Wer liesst denn noch heutzutage?

Ich hatte mal wieder Lust, auf deutschen Cyberpunk und habe mir "Die Urlauber" von Alexander Broy zugelegt.
Ich habe ja viel Verständnis, dafür, dass kleine Verlage beim Korrekturlesen etwas sparen müssen - aber die Kommasetzung in diesem Roman ist ja völlig abstrus. Ich beginne allerdings schon, beinahe, an mir zu zweifeln, weil ich der Einzige zu sein scheine, der daran Anstoß nimmt. Habe ich, eine Rechtschreibreform verpasst? Darf man jetzt, Kommas setzen, wohin man will?

Genau wie da oben liest sich auch der Roman. Fürchterlich...
 
Krimis: spannend/ unterhaltsam
Boris Akunin: Der Tote im Salonwagen

Geschichte: interessant
Grousset: The Empire of the Steppes: A History of Central Asia

Fussi: interessant/ amüsant
Loy: Das Lexikon der Fußballirrtümer

Lesen rockt!
 
David Foster Wallace: Unendlicher Spaß (Infinite Jest) (Wenn ihr Lust auf 1600 kranke Seiten US-Literatur habt, bitte. Geht um Tennis, Drogen, Leben und den ganzen Rest. Die deutsche Übersetzung ist, so weit ich weiß, erst im vergangenen Jahr erschienen, der arme Übersetzer, Ulrich Blumenbach hat sechs Jahre (!) dran gesessen und dafür den unglaublich bescheidenen Pauschalbetrag von ca. 50.000 Euro erhalten...)

Von David Foster Wallace kenne ich "Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich". Dort checkt er im Auftrag einer Zeitung auf einem Kreuzfahrtschiff ein und führt auf eine zynische Art Protokoll über die absurden Geschehnisse an Bord und auf den Landgängen.

Ist schon ganz amüsant geschrieben...
 
Moin,

Bücher. Gut. Zeitungen. Gut. Alles, was sich umblättern lässt, nicht im Dunkeln leuchtet und statt umblättern Seiten runterscrollt. Sehr gut.

Allerdings muss ich mich hier kurz als kleinen Gegenpol zur Stieg Larsson-Fankurve etablieren:
Das sind in meinen Augen solide Krimis in klassischer schwedischer Machart (wobei ich die Mankell-Schinken um Längen besser finde). Ich habe nur Verblendung gelesen und da hat mich der Hauptplot tatsächlich einigermaßen gefesselt (wenn ich ihn auch relativ schnell durchschaubar fand), der ganze wirtschaftskriminelle Nebenstrang, dem Anfang und Ende gewidmet sind, hat mich allerdings genervt (weil das eben auch so an die klassischen skandinavischen Krimis gemahnt, die ohne eine gehörige Portion Gesellschafts-, Wirtschafts, und/oder Politikkritik nicht auskommen wollen). Ohne Zweifel hat Larsson da interessante Charaktere geschaffen, die in mehr oder weniger komplizierten Fällen wider die unendlich böse Welt mit zuweilen zweifelhaften Waffen zu Werke gehen. So unglaublich gut wie gern behauptet sind die Bücher für mich allerdings nicht. Im Endeffekt kann ich also den Hype um Larsson nicht ganz nachvollziehen, der wird sicherlich auch geschickt durch seine Lebensgeschichte gespeist, die so ganz wie ursprünglich angenommen dann vielleicht doch nicht war (nur ein auf gewisse Art spekulativer Artikel, aber mit interessanten Aspekten):

http://www.sueddeutsche.de/kultur/787/501048/text/

Ich persönlich bin auch nicht so begeistert von Larsson. Ich hab letztens Verdammnis gelesen und ich fand ihn ok! Nicht mehr und nicht weniger. Allerdings nichts was mich wirklich gefesselt hätte! Für gänzlich überschätzt halte ich ja Hakan Nesser, was war ich enttäuscht als ich eines seiner Bücher gelesen habe. Das Non plus ultra was Skandinavische Krimis angeht sind für mich immer noch Henning Mankell und Lisa Marklund aber auch Leena Lehtolainen find ich gut! Auch gut aber sehr speziell finde ich Arto Paasilinna, ist allerdings wirklich ein wenig merkwürdig.
 
