Gesamtsituation der Mannschaft

Protokoll: Verletzungsaufkommen beim SV Werder Bremen​

Gegenstand: Langfristige Entwicklung des Verletzungsaufkommens, Suche nach dem Zeitpunkt der Verschlechterung Betrachtungszeitraum: Saison 2006/07 bis Saisonstart 2026/27 (20 Jahre) Stand: 02.09.2026 Erstellt von: fritzmeyer4werder

1. Zweck, Vorgehen und Grenzen​

Geprüft wird die These, dass Werder Bremen seit vielen Jahren überdurchschnittlich stark von Verletzungen betroffen ist, mit Schwerpunkt in Vorbereitung und Hinrunde — und ab wann sich diese Entwicklung nachweisbar ins Negative gedreht hat.
Datenlage über 20 Jahre — und das ist die zentrale Einschränkung:
Es gibt keine offizielle Verletzungsstatistik der Bundesliga. Die einzige über Jahre durchgehend geführte Auswertung stammte vom Portal fussballverletzungen.com, das seit 2009 Ausfalltage aller Bundesligisten erfasste (Summe der Ausfalltage geteilt durch Kadergröße). Dieses Portal ist inzwischen offline; die Daten sind nur noch über Medienberichte rekonstruierbar, die die jeweiligen Auswertungen zitiert haben.
Daraus folgt eine ehrliche Bestandsaufnahme:
  • Für 2006/07 bis 2016/17 liegen keine belastbaren Ranglisten mehr vor. Diese Lücke lässt sich mit öffentlich zugänglichen Mitteln nicht schließen.
  • Für 2017/18 bis heute liegen belastbare Werte vor, teils als Halbserien-, teils als Saisonbilanz.
  • Für 2024/25 fehlt eine Auswertung.
Belastbar ist die Rangfolge innerhalb einer Saison, nicht der Vergleich absoluter Werte über 20 Jahre hinweg (die Kadergrößen und die Zählweise änderten sich). Das Protokoll argumentiert deshalb über Ränge, Brüche und strukturelle Ereignisse — nicht über eine Zeitreihe von Einzelzahlen.

2. Befund 1 — Liga-Vergleich​

Rang 1 = wenigste Ausfalltage der Liga, Rang 18 = meiste.
SaisonWerder BremenRangBester Klub der LigaSchlechtester Klub der Liga
2006/07 – 2008/09keine Auswertung verfügbar
2009/10 – 2016/17keine Auswertung mehr abrufbar
2017/18 (Winterpause)Ø 22,27 Tage/Spieler5 von 18k. A.1. FSV Mainz 05 (Ø 40,27)
2018/19 (Hinrunde)1.142 Tage / Ø 34,6116 von 18k. A.
2018/19 (Saisonbilanz)keine Einzelangabe überliefertk. A.Hannover 96 (Ø 66,48)
2019/20Ø 69,06 Tage/Spieler18 von 18Hertha BSC (Ø 30,20)Werder Bremen
2020/21Ø 46,07 Tage/Spieler7 von 18k. A.TSG Hoffenheim (Ø 77,45)
2021/22nicht erfasst (2. Bundesliga)
2022/231.269 Tage / Ø 42,309 von 18Union Berlin (Ø 18,45)FC Augsburg (Ø 71,85)
2023/24 (Hinrunde)693 Tage / Ø 24,759 von 181. FC Heidenheim (Ø 13,79)FC Bayern München (Ø 34,96)
2024/25keine Auswertung vorliegend
2025/261.512 Ausfalltage / 184 verpasste Spiele17 von 18FC Augsburg (525 Tage / 61 Spiele)VfL Wolfsburg (1.584 / 197)
2026/27 (Vorbereitung)zeitweise 13 Profis verletzt oder krank
Quellen: 2017/18 bis 2023/24 fussballverletzungen.com (über Medienberichte belegt); 2025/26 transfermarkt.de.

