Das stimmt. Gegen eine sachliche Diskussion über Stärken und Schwächen einzelner Spieler wäre ja nichts einzuwenden. Aber mir fällt in der Tat auf, dass negative Faktoren immer stark übertrieben und positive kaum zur Kenntnis genommen werden. Ob das bei anderen Vereinen auch so ist?
Bei den Außenverteidigern ist zudem zu erkennen, dass immer alles personalisiert wird. Fritz` Formkrise ist vielleicht eine Ausnahme, bei der allerdings wirklich zu berücksichtigen ist, dass er zuvor Nationalspieler war.
Aber es muss doch auffallen, dass Werders Außenverteidiger seit Jahr und Tag als "Schwachstellen" gelten und in der Kritik stehen, angefangen von Stalteri, Magnin und Wehlage, über van Damme, (mit Abstrichen) Davala, Wome und Schulz bis hin zu den heutigen Fritz, Boenisch, Pasanen und Tosic. Und schon bei Tjikuzu und Frings war zu beobachen, dass relativ häufig in ihren Rücken gespielt wurde und Werders Seiten aufgerissen wurden.
Unabhängig von der Frage, welcher Spieler im einzelnen mehr Qualität hatte als der andere, stellt sich da doch die Frage, ob der Grund für Werders Probleme
a) nicht eher struktureller Natur sind (Defensivverhalten) und
b) ob sie wirklich in dem Maße "Probleme" sind. Denn Werder spielt nun mal offensiv und in der Defensive riskant. Es wäre sicherlich eine interessante Diskussion, das zu hinterfragen, aber alles auf die angeblich schlechte Qualität der jeweiligen Spiele zu schieben, ist viel zu einfach.
Aber manche haben sich von dieser Ankündigung vielleicht etwas viel versprochen.
Wurde hier nicht dauernd davon gesprochen, dass man der Mannschaft auch komplett ohne Neuzugänge ein "neues Gesicht geben kann" ?
Was ich am Sonntag gesehen habe, war leider die hässliche alte Fratze der letzten Buli Saison. Und das lag sicherlich nicht an zu wenigen, aber auch nicht an zu vielen Neuzugängen.
Da gebe ich dir recht. Aber das ist eine andere Diskussion.
aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaahhhhhhh
mein gott !!! warum versteht ihr denn nicht, dass wir mit "neues werdergesicht" eine verbesserung erwartet haben ??? uns ist schon klar, dass die abgänge von pizza, diego und baumi eine veränderung der ersten elf darstellen. aber diese veränderung ist wohl nicht im positiven sinne. von daher erübrigt sich euer hinweis, dass man sehr wohl ein neues gesicht bekommt. es kann nicht der anspruch werder´s sein, ein schlechteres team als in den vorjahren am start zu haben. ansonsten würde ich das gequatsche von KA vor jeder der letzten 3 saisons nicht verstehen, dass man um den titel mitspielen will.
p.s. ich weiss selbst, dass man einen diego nicht 1 zu 1 ersetzen kann. aber dann muss man es eben mehrere gute spieler fürs mittelfeld hinbekommen. und ich seh derzeit leider nicht, dass boro und marin den ausfall von diego und baumi egalisieren sollen. moreno als ersatz für pizza ist wohl ebenfalls nicht wirklich zu erwarten. wenn man schon auf doppel-6 setzt, dann hätte man hierfür auch das passende personal kaufen sollen und nicht etwa den lieblingsspieler von TS, der auf keinen fall auf diese position gehört. und wenn mir jetzt wieder einer damit kommt, dass wir eben nicht genug geld haben, um diese transfers stemmen zu können, dann ist das doch ein eingeständnis dafür, dass man diego für zu wenig kohle hat gehen lassen. egal, wie ihr es dreht. es reicht im endeffekt nicht zum positiven für KATS.
a) Die Ankündigung eines neuen Gesichts hat erstmal überhaupt nichts damit zu tun, ob Werder besser oder schlechter spielen wird. Sondern sie bezieht sich nur auf das Gesicht, also die Veränderungen. Das Andere ist Wunschdenken.
Natürlich hofft man als Werderfan immer, dass es immer besser und nie schlechter wird. Aber auch wenn ich persönlich den Abgang Diegos als Chance sehe, darf man auch nicht außer acht lassen, dass damit der überragende Einzelkönner Werder verlässt. Und das deutet zunächst mal prinzipiell darauf hin, dass es schwer werden könnte, zumindest am Anfang. Alles andere wäre naiv. Denn sonst würden ja alle Vereine immer ihre besten Spieler loswerden.
Das heißt andererseits aber nicht, dass man nicht ehrgeizige Ziele haben und weiter/wieder in der Spitze mitspielen will. Diego war ja nun nicht der einzige fähige Spieler bei Werder. Aber entsprechende Ankündigungen für so ne Art bindendes Versprechen zu halten, halte ich wiederum für etwas fahrlässig.
Im übrigen war das jetzt der erste (!!!!) Spieltag.
b) Wie man es schafft für Diego einen signifikant höheren Preis herauszuholen als jemand zu zahlen bereit ist, zumal wenn Diego sich auf einen bestimmten Verein festgelegt hat, musst du mal erklären, bzw. überhaupt, wie du bestimmst, was ein zu geringer Preis für ihn ist und was nicht.
die Frage muss doch wohl auch sein:
Wenn wir nach den ganzen fetten Jahren kein Geld für bewährte Topleute haben, was soll aus der Mannschaft werden, wenn wir dreimal 10. geworden sind?
da wird einem ja Angst und bange ......