Naja ist sicher Geschmackssache wie bei allen Dingen, aber ich fand "Verblendung" saugut. Kann mir allerdings nur schwer vorstellen, dass die Nachfolger mich genauso packen werden. Daher mache ne kurze "Effekt"-Pause um dann demnächst mit "Verdammnis" fortzufahren.

Ich stehe auch auf skandinavische Krimis, vor allem von Mankell. Da ist er einfach das Nonplusultra. Åke Edwardson wäre da vielleicht noch zu nennen. Jo Nesbø - Schneemann hab ich grad geschenkt bekommen und bin schon ziemlich gespannt darauf.

Außerdem hab ich ein paar heisse Kandidaten für die Zukunft die mich interessieren. Möchte mich nicht zuschütten mit Lektüre dieser Art, daher wären Tipps sehr hilfreich.

Inger Frimansson - Der Schatten im Wasser

Johan Theorin - Öland

Yrsa Sigurdardottir - Die eisblaue Spur

Kjetil Try - Denn ihrer ist das Himmelreich

Jussi-Adler Olsen - Erbarmen

Kennt zufällig jemand was davon und kann was empfehlen?
 
@zoggg: in Anlehung an dein Benutzerbild: Hast Du seine (van Dannen) Büchlein schon gelesen?
Sind auf eine angenehme Weise herrlich "sinnfrei":D
 
@Stürmerbraut
Nicht verzagen - wahrscheinlich dürftest du mittlerweile drüber hinwegsein und hast dein "heal me" Erlebnis erfahren, oder? Leider gibts keinen streichel Smiley hier also fühl dich in Anlehnung an den Weltknuddeltag vor Kurzem von mir geknuddelt.

Hesse galt übrigens auch als ein großer Einfluß für die Beat Generation, die Beatniks - um mal ein ganz altes Thema dieses Threads wieder aufzukochen.

Die Debatte über Skandinavier Krimis finde ich sehr spannend. Ich kann da schön abseits stehen und zuhören. Habe außer einen Mankell (daneben, wie ich fand) nur die larsson Trilogie aus dem Nordischen Raum intus.
Generell ist der "Krimi" nicht so meine Baustelle. Nichtmal die Klassiker dieses Genres interesierten mich lesetechnisch wirklich. Weiß nicht warum. Aber macht mal weiter. Ist gut so.
 
Ach, der Krimi hat schon was, insbesondere, wenn man Mankell (der wirklich gut ist, nicht nur in den Wallander-Büchern, aber gerade dort, finde ich - da gibt es schon einige richtig gelungene Sachen. "Mittsommermord" fällt mir da spontan ein, "Die falsche Fährte", "Hunde von Riga". In den Büchern gefällt mir auch das, was ich bei Larsson kritisiert habe: die Zeichnung der schwedischen Gesellschaft und ihrer politischen/geistigen/ökonomischen Strömungen und sogar Abgründe. Warum mir das bei Mankell gefällt und bei Larsson nicht, kann ich schwer sagen. Ist wahrscheinlich Mankells Bonus, dass er früher da war und die Themen noch nicht so ausgelatscht). Wo war ich? Also. Insbesondere, wenn man Mankell noch die ganzen anderen zur Seite stellt. Peggy erwähnte hier auch die Namen Hakan Nesser (find ich auch langweilig!) und Leena Lehtolainen (die ist gut. Macht sogar aus Eiskunstlauf ein Krimithema, ohne dass man dabei an Tonya Harding denken müsste).