3. Befund 2 — Der Zeitpunkt des Bruchs​

Das ist die Antwort auf Ihre eigentliche Frage.
Die Verschlechterung hat einen datierbaren Bruchpunkt: den Zeitraum zwischen Winter 2017/18 und Sommer 2020.
ZeitpunktPosition
Winterpause 2017/18Rang 5 von 18 — einer der gesündesten Kader der Liga
Hinrunde 2018/19Rang 16 von 18 — und in absoluten Zahlen die meisten Ausfalltage aller Bundesligisten
Saison 2019/20Rang 18 von 18 — klares Liga-Schlusslicht, Ø 69,06 Tage pro Spieler
Innerhalb von rund 24 Monaten fiel Werder von Rang 5 auf Rang 18. Das ist der mit Abstand schärfste Ausschlag im gesamten dokumentierten Zeitraum — und er widerlegt zugleich die naheliegende Annahme, es habe sich um einen langsamen, 20 Jahre andauernden Verfall gehandelt.
Warum dieser Befund Ihre Position stärkt und nicht schwächt: Ein schleichender Verfall über zwei Jahrzehnte wäre kaum jemandem zuzurechnen und ließe sich mit Verweis auf allgemeine Entwicklungen im Profifußball (Spieldichte, Terminkalender, Intensität) wegargumentieren. Ein scharfer Bruch innerhalb von zwei Jahren verlangt dagegen nach einer konkreten Ursache: einer Entscheidung, einem Personalwechsel, einer geänderten Arbeitsweise. Wer dieses Protokoll vorlegt, sollte genau darauf zielen — nicht auf „das war schon immer so".
Seit diesem Bruch ist das Niveau nie wieder stabil gut geworden. Es schwankt zwischen Mittelfeld (Rang 7 bis 9) und Extremwerten (Rang 17 bis 18). Verbesserungen hielten jeweils nur ein bis zwei Spielzeiten.

4. Befund 3 — Die strukturelle Vorgeschichte 2009 bis 2020​

Hier liegt der einzige Befund, der tatsächlich weit zurückreicht — und er betrifft die medizinische Infrastruktur.
JahrVorgang
1986 / 1990Werder gründet das SporThep Werder — ein vereinseigenes sportmedizinisches und therapeutisches Rehabilitationszentrum direkt im Weserstadion. Initiator ist Präsident Dr. Franz Böhmert; die Einrichtung gilt als Pionierprojekt, das 1994 sogar auf einem internationalen sportmedizinischen Kongress des FC Barcelona vorgestellt wird.
2009Das SporThep verlässt das Weserstadion und zieht an das Klinikum Links der Weser. Zwei Begründungen finden sich in den Quellen: der Verein nennt Umbaumaßnahmen in der Westkurve; der langjährige ärztliche Leiter Dr. Götz Dimanski (1991–2012) spricht rückblickend von einer „nach dem Tod von Dr. Böhmert geänderten Vereinspolitik".
01.10.2011Fusion: Die Sporthep Werder GmbH verschmilzt mit der Rehazentrum Bremen GmbH und tritt fortan als „Rehazentrum Bremen" auf. Das Zentrum wird später hundertprozentige Tochter des Klinikverbunds Gesundheit Nord. Werder besitzt damit keine eigene Reha-Einrichtung mehr. Der damalige Geschäftsführer Sport Klaus Allofs kündigt an, „perspektivisch" wieder eine enge Anbindung an das Spiel- und Trainingszentrum am Weserstadion herzustellen.
2012Dr. Dimanski beendet nach 21 Jahren die ärztliche Leitung.
2020Erst jetzt entsteht wieder eine permanent besetzte sportmedizinische Praxis im Weserstadion (Turm 3, in Kooperation mit der Paracelsus-Klinik) — als Reaktion auf die Rekordsaison 2019/20.
Bewertung: Zwischen 2009 und 2020 lagen elf Jahre, in denen Werder über keine eigene sportmedizinische Reha-Einrichtung am Trainingsstandort verfügte. Die 2011 angekündigte Wiederanbindung wurde erst neun Jahre später umgesetzt — und erst, nachdem der Verein Liga-Letzter der Verletzungsstatistik geworden war.
Vorsicht bei der Argumentation: Der Bruch in den Zahlen liegt 2018/19, also acht bis neun Jahre nach der Auslagerung. Ein direkter kausaler Zusammenhang lässt sich daraus nicht ableiten, und wer ihn behauptet, macht sich angreifbar. Was sich sagen lässt: Der Verein hat eine über Jahrzehnte aufgebaute, europaweit beachtete Kernkompetenz abgegeben, den angekündigten Ersatz elf Jahre lang nicht geschaffen — und hat in genau diesem Zeitraum den schärfsten Einbruch seiner Verletzungsbilanz erlebt. Das ist eine legitime Frage an die Vereinsführung, keine bewiesene Ursache.

