig von Quoten agieren, dies wird durch die Gebühren gesichert.

2. Die Privaten sehe ich nicht, aber die ÖR haben Planungssicherheit und müssen mit Sicherheit nicht an dieser Stelle sparen.

3. Die ÖR´s erhalten rund 8 Milliarden aus Gebühren und noch eine Menge Geld aus der Werbung (wozu eigentlich). Nehmen wir z.B. den WDR, der hat Studios in Düsseldorf, Aachen, Köln, Bonn, Dortmund, Bielefeld usw. Ich bin zwar für Pluralismus, aber hier habe ich eher das Gefühl, dass die eigentlich gute Idee der Grundversorgung der Bürger mit "ordentlichen Nachrichten" arg strapaziert wird. Verglichen mit England - hier spielen nur BBC und Fox eine Rolle, ist Deutschland absolut überversorgt.

4. Ich bin keinesfalls für die Abschaffung der ÖR´s, jedoch für die Reduzierung auf das Notwendige und gleichzeitiger Gebührenreduzierung. Des Weiteren halte ich die neue Regelung ab 2013 für anmassend, ich kenne Leute ohne Fernseher und die sollen zahlen. Weiterhin werden die Gewerblichen jetzt pro Filiale geschröpft, was einer Verdopplung der Einnahmen bedeutet.
 
1. Die ÖR´s müssen aber unabhänig von Quoten agieren, dies wird durch die Gebühren gesichert.

Eben nicht. Die Grundfinanzierung wird zwar über die Gebühren gesichert, aber die Werbeeinnahmen richten wie bei den Privaten nach den Einschaltquoten.

3. Die ÖR´s erhalten rund 8 Milliarden aus Gebühren und noch eine Menge Geld aus der Werbung (wozu eigentlich).

Vllt. um wirtschaftlich zu überleben bzw. das die Gebühren nicht noch weiter in die Höhe schnellen? Oder meinst Du, daß Werder Bremen oder ein anderer Fußballclub auf Werbeeinnahmen verzichten kann, weil man ja Geld u.a. aus Ticketverkäufen, TV-Übertragungen und Merchandising generiert?

Nehmen wir z.B. den WDR, der hat Studios in Düsseldorf, Aachen, Köln, Bonn, Dortmund, Bielefeld usw. Ich bin zwar für Pluralismus, aber hier habe ich eher das Gefühl, dass die eigentlich gute Idee der Grundversorgung der Bürger mit "ordentlichen Nachrichten" arg strapaziert wird. Verglichen mit England - hier spielen nur BBC und Fox eine Rolle, ist Deutschland absolut überversorgt.

Nein, weil diese Lokalredaktionen auch über Nachrichten/Ereignisse aus der Region berichten, und das ist mehr "nachrichtenlike" als wenn z.B. RTL II über irgendwelche Trennungen vom Promis berichten, so etwas gehört imho in ein entspechendes Magazin aber nicht in eine Nachrichtensendung.

Apropos England bzw. vielmehr Großbritannien: die englische Regierung plant für 2015 die Einführung von Regionalprogrammen Quelle BBC News
 
1. Die Grundfinanzierung müsste eben voll ausreichend sein, wozu benötigt man noch Werbung, die doch eigentlich den Privaten vorbehalten sein sollten. Letztere beschweren sich zurecht über diesen Umstand und auch die Tatsache, dass die ÖR´s immer mehr in ihren (Privaten) Gefilden wildern.

2. Wenn sich die ÖR´s schon aus Zwangsabgaben finanzieren und letztere doch ziemlich sicher sind, dann muss man eben die Ausgabenseite reduzieren. Niemand hat verlangt, dass die Ausbreitung auf 22 Sender notwendig ist, um die Grundversorgung - und um mehr geht es nicht - zu garantieren. Werbung gehört ausschliesslich in den privaten Sektor.

3. Es handelt sich aber um Redaktionen mit eigenen Standorten und nicht um einen Standort, der unterschiedliche Regionen bedient. Eine Kurzfassung aller o.g. Gebiete würden vollkommen ausreichen, zumal die meisten Tageszeitung ja bereits Regionalversorger sind.

Abwarten was die BBC wirklich machen wird, letztendlich sind das nur Absichtserklärungen und keine Fakten wie hier in D.
 
Die Grundfinanzierung wird zwar über die Gebühren gesichert, aber die Werbeeinnahmen richten wie bei den Privaten nach den Einschaltquoten.

Für die Kosten eines Werbespots sowohl bei den Ö-R, als auch bei den Privaten, ist meines Wissens der so genannte Marktanteil entscheidener als die Einschaltquote.