Und man kann ja das ganze sogar auf die europäische Bühne heben, dann macht das als Quervergleich unter den Autoren und ihren Sichtweisen auf das jeweilige Land, das sie beschrieben und/oder aus dem sie stammen, noch mehr Spaß. Ich denke da an Donna Leons Venedig-Krimis, die leider durch die miserablen deutschen Verfilmungen (in meinem Kopf) etwas von ihrer die Phantasie anregenden Weise verloren haben und auch thematisch nachlassen (was mir aber Absicht zu sein scheint, als Ausdruck der Hilflosigkeit der Ermittler müssen die bei Leon inzwischen häufig schon im Ansatz scheitern und nicht mehr die Tat, sondern das Scheitern wird zum Krimi. Lässt sich aber auch gut lesen, so man denn mit dem pessimistischen Weltbild einverstanden ist oder sich drauf einlassen will). Ergänzend dazu die Sizilien-Krimis von Andrea Camilleri rund um Kommissar Montalbano. Sehr schönes Kontrastprogramm zu Brunetti. Und absolut empfehlenswert, weil ein wirklich interessanter Blick auf Griechenland aus Sicht eines Autoren, der wirklich viel gesehen, gelesen und erlebt haben muss, sind die Kommissar Charitos-Romane (insbesondere "Hellas Channel" und "Live!") von Petros Markaris. Der Mann hat u.a. auch als Drehbuchautor für den ebenso hervorragenden griechischen Filmemacher Theo Angelopoulos gearbeitet und schreibt vorzügliche kleine Krimis mit einer sehr energiegeladenen, charismatischen Hauptfigur Charitos, die zwar in Tendenzen ins griechische Klischee abgleitet, aber damit noch eher den Eindruck bestätigt, dass vieles, was wir als Klischee sehen wollen, oft doch gar keines ist. (Aber ja: Gyros ist eines und das kommt auch nicht vor! Wenn ich mich recht entsinne, steht Charistos auf Hackauflauf mit Auberginen!)

Und zu den Klassikern kann ich tatsächlich auch nicht so viel sagen, bis vielleicht auf Raymond Chandlers Marlowe-Krimis, die allerdings besonders im englischen Original ein absoluter Genuss sind.
 
Ach, der Krimi hat schon was, insbesondere, wenn man Mankell (der wirklich gut ist, nicht nur in den Wallander-Büchern, aber gerade dort, finde ich - da gibt es schon einige richtig gelungene Sachen. "Mittsommermord" fällt mir da spontan ein, "Die falsche Fährte", "Hunde von Riga".

Da hast Du ja schonmal gleich die Richtigen genannt :tnx:
Ich bin da ganz bei Dir. Mankell entwickelt eine Dichte die mir einfach zusagt. Ich tu mich schwer ihn aus der Hand zu legen.

Und zu den Klassikern kann ich tatsächlich auch nicht so viel sagen, bis vielleicht auf Raymond Chandlers Marlowe-Krimis, die allerdings besonders im englischen Original ein absoluter Genuss sind.

Also einer DER Krimiklassiker schlechthin ist Mord im Orientexpress von Agatha Christie. Tolles Buch, richtig schön englisch und oldschool. Keine harte Kost, sondern eher sympathisch und "unverdorben".

Und wo Du grad Raymond Chandler ansprichst... ich hab gerade zu Weihnachten "Der große Schlaf" geschenkt bekommen, allerdings in deutscher Ausgabe.

Leena Lehtolainen wird vorgemerkt!

Ich weiss eigentlich gar nicht wann ich überhaupt die ganzen Bücher lesen soll die mich interessieren. Hab hier so allerhand neues Zeugs herumliegen, verschiedenster Art, dazu noch die ungelesenen ausm Regal ...und trotzdem halt ich schon Ausschau nach Neuem, leih mir sogar welche zwischendurch aus.

