In Bremen hoffen alle auf stabile und erfolgreiche Zeiten wie unter Otto Rehhagel oder Thomas Schaaf. Trauen Sie Kohfeldt eine ähnlich lange Ära zu?
Das wünsche ich ihm nicht. Bloß nicht. Er ist intelligent und weiß hoffentlich, wann es gut ist; wann man alles gesagt hat. Tauscht man nicht die Mannschaft permanent aus, muss der Trainer nach drei oder vier Jahren wechseln. Im heutigen Geschäft mit dieser hohen Intensität ist die Geschichte nach drei Jahren auserzählt, dann zieht der Trainer weiter. Eine Ära wird es nicht mehr geben. Ein Grund dafür, dass Werder nicht dauerhaft Erfolg hatte, war die zu lange Zeit mit Thomas Schaaf und Klaus Allofs. Sie verstanden sich blind, offenbar gab es irgendwann keine Reibung, keine Meinungsverschiedenheit, keine Diskussionen mehr – und falsche Entscheidungen.
Trainer-Verträge sollten künftig auf maximal drei Jahre ausgelegt sein?
Es ist eine Grundidee, nach drei Jahren etwas zu verändern. Das muss nicht festgeschrieben sein auf einen genauen Zeitpunkt. Pep Guardiola hat gesagt, sein größter Fehler sei sein viertes Jahr in Barcelona gewesen. Ich halte die Wette, dass es Guardiola bei Manchester City keinen Tag länger als drei Jahre macht. Die Anforderungen, die ein guter Trainer an einen Kader stellt und die Spieler an einen Trainer, sind so immens, dass irgendwann die Luft raus ist. Über den Daumen ist das nach drei Jahren der Fall.