Postings, die nahezu alles kritisieren, was Werder ausmacht, liest man hier nicht erst seit 6 Jahren. Die selbsternannten "Alleswisser" dieses Forums haben schon zu Erfolgszeiten kritisiert, was nicht kritikwürdig war. In völlig einseitiger Verblendung wurde hier immer und immer wieder drauf hingewiesen, mit einem neuen Trainer würde alles wieder besser, der Erfolg automatisch zurückkommen. Interessant auch, was damals als "Erfolg" für Werder angesehen wurde und was als Misserfolg.
Ich würde empfehlen, die letzten Bilanzen und Tabellenstände zur Argumentation heranzuziehen. Wir sprechen hier über einen Verein, der 2004 das DOUBLE geholt und danach fortlaufend in der CL gespielt hat. Hat Werder daraufhin einen reinen Konsolidierungskurs gemacht? Antwort: Nein. Speziell am Ende der Ära Allofs wurden sehr hohe Investitionen getätigt, die sich kumuliert jenseits der 40 Mio€ bewegt haben. Die Folgen davon durfte der Verein die kommenden Jahre ausbaden.
Dann hat WL die preiswerte Lösung TE als Nachfolge geholt, dessen Wirken sich zB in Personalie Dutt besonders positiv darstellt. Das Zeitalter des TE wird in die Annalen des SVW als Bestätigung des Werderwegs eingehen? Darf ich das so verstehen?
Die Behauptung Skripniks, ihm seien auch 100 Gegentore egal, hier verantwortungs- und gewissenlos pauschal zu verallgemeinern, sagt alles über die Art der Argumentation aus. Diese Aussage fiel in der letzten Saison und war damals an die unmissverständliche Bedingung geknüpft, dass/wenn "Werder dennoch nicht absteige".
Das ist dann verantwortungs- und gewissenlos als Zitat, wenn ein Trainer selber sagt, dass ihm 100 Gegentore egal seien und damit zum Ausdruck gibt, dass er der Defensive keine besondere Bedeutung beimisst, solange die Ergebnisse irgendwie stimmen? Ohne eine Trainerlizenz zu besitzen, würde ich mal behaupten, dass eine derartige offensive Auffassung unter billigender Inkaufnahme einer schwachen Defensive, schwierig erfolgreich (=Klassenerhalt) umzusetzen ist. Die letzte Saison soll dann wohl für diese Argumentation als Paradebeispiel für den offensiven Werderfußballweg herhalten? Wenn man die letzten Wochen und ihren Geschehnissen geflissentlich ausblendet, nur die Abschlußtabelle mit Platz 13 heranzieht, kann man dem sogar noch folgen.
Dass die "Krise" bei Werder mehr als ein Jahr dauern würde, war jedem völlig klar, der die Gründe des Niedergangs verstanden hat oder verstehen wollte. Insofern kann die Dauer der Konsolidierung nicht wirklich verwundern. Am Ende wurde sie womöglich deshalb aus "eigenen Kräften gestemmt, weil man in Bremen konsequent verfolgt, was andere Vereine gar nicht besitzen bzw. was von den" Schlaumeiern" im Forum am schärfsten kritisiert wird: die eigene Philosophie, in Bremen heißt das "Werder-Weg".
Hierzu verweise ich auf obigen Aussagen mit Double-Sieg, CL-Teilnahmen und Nichtabstiegen etc. und verweise dabei - auch wenn man es nicht gerne liest- auf Vereine wie Mainz oder Gladbach, die als Absteiger und Wiederaufsteiger ein Stadion
neu gebaut (nicht wie bei Werder umgebaut) haben und nun wirtschaftlich sowie sportlich uns überholt haben. Mainz musste sich im Rhein-Maingebiet gegen die SGE und vor allem den FCK behaupten, der eine ganz andere sportliche Historie und mit Kurt Beck einen prominenten Befürworter als Landesvater hatte. Gladbach als NRW-Club ist durch die direkte Konkurrenz auch nicht primär auf Rosen gebettet. Letztendlich geht es darum, dass es gute Gegenbeispiele zum Werderweg gibt.
Der Fall Kruse stellte sich so dar, dass der Spieler den Verein damals selbst verlassen wollte. Derzeit ist es ja eher so, dass der Verein einige Nachwuchsspieler abgibt, weil er selbst keine zeitnahe Verwendung für sie in den eigenen Team sieht.
Ich habe explizit sogar die Abgabe dieser Jungspieler befürwortet und als schlüssig betrachtet!!! Ich habe mir dabei allerdings infamerweise die Freiheit genommen und dabei der Hoffnung Ausdruck verliehen, dass bei den abgegebenen Spielern nicht irgendwann ein Nationalspieler X herauskommt. Asche auf mein Haupt.