Na ja, von Funktionären und Spielern anderer Vereine hört / liest man ja oft, dass sie auch wegen der guten Stimmung gerne im Weserstadion antreten. Also kann die Stimmung im Weserstadion grundsätzlich nicht schlecht sein, zumal gute Werder-Heimspiele nicht all zu oft vorkommen, denn in 3 der letzten 4 Erstliga-Saisons gab es mehr Niederlagen als Siege (19/20: 2-3-12, 20/21: 3-5-9, 22/23: 5-2-10; 23/24: 7-4-6) und auch aktuell ist die Heimbilanz wieder negativ (3-4-4)
Hier stimme ich dir zu 1899% zu. Doch das ist kein spezifisches Weserstadion-Problem, sondern weil die Fan-Kultur sich durch den Einzug der Ultras in den Stadien generell veränderte. Mag sein, dass ich als ehemaliger Ostkurven-Kutten-Träger (die Kutte habe ich übrigens noch) der 1980er/1990er-Jahre dahingehend voreingenommen bin, aber ich empfinde diese Entwicklung als sehr negativ. Denn zu der damaligen Zeit war das Verständnis Fan- Block-Support ist der, dass dieser sich an den Geschehnissen auf dem Platz orientierte und nicht so wie heute der Selbstbeweihräucherung. Klar, auch damals wurde z.B. mal für ein paar Sekunden ein Sauf-Lied angestimmt (Ja, wir lieben das schäumende Bier / und wir scheißen dem Wirt auf die Theke / schenket ein, schenket ein, wir wollen alle besoffen sein) aber wenn die eigene Elf die Unterstützung brauchte, konnte die Werder-Spieler ebenso auf ihren Fan-Block verlassen wie die Spieler von den anderen Vereinen auf ihre Fans.
Zum Gesamtbild der damaligen Zeit gehörte es jedoch auch, dass der Support aus der Ostkurve nur dann auf die anderen Ränge im Weserstadion überschwappte, wenn Werder mit mindestens 3 Toren Vorsprung führte - wobei lange Zeit die Besucher der Südtribüne sich als besonders gute-stimmung-resistent zeigte, denn dieses verweigerte lange Zeit ein Mitmachen bei der (durch die bei der WM 1986 im Mexiko in Mode gekommene) La Ola vehement. Die hätten sich bei Arsenal (Highbury the Library) vermutlich wesentlich wohler gefühlt.