5. Befund 4 — Das zeitliche Muster innerhalb der Saison​

Die Häufungen setzen wiederholt bereits in der Sommervorbereitung ein.
ZeitpunktDokumentierter Sachverhalt
Hinrunde 2018/19Mehrere Langzeitverletzte gleichzeitig (u. a. Fin Bartels, Stefanos Kapino, Aron Jóhannsson, Philipp Bargfrede) — in absoluten Zahlen die meisten Ausfalltage der Liga.
Herbst 2019Niclas Füllkrug erleidet im Training einen Kreuzbandriss (ca. sechs Monate); nahezu alle gelernten Innenverteidiger fehlen. Kohfeldt spricht von der schwierigsten Phase seiner Amtszeit.
Hinrunde 2019/20Zeitweise mehr als elf Spieler gleichzeitig ausgefallen.
Januar 2020Kohfeldt und Baumann beauftragen externe Experten, die Ursachen der Verletztenmisere zu ermitteln. Auf einer Pressekonferenz drehen sich die ersten vier Fragen nur um dieses Thema.
Saison 2019/20 gesamt22 Spieler verpassten mindestens ein Spiel; acht Profis verletzten sich während der laufenden Reha erneut.
Sommer 2023Neuzugang Naby Keïta erleidet beim Aufwärmen vor einem Testspiel eine Adduktorenverletzung und verpasst den Saisonstart.
Juli 2025Vor der Saison 2025/26 spricht der Verein von „unglücklichen Umständen". Die Berichterstattung hält fest, dass es bei Werder in der Vergangenheit immer wieder Phasen mit gehäuften Verletzungen und auffällig langen Rückkehrzeiten gab — und dass über die Gründe zwar viel spekuliert wurde, klare Fakten aber nie öffentlich wurden.
4. Spieltag 2025/26Sieben Profis gleichzeitig verletzt nicht verfügbar.
Frühjahr 2026Trainer Thioune kommentiert eine Ausfallliste mit acht Namen: „Das klingt ja fast wie eine Mannschaftsaufstellung." Kurz darauf Saison-Aus für Karl Hein und Keke Topp (Kreuzbandriss).
Sommer 2026Zeitweise 13 Profis verletzt oder krank; beim Test gegen Paderborn fehlen 13 Spieler, das Spiel wird auf 2×70 Minuten verkürzt, zwei U23-Spieler müssen nachrücken. Stark, Agu und Heitmann reisen nicht ins Trainingslager.
30.08.2026Saisonauftakt in Freiburg 1:4 verloren, Vorbereitung vom Trainer selbst als „holprig" bezeichnet.
Der Punkt aus Juli 2025 ist der wichtigste dieser Liste: Er stammt nicht von einem Kritiker, sondern aus der regulären Berichterstattung — und er bestätigt sowohl das langjährige Muster als auch, dass der Verein die Ursachen nie öffentlich benannt hat.

6. Befund 5 — Art der Verletzungen (Saison 2025/26)​

Die Unterscheidung bestimmt, wer überhaupt verantwortlich sein kann.
Traumatische Verletzungen (Unfälle, präventiv kaum vermeidbar): Kreuzbandriss Mitchell Weiser, Syndesmosebandriss Felix Agu, Knöchelbruch Olivier Deman, Kreuzbandriss Keke Topp, Daumenverletzung Karl Hein.
Muskuläre Verletzungen (klassischer Indikator für Belastungssteuerung): Oberschenkel Karim Coulibaly, Oberschenkel Samuel Mbangula, Adduktoren Senne Lynen, Wade Niklas Stark — über Wochen anhaltende Häufung.
Erklärung des Vereins (Sportchef Clemens Fritz, April 2026): Die schweren Unfallverletzungen hätten eine Kettenreaktion ausgelöst. Mit jedem Ausfall steige die Belastung der übrigen Spieler; Rückkehrer würden aus Personalnot zu schnell wieder hoch belastet, was weitere Ausfälle provoziere. Fritz nennt das selbst einen Teufelskreis.
Einordnung: Diese Erklärung ist fachlich plausibel — und zugleich ein Eingeständnis. Sie verlagert die Ursache von der medizinischen Betreuung auf Kadertiefe und Kaderplanung, also in den Zuständigkeitsbereich der sportlichen Leitung. Wer die Argumentation des Vereins übernimmt, landet zwangsläufig bei der Frage, warum ein Kader, der eine normale Verletzungsquote nicht kompensieren kann, überhaupt so geplant wurde.

