Gesamtsituation der Mannschaft

Na ja. Im Jahr 2013 hat Werder in 27 Spielen ganze 5 davon gewonnen. Aktuell hat man die zweitschlechteste Offensive. Bei den 17 Spielen in der RR waren Sokratis und KdB noch im Kader.
Gegen Hannover muss gewonnen werden. Wenn das verloren geht, werden sie auf einem Abstiegsplatz die RR beginnen und ob sie ihre Nerven bei mangelnder Qualität bewahren, darf dann bezweifelt werden.
 
Richtig, nur wie kann so ein Plan aussehen, wenn die finanziellen Mittel begrenzt sind? Auf den eigenen Nachwuchs setzen ist sicherlich eine Möglichkeit, nur hat man bei Werder auch hier in den letzten Jahren einiges verschlafen, denn vor einigen Jahren mußten z.B. die 2. Mannschaften von Wolfsburg und Hannover noch mit einem Teleskop nach oben blicken, um die 2. Werder-Mannschaft zu erblicken, im Herbst 2013 wird Werder II. von denen mit 6:1 und 9:2 abgefiedelt...

Man könnte auch erfahrenere Akteure von anderen Vereinen holen, die dort gänzlich oder vorübergehend unzufrieden sind. ;)


Naja, in der letzten Saison haben wir mit einer offensiveren Taktik und einem KdB auch erst am 33. Spieltag zum Klassenerhalt mit 14 sieglosen, überwiegend desolaten Spielen in Folge gezittert. An der aktuellen Defensivtaktik kann es daher allein nicht liegen.

Die Anzahl von 14 sieglosen Spielen in Folge war in der Tat desolat, die Spielweise war es häufig nicht! Wenn man allein an das 1. "Abstiegs-Endspiel" gegen Hoffenheim denkt, muss man sagen, dass wir allein in dem Spiel nahezu soviele Torchancen erspielt haben wie derzeit in allen bisherigen Saisonspielen zusammen. Damals hatten wir hauptsächlich Probleme mit der Psyche, heute sind wir fußballerisch nicht in der Lage, uns selbst Chancen zu erspielen.


Wir haben seit Jahren zu viele Defizite in den Basics: die Paßquote unterirdisch schlecht und ebenso lange sind wir nicht in der Lage, sowohl im Defensiv- als auch im Offensivverhalten kontinuierlich Druck auf den Gegner auszuzüben, um überhaupt die Grundlage für einen geordneten Spielaufbau zu schaffen. Und wenn es uns dies Phasenweise gelingt, dann scheitert ein geordneter Spielaufbau u.a. an den fehlenden Ideen im OM und der bereits erwähnten unsäglichen Paßquote. Dadurch verliert der Gegner den Respekt, weil er genau weiß, daß der Widerstand von Werder taktikübergreifend relativ leicht zu überwinden ist.

Jahrelang keinen Druck nach vorn? Sehe ich anders!

Die jetzige Situation in der Offensive ist mit der der Vorjahre mMn nicht zu vergleichen. Wenn man, wie derzeit auf totale Defensive setzt, irgendwann dank enormen Drucks des Gegners und fehlender Entlastung trotzdem Gegentore fängt, vorn nicht in der Lage ist, darauf zu reagieren, halte ich das für wesentlich gefährlicher als eine zu offensive Spielweise. Ideal wäre natürlich eine Balance zwischen allen Mannschaftsteilen, der wir in der Tat
schon jahrelang hinterher laufen. 34 mal in der Saison vorn auf den "lieben Gott" zu hoffen, wird aber vermutlich nicht reichen, nicht mal knapp! ;)
 
Wenn das verloren geht, werden sie auf einem Abstiegsplatz die RR beginnen und ob sie ihre Nerven bei mangelnder Qualität bewahren, darf dann bezweifelt werden.

Von einem Abstiegsplatz zu Beginn der RR möchte ich noch nicht reden.
Unbestritten ist jedoch, daß wie in der Vorsaison die Wahrscheinlichkeit eines Nervenflattern mit jedem nicht gewonnen Spiel steigt und somit einen Beitrag zu einer Fortsetzung Abwärtsspirale leisten kann. Und gerade in so einer Situation braucht man Typen, die einen moralischen Ruck in der Mannschaft bewirken können, die wir leider nicht mehr haben.
 