Völlig absurd ist es, dass dabei häufig von der "werberelevanten Zielgruppe zwischen 7 bis 49 Jahren" gesprochen wird. Menschen im Alter von 50+ scheinen in den Augen der Wirtschaft anscheinend nichts mehr zu konsumieren.
 
Für die Kosten eines Werbespots sowohl bei den Ö-R, als auch bei den Privaten, ist meines Wissens der so genannte Marktanteil entscheidener als die Einschaltquote.

Es ist die Einschaltquote - 3. Absatz ;)


Völlig absurd ist es, dass dabei häufig von der "werberelevanten Zielgruppe zwischen 7 bis 49 Jahren" gesprochen wird. Menschen im Alter von 50+ scheinen in den Augen der Wirtschaft anscheinend nichts mehr zu konsumieren.

Seltsamerweise ist dieses Denken weit verbreitet. Es hat sich wohl bis dorthin noch nicht rumgesprochen, daß die geburtstarken Jahrgänge der zweiten Hälfte der 1950er sowie die kompletten 1960er bereits >50 sind bzw. hart darauf zugehen.
 
1. Die Grundfinanzierung müsste eben voll ausreichend sein, wozu benötigt man noch Werbung, die doch eigentlich den Privaten vorbehalten sein sollten.

Damit teure Lizenz- bzw. Produktionskosten bezahlbar werden . Die Bundesliga-Rechte der Sportschau kosten die ARD derzeit pro Jahr 100 Mio. Euro, willst du da auf Werbung zur teilweisen Refinanzierung verzichten?

Außerdem dürfen ARD+ZDF pro Werktag nur 20 Minuten Werbung machen, das wird die Privaten nicht wirklich stören.
 
Damit teure Lizenz- bzw. Produktionskosten bezahlbar werden . Die Bundesliga-Rechte der Sportschau kosten die ARD derzeit pro Jahr 100 Mio. Euro, willst du da auf Werbung zur teilweisen Refinanzierung verzichten?

Außerdem dürfen ARD+ZDF pro Werktag nur 20 Minuten Werbung machen, das wird die Privaten nicht wirklich stören.

Ich würde auf unnütze Formate verzichten, die ARD Sportschau sehe ich schon lange nicht mehr (wozu auch, habe LIGA-TOTAL). Gut verzichten kann ich auf diverse Kochshows, divers Arztsendungen, diverse Zoosendungen etc., hat alles nichts mit Grundversorgung zu tun.

Die ÖR´s dürfen täglich und pro Stunde (bis 20:00 Uhr) 12 Minuten Werbung zeigen, die von Dir genannten 20 Minuten stellen den täglichen Durchschnitt dar - und ja, darauf kann ich gut verzichten.
 
Ich würde auf unnütze Formate verzichten, die ARD Sportschau sehe ich schon lange nicht mehr (wozu auch, habe LIGA-TOTAL). Gut verzichten kann ich auf diverse Kochshows, divers Arztsendungen, diverse Zoosendungen etc., hat alles nichts mit Grundversorgung zu tun.

Mag ja sein, dass du persönlich auf diese Dinge verzichten kannst, aber deinen individuellen Geschmack zum Maßstab für das komplette Fernsehprogramm erklären zu wollen, ist reichlich dreist. Grundversorgung heißt auch, ein Angebot für verschiedene Geschmäcker zu schaffen, auch wenn das nun mal nicht komplett deinen Geschmack trifft.
 
Mag ja sein, dass du persönlich auf diese Dinge verzichten kannst, aber deinen individuellen Geschmack zum Maßstab für das komplette Fernsehprogramm erklären zu wollen, ist reichlich dreist. Grundversorgung heißt auch, ein Angebot für verschiedene Geschmäcker zu schaffen, auch wenn das nun mal nicht komplett deinen Geschmack trifft.

Grundversorgung heisst für mich - und so lautet der Auftrag - auf das Wesentliche zu konzentrieren. Deiner Diktion folgend, haben die Menschen vor 20 Jahren mit 3 Sendern keine Grundversorgung erhalten und daher mussten sich die ÖR´s auf 22 Sender ausdehnen. Wozu muss ein Tatort am gleichen Abend nochmals bei Eins Festival laufen ? Wozu läuft der Presseklub im ARD und gleichzeitg (zumindest 45 Minuten) auf Phoenix ? Gegen Pluralismus ist nichts einzuwenden, aber Grundversorgung sieht halt anders aus. Letztendlich möchte ich als mündiger Bürger selber bestimmen können, welche Sendungen ich in solch einem überbordenden und sich selbstversorgendem System sehen möchte und welche nicht. Wenn sich die ÖR´s dem Wettbewerb stellen müssten, würden sie sehr bald zum Nischenanbieter, wenn nicht gar obsolet.
 