7. Befund 6 — Personelle Veränderungen über 20 Jahre​

7.1 Sportliche Leitung​

ZeitraumFunktion
1999 – 2012Klaus Allofs, Geschäftsführer Sport
2013 – 2016Thomas Eichin, Geschäftsführer Sport
2016 – 30.06.2024Frank Baumann, Geschäftsführer Fußball
ab Sommer 2020Clemens Fritz, Leiter Profifußball
ab 01.07.2024Clemens Fritz, Geschäftsführer Fußball
ab 17.06.2024Peter Niemeyer, Leiter Profifußball

7.2 Cheftrainer​

ZeitraumTrainer
1999 – Mai 2013Thomas Schaaf
2013 – Herbst 2014Robin Dutt
Herbst 2014 – 18.09.2016Viktor Skripnik
02.10.2016 – 30.10.2017Alexander Nouri
10.11.2017 – Mai 2021Florian Kohfeldt
2021 (interimistisch)Thomas Schaaf
Sommer – November 2021Markus Anfang
Dezember 2021 – Frühjahr 2025Ole Werner
Sommer 2025 – 01.02.2026Horst Steffen
seit 04.02.2026Daniel Thioune

7.3 Medizin und Athletik​

ZeitpunktVorgang
2009 / 2011Auslagerung und anschließender Verkauf des vereinseigenen Reha-Zentrums (siehe Abschnitt 4).
Januar 2020Externe Experten sollen die Ursachen der Verletztenmisere ermitteln. Ergebnisse wurden nie öffentlich gemacht.
Sommer 2020Umstrukturierung der medizinischen Betreuung: neue Praxis im Weserstadion. Dr. Benjamin Schnee ist die zentrale Figur — und verlässt den Verein bereits nach wenigen Monaten wieder. Dr. Daniel Hellermann übernimmt als Mannschaftsarzt, Dr. Alberto Schek wird Chefarzt des neuen sportmedizinischen Bereichs.
02.01.2026Mitten in der Saison mit dem zweitschlechtesten Ausfallwert der Liga wechselt Reha-Athletiktrainer Marcel Abanoz zu RB Leipzig. Die Reha-Einheiten übernimmt „vorerst" Kira Klemmer, Athletiktrainerin aus dem Leistungszentrum.
Frühjahr 2026Fritz kündigt eine „großangelegte medizinische Analyse" nach Saisonende an.
Sommer 2026Thioune stellt um: Trainingsbeginn nach freiem Tag erst nachmittags statt morgens, kein Doppeltraining am ersten Tag nach der Pause, verpflichtend verlängerte Regenerationszeiten, regelmäßige Kontrolle des CK-Werts zur Früherkennung von Muskelschäden und Überbelastung.

7.4 Was die Personalwechsel bewirkt haben​

  • Trainer erklären das Problem nicht. Es trat unter Kohfeldt, Werner, Steffen und Thioune auf. Kohfeldt hatte im Winter 2017/18 den fünftgesündesten Kader der Liga und zwei Jahre später den schlechtesten — bei gleichem Trainer. Damit scheidet der Trainer als Hauptursache faktisch aus.
  • Die medizinische Umstrukturierung 2020 brachte eine kurzfristige Verbesserung (Rang 18 auf Rang 7), die nicht stabil blieb. Die zentrale Personalie dieser Umstrukturierung war binnen Monaten wieder weg.
  • Kontinuität besteht nur auf einer Ebene. Clemens Fritz ist seit Sommer 2020 durchgehend in leitender sportlicher Funktion — erst als Leiter Profifußball, seit 2024 als Geschäftsführer. Das ist ein Sachverhalt, keine Schuldzuweisung; aber es ist die einzige Ebene mit durchgehender Kontinuität, während Trainer, Ärzte und Athletikpersonal mehrfach wechselten.
  • Zwei Untersuchungen, kein veröffentlichtes Ergebnis. Im Januar 2020 wurden externe Experten beauftragt, im Frühjahr 2026 eine „großangelegte medizinische Analyse" angekündigt. In beiden Fällen ist öffentlich nichts über Befund oder Konsequenzen bekannt. Das ist der Punkt, an dem man ansetzen sollte.