Von einem Abstiegsplatz zu Beginn der RR möchte ich noch nicht reden.
Unbestritten ist jedoch, daß wie in der Vorsaison die Wahrscheinlichkeit eines Nervenflattern mit jedem nicht gewonnen Spiel steigt und somit einen Beitrag zu einer Fortsetzung Abwärtsspirale leisten kann. Und gerade in so einer Situation braucht man Typen, die einen moralischen Ruck in der Mannschaft bewirken können, die wir leider nicht mehr haben.

Ich könnte mir vorstellen, dass gerade die Neuzugänge Garcia und auch di Santo dazu in der Lage sein könnten!
 
Natürlich ist das nicht schön, wenn es kaum Toraktionen gibt und noch weniger Tore. Aber das finde ich nicht so schlimm, wenn man die Umgebungsbedingungen betrachtet. Wir haben einen Schnitt gemacht, ein deutlich spürbarer Neuanfang. Natürlich klappen die komplizierten Dinge dann nicht schnell.

Enttäuschend ist aber, dass die einfachen Dinge nicht klappen. Das Pass- und Aufbauspiel ist eine Katastrophe. Sowas kann man nach knapp vier Monaten durchaus erwarten, finde ich. Wenn man einen Neuanfang macht, dann fängt man mit dem Fundament an. Das sehe ich aber nicht. Bisher haben wir hier und da schöne Puzzle-Teile gesehen. Aber eine Entwicklung, eine Perspektive wohin es gehen könnte? Die sehe ich leider nicht.
 
Natürlich ist das nicht schön, wenn es kaum Toraktionen gibt und noch weniger Tore. Aber das finde ich nicht so schlimm, wenn man die Umgebungsbedingungen betrachtet. Wir haben einen Schnitt gemacht, ein deutlich spürbarer Neuanfang. Natürlich klappen die komplizierten Dinge dann nicht schnell.

Enttäuschend ist aber, dass die einfachen Dinge nicht klappen. Das Pass- und Aufbauspiel ist eine Katastrophe. Sowas kann man nach knapp vier Monaten durchaus erwarten, finde ich. Wenn man einen Neuanfang macht, dann fängt man mit dem Fundament an. Das sehe ich aber nicht. Bisher haben wir hier und da schöne Puzzle-Teile gesehen. Aber eine Entwicklung, eine Perspektive wohin es gehen könnte? Die sehe ich leider nicht.

Stimme weitesgehend mit dir überein. Woran es an dem (nicht er seit dieser Saison sichtbaren) lausigen Paßspiel liegt, ist allerdings ein Rätsel. So grottig kann das Paßspiel eines jeden einzelnen im Werder-Kader grundsätzlich nicht sein, weil sonst wohl kaum einer einen Vertrag in der Fußball-Bundeslige bekommen hätte. Daher liegt die Vermutung nahe, daß durch die vielen Mißerfolge der letzten Jahre und dem daraus fehlenden Selbstvertrauen beim Ballbesitz regelrechte Angst grassiert, etwas falsch zu machen. Und wer nur über wenig Selbstvertrauen verfügt, bei dem steigt die Wahrscheinlichkeit von Fehlern - ein Teufelskreis.
 
Stimme weitesgehend mit dir überein. Woran es an dem (nicht er seit dieser Saison sichtbaren) lausigen Paßspiel liegt, ist allerdings ein Rätsel. So grottig kann das Paßspiel eines jeden einzelnen im Werder-Kader grundsätzlich nicht sein, weil sonst wohl kaum einer einen Vertrag in der Fußball-Bundeslige bekommen hätte. Daher liegt die Vermutung nahe, daß durch die vielen Mißerfolge der letzten Jahre und dem daraus fehlenden Selbstvertrauen beim Ballbesitz regelrechte Angst grassiert, etwas falsch zu machen. Und wer nur über wenig Selbstvertrauen verfügt, bei dem steigt die Wahrscheinlichkeit von Fehlern - ein Teufelskreis.