Grundversorgung heisst für mich - und so lautet der Auftrag - auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Für dich mag das so sein, aber deine Meinung interessiert in diesem Fall nicht. Das Bundesverfassungsgericht hat bereits 1986 entschieden, dass die Grundversorgung eben kein Minimalangebot sein soll, sondern "die essentiellen Funktionen des Rundfunks für die demokratische Ordnung ebenso wie für das kulturelle Leben in der Bundesrepublik." Nachzulesen ist das unter anderem hier: Klick! Was nun genau essentiell bedeutet, ist Gegenstand ausgiebiger Debatten, aber ein Rudimentärangebot ist nicht gemeint.

Deiner Diktion folgend, haben die Menschen vor 20 Jahren mit 3 Sendern keine Grundversorgung erhalten und daher mussten sich die ÖR´s auf 22 Sender ausdehnen.

Wo genau liest du das aus meinen Worten heraus? Ohnehin ist diese Aussage Blödsinn, denn die Ansprüche der Zuschauer haben sich in den vergangenen 20 Jahren erheblich geändert, und damit auch das, was alles als essentiell zu gelten hat. Auch zu diesem Punkt hat sich das Bundesverfassungsgericht 1991 geäußert und festgestellt, dass die Grundversorgung ein dynamischer Begriff ist. Darüber hinaus hat das Gericht den öffentlich-rechtlichen Sendern eine Bestands- und Entwicklungsgarantie zugestanden, nach der sie alle programmlichen und technischen Weiterentwicklungsmöglichkeiten nutzen dürfen - insbesondere dann, wenn es um ihren Auftrag zur Grundversorgung gilt.

Wozu muss ein Tatort am gleichen Abend nochmals bei Eins Festival laufen ? Wozu läuft der Presseklub im ARD und gleichzeitg (zumindest 45 Minuten) auf Phoenix ? Gegen Pluralismus ist nichts einzuwenden, aber Grundversorgung sieht halt anders aus.

Was spricht dagegen, wenn eine Sendung mehrfach gesendet wird, um sie einer größeren Zahl von Menschen zugänglich zu machen? Vor allem, wenn sie - wie du - selbst entscheiden möchten, welchen Sender sie wann anschauen?

Letztendlich möchte ich als mündiger Bürger selber bestimmen können, welche Sendungen ich in solch einem überbordenden und sich selbstversorgendem System sehen möchte und welche nicht.

Ja, und? Inwiefern ist deine Mündigkeit denn bedroht, wenn es Sender gibt, die du dir gerade nicht ansiehst?

Wenn sich die ÖR´s dem Wettbewerb stellen müssten, würden sie sehr bald zum Nischenanbieter, wenn nicht gar obsolet.

Das mag dir entgangen sein, aber die von dir so verachteten Sender stellen sich bereits seit Jahren dem Wettbewerb um Zuschauer und Werbekunden. Und trotzdem bieten sie neben der quotenträchtigen Massenware auch Sendungen, die nur für ein begrenztes Publikum von Interesse sind, aber dennoch die inhaltliche Programmvielfalt erhöhen. Dass das nicht immer deinen Geschmack trifft, ist dabei überhaupt nicht von Belang.
 
Eigentlich wollte ich mich dazu heute nicht mehr äußern. Aber eine Anmerkung nur zu der Sache:

Ja, und? Inwiefern ist deine Mündigkeit denn bedroht, wenn es Sender gibt, die du dir gerade nicht ansiehst?

Die Mündigkeit ist dadurch eingeschränkt, dass ich das Angebot kaufen "muss". Auch wenn ich dieses Angebot nicht wahrnehmen will.

Ich weiss nicht mehr woher folgendes Zitat im Original stammt, habe es jetzt mal bei Facebook abgeschrieben:

Ich soll also Gebühren dafür zahlen, dass ich ein internetfähiges Gerät besitze, auch wenn ich gar keinen Internetanschluss habe? Tja, dann werde ich mal ganz schnell Kindergeld beantragen. Ich habe zwar noch keine Kinder, aber das Gerät ist vorhanden.
 
Es geht um die Struktur und die Finanzierung der ÖR in Deutschland im allgemeinen.

