Thema wurde abgeräumt, also ist es nicht mehrheitsfähig. Soooo wichtig ist es den Leuten dann halt nicht.
Da habe ich die Politik anders wahrgenommen. Ich habe es so empfunden, dass das Tempolimit durchaus mehrheitsfähig war, aber der unwichtigste Punkt auf der Klimaagenda der Grünen. Und in den Koalitionsverhandlungen beharrt man dann nicht auf den weniger wichtigen Punkte.
Ich fahre grundsätzlich um die 130 auf der Autobahn, weil meinem Gefühl nach schneller nichts bringt. Ich bremse weniger und habe ne angenehme Reisegeschwindigkeit.
@opalo bzw Allgemein (und kein Shitstorm) zum Thema :
Ich empfinde die Aussage für „einfach gesagt“. Das Beispiel Deiner Bekannten ist natürlich ein Armutszeugnis. Einen solchen Kumpel habe ich auch und wir machen uns alle über sein „hochgeschraubtes Ego“ lustig. Aber er gehört zur absoluten Minderheit.
Ich kann Dir gerne mal das Leben eines Ottonormalverbrauchers in einer Kleinstadt schildern:
- Der Busfahrplan hier wurde gekürzt ohne Ende. Einige Stadtteile haben tagsüber nur noch wenige regelmäßige Verbindungen in die Stadtmitte. Das Partyvolk am Wochenende kam Samstagnacht um 23:00/23:15, 00:30/00:45, 02:00/02:15 bzw 03:30/03:45 in die Stadt bzw. von der Stadt nach Hause. Tja, die Verbindung gehört längst der Vergangenheit an.
- Von den Dörfern rund um uns herum (Umkreis 30 Kilometer) fahren teilweise nur noch die Schulbusse regelmäßig. Wenn eine Oma aus einem der Dörfer zum Einkaufen muss, kann sie morgens mit dem Schülerbus in die Stadt fahren, einkaufen und am Schulende mittags mit den Schülern zurück. Die Tante-Emma-Läden in diesen Dörfern gibt es kaum noch.
- Von unserer Kleinstadt aus kann man kein Abendspiel von Werder mit den Öffis erreichen. Ok, man kommt hin, aber man kommt nicht mehr zurück. Die letzte Stadt in meiner Umgebung, die um diese Zeit noch angefahren wird, ist rund 80 Kilometer von meinem Zuhause entfernt. Keine Strecke, die man mit dem Rad nachts zurücklegen kann oder?
- Die Spiele tagsüber sind natürlich besser zu erreichen. Allerdings ist man von Tür zu Tür mit den Öffis in eine Richtung knapp 3 Stunden unterwegs. Man ist mit den Öffis also rund 6 Stunden Fahrzeit unterwegs für ein Fußballspiel. Mit dem Auto sind es insgesamt knapp 3 Stunden, wenn man gemütlich mit 120 dahin juckelt.
- Und die Preise sind schon heftig. Für ein Werderspiel gilt ja das VPN-Netz kostenlos. Bis dahin (2 Bahnhöfe bzw 37 Km mit dem Auto) kostet eine einfache Fahrt 12,00 Euro. Somit gehen nochmal 24,00 Euro zzgl Buskosten für ein Werderspiel drauf. Wenn kein Werderspiel ist und man in die nächst größere Stadt will, kostet eine einfache Bahnfahrt viel Geld.
- Mein alter Arbeitsplatz war rund 25 Kilometer von meinem Zuhause entfernt. Eine Autofahrt von knapp 25 Minuten. Mit dem Bus (7,50 Euro eine Richtung) dauert eine Richtung rund 45 Minuten Busfahrt zzgl. 15 Minuten Fußweg. Die einfache Zugfahrt gibt es für 6,00 Euro zzgl. Busfahrt. Die Zugfahrt dauert knapp 20 Minuten. 15 Minuten Fußweg und knapp 20 Minuten Busfahrt kommen hinzu (alles nur in eine Richtung)
Das sind keine extrem dargestellten Beispiele. Das ist das normale Leben in Ostfriesland.
Dort, wo man ein vernünftiges öffentliches Verkehrsnetz hat, kann man mit den Öffis sehr viel erreichen. Man kommt günstig und schnell von A nach B. Ich lebe ganz bestimmt nicht am Ups, ich muss meine Wortwahl ändern

der Welt und auch sicherlich nicht in einem Kuhkaff jenseits des öffentlichen Lebens. Aber Öffis und vernünftigen Nahverkehr gibt es hier einfach nicht. Man ist aufs Auto angewiesen. Die Öffis sind teuer und Zeitfresser. Doppelt so lange Fahrzeiten mögen für einige vielleicht hinnehmbar sein, aber sind sie das wirklich?
Edit: Ich finde, da finde ich es angemessen nach dem Staat zu schreien. Im Übrigen
@mezzo19742 

