Das die CO2 Steuer für die Chimiindustrie ein Problem ist mir bekannt und möchte ich nicht abstreiten.
Woher kommt das eigentlich, lässt sich Erdgass nicht durch Wasserstoff ersetzen?
Man braucht im Durchschnitt 3-fachen Volumenstrom für gleiche Energie, bestehende Leitungen transportieren 10–20% weniger Energie bei reinem H2 und der Kompressoraufwand steigt. Hinzu kommen einmalige Umstellungskosten (Prüfung, Zähler, Armaturen, Spülung) sowie laufende Mehrkosten für Verdichtung. Die bestehende Infrastruktur ist weitgehend nutzbar (Stahl, PE bis 16 bar), aber mit höheren Verlusten verbunden.
Zum Strompreis. Für die Industrie wurde erst dieses Jahr ein Industriepreis eingeführt. Sollte eigentlich bekannt sein.
Stimmt, für die großen Konzerne gilt das auch, nicht jedoch für den Mittelstand. Das ist gestaffelt, bei kleinere Unternehmen 16,7 ct/kWh, mittlere Industrie 15,9 ct/kWh und Großindustrie 14,4 ct/kWh abzüglich der 5 ct/kWh Subventionen für die Großkonzerne.
Zum Vergleich liegen wir in den USA und China bei 8 ct/kWh, man liegt immer noch in der Masse deutlich über dem Weltmarkt.
Und gegen Teuren Strom kann man selbst was machen PV auf das Fabrikdach und schon sinken die Energiekosten automatisch.
Hilft, aber mit hohen Investitionen verbunden und der Frage der Amortisation. Mit Speicher oder ohne und für sehr energieintensive Industriezweige nicht umsetzbar (können wir gerne diskutieren).
Wie ich schon geschrieben habe, der Preis für Erneuerbare ist der Günstigstigste Preis pro kWh. Zudem fällt der Strompreis weiter.
Kann man aber nicht isoliert sehen, denn die Netzentgelte, Systemkosten und Steuern sind zu hoch.
Das ist also kein Wettbewerbsnachteil mehr.
Es werden andere Gründe wegen einen Geringeren Absatzmarkt geben.
Auch Personalkosten können nicht das Problem sein.
Personalkosten sind ein massiver Standortfaktor. Lohnstückkosten sind die höchsten in Europa (lt. OECD und IW Köln). Lohnnebenkosten liegen bei ca. 21 %, dem absoluten internationalem Spitzenwert. Dazu Fachkräftemangel (1,7 Millionen) und die niedrigste Produktivität (letzter Platz der G7).
Ein klein Wenig muss sich der Konzern auch selber bewegen und sich erkundigen, wie man Produktionskosten senkt.
Ja, sie bewegen sich ins Ausland, wo die Energiepreise und Lohnstückkosten niedrig sind.
