Leider verhält es sich nun aber so, dass dieser Ansatz bei Werder gescheitert ist und dies nicht notwendigerweise am Modell, sondern an den handelnden Akteuren, die offensichtlich nicht in der Lage waren, das passende Personal verpflichten zu können bzw. sich willentlich sogar erhebliche medizinische Fehleinschätzungen (Boniface, Wöber) leisteten, nur um die begangenen Fehler, mit weiteren zu übertünchen.
Ich bin fest davon überzeugt, dass das Elversberg Modell auch in Bremen funktioniert hätte, wären Akteure mit einem entsprechenden Netzwerk und realistischer Einschätzung der zu verpflichtenden Spieler involviert gewesen. Werder wird auf lange Zeit keine finanzkräftigere Sponsoren gewinnen können und somit nur über die Kombination aus Leihgeschäft und einigen Spielerverkäufen überleben können. Sollte man am Ende dieser Saison auch weiterhin in der 1. Liga spielen, dann mit diesem Modell, aber definitv mit anderem Personal.
Fritz ist Geschichte.
Das Modell hat in Eleversberg auch deshalb so gut funktioniert, weil jede Saison mindestens ein Spieler dazu kam, der nicht nur fuer den Kader von Elversberg, sondern fuer die ganze Liga herausragend gut war. Um das in Bremen umzusetzen, haette eine Leihe vom Format de Bruyne hergemusst.
Horst Steffen wollte attraktiven Offensivfussball spielen lassen und hat dafuer in der ersten Liga viel Lehrgeld zahlen muessen. Die Mannschaft ist taktisch oft naiv aufgetreten und hat viel Aufwand fuer wenig Ertrag betrieben. Dadurch hat man es dem Gegner zu leicht gemacht, mit wenig aufwand mal eben die Punkte mitzunehmen. Fatal war, dass man sich dafuer oft noch lange selbst auf die Schulter geklopft hat.
Den Kader halte ich immer noch fuer okay und nicht fuer die Vollkatastrophe, die hier manche sehen. Aber er ist nicht gut genug, um erfolgreich zu sein, waehrend der Trainer selbst am lernen ist. Hier haette die ganze sportliche Fuehrung den auf diesem Niveau voellig erfahrungslosen Trainer durch kritisches Begleiten unterstuetzen muessen, was scheinbar nicht gelungen oder ganz ausgeblieben ist. Das muss sich (nicht nur) Fritz meiner Meinung nach eher vorwerfen lassen als einen grundsaetzlich zu schwachen Kader zusammengestellt zu haben. Als vor der Saison voellig ohne Not das erfolgreiche Spielsystem ueber Bord geworfen wurde, haette man dringend auf eine schrittweise Umstellung draengen muessen.
Ich bin kein Arzt, also kann ich nicht beurteilen, ob das Risiko bei Bonifcae und Woeber richtig eingeschaetzt wurde und zumindest auf dem Papier vertretbar war. Es kann ja auch bei einem eigentlich akzeptablen Risiko alles in die Hose gehen - trotzdem hoffe auch ich, dass man nun endlich lernt, Schluesselpositionen nicht mit chronisch verletzungsanfaelligen Spielern zu besetzen, ganz egal ob per Leihe oder fest.
Ob Fritz Geschichte ist, muss man abwarten. Falls er einen Trainer findet, der die Wende hinbekommt, muss der Kader und seine Arbeit am Ende der Saison neu bewertet werden. Falls er den nicht findet und die Wende ausbleibt, hat es sich in der Tat erledigt.