Das muss man allerdings wirklich anerkennen. Mit nur 47 Gegentoren die 15. beste Abwehr der Liga. Eichins Wunschtrainer Dutt hat die Abwehr wirklich stabilisiert. Das ist Fakt. Mit Schaaf, der ja "keine Defensive kann" hatten wir zum gleichen Zeitpunkt der vorigen Saison schon sage und schreibe 49 Gegentore. Dazwischen liegen wirklich Welten.
Sie können Dich nicht verstehen.
Sie sehen 2 Gegentore weniger als in der Vorsaison.
Sie sehen, dass wir 90 Minuten hinten drin stehen und dass kein Offensivspiel mehr stattfindet.
Also glauben sie, dass Dutt das Defensivspiel verbessert hat.
Interessanter wäre doch, worauf diese, Deine Erkenntnisse fußen.
Wie verteilen sich Tore und Gegentore auf die Punkte, die wir holen? Warum bzw. auf welcher Grundlage holen wir die Punkte? Wie viele Chancen benötigt der Gegner und wie viele davon sind klare?
Klar scheint nur, dass es in den vorherigen 7 Jahren undenkbar gewesen wäre, mit 29 erzielten Toren 29 Punkte zu holen.
Klar ist auch, dass der Schaafsche Individualistenfussball stets von überragenden Individualisten wie Diego, Pizarro oder de Bruyne abhängig war, allerdings nur dann tatsächlich funktionierte, wenn neben diesen Spielertypen zusätzlich Strategen oder handlungsschnelle Ballverteiler wie Micoud, Klose, Özil oder Hunt spielten. In praktisch jeder Rückrunde sind wir abgestürzt, weil die Gegner sich im Saisonverlauf einspielten, während Werder weiterhin in sich greifender Mannschaftsfussball abging, wodurch die Fokussierung auf Individualisten überhand nahm.
In dieser Saison haben wir aber erstmals seit langem keinen wirklich überragenden Individualisten mehr im Kader. Wie kommt man zu dem Schluss, dass so der Schaafsche romatisch-offensive Fussball funktionieren würde?
Zitat von [SVW]Andi;2928011:
Unsere Abwehr schwimmt so wie unter TS -
Wenn das Deine Meinung ist, dann wäre doch gut zu wissen, wie Du sie begründest. Also mich würde es interessieren. Gegen Stuttgart bspw. 10 Minuten nach dem 0:1, nach Wiederbeginn war`s fast so.
Allgemein gesehen würde ich den psychologischen Faktor, der in einer Gruppe wie der Fussballelf sicher auch ne Rolle spielt, ohne diesen überzubewerten zumindest berücksichtigen. Wie bekommen wir Sicherheit, Stabilität und Selbstvertrauen/ Selbstverständnis in ein Team?
Im selben Zusammenhang kann ich zum Beispiel mit Werderübergreifenden Dauerdiskussionen über individuelle Fehler nichts anfangen. Das ist ja gerade die Kunst in einem Mannschaftssport dafür zu sorgen, dass nicht jeder individuelle Fehler zum Gegentor oder gar in die Niederlage führt. Immer ist das natürlich nicht möglich, aber oft.
Was ich meine ist, dass ein Team als Team auftritt, was nicht nur Grundtugenden wie Einstellung, Einsatz- und Laufbereitschaft voraussetzt, sondern eben besonders so Dinge wie gegenseitiges Helfen, Kommunikation auf dem Platz oder die Art und Weise, eine gewisse Grundordnung zu erzwingen und zu halten.
Ich fand in Nürnberg zum Beispiel das konsequente Attackieren auf zweite Bälle und das mannschaftliche Zusammenarbeiten stark, was gegen Stuttgart abgesehen von der Schlussphase wieder wie weggeblasen schien. Ging`s der Truppe schon wieder zu gut? Charaktere? Oder unzureichender Einfluss des Trainers?