Reine Gegentor-Verhinderungs-Taktik, ohne eigene Bemühungen, selbst ein Tor zu erzielen, wird das Selbstvertrauen der Spieler nicht gerade erhöhen. Hinzu kommt, dass ihnen offensichtlich eine zusätzliche "Angst" durch übertriebene Vorsichtsmaßnahmen/-vorgaben auch noch ständig "eingeredet", bzw. "vorgelebt" wird! Das kann so eigentlich nicht gutgehen! :(
 
Stimme weitesgehend mit dir überein. Woran es an dem (nicht er seit dieser Saison sichtbaren) lausigen Paßspiel liegt, ist allerdings ein Rätsel. So grottig kann das Paßspiel eines jeden einzelnen im Werder-Kader grundsätzlich nicht sein, weil sonst wohl kaum einer einen Vertrag in der Fußball-Bundeslige bekommen hätte. Daher liegt die Vermutung nahe, daß durch die vielen Mißerfolge der letzten Jahre und dem daraus fehlenden Selbstvertrauen beim Ballbesitz regelrechte Angst grassiert, etwas falsch zu machen. Und wer nur über wenig Selbstvertrauen verfügt, bei dem steigt die Wahrscheinlichkeit von Fehlern - ein Teufelskreis.

Nicht nur eine gewisse Sicherheit beim Passspiel sollte als Mindestvoraussetzung für Bundesligafußball sein, sondern auch ein gewisses Selbstvertrauen. Ja, so einen Teufelskreis kann es geben. So einen Teufelskreis hatten wir bereits in den letzten Jahren. Aber so einen Teufelskreis muss man auch durchbrechen können. Vorige Hinrunde war davon nichts mehr zu sehen, obwohl die Spieler nach der Rückrunde 2012 allen Grund dazu gehabt hätten!

Reine Gegentor-Verhinderungs-Taktik, ohne eigene Bemühungen, selbst ein Tor zu erzielen, wird das Selbstvertrauen der Spieler nicht gerade erhöhen. Hinzu kommt, dass ihnen offensichtlich eine zusätzliche "Angst" durch übertriebene Vorsichtsmaßnahmen/-vorgaben auch noch ständig "eingeredet", bzw. "vorgelebt" wird! Das kann so eigentlich nicht gutgehen! :(

Doch, kann meiner Meinung nach schon gut gehen!

Hinten sicher stehen, gefährliche Konter und gefährliche Standards - diese drei Elemente sind vergleichsweise simpel, vergleichsweise einfach und schnell zu implementieren. Und damit kann man ziemlich schnell gute Erfolge erzielen bzw. in günstigen Fällen (siehe Hannover 96) sogar eine Saison mit einer Top-Platzierung beenden. Darauf kann man dann kompliziertere Spielzüge aufbauen, die vielleicht eher den Vorstellungen von Dutt (und uns erfolgsverwöhnten Fans) ensprechen. Aber wer lernt schon Stabhochsprung bevor er laufen lernt?

Gemessen an unserem Kader müssen wir mMn besser sein als Augsburg, Nürnberg, Freiburg, Braunschweig, Hertha, Mainz und im sicheren Mittelfeld je nach Tagesform mit Hoffenheim, Stuttgart und Co. konkurrieren können.
 
...Doch, kann meiner Meinung nach schon gut gehen!

Hinten sicher stehen, gefährliche Konter und gefährliche Standards - diese drei Elemente sind vergleichsweise simpel, vergleichsweise einfach und schnell zu implementieren. Und damit kann man ziemlich schnell gute Erfolge erzielen bzw. in günstigen Fällen (siehe Hannover 96) sogar eine Saison mit einer Top-Platzierung beenden. Darauf kann man dann kompliziertere Spielzüge aufbauen, die vielleicht eher den Vorstellungen von Dutt (und uns erfolgsverwöhnten Fans) ensprechen. Aber wer lernt schon Stabhochsprung bevor er laufen lernt?

Das wären dann ja doch eigene Bemühungen, ein Tor zu erzielen. Davon kann man bei uns derzeit leider nur sehr wenig erkennen. Wenn wenigstens mal vernünftige Konter gefahren würden! :(

Hoffen wir also weiter.

Gemessen an unserem Kader müssen wir mMn besser sein als Augsburg, Nürnberg, Freiburg, Braunschweig, Hertha, Mainz und im sicheren Mittelfeld je nach Tagesform mit Hoffenheim, Stuttgart und Co. konkurrieren können.

Ich glaube nicht, dass wir vor Hertha und Mainz landen werden. Für die anderen (Braunschweig, Nürnberg, Freiburg, Augsburg) müsste es eigentlich und wird es hoffentlich reichen!
 