Die Diskussion habe ich ja angestoßen, weil ich es persönlich völlig daneben fand, dass in Libyen gerade Weltgeschichte passiert und kein deutscher ÖR-Sender einem aktuelle Infos geliefert hat.
Wobei die Gebühren eben vor dem Hintergrund, dass ich das Porgramm der ÖR vielleich zu 5 % (was ich schon für hochgegriffen halte, da ich ja eigentlich äußerst selten mal Radio höre) in Anspruch nehme, ich aber 100% zahlen muss, für eine Unverschämtheit halte. Insbesondere dann, wenn sie nicht mal in der Lage sind auf wichtige Geschehnisse auf diesem Planeten einzugehen, weils unterirdischste Boulevardmagazine oder Seifenopern (wie ich mir mittlerweile habe sagen lassen, war es wohl sogar eine Wiederholung vom Vortag) mein zeigen zu müsse.

Aber wie gesagt, da läuft so einiges schief bei den ÖR.
 
Wobei die Gebühren eben vor dem Hintergrund, dass ich das Porgramm der ÖR vielleich zu 5 % (was ich schon für hochgegriffen halte, da ich ja eigentlich äußerst selten mal Radio höre) in Anspruch nehme, ich aber 100% zahlen muss, für eine Unverschämtheit halte.

Das kann ich verstehen, aber es bleibt die Frage, wie es anders zu lösen sein soll. Wenn es Geld nur nach tatsächlicher Nutzung geben soll, ist der Grundversorgungsauftrag jedenfalls nicht einzuhalten. Eine Reform dahingehend, dass die Gebühr nach Haushalten und nicht mehr nach Geräten abgerechnet wird, fände ich wesentlich sinnvoller.
 
Eigentlich wollte ich mich dazu heute nicht mehr äußern. Aber eine Anmerkung nur zu der Sache:



Die Mündigkeit ist dadurch eingeschränkt, dass ich das Angebot kaufen "muss". Auch wenn ich dieses Angebot nicht wahrnehmen will.

Ich weiss nicht mehr woher folgendes Zitat im Original stammt, habe es jetzt mal bei Facebook abgeschrieben:

Zumindest einer der es im Prinzip verstanden hat, andere lustige Kollegen stehen eher auf staatlich installierte Zwangsbeglückung und finden letzteres ganz normal. Ohne Wettbewerbsdruck wird selbst die 100ste Kochshow als systemimmanent erachtet, armes Deutschland.
 
Das kann ich verstehen, aber es bleibt die Frage, wie es anders zu lösen sein soll. Wenn es Geld nur nach tatsächlicher Nutzung geben soll, ist der Grundversorgungsauftrag jedenfalls nicht einzuhalten. Eine Reform dahingehend, dass die Gebühr nach Haushalten und nicht mehr nach Geräten abgerechnet wird, fände ich wesentlich sinnvoller.

Wie abgerechnet wird ist am Ende des Tages egal.
Zunächst einmal sollte mal klargestellt werden, was denn nun der tatsächliche Auftrag der ÖR ist. Also was diese mindestens bieten müssen (da gibt es eigentlich schon auch richterlich festgesetzte Untergrenzen) und was sie tatsächlich noch anbieten sollten.

Der Streit entzündet sich an drei Punkten:

1. Die GEZ. Die kann man allerdings nach dem vorgeschlagenen Modell der Haushaltsabgabe einstampfen. Wobei die Haushaltsabgabe so organisiert sein muss, dass sie nicht zu sehr die Rechte der Bürger verletzt. Das derzeitige Gesetzesvorhaben ist dahingehend höchst fragwürdig.

2. Wie hoch sollten die Gebühren sein und was darf davon noch finanziert werden. Es ist äußerst fragwürdig, wenn man weiss, dass ein nicht unerheblicher Teil der Intendanten der ÖR besser bezahlt werden als der Bundeskanzler. Hinzu kommen die astronomischen Gehälter für Showmaster.
Was soll das Programm inhaltlich bieten? Und hier gibt es ja äußerst unterschiedliche Auffassungen. Das BVerfG hat zwar einige Grenzen eingezogen, aber damit ist der Streit ja noch lange nicht vom Tisch. Problematisch wird es eben, dann wenn der Grunauftrag der Information teilweise in den Hintergrund rückt und dafür mehr Quotenprogramm gemacht wird.

3. Die Frage der politischen Neutralität in der Berichterstattung.


Um es kurz zu sagen: Für die ör Rundfunkanstalten gilt das gleiche wie für die Kirchen. Sie verlangen einen vollwertigen (Grund-)Rechtsschutz, aber gleichzeitig möchten sie bevorzugte Ausnahmebehandlungen. Und hier liegt für mich persönlich das große Problem.
 
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