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Piet27
Guest
Bert Brecht "An die Nachgeborenen" I (1953)
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Dass Kriege auch unter gesellschaftlichen Aspekten zu betrachten sind, dahingehend gehe ich mit dir d'accord. Doch wie sollen diese Teile einer Gesellschaft "bekehrt" werden, wenn sie diejenigen, die populistisch Nationalismus, Protektionismus, Isolationismus etc. schüren, in die Parlamente bzw. in Regierungsverantwortung wählen, im nächsten Schritt u.a. Beschneidungen von demokratischen Grundsätze wie z.B. Meinungs- und Pressefreiheit billigend in Kauf nehmen, sogar einen völkerrechtlichen Einmarsch in ein Nachbarland befürworten und somit eine metaphysische Schuld daran tragen? Oder um es mit dem Beginn des Kälbermarsch von dir vorhin erwähnten Bertolt Brecht zu formulieren: "Hinter der Trommel her, trotten die Kälber, das Fell für die Trommel liefern sie selber."Was gewollt darauf hinaus lief, eine andere (und auch keine Notwendigkeit der Änderung sieht)
Den gesellschaftlichen sozialen Aspekt stelle ich durchaus in den Vordergrund.
Denn mMn. lassen sich grundlegende Veränderungen nur über den einzelnen Menschen erreichen.
Doch wie sollen diese Teile einer Gesellschaft "bekehrt" werden, wenn sie diejenigen, die populistisch Nationalismus, Protektionismus, Isolationismus etc. schüren, in die Parlamente bzw. in Regierungsverantwortung wählen, im nächsten Schritt u.a. Beschneidungen von demokratischen Grundsätze wie z.B. Meinungs- und Pressefreiheit billigend in Kauf nehmen, sogar einen völkerrechtlichen Einmarsch in ein Nachbarland befürworten und somit eine metaphysische Schuld daran tragen?
Mal langsam, ich persönlich sehe nicht, dass ich aus unserer Geschichte mehr lernen müsste als nationalpopulistischen Scheiss nicht zu wählen oder einfach als Mensch mich vernünftig zu verhalten.@Bremen Ist es nicht die bitterste Niederlage auch von uns selbst?
Haben wir über Jahrzehnte wirklich alle genug dafür getan, einen Schritt weiter zur Menschwerdung zu schaffen?
Ich sehe nicht, dass wir aus Geschichte lernen. (nicht "unsere" Geschichte ausschließlich).
Dabei ist unsere Geschichte sind auch unsere Eltern und Großeltern. Sie haben uns erzählt davon.
Wir haben also gewusst. Haben wir davon gelernt?
Ich bin bestürzt. Auch über mich. So wenig errreicht zu haben.
Mal langsam, ich persönlich sehe nicht, dass ich aus unserer Geschichte mehr lernen müsste als nationalpopulistischen Scheiss nicht zu wählen oder einfach als Mensch mich vernünftig zu verhalten.
Dafür, dass es noch genügend Menschen in unserem Land gibt, die unzufrieden (oft auf sehr hohem Niveau) sind und teilweise aus Protest den etablierten Parteien gegenüber diesen Blödsinn wie die AfD wählen kann ich nichts.
Was die Panzerlieferungen an die Ukraine angeht, sehe ich das als alternativlos an.
Ist ja auch nicht so, dass wir da nur auf diesem Wege unterstützen, da läuft auch eine ganze Menge über Spenden, da sind wir mMn immer auch ganz gut dabei.
Ich habe persönlich jedenfalls kein besonders schlechtes Gewissen, deswegen weil es mir trotz wenig oder unwesentlicher Arbeit besser geht als vielen anderen auf der Welt, irgendwie habe ich ja auch etwas dafür getan, wenn auch deutlich weniger als ich wohl gekonnt hätte.
Ist es nicht das, was wir vielleicht in unserer Leichtigkeit über Jahrzehnte versäumt haben? Damit meine ich "uns" und nicht die gewählten Parteien.
PS: Ich freue mich, dass du mir so sachlich geantwortet hast. Danke.
https://www.bundestag.de/parlament/praesidium/reden/2017/003-492714Wer Abschottung anstelle von Weltoffenheit fordert, wer sich sprichwörtlich einmauert, wer statt auf Freihandel auf Protektionismus setzt und gegenüber der Zusammenarbeit der Staaten Isolationismus predigt, wer zum Programm erklärt „Wir zuerst!“, darf sich nicht wundern, wenn es ihm andere gleichtun - mit allen fatalen Nebenwirkungen für die internationalen Beziehungen, die uns aus dem 20. Jahrhundert hinreichend bekannt sein sollten.

