Bremen
Moderator
@ThePundit
Nachtrag zu dem von dir verlinkten WELT-Artikel - aus dem Jahr 2013 (!)
Rückblickend hat sich die zugespitzte Interpretation der damaligen Prognose nicht eindeutig bestätigt. Zwar sind hohe Energiepreise tatsächlich ein relevanter Wettbewerbsfaktor für energieintensive Unternehmen geblieben, und die Diskussion über die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Deutschland ist heute aktueller denn je. Ein klar nachweisbarer Verlust von 86.000 Arbeitsplätzen allein aufgrund der EEG-Umlage lässt sich rückblickend jedoch nicht belegen.
Das liegt auch daran, dass die deutsche Industrie seit 2013 von zahlreichen anderen Faktoren beeinflusst wurde: Automatisierung, Globalisierung, Lieferkettenprobleme, Pandemie, Ukrainekrieg und die daraus folgende Energiekrise, durch den USA-Iran-Konflikt signifikant verschärft wurde.
Die Wirkung einzelner politischer Maßnahmen lässt sich in einem solchen Umfeld kaum isoliert messen.
Hinzu kommt, dass die damalige Debatte häufig die andere Seite der Bilanz vernachlässigte. Der Ausbau erneuerbarer Energien, der Netzinfrastruktur und neuer Energietechnologien hat ebenfalls Beschäftigung geschaffen. Die Energiewende war daher weder der befürchtete Jobkiller noch ein reines Beschäftigungswunder, sondern ein Strukturwandel mit Gewinnern und Verlierern.
Der Artikel illustriert damit ein generelles Problem wirtschaftspolitischer Prognosen: Kurzfristige Modellrechnungen werden oft als sichere Vorhersagen verstanden, obwohl sie auf Annahmen beruhen, die sich später als unvollständig erweisen können. Die Zahl von 86.000 Arbeitsplätzen war letztlich weniger eine eingetroffene Vorhersage als eine Szenariorechnung unter bestimmten Bedingungen.
Nachtrag zu dem von dir verlinkten WELT-Artikel - aus dem Jahr 2013 (!)
Rückblickend hat sich die zugespitzte Interpretation der damaligen Prognose nicht eindeutig bestätigt. Zwar sind hohe Energiepreise tatsächlich ein relevanter Wettbewerbsfaktor für energieintensive Unternehmen geblieben, und die Diskussion über die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Deutschland ist heute aktueller denn je. Ein klar nachweisbarer Verlust von 86.000 Arbeitsplätzen allein aufgrund der EEG-Umlage lässt sich rückblickend jedoch nicht belegen.
Das liegt auch daran, dass die deutsche Industrie seit 2013 von zahlreichen anderen Faktoren beeinflusst wurde: Automatisierung, Globalisierung, Lieferkettenprobleme, Pandemie, Ukrainekrieg und die daraus folgende Energiekrise, durch den USA-Iran-Konflikt signifikant verschärft wurde.
Die Wirkung einzelner politischer Maßnahmen lässt sich in einem solchen Umfeld kaum isoliert messen.
Hinzu kommt, dass die damalige Debatte häufig die andere Seite der Bilanz vernachlässigte. Der Ausbau erneuerbarer Energien, der Netzinfrastruktur und neuer Energietechnologien hat ebenfalls Beschäftigung geschaffen. Die Energiewende war daher weder der befürchtete Jobkiller noch ein reines Beschäftigungswunder, sondern ein Strukturwandel mit Gewinnern und Verlierern.
Der Artikel illustriert damit ein generelles Problem wirtschaftspolitischer Prognosen: Kurzfristige Modellrechnungen werden oft als sichere Vorhersagen verstanden, obwohl sie auf Annahmen beruhen, die sich später als unvollständig erweisen können. Die Zahl von 86.000 Arbeitsplätzen war letztlich weniger eine eingetroffene Vorhersage als eine Szenariorechnung unter bestimmten Bedingungen.
