@dieeeter
Ich will nichts relativieren, aber ein "Nazi-Spruchband" würde ich anders definieren. Ich denke mal, dass ein Großteil der Leute bei uns mit der gezeigten Tapete auch garnix anfangen kann, sondern nur der Kern der Szene bei uns/Euch.
Ich bin mir sicher, dass ein Spruchband wie "Schwule raus!" oder "keine schwarzen Spieler bei RWE!" oder ähnliches von der deutlichen Mehrheit nicht geduldet werden würde und es daraufhin Reaktionen gäbe.
So war es ja auch mit der Verhinderung einer Filmvorführung vor einiger Zeit bei uns. Die kam dann trotzdem und dann eben vor großem Publikum.
Generell unpolitisch sehe ich UE nicht, zumindest was speziell fanpolitische Themen betrifft. Ich sehe UE da weniger kritisch. Warum muss man sich irgendwo positionieren, wenn man einigermaßen normale Verhältnisse im Stadion hat?
Und ich find, die haben wir mittlerweile, auch wenn Du das Schönreden nennst.
Ich persönlich sehe derzeit keinen Handlungsbedarf bei uns (außer natürlich bei der Stimmung).
Es gibt hier nicht mehr diese Rufe, wie sie in den 90er noch üblich waren.
Keine U-Bahn mehr, keine Asylanten-Rufe, keine kollektiven Affenlaute.
Klar ist Luft nach oben. Das hängt sicherlich immer davon ab, wo man selbst steht.
Aber ich denke, man muss auch sehen, was wir für ein Publikum haben. Die relativ geringen Regionalligaeintrittspreise ermöglichen eben auch einem durchschnittlichen Publikum den Stadionbesuch, wo vielleicht bei einigen nicht immer alles reflektiert und hinterfragt wird.
Hier ist Frustbewältigung ob des dargebotenem meist vorrangig.
Ich denke, wir bilden im Stadion in Essen insgesamt schon einen gewissen gesellschaftlichen Schnitt ab. Das Wählerverhalten liegt vermutlich bei dem, was NRW so hergibt. Allerdings gibt es natürlich historisch gewachsene Lager im Stadion
und das linke Spektrum ist bei uns eher nicht als Gruppe organisiert.
Wir werden hier im Forum dazu vermutlich nicht auf einen Nenner kommen. Wie schon geschrieben hat die Sichtweise auf etwas (in dem Fall auf unser Publikum) auch immer etwas mit der Position zu tun, wo man selbst steht.
Mir ist nur wichtig, dass wir in Bremen eben auch differenziert wahrgenommen werden und nicht jeder/jede mit nem roten oder rotgrünen Schal pauschal in eine Ecke gestellt wird.