Werder hat seit Jahren die Marschroute, dass die Mannschaft sich weitgehend selbst bezahlt. Anders geht es auch kaum, wenn man so stark vom sportlichen Erfolg abhängig ist wie Werder und nicht tausend davon unabhängige Einnahmequellen hat. Wenn Werder also dreimal hintereinander 10. werden sollte, werden kleinere Brötchen gebacken. Der Unterschied ist nur, dass Werder wahrscheinlich nicht sofort wegen einer mäßigen bis erfolgreichen Saison ins Trudeln gerät und Korsettstangen verkaufen
muss. Aber auf das Budget für Neuverpflichtungen kann so eine Saison durchaus Auswirkungen haben. Wobei ich die Hysterie nicht teile, denn ein bolivianischer Nationalspieler, der in der südamerikanischen CL Torschützenkönig war, ein deutscher Nationalspieler und WM-Teilnehmer sowie das vielleicht größte deutsche Talent - unter kaputt sparen verstehe ich was anderes.
Wer lieber erfahrene Haudegen um die 30 gesehen hätte, den verstehe ich, das hat aber wohl weniger mit Geiz, Feigheit oder akutem Geldmangel zu tun, sondern das ist halt das sportliche Konzept Werders. Das muss man nicht gut finden. Aber tut hier nix zur Sache.
Wir müssen aber langsam einsehen, dass Werder schlichtweg kein Geld zu haben scheint. Die Mannschaft ist wohl einfach zu teuer. Und das was an Geld da war, hat man anscheinend alles in ein 20jähriges Talent gesteckt. Uns bleibt nix anderes übrig, als KA zu vertrauen, dass diese Mannschaft, minus Sanogo und Rosenberg und plus Pizza, Lopez oder Mandzukic, stark genug ist, um um die CL-Plätze mitzuspielen. Ein DM oder AV werden, mangels Geld, nicht mehr kommen. Ich persönlich glaube nicht, dass es mit diesem Kader möglich ist, ganz oben mitzuspielen. Und das, da sind wir uns hier ja wohl alle einig, sollte eigentlich unser Anspruch sein.
Wie gesagt: Der Kader finanziert sich bei Werder sozusagen selbst. Ist er erfolgreich, ist viel Geld da, ist er weniger erfolgreich, weniger. Eine Kader, der 5 Jahre CL spielt, wird ganz logischerweise spätestens am Ende dieser 5 Jahre auch CL-gemäß verdienen.
Und wenn die CL dann nicht mehr erreicht wird und es angesichts diverser aufkommender, von außen finanzierter Vereine abzusehen ist, dass es zumindest schwerer werden wird, die CL zu erreichen, dann ist es klar, dass darauf reagiert werden muss und nicht CL-Gelder ausgegeben werden können, die zumindest dieses Jahr schlicht und einfach nicht kommen werden.
Abgesehen davon reicht ja ein Blick in die Bilanzen, um zu sehen, dass Werder auch in den letzten Jahren nie große Gewinne gemacht hat, sondern die Gelder halt in die Mannschaft geflossen sind.
Wird nicht ständig erwähnt, dass man nicht mit Einnahmen aus dem Internationalen Geschäft planen kann und dies auch nicht tut? Hätte man dann nicht, wenn sich der Kader bei fehlender CL Qualifikation nur durch Spielerverkäufe finanzieren läßt, falsch gewirtschaftet?
Nicht unbedingt. Man plant nicht mit Einnahmen aus zukünfigen Wettbewerben und deshalb reagiert man ja jetzt vielleicht auch durch eine etwas defensive Politik. Aber die eingenommenen Gelder sind selbstverständlich in den Kader, also in die Gehälter der Spieler, in Ablösesummen und in Vertragsverlängerungen geflossen. Wohin sollen die sonst gegangen sein? Es wäre doch völlig unrealistisch, dass sich ein Kader wie der der letzten Saison mit den selben finanziellen Mitteln bezahlen ließe wie der von 2002.
Im übrigen ist es eine Mischkalkulation. Tatsache ist, dass weniger Gelder zur Verfügung stehen bzw. die Einnahmen durch den Diegoverkauf perspektivisch verwendet werden müssen.
Man hätte sicher auf Biegen und Brechen Diego halten können. Das wäre jedoch sicher auf Kosten von namhaften Neuzugängen gegangen.
Man hätte sicher noch mehr Geld für Neuzugänge ausgeben können, da ja erstmal fehlende CL-Einnahmen durch den Diego-Verkauf kompensiert zu werden scheinen. Das wäre jedoch sehr kurzsichtig gewesen und hätte dann ggf. nächstes Jahr dazu geführt, dass man gezwungen wäre, mehrer Leistungsträger zu verkaufen, wenn man die CL nicht erreicht.
Also hat man Diego abgegeben, der ohnehin weg wollte und hatte so Handlungsfreieit, die sich ja in der Verpflichtung von bisher drei namhaften Neuzugängen äußert. Dazu wird ggf. noch ein Stürmer kommen. Und es bleibt ja noch die offene Frage, was z.B. in einem Jahr wird. Ich fände es z.B. gut, wenn Werder dieses Jahr nicht auf Biegen und Brechen alles oder nichts spielt und in einem Kraftakt noch zwei, drei Neuzugänge holt um den Preis, dass dann, wenn die CL nächstes Jahr nicht erreicht wird, die Mannschaft auseinanderbricht und die halbe Mannschaft verscheuert werden muss um den Spielbetrieb sicherzustellen.
MFG dkbs