also ich sehe ein taktisch besseres Werder als letztes jahr.. zB hat ein Slomka bestätigt, dass wir es taktisch gegen FRA sehr gut gemacht haben... somit gehe ich auch mit einem sieg am samstag aus, da ich in den letzten beiden spielen in der hinsicht nix verwerfliches fand...
und das wir nach Braunschweig als ersten abstiegskandidaten gehandelt wurden, stimmt leider...
Das sehe ich allerdings überhaupt nicht so. Das möchte ich auch begründen (auch wenns sehr trocken ist):
Die Räume sind weitaus größer als noch letztes Jahr. Das Problem ist, dass, egal welcher 6er gespielt hat, keiner die Räume richtig zulaufen kann und die Räume im Zentrum zwischen unseren Stürmern inklusive dem OM und den 6ern viel zu groß werden.
Die Außen haben noch kein Timing, in die Lücken in Höhe des gegnerischen 16ers zu starten. Di Santo z.B. turnte als Außenstürmer sehr oft vorne an der gegnerischen Grundlinie rum (setzt sich dort auch gerne an der Eckfahne fest), sodass unser AV und unser 6er auf die Außen ziehen um die hinterlassene Lücke zu schließen. Manchmal war sogar noch ein dritter Spieler von uns dabei. Dann kam vom Gegner (besonders von Augsburg und Dortmund) ein spielverlagernder Pass in unser Zentrum, das ja nun komplett offen stand. Anschließend herrschte gar keine Ordnung mehr, weil der Gegner logischerweise nun dort Überzahl hat. Alle rücken panisch ins Zentrum zurück um dort die Lücke zu schließen. Die ganze andere Seite ist darum nun wieder außen frei - zack kommt der Ball dahin und der Gegner kann bis zur unserem 16er ziehen. Perfekte Spielverlagerung. Werner und Hahn haben uns so derbe damit vereppelt. Das sind wirklich fatale taktische Fehler, die ich so zuvor noch nie bei Werder beobachten konnte.
Nächster Punkt ist das Verhalten bei Ballbesitz. So gut wie jede Mannschaft kann inzwischen gutes Pressing spielen. Werder kommt aber bei Druck des Gegners in arge Probleme, weil keiner Laufwege einstudiert hat und es keine Anspielpartner gibt. Es gibt ja so Grundprinzipien in jedem Fußballspiel, dass man immer dafür sorgen muss, mindestens zwei Anspielstationen zu haben, wenn man der Ballführende ist (Dreiecke bilden). Werder hat oftmals keine Anspielstation und haut den Ball unter Bedrängnis einfach nach vorne um nichts falsches zu machen. Das mag aber auch mit an der großen Unsicherheit liegen.
Wenn wir selber Pressing spielen, wissen viele nicht, wer mit welchem Mitspieler den gegnerischen Spieler am Ball anlaufen muss. Manchmal laufen drei Spieler los, manchmal nur einer, manchmal zwei - aber immer ohne erkennbares System. So können auch wieder Lücken entstehen, die in der Bundesliga ausgenutzt werden. Ganz schlimm auch das Doppeln an den Außen. Wir lassen viel zu viele Flanken zu. Normalerweise läuft einer den Gegner an und der andere schiebt sich zwischen die Fläche Richtung Tor und Gegenspieler. Dann kann der Angreifer eigentlich nichts mehr machen. Das sind wirklich Grundlegende Dinge die uns schon in der Landesliga beigebracht wurden und bei Werder oft einfach nicht umgesetzt werden (auch wenn das Tempo natürlich viel höher ist).
Das sind für mich Gründe, die im Umkehrschluss auch dazu führen, dass wir kaum noch Ballbesitz haben. Wir schaffen es wegen der aufgezählten Gründe nicht a) den Gegner unter Druck zu setzen weil er b) zu viele Räume hat und uns Laufen lassen kann.
Was du ansprichst gegen Frankfurt hat am Ende auch viel mit Glück zu tun gehabt. Das taktische daran war, sich mit zwei Viererketten vor unserem 16er aufzustellen und zu hoffen, dass Prödl und Co alles rauskloppen was über die Außen reingeflogen kommt. Das ist mit viel Glück gut gegangen - denn Chancen hatte auch Frankfurt genug. So gewinnst du nicht mal Spiele in der 2. Liga. Das war zwar in dem Spiel richtig, aber sicherlich keine taktische Meisterleistung. Dutt hat da finde ich überhaupt nichts entwickelt.