Ich glaube nicht, dass wir vor Hertha und Mainz landen werden. Für die anderen (Braunschweig, Nürnberg, Freiburg, Augsburg) müsste es eigentlich und wird es hoffentlich reichen!

Im Moment sehe ich uns ganz klar hinter Hertha. Auch Mainz und Augsburg sehe ich vor uns.
Braunschweig und Freiburg werden 17+18. Wir kämpfen bis kurz vor Schluss mit Nürnberg um Platz 16.

Da wir gegen Schalke (A), Bayern(H), Hertha(A), Hoffenheim(A) und Leverkusen(H) kaum mehr als 4 Punkte holen (wenn überhaupt), werden die beiden Heimspiele gegen Hannover und Mainz schon extrem wichtig werden. Gewinnen wir gegen beide nicht, sehe ich nicht wie wir mehr als 16-17 Punkte machen, und dann wird es wirklich langsam eng.
 
Reine Gegentor-Verhinderungs-Taktik, ohne eigene Bemühungen, selbst ein Tor zu erzielen, wird das Selbstvertrauen der Spieler nicht gerade erhöhen.
:confused:

Nicht? Dann erkläre doch mal bitte, warum man mit einer dem Selbstvertrauen nicht förderlichen Defensiv-Taktik über Jahrzehnte erfolgreich sein kann: z.B. gewann der "Vater" des Catenaccio, Helenio Herrera, damit in den 1960er Jahren mit Inter Mailand u.a. 2x den EC der Landesmeister und Otto Rehhagel 2004 mit Griechenland die Fußball-EM. Hat etwa keiner der großen Fußball-Gelehrten diese Makel der reinen Gegentor-Verhinderungs-Taktik erkannt...?
 
:confused:

Nicht? Dann erkläre doch mal bitte, warum man mit einer dem Selbstvertrauen nicht förderlichen Defensiv-Taktik über Jahrzehnte erfolgreich sein kann: z.B. gewann der "Vater" des Catenaccio, Helenio Herrera, damit in den 1960er Jahren mit Inter Mailand u.a. 2x den EC der Landesmeister und Otto Rehhagel 2004 mit Griechenland die Fußball-EM. Hat etwa keiner der großen Fußball-Gelehrten diese Makel der reinen Gegentor-Verhinderungs-Taktik erkannt...?

Griechenland konnte 2004 aber tatsächlich wenigstens Standards. Das ist etwas, das uns schon seit Jahren abgeht. Nichts kann man besser trainieren und einstudieren als Standard-Situationen (zumindest in der Offensive). Dass das jetzt seit Jahren völlig vernachlässigt wird, kann man mittlerweile nur noch als Arroganz deuten, finde ich. Wir können schließlich auch die schönen, herausgespielten Tore machen, warum sollten wir uns also erniedrigen die dreckigen Tore nach Ecken und Freistößen zu trainieren? Das ist doch was für's Fußvolk. - So einen Eindruck muss man seit drei, vier Jahren doch von uns haben, oder? Vor drei, vier Jahren hatten wir diese Durchschlagskraft ja tatsächlich noch. Heute ist es einfach nur noch dumm, auf gute Standard-Varianten zu verzichten.
 
Das ganze Problem bei Werder ist doch, dass TERD meinten, dass der Kader von der Qualität her ausreichend besetzt ist. Die glauben, dass man nur deren Fähigkeiten besser herausbringen muss und schon läuft es. Nach dem Özil-Abgang hatte schon TS geglaubt, ein AH könnte ihn ersetzen. Was wir jetzt von AH sehen, kennen wir aus dieser besagten Saison. Der Abwehrorganisator Prödl ist sehr fehlerhaft, jetzt auch noch verletzt, und der Offensivkoordinator Hunt kann mit seiner Rolle "falsche 9" nichts anfangen. Ob ein Di Santo dort Abhilfe schafft, völlig unklar.

Es ist doch augenscheinlich, dass selbst Aufsteiger wie Frankfurt oder Hertha mittlerweile einen besseren Kader haben als der ehemalige CL-Teilnehmer Werder Bremen. Vom Spielsystem her und der taktischen Ausrichtung Werder überlegen.
Unsere U-23 verliert mit 1:6 gegen WOB und 2:9 gegen Hannover. Das ist doch unterirdisch. Demnach ist im Nachwuchsbereich jahrelang hoffnungslos geschludert worden. Dieser Nachwuchs, der unter die Räder gekommen ist, soll zukünftig die Kastanien aus dem Feuer holen???

