Sebastian Boenisch

Man kann nur hoffen. dass es denjenigen nicht auch mal passiert, dass sie nicht auch mal das Pech haben, zwischen den Stühlen zu anden und gelinkt zu werden.

Was heißt gelinkt? Zwei Partien haben mündlich eine übereinstimmende Willenserklärung gegeben, von denen die eine Seite vor dem Zustandekommen eines Vertrags seine Willenserklärung zurückgezogen hat. Da es in diesem Fall um einen Arbeitsplatz geht, ist zwar gravierender als wenn wenn man z.B. eine Bestellung zurückzieht (auch wenn hiervon u.U. auch Arbeitsplätze abhängig sein können), aber wie karussellbremser erwähnte, haben auch schon Spieler ihre mündliche Zusage bei einem Verein zurückgezogen. Gleiche Rechte und gleiche Risiken für beide Seiten - man braucht es nicht in so einem Fall nicht gutfinden, aber diese Regeln sind im Sinne einer fairen Verhandlung bzw. eines fairen Geschäfts nun einmal existent.
 
Wir haben schließlich in Deutschland eine verfassungsrechtlich garantierte Privatautonomie, dh jeder kann enscheiden mit wem er Verträge mit welchem Inhalt abschließt solange man sich an die geltende Rechtslage hält.
Dazu gehört eben auch der Umstand, dass man sich kurzfristig entscheidet Abstand von einem Vertrag zu nehmen. Kommt von Arbeitnehmerseite (ergo:Spielerseite) schließlich auch durchaus häufig vor.
Anderes Beispiel: Ich kann mir auch kurz vorm Notartermin noch überlegen eine Immobilie doch nicht zu kaufen, auch wenn das eigentlcih schon abschließend besprochen wurde weil ich mir einfach überlegt habe, dass ich ein Haus mit nur drei Außenwänden doch nicht so praktisch finde.

Schön erklärt... assozial ist es trotzdem.

@Campino-doch, genau deswegen und bewusst antwortete ich so. Ob SB erzählt er hätte keinesfalls den Med.-Check absolvieren dürfen und ob ich ihm das glaube, sind 2 verschiedene Paar Schuhe. Stuttgart ist assi, deine Meinung. Finds aber quark, SB die Opferrolle abzunehmen, nur weil er "von uns" kommt.

Nicht schlecht... innerhalb von 5 Zeilen zweimal solchen Bullshit abzulassen nötigt sogar mir Respekt ab.


Bleibe dabei, hätte er wirklich nach Stuttgart gewollt, hätte es vor der EM geklaptt.

Deine Theorien in Ehren, die Fakten sprechen eine andere Sprache... achso sorry... Boenisch lügt natürlich.

Wäre mir auch absolut neu, dass Werder einen Spieler kurz vor Vertragsablauf nicht zum Med-Check fliegen lassen würde... Vor dem Turnier war glaube ich genug Zeit. Er war mMn noch nicht in Polen,als das mit dem VfB publik wurde,oder?

Was hat Werder damit zu tun??? Boenisch war schon im Trainingslager der Polen, und die haben ihn nicht weggelassen.
 
Ohoh...
Was ist denn hier passiert?
Also zum Thema Medicheck unmittelbar vor der EM: Den hätte er wahrscheinlich wirklich nicht machen dürfen,weil bei einem Spieler mit seiner Krankengeschichte eine Kernspin nicht unüblich ist.Und dabei nicht selten Kontrastmittel eingesetzt wird,dass tatsächlich noch nachhaltig z.B Dopingtests beeinflussen kann.

Und zum Thema starke Comebacks von Totgesagten:Mal kurz zu 96 schiel.Der Name Leon Andreasen sagt uns was,oder?
Und für die wenige Einsatzzeit,die SB nach seiner Verletzung hatte...erstens hätte ihn kaum ein Trainer einer anderen Nation mit zur EM genommen(oder ihn wie Merte im Sinne des Teamgeists auf die Bank gepackt) und zweitens hat er es dafür ganz ordentlich gemacht.

