Auch wenn DFB/DFL sowie das Gros der Profivereine in Deutschland, vor allem die Traditionsclubs es nicht wahrhaben wollen, so werden sie den Spagat zwischen Beibehaltung der 50+1 sowie nationaler und internationaler Wettbewerbsfähigkeit nicht hinbekommen. Nicht nur wegen der 50+1 an sich, die durch die Ausnahmeregelungen für die Unternehmens- und Mäzenenvereinen ohnehin verwässert wurden. Sondern v.a. deshalb, weil besonders bei den einst erfolgreichen Traditionsvereinen diese mit ihrem vereinsmeierischen Strukturen, Denk- und Handlungsweisen einen zu großen Einfluss auf die ausgegliederten Profiabteilungen haben, die unter kaufmännischen Aspekten strukturiert, organisiert und geführt werden müssen. Es ist mMn kein Zufall, dass mit Beginn des Turbo-Kapitalismus im Fußball Anfang der 1990er Jahre, beschleunigt durch das Bosman-Urteil 1995, große Traditionsclubs 1.FC Köln, Eintracht Frankfurt, 1.FC Kaiserslautern, Borussia Mönchengladbach, VfB Stuttgart, Hamburger SV und zuletzt Schalke 04 und Werder Bremen nach Jahrzehnte langer Erstligazugehörigkeit mindestens 1x aus der 1. Bundesliga abgestiegen sind.