Nein, in diesem Fall braucht "Schuld" ja keinen Vorsatz und nur vorsätzliches Handeln müßte so sanktioniert werden, wie von Dir angerissen.
Ich bin davon überzeugt, das wir es hier mit einem psychologischen Problem (bei der Mannschaft) zu tun haben, welches behoben werden kann - selbstverständlich kann das auch von Thomas behoben werden, denn er ist ja nicht Ursache dieses psychologischen Problems, sondern die Unerfahrenheit vieler Einzelspieler und die Entwicklung der Saison.
Zeig mir den Spieler, der mir erklären kann, das er deshalb plötzlich so Ups, ich muss meine Wortwahl ändern

spielt, weil Thomas ein schlechter Trainer sei und er beio einem anderen Trainer besser spielen würde. Ich würde ihm zuhören ... wenn es ihn denn gäbe.
Wir hatten letztes Jahr Probleme und dieses jahr haben wir wieder Probleme - das stimmt, nur sind das nicht dieselben Probleme. Dieses Jahr haben wir eine Mannschaft, die nicht zu Unrecht als "Wundertüte" bezeichnet worden ist, ich würde diese Zusammenstellung sogar als "Risikoteam" bezeichnen und ich bin mir sicher, das KA das auch so sehen würde.
Der ganze Saisonverlauf ist doch ein lehrbuchmäßiger Einbruch eines unerfahrenen und dabei durchaus veranlagten Teams, er folgt einer Dynamik, die von einer negativen Synergie aus Anspruch, Anstrengung und Mißerfolg genährt wird. oder wie Thomas es sagen würde: das Team hat versäumt sich für seine Leistungen zu belohnen. Der Anspruch, "oben" irgendwie doch mitspielen zu können, ist bei den Spielern vorhanden, da mache ich keine Ausnahmen. Wird die Anstrengung, diesem Anspruch nicht gerecht zu werden, nicht "belohnt", dann folgt erst die Frustration. Kann ein Fussballer mit dieser Frustration (mangels Erfahrung) nicht umgehen, dann verschlechtert sich seine Leistung, was den Frust bei seinen Mitspielern erhöht. Als Folge bleiben nicht nur die "Belohnungen" aus, sondern es folgen regelrechte "Bestrafungen" in Form miserabler Ergebnisse. Aus dem Frust wird dabei Selbstzweifel unbd dieser Selbstzweifel mündet in Angst, wenn plötzlich nicht nur der eigene Anspruch unerreichbar scheint sondern plötzlich die Existenz in Frage steht.
Das ist eine fatale Dynamik, denn um gut Fussballspielen zu können (Einsatzwillen und Ideen haben), braucht man Spaß und keine Angst (Viele Grüße an F.Magath an dieser Stelle, der sein "Angstprinzip" vorzugsweise mit ALTEN, ERFAHRENEN Spielern durchgezogen hat, die schon längst gelernt hatten, das es immer ein morgen gibt).
Einer neuer Trainer kann gegen diese Dynamik auch nicht viel ausrichten, er kann höchstens suggerieren, das er es könnte - also mit einem Placebo hantieren und hoffen, das allein durch den Glauben an die Veränderung die Dynamik umgekehrt wird.
es ist kein Zufall, das die Statistik zeigt, das solche Trainerwechsel ungefähr genauso erfolgreich sind wie Placebos in der Medizin.
Nein, Thomas soll weitermachen und die Mannschaft im Sommer um ein paar erfahrene alte Hunde mit Leitwolfausstrahlung erweitern. Die jetzt vorhandenen Spieler werden diese Saison als wichtige
Erfahrung mitnehmen und nächstes mal,
erfahrener, schon besser auf "Frust" reagieren.
Das ist meine Meinung.