Religionen als Teil eines Geschichtsunterricht, gerne, aber bitte kritisch! Das muss sein weil es unverzichtbarer Teil der Entstehung unserer und anderer Kulturen ist. Aber reiner Religionsunterricht hat an einer allgemeinbildenden(!) Schule nichts verloren und wird zum Glück auch zunehmend abgeschafft. Wenn die Kirche ihre Lehren lehren möchte, dann bitteschön innerhalb ihrer Hallen und nicht an Schulen. Ich verlange ja auch nicht, daß Darwins Evolutionstheorie von der Kanzel einer Kirche gepredigt wird.
Wenn der Unterricht optional ist, habe ich nichts dagegen, wenn er als reiner Religionsunterricht angeboten wird. Und befürworte genau wie Klunz weiter oben in dem Zusammenhang auch Islamunterricht. Flächendeckend ist das sicherlich nicht kurzfristig umsetzbar, aber an Schulen mit einem besonders hohen Anteil an muslimischen Schülern bevorzugt damit zu beginnen, halte ich für sehr sinnvoll.
Ich bringe meinen Kindern nicht bei, daß vor 2000 oder 1400 Jahren dieser oder jener Messias angebliche Wunder vollbracht hat sondern wie diese Lehren in ihrem Kontext entstanden sind. "Du sollst nicht töten" oder "Du sollst nicht die Frau deines nächsten begehren" ist nicht von einem imaginären Gott der Menschheit gebracht worden, sondern eine Regel um ein Zusammenleben ohne Mord und Totschlag zu ermöglichen. Mangels durchsetzbarer Exekutive hat man sich eben einer göttlichen Macht bedient um das in die Schädel der Menschen zu prügeln. Was damals notwendig gewesen sein mag, ist es heute aber nicht mehr, Humanismus und Aufklärung sei es gedankt, daß man sich derlei Märchen nicht mehr bedienen muss (man stelle sich nur mal vor, heute würde ein Messias auftauchen, den würde man in die geschlossene Anstalt einweisen oder auslachen). DAS bringe ich meinen Kindern bei. Wenn sie dann dennoch einen tieferen Sinn suchen werden, dann steht es ihnen frei auch ihren Frieden im Glauben zu finden, aber hoffentlich nicht in einer Institution die ihnen pseudo-Wahrheiten verspricht (dann hätte ich als Vater versagt) sondern in einem spirituellen Sinn und eben privat.
Ich bin inhaltlich Deiner Meinung - mit Ausnahme des Fettgedruckten und mit Ausnahme der Wortwahl. Auch wenn ich nicht gläubig bin, respektiere ich es, wenn jemand gläubig ist, und käme - aus Respekt - nicht auf die Idee, mich in einer derart abfälligen Weise darüber zu äußern.
Das Fettgedruckte sehe ich anders. Wenn sich Deine Kinder nach reiflicher Überlegung bewusst für den Eintritt in eine Kirche entscheiden, hast Du nicht versagt, sondern, ganz im Gegenteil, alles richtig gemacht. Sollte das passieren, zeigt es Dir, dass Du Deine Kinder zu selbständig denkenden Menschen erzogen hast. Selbständig denken in dem Sinn, dass sie eben nicht einfach kopieren, was Du als Vater machst, sondern es hinterfragen und sich gegebenenfalls bewusst anders entscheiden.
Was Kirchenglocken angeht: Ich werde sicher keinen Kreuzzug^^ dagegen führen, sie stören mich nicht mehr und nicht weniger als der Ruf des Muezzin. Aber ich glaube die Mehrheit in diesem Land sieht das etwas anders, sieht man ja schon daran was für ein Aufschrei durch jede Gemeinde geht wenn auch nur daran gedacht wird irgendwo eine echte (also nicht Hinterhof) Moschee zu bauen.
Für mich ist nicht nachvollziehbar, warum so viele Menschen ien Problem damit haben, eine Moschee in der Nähe zu haben. Ich hätte keins. Vielleicht sollten diese Leute sich einmal Bilder aus Kerala anschauen oder noch besser selbst hinfahren (lohnt sich ;-)) - da stehen in unzähligen Orten Kirche, Moschee und Tempel direkt nebeneinander und Probleme scheint es kaum zu geben.