Bremen
Moderator
Das ist in der Tat keine bahnbrechende Erkenntnis, aber es lässt sich tatsächlich beobachten, dass zum einen der RAF-Terror im allgemeinen Bewusstsein immer mehr zu einer Art Folklore verniedlicht wird und zum anderen der vorhandene Antisemitismus von Linken als per Definition unmöglich abgetan wird. Beide Entwicklungen finde ich bedenklich, weswegen ich diese Kolumne bemerkenswert finde - unabhängig davon, dass Fleischhauer mit seiner Kuckuckskind-Verteidigung auf dünnem Eis stolzierte.
Diese Verniedlichung ist aber kein Phänomen des RAF-Terrors, sondern ein generelles Problem der Gesellschaft, denn Teile aus ihr fangen mit einigen Jahrzehnten Abstand an, historische Ereignisse zu beschönigen; das kann man ja auch sehr gut bei der Bewertung der SED-Diktaur ("Wir hatten keine Arbeitslosen") oder dem NS-Regime ("Aber es wurden doch die Autobahnen gebaut") beobachten.