8. Befund 7 — Trainingsplätze​

ZeitpunktSachverhalt
Sommer 2019Trainingsplatz und Stadionrasen werden erneuert. Kohfeldt kritisiert, der Trainingsplatz habe nicht die korrekten Maße eines Fußballfeldes, und regt einen grundsätzlichen Umbau an.
Frühjahr 2022Ole Werner bemängelt öffentlich den Zustand der Trainingsplätze.
April 2023Werner erneut, deutlicher: Ein Trainingsplatz sei seit vier Monaten nicht nutzbar (keine Rasenheizung, dazu ein Wasserschaden), der zweite durch Belastung so schlecht, dass vernünftiges Training kaum möglich sei. Die Profis weichen für den Rest der Saison auf Platz 11 aus. Werner verweist ausdrücklich auf dasselbe Problem im Vorjahr.
Sommer 2023Reaktion: Sanierung der Plätze 4 und 5, Einbau von Hybridrasen. Platz 11 erhält aus Termingründen keinen neuen Untergrund.
Sommer 2025Beginn der Sanierung von Platz 11.
Sommer 2026Neuer Rasen im Weserstadion.
Bewertung Ihrer Platz-Hypothese: Der schlechte Zustand der Trainingsanlage ist über mehrere Jahre öffentlich und vom eigenen Cheftrainer dokumentiert — das ist unstrittig. Als Ursache der Verletzungshäufung trägt sie in dieser Form jedoch nicht:
  1. Zeitliche Diskrepanz. Die Platzkritik fällt jeweils ins Frühjahr, wenn die Plätze über den Winter abgenutzt sind. Die Häufungen beginnen dagegen im Sommer, direkt nach der Sanierung und teils auf frisch verlegtem Rasen.
  2. Ortswechsel ohne Effekt. Große Teile der Vorbereitung finden im Trainingslager statt (2023 Zillertal, 2026 Harsewinkel). Auch dort traten Ausfälle auf.
  3. Falscher Verletzungstyp. Schlechte Plätze verursachen typischerweise Sprunggelenks- und Knieverletzungen durch Unebenheiten. Der auffällige Bremer Befund sind muskuläre Verletzungen — die an Belastungssteuerung und Regeneration hängen, nicht am Untergrund.
  4. Zeitlich falsch platziert. Der Bruch in den Zahlen liegt 2018/19. Die dokumentierte Platzkritik setzt in dieser Schärfe erst 2022 ein.
Wo die Hypothese trägt: Nicht als medizinische Ursache, sondern als struktureller Belastungsfaktor und als Beleg für knappe Ressourcenausstattung. Wenn über Monate nur ein nutzbarer Platz zur Verfügung steht, wird dieser überbeansprucht, Trainingsformen werden eingeschränkt, Ausweichlösungen kosten Wege und Zeit. So formuliert ist der Punkt haltbar. Als „der Platz ist schuld" ist er in zwei Sätzen widerlegbar.