Last but not least zum Interview:Hallo?Ich kenne User,die beispielsweise unsern lieben Herrn Arnautovic trotz größerem Mist immer wieder heilig gesprochen haben...
So what?
 
Was heißt gelinkt? Zwei Partien haben mündlich eine übereinstimmende Willenserklärung gegeben, von denen die eine Seite vor dem Zustandekommen eines Vertrags seine Willenserklärung zurückgezogen hat. Da es in diesem Fall um einen Arbeitsplatz geht, ist zwar gravierender als wenn wenn man z.B. eine Bestellung zurückzieht (auch wenn hiervon u.U. auch Arbeitsplätze abhängig sein können), aber wie karussellbremser erwähnte, haben auch schon Spieler ihre mündliche Zusage bei einem Verein zurückgezogen. Gleiche Rechte und gleiche Risiken für beide Seiten - man braucht es nicht in so einem Fall nicht gutfinden, aber diese Regeln sind im Sinne einer fairen Verhandlung bzw. eines fairen Geschäfts nun einmal existent.

Dann frage ich zurück: Was heißt fair?
Wenn ich gelinkt sage, behaupte ich nicht, das Vorgehen sei illegal. Sonst könnte Boenisch seinen Vertrag ja einklagen.
Dass sowas vorkommen kann, habe ich ja selbst geschrieben. Von beiden Seiten. Aber dass es existenz ist, dass solche Geschäfte schon mal unfair ablaufen, heißt umgekehrt genausowenig, dass ich das fair nennen muss.

MFG dkbs
 
Ohoh...
Was ist denn hier passiert?
Also zum Thema Medicheck unmittelbar vor der EM: Den hätte er wahrscheinlich wirklich nicht machen dürfen,weil bei einem Spieler mit seiner Krankengeschichte eine Kernspin nicht unüblich ist.Und dabei nicht selten Kontrastmittel eingesetzt wird,dass tatsächlich noch nachhaltig z.B Dopingtests beeinflussen kann.

:tnx:

Zumal als die Sache konkret zu werden schien war er tatsächlich bereits in Polen. Das macht nicht jeder NT mit das man dann einfach abreist wg dem Medizincheck damit wäre möglicherweise die EM Teilnahme in Gefahr gewesen. Der Transfer schien ja eine klare Sache zu sein. Insofern ist das Verhalten von Stuttgart schon nicht gerade fein.
Vielleicht hätte SB aber eher auf die EM verzichten müssen und erstmal alles mit einem gültigen Vertrag in trockene Tücher packen müssen. Das die EM ein Nachteil sein kann musste er wissen und er hätte sich ja auch schwer verletzen können und da ist nicht jeder Verein so rücksichtsvoll wie Werder. Er war da offensichtlich ein bisschen zu blauäugig.
 
Dann frage ich zurück: Was heißt fair?
Wenn ich gelinkt sage, behaupte ich nicht, das Vorgehen sei illegal. Sonst könnte Boenisch seinen Vertrag ja einklagen.
Dass sowas vorkommen kann, habe ich ja selbst geschrieben. Von beiden Seiten. Aber dass es existenz ist, dass solche Geschäfte schon mal unfair ablaufen, heißt umgekehrt genausowenig, dass ich das fair nennen muss.

MFG dkbs

Vllt. habe ich mich mißverständlich ausgedrückt, aber mit fair meinte ich nicht, daß ein Mensch ggf. in seiner Existenz bedroht wird (was nebenbei bemerkt bei einem gutbezahlten Fußballprofi, wenn er seinen Verdienst nicht sinnlos verpraßt oder auf dubiose Finanzgeschäfte reingefallen ist, temporär wohl seltener vorkommen sollte als bei normalen Arbeitnehmern wie du und ich), sondern die Tatsache, daß für beide Verhandlungspartner die gleichen (gesetzlichen) Regelungen gelten - und dazu gehört eben auch die, daß eine Partei seine Willenserklärung vor Zustandekommen eines Vertrages zurückziehen kann.
 
