...das war absolut richtig! nur mit diesem risiko und dem mut dazu konnte das spiel überhaupt gewonnen werden (bzw unentschieden gespielt werden). und zu deiner information haben wir zudem hinten noch sehr gut gestanden, waren gut formiert! wir haben den gegner früh attackiert, ac gar nicht spielen lassen. die 2 gegentore sind durch einen fragwürdigen elfmeter und einen sonntagsschuss entstanden. keines der tore könnte man der taktischen ausrichtung ankreiden. ganz im gegenteil...außer den 2 chancen aus denen tore gefolgt sind, hatte milan nicht eine richtige chance gegen uns. gerade weil wir sie mit richtig gutem tempofußball und offensiver ausrichtung hinten rein gedrängt haben. nur so konnten wir uns letztlich auch selbst in einen rausch spielen.
...sowohl in der vorwärts- als auch der rückwärtsbewegung hat man zumeißt sehr gut agiert, pressing zur richtigen zeit ausgeübt...sich im großen und ganzen eben grandios verhalten. sicherlich eines der besten werder spiele dieser saison und auch darüber hinaus!
Also irgendwie reden wir entweder unbewusst aneinander vorbei oder Du siehst es zu eindimensional und möchtest deshalb mit Macht Deine Ansichten verteidigen.
Das frühe Stören, Pressing, Kombinationsspiel ist die grosse Stärke von Werder, seit TS den Kahn steuert. Das funktioniert gerade in solchen Spielen, aber insgesamt nur manchmal, früher öfter, inzwischen viel seltener. es funktioniert aber in der regel vor allem dann, wenn eine Mannschaft richtig drin ist in der Saison, die Automatismen greifen, es läuft und Chancen sitzen.
Wir sind in grossem Ausmaß davon abhängig, dass sowohl vorn die Dinger sitzen als auch die Innenverteidiger und der DM sich in guter Verfassung befinden, weil antizipieren und Stellungsspiel bei unserer Spielweise fast lebensnotwendig wichtig sind. Das passte in Mailand.
Wir können allerdings nicht reagieren, wenn wichtige Spieler der Mannschaft ausser Tritt geraten sind, was z.Bsp. nach Sommer- und Winterpause wegen fehlender Wettkampfpraxis nicht unnormal ist. Dann wissen wir scheinbar nicht, was wir in solchen Fällen ändern können, um die Sicherheit zu finden. Stattdessen geht es munter so weiter und es kommen die üblichen saisonphasenabhängigen Einbrüche. Mit dieser Spielweise wie in Mailand von Beginn an können wir auch auf internationalem Parkett begeistern und die europäische Konkurrenz mit auf dem Papier besseren fussballerischen Mitteln wie Barcelona, Real, Inter oder AC Mailand beeindrucken. Den Offensivdrang bezeichnest Du als Mut, ich aber sehe es eher als Zeichen dafür, dass wir anderes eigentlich gar nicht kennen. Denn:
..was nämlich dabei rauskommt, sieht man an den auswärtsspielen gegen lazio, famagusta, glasgow usw usw! und wenn du nicht die unterschiede in taktiken erkennen kannst, dann kann ich dir leider nicht helfen.
Dass diese Beispiele kommen, mutet schon drollig an, weil es gerade diese Spiele waren, wo wir zum Teil durch taktische Unzulänglichkeiten, aber nicht durch fussballerische Unterlegenheit gescheitert sind. Da ist uns jeweils nichts eingefallen, als Chancen nicht sassen, der Gegner grosse Leidenschaft investierte (die Milan z.Bsp. nicht investierte) und kämpfte. Ich kann mich noch erinnern, als vor 1 1/2 Jahren nach dem Spiel in Piräus, was das Ausscheiden in der CL bedeutete, selbst Frank Baumann erkannte:
,,Wir wollten alles spielerisch lösen. Das war sicherlich der falsche Weg." Gleiches wiederholte sich im November daheim gegen Athen. Oder die Spiele gegen Glasgow, als die Rangers in beiden Spielen nicht einen Deut unternahmen, am Spiel teilnehmen zu wollen. Wir veranstalteten ein Kreisspiel um den Sechzehner, statt Möglichkeiten zu finden, die manchmal eben auch psychologischer Natur sein müssen, den destruktiven Gegner rauszulocken. Und sind letztlich ausgeschieden.
Hier wird versucht, auf Teufel-komm-raus gravierende Unterschiede erkennen zu wollen, wo keine grossen sind. Werter @tsubasa, ich muss Dich das jetzt fragen: Hast Du selbst aktiv Fussball gespielt oder eine Mannschaft trainiert? Vielleicht sind da deine Erfahrungen andere als meine? Das kann ja sein. Andernfalls wäre Dir nur schwerlich zu helfen, aber davon gehe ich nicht aus.
vielleicht solltest du dich auch fragen, weshalb ancelotti nach dem spiel aussagt, dass werder ihnen taktisch klar überlegen war...aber der wird davon wahrscheinlich keine ahnung haben...ist ja bloß professioneller fußballtrainer!
Das ist in der Tat ein gutes Argument. Es ist ja auch nicht so, dass ich stur auf meiner Meinung beharre. Im Gegenteil, es freut mich eher, wenn wir gemeinsam Möglichkeiten pro Schaaf finden. Nur konnte vieles bisher hier nicht substanziell widerlegt werden. Dies ist etwas und das erste Mal - endlich!:applaus:
Aber zum Thema: So wie Werder dort aufgetreten ist, da hat Ancelotti schon recht, kann es im Endeffekt als richtig betrachtet werden. Es war darüber hinaus auch das, was Werder so sympathisch gemacht hat. Wie wären aber die Meinungen auseinander gegangen, wenn Pizarro seine Treffsicherheit nicht wiedergefunden hätte, so wie es gegen Gladbach oder im Hinspiel war und Werder mit der optimalen Taktik 0:2 nach Hause geflogen wäre? Hätte es dieses Statement dann so gegeben oder wäre wieder die Kunst der Torverhinderer als erfolgreich gewertet worden?
Ich glaube, Werder findet so langsam wie die letzten Jahre auch während dieser Phase den Rhytmus und positive Ergebisse sind eine Frage der Zeit. Warten wir`s ab....
Genau beobachten sollten wir, ob diesmal hinterfragt wird, warum wir die letzten Wochen die Punkte liegen gelassen haben oder das Ganze wieder einfach als Ausrutscher deklariert wird.
@sopho
In Mailand hatte ich damals den Eindruck, dass wir da zunächst gar keine Mittel hatten, den eigenen Stil durchzuziehen, weil die sehr gut und effektiv im Raum arbeiteten. Aber Du hast recht, ansatzweise war dort eine abwartendere Haltung als sonst zu erkennen. Wie auch im Heimspiel gegen Leverkusen, da hatte Schaaf sogar im Spiel sein System umgestellt. Nur es passiert extrem selten und zu schnell verfallen wir wieder in alte Muster.
Und noch was:
http://www.fussballdaten.de/uefa/2009/endrunde/runde1/acmailand-bremen/