Man muss nicht lange darüber nachdenken um zu begreifen, weshalb sich die sportliche Leitung vor einem halben Jahr dazu entschied, 10 Millionen in einen Spieler zu investieren und für 7 Leihspieler weitere 10 Millionen variabel zu halten.
Elversberg hatte in der letzten Saison 6 Leihspieler unter Vertrag und bewies mit diesem Modell, dass guter Fußball über diesen Weg möglich war. Über Leihen bekommt der Klub Zugang zu jungen, bereits gut ausgebildeten Spielern aus Bundesliga-Nachwuchsleistungszentren (z.B. Frankfurt, Hoffenheim, Bayern, Stuttgart), die das Niveau des Kaders kurzfristig deutlich anheben. Das sportliche Modell besteht explizit darin, Talente zu leihen, sie auf ein neues Niveau zu bringen und damit den eigenen sportlichen Erfolg zu steigern.
Für einen kleinen Verein wie dem SV Elversberg ein nachvollziehbares, sogar kluges Modell, über sportliche Erfolge bei gleichzeitig geringem Investitionsvolumen, sich Stück für Stück aus diesem Modell in die übliche Vorgehensweise, feste Verpflichtung von Spielern, hocharbeiten zu können.
Dieses Modell wollte man ganz offensichtlich in Bremen übernehmen und meinte, dies würde sich mit der Verpflichtung von Horst Steffen nahtlos übernehmen lassen. International gibt es genügend dieser Beispiele, die teils erfolgreich, teils aber auch katastrophal laufen bzw. gelaufen sind.
Leider verhält es sich nun aber so, dass dieser Ansatz bei Werder gescheitert ist und dies nicht notwendigerweise am Modell, sondern an den handelnden Akteuren, die offensichtlich nicht in der Lage waren, das passende Personal verpflichten zu können bzw. sich willentlich sogar erhebliche medizinische Fehleinschätzungen (Boniface, Wöber) leisteten, nur um die begangenen Fehler, mit weiteren zu übertünchen.
Ich bin fest davon überzeugt, dass das Elversberg Modell auch in Bremen funktioniert hätte, wären Akteure mit einem entsprechenden Netzwerk und realistischer Einschätzung der zu verpflichtenden Spieler involviert gewesen. Werder wird auf lange Zeit keine finanzkräftigere Sponsoren gewinnen können und somit nur über die Kombination aus Leihgeschäft und einigen Spielerverkäufen überleben können. Sollte man am Ende dieser Saison auch weiterhin in der 1. Liga spielen, dann mit diesem Modell, aber definitv mit anderem Personal.
Fritz ist Geschichte.