Was mich momentan immer stutziger werden lässt und verstimmt, ist seine fehlende Linie und Konsequenz in vielen Dingen. Das fing an mit der wischi-waschi Torwartdiskussion und endet momentan bei verwirrenden Interviews und komischer Trainingsplanung bzw. Auslegung der freien Tage. Mal sind sie wichtig um sich zu erholen, dann werden als "Strafe" herangezogen. Mal sind wir zu offensiv, mal zu defensiv, mal haben wir keine Mentalität, dann ist es die Qualität.
Man hat den Eindruck, Dutt handelt oft sehr kurzsichtig und aus dem Bauch heraus, anstatt konsequent langfristig etwas zu entwickeln. Dann gibt er Interviews, in denen man ihm seine Anspannung deutlich anmerkt. Das ist zu viel hin und her und ist oft ein Phänomen bei Menschen, denen etwas aus den Händen gleitet. Ich hab den Eindruck, Dutt ist maßlos überfordert mit dem Umbruch. Das ist eine Monsteraufgabe, klar, aber Dutt scheint dieser Aufgabe eben nicht gewachsen zu sein.
Ferner hab ich den Eindruck, er hat Bremen für sein persönliches Experiment gesehen, seine persönliche Herausforderung. Da muss man viel probieren, viel tun. Etwas, bei dem man sich beweisen kann. Aber genau das kann man in der Situation nicht, in der Bremen bereits vor der Saison war. Hier hätte es eventuell einen sehr erfahrenen Trainer gebraucht, einen Motivator mit taktischem Verständnis. Dazu zähle Dutt nicht. Ich hoffe man setzt hier nicht aus falscher Überzeugung auf einen Trainer, bei dem es von Woche zu Woche offensichtlicher wird, dass er das Ruder hier nicht rumreißen kann.