Zitat von Bremervörde;3171480:
Wird das Unternehmen dann sagen: "Ok, wir haben jetzt auch das Doppelte in der Produktion zur Verfügung! Auf gehts. Bezahlt die Mitarbeiter vernünftig, verdoppelt den Platz für die Küken!"
Es gibt ja Unternehmen, die bewusst höhere Löhne zahlen, bessere Bedingungen für Tiere schaffen und so weiter. Das muss nicht erst erfunden werden, das gibt es. Sei es in Bio-Läden oder in bei Bauernhöfen. Da hat jeder Konsument die Chance hinzugehen, ist vielleicht ein bisschen weiter weg* oder teurer, aber die Möglichkeit gibt es. Und wenn da die entsprechende Nachfrage vorhanden ist, werden sich auch mehr und mehr Unternehmen in dieser Nische einfinden. Das ist ein wesentliches Prinzip der Marktwirtschaft.
Zitat von Bremervörde;3171480:
Das wird nicht passieren. In einer Marktwirtschaft unterliegen Unternehmen nun mal dem Gesetz der Gewinnmaximierung.
Das Problem ist die fehlende Verantwortung. Verantwortung erfolgt bei Unternehmen anscheinend nur, wenn sie dem Image dient und letztendlich doch wieder Profit bringt. Aber Verantwortung aus moralischen Bewusstsein sucht man leider vergeblich.
Dem würde ich entgegenhalten, dass es eben doch Unternehmen gibt, die diese Verantwortung an den Tag legen, unabhängig von Image-Fragen. Die maximieren auch ihren Gewinn, aber unter der Einhaltung bestimmter Nebenbedingungen. Es ist also nicht so, dass Unternehmen nur so handeln, wenn sie einen guten Artikel in der Tageszeitung bekommen können. Leider sind viele dieser Unternehmen in einer Nische, da sie in Preis und Diffusion nicht mit anderen Unternehmen mithalten können, aber es gibt sie und sie können gefunden werden.
Es ist nicht eine Partei, die die Schlüssel zum Königreich hat, es sinder sogar drei:
- Unternehmen sollten von sich aus mehr Verantwortung zeigen, auch wenn die höhere Preise mit sich bringt.
- Konsumenten sollten von sich aus bereit sein höhere Preise und Transaktionskosten auf sich zu nehmen, um verantwortungsvoll zu konsumieren.
- Die Politik sollte Anreize setzen, die verantwortungsvolle Produktion und verantwortungsvollen Konsum fördern.
Jede dieser drei Gruppen hat Möglichkeiten und Pflichten zu einer Verbesserung beizutragen. Jedem, der die Verantwortung von sich auf eine oder beide der anderen Gruppen schiebt, kann man nur attestieren, dass ihm die aktuelle Situation wohl noch nicht unangenehm genug ist, um seine bisherigen Verhaltensmuster nachhaltig zu ändern. Was grundsätzlich ok ist, aber durchaus in Frage stellt, ob man dann mit erhobenem Zeigefinger voran schreiten sollte.
*Beim Faktor Distanz könnte es verantwortungsvoller sein auf diese Lebensmittel zu verzichten, wenn durch den Transport der CO2 Verbrauch zu stark steigt (blöde Reboundeffekte). Aber wenn man mit Rad oder ÖPNV unterwegs ist, ist das natürlich kein Faktor.