Weißt du, ich bin mir meines Glücks schon bewusst, denn nichts anderes ist es mMn in Mitteleuropa in ungefährdetem Umfeld aufgewachsen zu sein.Ich will keinem ein schlechtes Gewissen einreden. Auch dir nicht.
Hast du den Text von Brecht gehört?
Du sollst kein schlechtes Gewissen haben, denn es hindert dich offen zu sein, die Sache weitreichender zu betrachten.
Ich möchte nur, dass wir uns selbst nicht aus der Verantwortung nehmen und zu Richtern werden.
"Dass der Mensch dem Mensch ein Helfer ist" - B. Brecht
Puh, wir driften gerade etwas zu weit vom Thema ab*
* Für dich @Piet27 neuen User ein wichtiger Hinweis. In diesem Forum gab es vor einigen Jahren einen Politik-Thread, der wegen wiederholten Anfeindungen, Beleidigung etc. dauerhaft geschlossen werden musste. Dementsprechend bewegen wir uns mit diesem Thread in einer "Grauzone", weil er politisch ist, aber im Moderatoren-Team die Ansicht verbreitetet herrscht, über ein solch bewegendes Diskussionen zuzulassen, so lange diese inhaltlich und sprachlich in einem engen Rahmen bleiben. Deswegen müssen wir aufpassen, dass die Diskussion über den Krieg in der Ukraine nicht noch weiter in eine (gesellschafts)politische Debatte ausartet. Danke![]()

Es fällt nicht immer leicht, mit seinen Beiträgen den gesteckten Rahmen einzuhalten, aber keiner kann aus seiner Haut. Deshalb solltest Du dich nicht verbiegen. Wenn es den Mods zu arg wird, werden deine Beiträge eben gelöscht, im Wiederholungsfall ggf. gesperrt. Trotzdem weiterhin viel Spaß im Forum.Wovon? Von der zu verengten Betrachtung des Sachverhaltes? (das ist meine Meinung und ich ging davon aus, es ist ein Denkanstoß).
Mein "Abschweifen" ist das "Ich". Dürfen wir uns nicht hier über uns unterhalten.?
Bin ich zu politisch, wenn ich die Menschen, also u. a. dich und mich thematisiere?
Mein Thema hier war bislang keine gesellschaftlich-politische Debatte. Wenn es hier nur um den Krieg, Waffen, Schuld und "wer hat Recht" gehen darf, dann bin ich hier falsch. Dann stiehlt man sich aus der Eigenverantwortung heraus. Mir geht es um die Menschen. Auch um dich.
Das Wort "Nazi" was hier nicht beanstandet wurde, habe ich z.B. nicht benötigt.
Sorry, wenn du gesehen hast, ich gehe zu weit. Es tut mir leid und vielen Dank, ich werde mich selbstverständlich unterordnen.
Die wird er fortan als Gast habenTrotzdem weiterhin viel Spaß im Forum.

Andere tun da deutlich mehr als ich, ich bin faul und zufrieden mit dem Status Quo, ein Privileg, dessem ich mir aber durchaus bewusst bin.
„Wer bei den heutigen Ereignissen noch von ,Wehret den Anfängen‘ redet im Zusammenhang mit dem, was wir damals erlebt haben, hat überhaupt nichts begriffen. NPD, Wehrsportgruppe Hoffmann, NSU, Beteiligung von staatlichen Stellen, jetzt die AfD, da stelle ich die Frage: Haben wir wirklich den Anfängen gewehrt?“ Er fährt mit der Hand durch die Luft: „Und alle sagen überrascht, jetzt sei es wieder da, aber wann, frage ich, wann war es nicht da?“
Das ist aber genau der Punkt mit "nicht aus der Geschichte lernen". Ich nehme mich da übrigens nicht aus, also nicht falsch verstehen.
Principiis obsta. Sero medicina parata, cum mala per longas convaluere moras.Haben wir gelernt? 2018 sagte Michel Friedmann:
„Wehre den Anfängen! Zu spät wird die Medizin bereitet, wenn die Übel durch langes Zögern erstarkt sind.“
Das hinterlässt eine gewisse Bitterkeit in mir, denn unsere Bequemlichkeit, meine eigene Bequemlichkeit, sorgt dafür, dass dieses Gift wieder in unsere Gesellschaft schleicht und diese mittlerweile auch nennenswert vergiftet hat. Und jetzt stehen sie alle wieder da und rufen laut nach Waffen und Panzer und der Krieg muss geführt werden. Wo stehen wir eigentlich in 5 Jahren?

An den Behörden nicht:Alina Lipp ist ja völlig an mir vorbei gegangen... (oder ich hab es verdrängt)
Schwierig, schwierig.

Das halte ich für viel zu kurz gegriffen. Aber wenn ich das über meinen vorherigen Beitrag hinaus (zur Äußerung unserer Außenministerin) hinaus vertiefe, laufe ich Gefahr, dass der Beitrag gelöscht wird. Daher nur kurz meine aktuelle Arbeitshypothese:Es ist in der Tat Bequemlichkeit.
Frieden, Freiheit und Demokratie in Europa als (un)bewusst Selbstverständlichkeiten angesehen wurden. Durch das europaweite Aufkommen von Populisten in den letzten Jahren
Es laufe z.Zt. ein paar Dokumentationen über Hitler und dessen Weg zur Macht, einschließlich Kriegsverlauf. Es ist (immer wieder) erschreckend, welche Parallelen sich auftun in der Indoktrinierung der Menschen gestern und heute.
@rudi1980 Du schreibst: Nicht mit Waffen sondern mit Worten und Taten. Auch hier in Deutschland ist es eben wieder nötig geworden,......
Ich frage mich dabei, was kann eigentlich der Einzelne tun? Welche Möglichkeiten habe ich? Ich stehe momentan etwas hilflos da.