Dieses Jahr die Klasse zu halten, ist schon eine Herculesaufgabe. Das wird sehr, sehr, sehr eng werden.
 
:confused:

Nicht? Dann erkläre doch mal bitte, warum man mit einer dem Selbstvertrauen nicht förderlichen Defensiv-Taktik über Jahrzehnte erfolgreich sein kann: z.B. gewann der "Vater" des Catenaccio, Helenio Herrera, damit in den 1960er Jahren mit Inter Mailand u.a. 2x den EC der Landesmeister und Otto Rehhagel 2004 mit Griechenland die Fußball-EM. Hat etwa keiner der großen Fußball-Gelehrten diese Makel der reinen Gegentor-Verhinderungs-Taktik erkannt...?

Wenn Du bei defensiver Ausrichtung nicht ab und an gefährliche Konter fährst, wenn Du keine Standards erzwingst, wenn Du diese nicht nutzt, wirst Du kaum reüssieren und auch das Selbstvertrauen kaum steigern können.

Ein Otto Rehhagel hat stets drauf geachtet, die Defensive auch zu entlasten, (bei Werder hieß das kontrollierte Offensive), er hat versucht, auch mit limitierten Mannschaften bestimmte Spielzüge zu automatisieren, Standards gefährlich vors Tor zu bringen und zu verwerten. Rehhagels Mannschaften haben meistens "funktioniert", seine Taktiken gingen meistens auf. Insofern hinkt dieses Beispiel im Vergleich zu unserer jetzigen Situation.

Herreras Catenaccio kenne ich nur aus Aufzeichnungen! ;)

Ich bleibe dabei: Wenn wir nicht in der Lage sind, eigene Treffer zu erzielen, wird das Selbstbewusstsein der Spieler nicht signifikant wachsen!
 
Griechenland konnte 2004 aber tatsächlich wenigstens Standards. Das ist etwas, das uns schon seit Jahren abgeht. Nichts kann man besser trainieren und einstudieren als Standard-Situationen (zumindest in der Offensive). Dass das jetzt seit Jahren völlig vernachlässigt wird, kann man mittlerweile nur noch als Arroganz deuten, finde ich. Wir können schließlich auch die schönen, herausgespielten Tore machen, warum sollten wir uns also erniedrigen die dreckigen Tore nach Ecken und Freistößen zu trainieren? Das ist doch was für's Fußvolk. - So einen Eindruck muss man seit drei, vier Jahren doch von uns haben, oder? Vor drei, vier Jahren hatten wir diese Durchschlagskraft ja tatsächlich noch. Heute ist es einfach nur noch dumm, auf gute Standard-Varianten zu verzichten.

Das mit den Standards sehe ich ähnlich. In dieser Saison haben wir so gut wie niemanden, der z.B. mal einen richtig gefährlichen direkten Freistoß schießen kann, bei Ecken werden immerhin das Kopfballmonster Prödl und Luki ab und an mal gefährlich. Wenn man bei der Grundausrichtung den Schwerpunkt auf Torverhinderung statt Torvorbereitung legt, dann muss man eigentlich auch mehr Wert auf die Verwertung von Standards legen. Ich glaube kaum eine Mannschaft in der BL ist in der Hinsicht ungefährlicher als der SVW.
 
Wenn Du bei defensiver Ausrichtung nicht ab und an gefährliche Konter fährst, wenn Du keine Standards erzwingst, wenn Du diese nicht nutzt, wirst Du kaum reüssieren und auch das Selbstvertrauen kaum steigern können.

Gefährliche Konter bzw. das Erzwingen von Standards sind keine Fragen der Defensivtaktik sondern eine Frage der Offensivqualitäten, sprich Dinge wie Umschalten von Abwehr auf Angriff, Spielwitz, Ballsicherheit etc. Wenn diese Qualitäten fehlen, sind die Erfolgsaussichten und somit auch das Gewinnen von Selbstvertrauen auch bei einer offensiven Ausrichtung gering; die letzten 3 Werder-Jahre bieten dafür ja ausreichend Beispiele.


