Andere beurteilen, ohne Wissen, in dem sie hier tagtäglich Baumann und Nouri als das personifizierte Böse darstellen, die Werder-Familie als Virus, die noch dazu nicht eingehalten werden, und Pizarro (sowie Wiedwald und Bruns) als armes Opfer. Das ist nicht mein Stil
Ich will Dir darauf anders antworten. Es gibt hier oder in anderen Threads immer zwei Lager: Pro Werderfamilie + deren Weg und Contra.
Ich zB gehöre einer alten Generation an, die schon über 45 Jahre dem Verein zugetan ist. Blicken wir einfach mal auf die letzten 10 Jahre zurück.
Dann wirst Du feststellen, das Werder 2009 national (Pokal) und international Endspiel (EL) sehr erfolgreich war. Aber schon damals gab es nicht wenige mahnende Stimmen, die Werders Finanzstruktur mit der hegemonialen Ausrichtung auf die Fernsehgelder und somit auf den sportlichen Erfolg als sehr fragil eingeschätzt haben. Wurde wegdiskutiert.
Damals hieß es, dass die Spürnase Allofs und unser Trainer TS die ewigen Garanten für den Erfolg seien. Zudem sei das Eigenkapital so hoch, so dass nichts passieren könnte. Die weiteren Jahre haben dann ein anderes Bild gezeichnet.
Als Allofs hier sein bestelltes Feld hinterlassen hat, wollte Lemke einem TS einen lebenslangen Vertrag anbieten und somit das Problem lösen. Das haben er und KDF medial auch vertreten, vgl. Dopa im Februar 2010 etc. . Das war doch keine Lösung sondern ungezielter Aktionismus mit nostalgischer Verklärung.
Die gleichen Personen haben 1996 einen Rehhagel vergrault, dann gemeint, dass sie es selber hinbekommen, was 1999 im Fastabstieg geendet wäre. Chaos pur 1996-99. Die Älteren erinnern sich.
Es wird dann von den selben Personen ein Werderweg ausgerufen und ihre medialen Auftritte zeugen davon, dass sie an ihren Thesen seit über 20 Jahren festhalten. Den Erfolg zu moderieren ist nicht schwer, weil Jeder dir zuhört und applaudiert. Aber in der Krise diese erfolgreich zu überwinden und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen, zeigt den Meister.
Das daraus eine Skepsis den handelnden Personen gegenüber entsteht, versteht sich von selbst. Bode und Baumann sind schon seit Jahren in unterschiedlicher Funktion in diesem Verein. Sie haben auch ihren Anteil an einen acht Jahre währenden Abstiegskampf.
Die gemeinsame Sorge Aller ist doch, dass Werder absteigen könnte. Was bedeutet das für Bremen mit Umland? Es entstünde ein millionenschwerer Schaden, dessen Höhe nicht zu beziffern ist. Am BIP des Landes Bremen ein zu vernachlässigender Posten, aber bei Menschen zB aus der Gastronomie sehr wohl ein Faktor.
Wenn ich dann diese Aktion GW Dynamite oder Wonderwall sehe, muss ich doch feststellen, dass dieser Verein weitaus mehr für diese Region darstellt. Das ist unglaublich und schon bewunderswert.
Über eines sollten wir uns alle im Klaren sein, dass für die Spieler Werder nicht mehr als eine Episode in ihrer sportlichen Vita darstellt. Wenn das hier schief geht, zieht die Karawane weiter und sie mit. Die bekommen woanders gleiches oder mehr Geld.
Aber dieser Konnex Fans, Region und Verein ist einzigartig und kommt mir bei den Verantwortlichen einfach zu kurz. Ich lese nach dem Spiel die üblichen Platitüden und frage mich, warum die diese Verbindungen nicht den Spielern, Trainern etc in ihr Pflichtenheft schreiben? Das ist mEn die wesentliche Essenz des Werderwegs. Dann sieht man auch über Vieles hinweg. Die Werderfans würden ihren Spielern bei maximalem Einsatz und Kampf, Niederlagen verzeihen und sie sogar würdigen. Das vermitteln die Spieler und alle Beteiligten seit Jahren größtenteils nicht, so dass die Kritik automatisch Wellen schlägt.