Ganz klar, mich hat das Lesefieber grad so richtig am Wickel :)
 
Aus aktuellem Anlass: Der Autor von "Der Fänger im Roggen", Jerome David Salinger, ist heute 91-jährig verstorben.

Ich gehe mal davon aus, dass das Buch hier schon besprochen worden ist. Meine Empfehlung lautet daher nur: Lesen!
 
Eurer großen Nachfrage nach Krimis und der Gleichen in allen Ehren - Aber gibt's denn tatsächlich Niemanden hier der sich noch mit philosophischer Literatur befasst - "Schrödingers Katze" mal außen vor gelassen.

Stichworte: Senneca, Nietzsche, Kant, Voltaire, Hegel, Gibran wegen mir auch Peter "die Wiederentdeckung der Libido des Denkens" Sloterdijk....???
 
naja ich lese auch sehr gerne allerdings eher solche bücher

Rechtsextremismus in der Bundesrepublik (Beck Reihe Wissen)
von Armin Pfahl-Traughber

In der NPD: Reisen in die National Befreite Zone
von Christoph Ruf

Ultrakulturen und Rechtsextremismus: Fußballfans in Deutschland und Italien
von Jonas Gabler

...und morgen das ganze Land: Neue Nazis, "befreite Zonen" und die tägliche Angst - Ein Insiderbericht
von Michael Kraske

Sprache des Rechtsextremismus: Spezifika der Sprache rechtsextremistischer Publikationen und rechter Musik
von Georg Schuppener

Neonazis in Nadelstreifen. Die NPD auf dem Weg in die Mitte der Gesellschaft
von Andrea Röpke

Verschenkte Jahre: Eine Jugend im Nazi-Haus
von Nick W. Greger

Braune Kameradschaften. Die militanten Neonazis im Schatten der NPD
von Andrea Röpke

sind halt alles eher sachbücher bzw politische Bücher in dieser Richtung
 
Eurer großen Nachfrage nach Krimis und der Gleichen in allen Ehren - Aber gibt's denn tatsächlich Niemanden hier der sich noch mit philosophischer Literatur befasst - "Schrödingers Katze" mal außen vor gelassen.

Stichworte: Senneca, Nietzsche, Kant, Voltaire, Hegel, Gibran wegen mir auch Peter "die Wiederentdeckung der Libido des Denkens" Sloterdijk....???

Ich lese den Kicker - der ist manchmal phlosophisch genug:lol:
 
..Also präventiv-Arbeit?! Das wiederum ist wohl nicht nur in deiner Region recht angebracht, sehr schön, weiter machen!:applaus:
 
@Stürmerbraut
Nicht verzagen - wahrscheinlich dürftest du mittlerweile drüber hinwegsein und hast dein "heal me" Erlebnis erfahren, oder? Leider gibts keinen streichel Smiley hier also fühl dich in Anlehnung an den Weltknuddeltag vor Kurzem von mir geknuddelt.

Hesse galt übrigens auch als ein großer Einfluß für die Beat Generation, die Beatniks - um mal ein ganz altes Thema dieses Threads wieder aufzukochen.

Aber ja! Schon lange! :) Dennoch weckt diese Musik jene uralten Gefühle von damals immer wieder. (Aber das ist wohl der falsche Thread dafür. ;))
Ach ja, danke fürs Knuddeln, das kann man immer gebrauchen, auch wenns schon vor kurzem war. ;)

Und was Hesse angeht, der wurde damals verschlungen von mir .....
Unterm Rad, Narziss und Goldmund und Steppenwolf. Interessant wäre es tatsächlich, das jetzt mal wieder nach Jahren zu lesen, was ich zum Beispiel mit Faust I vor etlichen Jahren gemacht hatte. In der Schule hatte ich damals kp davon, aber Jahre später wars total cool, das Buch mit neuem Verständnis nochmals zu lesen.

Sowas kann ich jedem(r) empfehlen. :)
 
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