Wow... Einmal unterwegs und seitenweise nachzulesen, da hoffe ich mal, ich vergesse keinen Beitrag, auf den ich reagieren möchte.
Mir ist bewusst, dass Öffis nicht überall eine Alternative zum Auto sind, weil es sie vielfach gar nicht oder kaum gibt. Ich bin derart ländlich aufgewachsen, dass Bremen-Huchting eine Metropole ist.
@Nicole s Beschreibung dagegen kommt dem sehr nahe. Nächster Bahnhof knapp 30 km entfernt, Busse nur wenige Male täglich, und am Wochenende gar nicht (die Busse sind parallel Schulbusse und halten an jeder Milchkanne). Sprich, in meiner Heimat geht ohne Auto gar nichts. Aber selbst in so einer Situation denke ich, dass es Einsparmöglichkeiten gibt, sei es zu überlegen, größer einzukaufen und dafür seltener zu fahren, sei es, in Fahrgemeinschaften zur Arbeit zu fahren (und sich für Fahrten ggf. über Facebook, WhatsApp oder etc. zu organisieren) oder sei es, das Fahrrad (oder das E-Bike) zu nehmen, wenn möglich oder sei es, zu überlegen, welche Fahrten wirklich zwingend sind. Beispiel: wir sind früher mit dem Rad zur Schule gefahren (Radweg etc. vorhanden), heute werden die Kinder selbstverständlich gebracht. In meiner Heimat steigt nahezu jeder wie selbstverständlich ins Auto, und das auch für jedes Mal Brötchen vom Bäcker, die auch mit dem Rad oder gar zu Fuß geholt werden könnten. Von daher ja, es gibt unvermeidliche Fahrten, aber auch viele, die man reduzieren oder vermeiden kann, und das auch auf dem Land. Wer dazu nicht bereit ist, weil es ggf. unbequemer und weniger flexibel ist (Abstimmung für Fahrgemeinschaften, Einkäufe planen etc.), der sollte mMn auch nicht allzu laut meckern.
@Fliegenfänger -
Wenn der öPNV eine ernsthafte Alternative, sprich auch zeitlich sinnvolle Alternative darstellt, (von den aktuellen Coronazeiten ganz zu schweigen) wird dieser auch genutzt.
Das stimmt so nicht. Ich wohne in Essen innerstädtisch, Bus, U-Bahn und S-Bahn (fährt bis Düsseldorf oder Köln) um die Ecke. Nachts ist das Angebot für die Größe der Stadt zu dünn, aber tagsüber absolut ausreichend, es sei denn, man möchte/muss regelmäßig in bestimmte Stadtrandgebiete, da besteht ebenfalls Nachholbedarf. Will sagen, wer hier wohnt und in Essen innerstädtisch oder nicht in den genannten Randgebieten arbeitet oder wer innerstädtisch in Bochum, Mülheim, Duisburg, Gelsenkirchen oder Dortmund beschäftigt ist, bräuchte für den Weg zur Arbeit kein Auto und wäre mit Öffis auch nicht wesentlich langsamer mit Blick auf die täglichen Staus. Als Argument gegen die Öffis kommt von denjenigen, die dennoch Auto fahren (und das sind viele), "zu voll", "nervige Mitfahrer" etc. Das ist alles nicht von der Hand zu weisen, aber in all diesen Fällen ist für mich das Auto eine bewusst getroffene Entscheidung, und die hat dann eben den Nachteil, dass es teuer ist. Die eierlegende Wollmilchsau gibt's nun einmal nicht...
@Bremen -
"Grundsätzlich" heißt aber auch, dass es Ausnahmen gibt. Zum Beispiel für die Menschen, deren beruflichen Existenz vom Auto abhängig ist. Wie z.B. Arbeiter und Pflegepersonal mit geringem Einkommen, die auch nachts arbeiten müssen, so dass es für diese Berufsgruppen auch in Ballungszentren schwierig ist, mit Öffis zur Arbeit bzw. nach Hause zu gelangen. Diesen Menschen muss vom Staat geholfen werden.

Von daher finde ich Überlegungen, gezielt Menschen mit geringem Einkommen unter die Arme zu greifen, deutlich sinnvoller als eine Steuersenkung auf Sprit per Gießkannenprinzip. Denn eine solche Steuersenkung per Gießkannenprinzip unterstützt auch alle, die zu bequem sind, aufs Auto zu verzichten bzw. weniger zu fahren, obwohl sie die Möglichkeit hätten.
@mezzo19742 -
Ich rufe auch nach dem Staat, zumal Deutschland bereits ein Land mit einer enorm hohen Steuerlast ist und Arbeitnehmer sehr viel später in Rente gehen als anderswo.
Das ist für mich eine Milchmädchenrechnung. Denn jede Unterstützung, die an diejenigen fließt, die unter hohen Spritpreisen leiden, muss auch gegenfinanziert werden, d. h. es werden andere Steuern angehoben. Und mit einer FDP in der Regierung erwarte ich da eher nichts in Richtung Vermögende...
Aber zumindest der Weg zur Arbeit sollte berücksichtigt werden.
. Wenn es so gemacht wird, dass Leute, die Öffis nutzen und Leute, die mit dem Auto fahren, gleich gestellt sind, fein für mich.
@FatTony -
Ganz ehrlich: Wofür braucht es eine Nachtlinie zu einem Flughafen mit Nachtflugverbot? Die paar Leute die es betrifft, leisten sich halt ein Taxi. Die letzte reguläre 6 kommt ca. 00:46 Uhr am Flughafen an.

- zumal es ja in der Regel auch nicht günstig ist, sein Auto am Flughafen zu parken.