Ein Otto Rehhagel hat stets drauf geachtet, die Defensive auch zu entlasten, (bei Werder hieß das kontrollierte Offensive), er hat versucht, auch mit limitierten Mannschaften bestimmte Spielzüge zu automatisieren, Standards gefährlich vors Tor zu bringen und zu verwerten. Rehhagels Mannschaften haben meistens "funktioniert", seine Taktiken gingen meistens auf. Insofern hinkt dieses Beispiel im Vergleich zu unserer jetzigen Situation.

Herreras Catenaccio kenne ich nur aus Aufzeichnungen! ;)

Das war auch kein Vergleich, sondern ledigleich ein Hinweis, daß man mit Defensivtaktiken über Jahrzehnte selbstbewußtseinfördernde Erfolge erzieln konnte, weil Herreras "Erben" seine Philosophie mit Erfolg übernommen haben.
 
Ein Otto Rehhagel hat stets drauf geachtet, die Defensive auch zu entlasten, (bei Werder hieß das kontrollierte Offensive), er hat versucht, auch mit limitierten Mannschaften bestimmte Spielzüge zu automatisieren, Standards gefährlich vors Tor zu bringen und zu verwerten. Rehhagels Mannschaften haben meistens "funktioniert", seine Taktiken gingen meistens auf. Insofern hinkt dieses Beispiel im Vergleich zu unserer jetzigen Situation.

Ein Otto Rehhagel hat eigentlich nur ein einziges Mal richtig defensiv agieren lassen, eben mit Griechenland. Und auch NUR und AUSCHLIEßLICH deshalb, weil das Spielermaterial nichts anderes zuließ.

Wenn TERD den Kader im Sommer richtig "durchleuchtet" haben, dann wußten sie, das offensiv ohne dB nicht mehr viel laufen würde. Wenn sie nicht zu dieser Feststellung kamen, dann müßte ich deren Fußballsachverstand in Frage stellen.

TERDs Problem war allerdings, das die Defensive eine noch größere Baustelle war. Petersens Festverpflichtung war glaub ich vor Dutts Amtsantritt, man hatte also quasi nur noch rund 6 Mios zur Verfügung. Es wurde dringendst ein IV und ein DM benötigt. Das Geld wurde für diese ausgegeben. Man wollte bzw. konnte eben nur nach und nach eine Baustelle beheben. Und die Defensive hatte da eben -mMn zurecht- Vorrang.

Durch die vielen Abgänge in der Offensive rang man sich wenigstens noch zu einer ablösefreien Verpflichtung von di Santo durch. Garcia wurde wohl GELIEHEN, weil akut auch noch auf LV großer Bedarf war, mit einer Kaufoption, um bei Einschlagen ggf. diese jahrelange Problemposition dauerhaft beheben zu können.

Was dann keiner mehr vorhersehen konnte, war dann doch noch Arnis Weggang in letzter Minute. Wäre dessen Abgang früher erfolgt und man hätte -wie jetzt geschehen- offensiv nichts mehr gemacht, DANN hätte ich TERD große Vorwürfe gemacht.

Ich erwarte und verlange allerdings, dass das Geld für Arni möglichst schon in der Winterpause in einen offensiven Kreativspieler gesteckt wird. Und der muß gar nicht mal so teuer sein.
Gerade asiatische Spieler kosten derzeit kaum mehr als ein Appel und ein Ei. Wir haben mit Otze einen Japankenner als Scout, da muß jetzt einfach mal was kommen. Es war mir schon immer unverständlich, warum Werder diesen asiatischen Markt bisher kaum Beachtung schenkte. Als ich am Samstag Okazaki für Mainz wirbeln sah, fragte ich mich mehr als nur einmal, warum Werder nicht endlich mal so einen in seinen Reihen hat.

Die derzeitige Defensivtaktik finde auch ich alles andere als schön, aber was wollen wir machen? Die unendlich vielen Baustellen können bei unserer finanziellen Lage nunmal nur nach und nach geschlossen werden. Und bis die neu strukturierte Jugend/Nachwuchsarbeit Früchte tragen wird, werden Jahre vergehen. Hier wurde unglaublich viel in den letzten Jahren falsch gemacht.

Gruß vom
Werder-Oldie
 
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