9. Gesamtbewertung​

Was sich über 20 Jahre belegen lässt:
  1. Bis einschließlich Winter 2017/18 war Werder in der Verletzungsstatistik überdurchschnittlich gesund (Rang 5 von 18).
  2. Zwischen Winter 2017/18 und Sommer 2020 erfolgte ein scharfer Bruch: von Rang 5 über Rang 16 auf Rang 18. Das ist der datierbare Beginn der negativen Entwicklung.
  3. Seither wurde das Niveau nie wieder stabil: Schwankung zwischen Rang 7 bis 9 und Rang 17 bis 18, ohne dass eine Verbesserung länger als ein bis zwei Spielzeiten gehalten hätte.
  4. Die Häufung setzt wiederholt bereits in der Sommervorbereitung ein — belegt für 2019, 2023, 2025 und 2026. Zwei aufeinanderfolgende Sommer (2025, 2026) zeigen ein nahezu identisches Bild.
  5. Der Verein hat zweimal Untersuchungen angekündigt (2020, 2026) und in keinem Fall ein Ergebnis öffentlich gemacht.
  6. Von 2009 bis 2020 — elf Jahre — verfügte Werder über keine eigene sportmedizinische Reha-Einrichtung am Trainingsstandort, obwohl der Verein zuvor mit dem SporThep bundesweit als Vorreiter galt und 2011 selbst eine Wiederanbindung ankündigte.
  7. Die Erklärung des Vereins selbst verweist auf Kaderplanung und Belastungssteuerung, nicht auf Zufall.
Was sich nicht belegen lässt:
  1. Eine 20 Jahre andauernde, kontinuierliche Verschlechterung. Die Daten zeigen einen Bruch, keinen langsamen Verfall — und für 2006 bis 2016 existieren keine abrufbaren Zahlen.
  2. Ein kausaler Zusammenhang zwischen der Auslagerung der Sportmedizin 2009/2011 und dem Einbruch 2018/19. Dazwischen liegen acht bis neun Jahre.
  3. Ein kausaler Zusammenhang zwischen Platzzustand und Verletzungen.
  4. Ein individuelles Verschulden einzelner Personen. Dafür wären interne Trainings-, Belastungs- und Reha-Daten nötig, die nicht öffentlich sind.
Einschätzung zu Ihren beiden Vermutungen:
Die Vermutung „sportliche Leitung" ist deutlich besser belegbar als die Vermutung „Trainingsplatz". Die Kette unfertiger Kader → keine Kompensation von Ausfällen → Überbelastung der Verbliebenen → muskuläre Folgeverletzungen wird vom Sportchef selbst so beschrieben und lässt sich für 2025/26 und 2026/27 identisch nachzeichnen. Der Platz gehört in dieselbe Argumentation — aber als Beleg für knappe Ressourcen, nicht als medizinische Ursache.
Der stärkste Punkt liegt allerdings in einer Zahl, die in Ihrer ursprünglichen Vermutung nicht vorkam: 2019/20 verletzten sich acht Profis während der laufenden Reha erneut. Wiederverletzungen in der Reha sind der klassische Indikator für zu frühe Belastungsfreigabe. Dass sechs Jahre später der zuständige Reha-Athletiktrainer mitten in einer Rekord-Ausfallsaison abwandert und nur „vorerst" ersetzt wird, verbindet Anfang und Ende des kritischen Zeitraums zu einem Muster — und dieses Muster liegt genau in dem Bereich, den der Verein 2009 aus der Hand gegeben und erst 2020 wieder aufgebaut hat.

10. Offene Fragen, die zu stellen wären​

  1. Was war das Ergebnis der im Januar 2020 beauftragten externen Untersuchung? Wurde ein Bericht erstellt, und welche Maßnahmen folgten daraus?
  2. Was war das Ergebnis der für Sommer 2026 angekündigten „großangelegten medizinischen Analyse"?
  3. Wie viele Wiederverletzungen (Re-Injuries innerhalb von 60 Tagen nach Rückkehr) gab es je Saison seit 2017/18?
  4. Wie hat sich das Verhältnis traumatischer zu muskulären Verletzungen seit 2017/18 entwickelt?
  5. Warum wurde die Stelle des Reha-Athletiktrainers im Januar 2026 nur interimistisch nachbesetzt?
  6. Wie hoch war die Personalstärke der medizinischen und athletischen Abteilung im Ligavergleich?
  7. Welche fachliche Bewertung gab es 2009 zur Auslagerung des SporThep aus dem Weserstadion, und warum dauerte die 2011 angekündigte Wiederanbindung neun Jahre?
  8. Wie viele nutzbare Trainingsplätze standen der Profimannschaft in jedem Monat der letzten zehn Jahre tatsächlich zur Verfügung?
  9. Warum war der Kader in zwei aufeinanderfolgenden Jahren zum Pflichtspielstart nicht komplett?

11. Hinweis zur Verwendung​

Dieses Protokoll ist eine Auswertung öffentlich zugänglicher Quellen durch einen Außenstehenden. Es enthält keine internen Vereinsdaten und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit; die Datenlücke 2006 bis 2016 ist ausdrücklich benannt. Die Stärke der Argumentation liegt im datierbaren Bruch 2017/18 bis 2019/20, in der Wiederholung des Musters über mehrere Personalkonstellationen hinweg und darin, dass der Verein selbst zweimal Untersuchungen angekündigt, aber nie ein Ergebnis vorgelegt hat.

