Schon interessant, dass zwischen einer künstlichen oder einer natürlichen Veränderung des Erbmaterials eine Gleichsetzung vorgenommen wird und dabei der künstlichen Veränderung eine höhere Präzision beigemessen wird ohne auch nur einen Beleg für diese Argumentation anzuführen.
Eine Gleichsetzung habe ich nur vorgenommen mit dem Verweis darauf, dass die Erbgutveränderung überall und jederzeit vorkommt, unabhängig davon, wer dafür jeweils verantwortlich ist. Wenn du die Trennlinie reichlich unscharf zwischen "natürlich" und "künstlich" ziehst, dann legt das allerdings den Schluss nahe, dass du ausnahmslos
jede Veränderung ablehnst, an der der Mensch ursächlich beteiligt ist - was auch seit Jahrtausenden erprobte Zucht- und Ausleseverfahren einschließt. Bist du also auch ein erklärter Gegner der Züchtung von Getreide aus Wildgräsern?
Was den geforderten Beleg für die höhere Präzision angeht, so hatte ich offensichtlich deine Erinnerung an den Biologieunterricht der Grundschule und Mittelstufe unterschätzt. Mit rudimentären Kenntnissen der Vererbungslehre sollte an sich klar sein, dass der Weg der Zucht bei der Stärkung der gewünschten Eigenschaften langwieriger ist als das - flapsig ausgedrückt - An- oder Ausschalten der entsprechenden Gene. Wobei selbstverständlich dieser Weg nicht vor Fehlschlägen schützt, weswegen ich von höherer Präzision und nicht von Perfektion sprach.
Damit sagst Du quasi aus, dass der Mensch den gesamten Prozess den er dabei anstößt besstens unter Kontrolle hat.
Auf Grundlage solcher Argumentationsweisen wird Sicherheit natürlich klein geschrieben. Keine Frage.
Hast du meine sämtlichen Ausführungen zur Kontrolle bewusst ignoriert, weil sie dir nicht in den Kram passen, oder hast du sie schlicht überlesen? Ich hoffe mal, dass es sich um einen Fehler der Wahrnehmung handelt und du nicht zu denen zählst, die nur mit Unterstellungen und Falschaussagen irrationale Ängste schüren wollen.
Edit:
Falls jemand Interesse hat, dazu etwas von einem Fachmann zu lesen, lässt sich
hier ein zweiteiliges Interview mit Professor Wolfgang Nellen finden.
Hier findet man die kürzlich veröffentlichten Ergebnisse eines Schweizer Forschungsprogramms zu Nutzen und Risiken der Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen.