Ein Problem ist die Unausgewogenheit gegenüber den internationalen Top-Ligen bzw Top-Vereinen. In Frankreich, England, Spanien oder Italien gibt es die 50+1-Regel nicht, also werden einige Vereine dort mit Geld zugeschmissen und kaufen sich infolgedessen jeden halbwegs talentierten Spieler. Daraus ergibt sich zwingend, dass die deutschen Vereine bestenfalls für zwei, drei Jahre echte Topspieler unter Vertrag halten können, bevor sie verkauft werden. Mit Ausnahme von Bayern. Auch Dortmund kann Spieler wie Bellingham, Haaland oder Sancho nicht wirklich lange halten, jedenfalls nicht lange genug, um sich als dauerhafte Konkurrenz von Bayern zu etablieren.
Solange die 50+1-Regel bestehen bleibt, wird die Schere zwischen den europäischen Topclubs und denen in Deutschland weiter auseinander gehen. Eine Frage wird sein, wie lange Bayern dieser Entwicklung widerstehen kann. Eine andere, ob Dortmund irgendwann vielleicht doch genug Geld hat, um ein ähnliches System wie Bayern aufzubauen.
Man wird sich wohl entscheiden müssen in Deutschland. Will man die 50+1-Regel aufrecht halten, was natürlich im Sinne des Vereinslebens wäre und den Ausverkauf einiger Vereine verhindert, aber die Schere weiter auseinandergehen lässt. Oder will man international erfolgreich sein, kippt die Regel und bekommt dafür eine handvoll (oder mehr) Vereine, die irgendwelchen einzelnen Unternehmern gehören oder Investmentfonds oder sonstwem.