12. Quellen​


  1. fussballverletzungen.com, 30.12.2017 — Verletzungstabelle zur Winterpause 2017/18 (Werder Rang 5, Ø 22,27)
  2. DeichStube — Hinrunden-Auswertung 2018/19: Werder drittgrößtes Verletzungspech, 1.142 Ausfalltage / 33 Spieler / Ø 34,61
  3. fussballverletzungen.com, 19.05.2019 — Verletzungstabelle 2018/19 (Schlusslicht Hannover 96, Ø 66,48)
  4. fussballverletzungen.com, 28.06.2020 und Weser-Kurier, 28.06.2020 — Verletzungstabelle 2019/20 (Werder Ø 69,06, letzter Platz; Hertha BSC Ø 30,20 als bester Wert)
  5. DeichStube, 09.06.2021 — Verletzungsstatistik 2020/21 (Werder Ø 46,07, Rang 7)
  6. DeichStube / Weser-Kurier, 24.06.2023 — Verletzungstabelle 2022/23
  7. Sky Sport / Sky Sport Austria, 27.12.2023 — Verletzungstabelle der Hinrunde 2023/24
  8. DeichStube, 01.04.2026 — „Werder von Verletzungssorgen verfolgt — einfach Pech oder doch ein strukturelles Problem?" (Daten transfermarkt.de; Zitate Clemens Fritz)
  9. Weser-Kurier, 29.08.2026 — „Wie Werder das Dauerthema Verletzungen in den Griff bekommen will" (Zitate Thioune, CK-Wert, Trainingsumstellung)
  10. Weser-Kurier / DeichStube, August 2026 — 13 Ausfälle in der Vorbereitung, Testspiel Paderborn, Trainingslager Harsewinkel
  11. buten un binnen / sportschau.de, 20.07.2025 — „Unglückliche Umstände": Werder hadert mit seinem Verletzungspech
  12. DeichStube, Januar 2020 — „Verletzungspech beim SV Werder Bremen: Experten sollen Grund finden" (Kohfeldt, Baumann)
  13. DeichStube, Juli 2020 — Umstrukturierung der medizinischen Abteilung, Abgang Dr. Schnee, 22 verletzte Spieler und acht Reha-Wiederverletzungen 2019/20
  14. werder.de und Gesundheit Nord, 12.10.2011 — Fusion Sporthep Werder GmbH / Rehazentrum Bremen GmbH; Umzug des SporThep 2009; Zitat Klaus Allofs
  15. RehaZentrum Bremen — Historie und Interview „125 Jahre Werder Bremen: Das Bremer Erfolgsmodell in der Sportmedizin" mit Dr. Götz Dimanski (ärztlicher Leiter 1991–2012)
  16. Weser-Kurier, 06.04.2023 — Ole Werner kritisiert Zustand der Trainingsplätze
  17. DeichStube, Juni 2023 — Sanierung der Trainingsplätze 4 und 5, Hybridrasen
  18. Eurosportsturf, Juni 2019 — Rasenerneuerung, Kohfeldt-Kritik an den Maßen des Trainingsplatzes
  19. werder.de, 02.01.2026 — „Veränderungen im Funktionsteam" (Abgang Marcel Abanoz, Interimslösung Kira Klemmer)
  20. werder.de, 22.02.2024 und 06.05.2024 — Personalien Clemens Fritz und Peter Niemeyer
  21. goal.com, 2019 und 2023 — Kreuzbandriss Füllkrug im Training, Adduktorenverletzung Naby Keïta in der Vorbereitung
  22. Wikipedia, Saisonartikel SV Werder Bremen 2010/11 bis 2025/26 — Trainer- und Funktionärsdaten
 
Wer ist Bonani? Kann der was? Nie gehört.
Stuttgart hat letzte Saison 17 Millionen für ihn gezahlt .Er ist Aussenstürmer kann aber auch OM .Dadurch das Werder den nicht genommen hat , gehe ich davon aus das Werder auf 3er Kette umstellen wird .Natürlich wird Spielabhängig nochmal auf 4er Kette umgestellt aber da man nur noch zwei Aussen mit Bundesliga Erfahrung hat , Dinkci und Grüll und als Nachwuchshoffnung Paul haben , kann ich mir ein 4-3-3 nicht mehr vorstellen.
Obwohl Thioune das noch letzte Woche als das System herausgestellt hat .
Bei einer 3er bzw 5er Kette fällt Paul wahrscheinlich komplett weg was wiederum seinen Mehrwert nicht gerade förderlich wird.
Dinkci wird wahrscheinlich zweiter Stürmer im 3-5-2 .
Dazu kommt noch das es bei unseren labilen Innenverteidiger wahrscheinlich über die Saison eng wird da ja 3 pro Spiel auflaufen werden .
Insgesamt und da wiederhole ich mich wurden Spieler verpflichtet die polyvalent sind aber nicht spezifisch für diese eine Position verpflichtet worden .Anstatt sich auf ein System zu verständigen und dafür gezielt auf Positionen Spieler zu scouten und verpflichten wurde reagiert was auf dem Markt möglich ist und welche Tür aufgeht .
Jetzt hat man 3 x nen 9er 4x nen 6er zwei Neue Außenverteidiger die besser in der 5er Kette spielen und nur noch 3 Aussenstürner .
Wenn das mit so einem zusammengewürfelten Haufen gut geht mache ich 6 Kreuze
 
Wenn ich jetzt höre das Fritz Bonani also Stuttgart abgesagt hat, obwohl die das Gehalt weiter zahlen wollten angeblich und wir schon die 500 000 Leihgebühr für Ibrahimovic nicht zahlen konnten und wir die Außenverteidiger nur holen konnten weil wir 2 Millionen für die Mbangula Leihe bekommen haben , dann wird mir Angst und Bange .Anscheinend ist die Kasse so leer das man nicht einmal eine Leihgebühr bezahlen kann .
GENAU das hab ich auch gedacht.
Selbst Transfers mit 3 Millionen sind nur wenige machbar ( Hein).
Leihspieler scheinbar auch nur wenn sie wenig verdienen. Boniface und Puertas waren demzufolge auch nur möglich weil Bayer bzw Al Quitad das Gehalt übernommen haben.

Ohne den Bangs Deal hätten wir also nun ohne weitere AV dagestanden.
Wie hätte der Kader bitte ohne den Coulibaly Deal ausgesehen ?
Demnächst verpflichten wir dann vereinslose Spieler vom Jobcenter,die kein Handgeld,Beraterhonorare kassieren und möglichst unter 1,5 M verdienen..

Was die Ausgaben und Gehälter betrifft sind wir schon in Liga 2 angekommen.

Ein Jahr nach Corona gestand CF in einem DS Video vor Publikum,das man tw froh war am Monatsende die Gehälter zahlen zu können.

Scheinbar sieht es nun nicht viel besser aus. Das ist so düster ...tut mir leid für alle,die irgendwie noch Optimismus verbreiten.

Diese ganze Lage ist eigentlich viel mehr ein Thema,statt zu fabulieren ob wir 4 3 3 oder 4 4 2 oder 3 5 2 spielen.
Oder Chuki und Reis, oder Reis und Regeers, whatever..Wird sich finden müssen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Stuttgart hat letzte Saison 17 Millionen für ihn gezahlt .Er ist Aussenstürmer kann aber auch OM .Dadurch das Werder den nicht genommen hat , gehe ich davon aus das Werder auf 3er Kette umstellen wird .Natürlich wird Spielabhängig nochmal auf 4er Kette umgestellt aber da man nur noch zwei Aussen mit Bundesliga Erfahrung hat , Dinkci und Grüll und als Nachwuchshoffnung Paul haben , kann ich mir ein 4-3-3 nicht mehr vorstellen.
Obwohl Thioune das noch letzte Woche als das System herausgestellt hat .
Bei einer 3er bzw 5er Kette fällt Paul wahrscheinlich komplett weg was wiederum seinen Mehrwert nicht gerade förderlich wird.
Dinkci wird wahrscheinlich zweiter Stürmer im 3-5-2 .
Dazu kommt noch das es bei unseren labilen Innenverteidiger wahrscheinlich über die Saison eng wird da ja 3 pro Spiel auflaufen werden .
Insgesamt und da wiederhole ich mich wurden Spieler verpflichtet die polyvalent sind aber nicht spezifisch für diese eine Position verpflichtet worden .Anstatt sich auf ein System zu verständigen und dafür gezielt auf Positionen Spieler zu scouten und verpflichten wurde reagiert was auf dem Markt möglich ist und welche Tür aufgeht .
Jetzt hat man 3 x nen 9er 4x nen 6er zwei Neue Außenverteidiger die besser in der 5er Kette spielen und nur noch 3 Aussenstürner .
Wenn das mit so einem zusammengewürfelten Haufen gut geht mache ich 6 Kreuze
Im Transferticker stand gestern um etwa 19.30 das man sich in der Kürze der Zeit nicht mehr einig werden konnte.Es ging um Bouanani.
 
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