Schön erklärt... assozial ist es trotzdem.

Witzig. Du zitierst mich, wie ich beschreibe, dass es ein ganz normaler Vorgang ist, sagst es sei schön erklärt und behauptest hinterher es sei trotzdem asozial. Das versteh einer.

Nochmal: Es ist eben nicht asozial, wenn man sich (auch kurz vor Unterschrift) überlegt einen Vertrag nicht abschließen zu wollen. Das gilt für sämtliche Lebensbereiche und somit auch für den Profi-Fussball. Wenn beim Med-Check irgendetwas aufgetaucht wäre, hätte der VfB höchstwahrscheinlich auch Abstand von einer Verpflichtung genommen. Dann eben aus medizinischen Gründen. Es bleibt aber das gleiche.

Genau so wie ein Verein sich mehrere Alternativen anschaut, tun es die Spieler auch. SB hat Werders Angebot schließlich auch abgelehnt. Wenn er dann alles auf eine Karte setzt und keine Alternative mehr besitzt bevor er einen Vertrag unterschrieben hat, hat er sich eben verspekuliert. Das passiert im Leben nunmal. Aber es ist nicht asozial.


Ich glaube du bist bezogen auf SB irgendwie emotional involviert. Ansonsten kann ich nicht nachvollziehen warum du diesen Vorgang als dermaßen drastisch empfindest.
 
Vllt. habe ich mich mißverständlich ausgedrückt, aber mit fair meinte ich nicht, daß ein Mensch ggf. in seiner Existenz bedroht wird (was nebenbei bemerkt bei einem gutbezahlten Fußballprofi, wenn er seinen Verdienst nicht sinnlos verpraßt oder auf dubiose Finanzgeschäfte reingefallen ist, temporär wohl seltener vorkommen sollte als bei normalen Arbeitnehmern wie du und ich), sondern die Tatsache, daß für beide Verhandlungspartner die gleichen (gesetzlichen) Regelungen gelten - und dazu gehört eben auch die, daß eine Partei seine Willenserklärung vor Zustandekommen eines Vertrages zurückziehen kann.
Danke für die Klarstellung.
Dann haben wir eben unterschiedliche Definitionen von Fairness.
Für mich ist es einzukalkulieren, dass es im Fußballbussiness vorkommen kann, dass sowas passiert. Und illegal ist es auch nicht. Das heißt aber (für mich) wie gesagt nicht, dass es automatisch fair ist.
Denn Fairness würde bedeuten, dass unter Geschäftspartnern über die Tatsache hinaus, sich nicht zu betrügen und sich legal zu verhalten, das gegenseitige Handeln von Anständigkeit geprägt ist.
Allerdings muss man wohl sagen, dass das kein verbindliches Kriterium und es von daher naiv ist, sich darauf zu verlassen.

MFG dkbs
 
Wenn beim Med-Check irgendetwas aufgetaucht wäre, hätte der VfB höchstwahrscheinlich auch Abstand von einer Verpflichtung genommen. Dann eben aus medizinischen Gründen. Es bleibt aber das gleiche.

Nö, es ist nicht das gleiche. Denn dann gibt es eben nachvollziehbare Gründe und nicht den Grund "Och, wir beobachten dich zwar jetzt schon lange, wollen dich unbedingt, aber da du leider die drei EM-Vorrundenspiele nicht alleine gewonnen hast wollen wir dich nun doch nicht."
Ausserdem kann man das mit Spieler und Verein auch nicht vergleichen. Wenn ein Spieler dem Verein kurz vorher absagt, ist das zwar blöd für den Verein, aber nicht überlebenswichtig. Der Verein ist IMMER mächtiger als der Spieler.
Und wie ich so ein Verhalten finde, egal ob Verein oder Hausverkäufer, sei mir überlassen.

Wenn er dann alles auf eine Karte setzt und keine Alternative mehr besitzt bevor er einen Vertrag unterschrieben hat, hat er sich eben verspekuliert. Das passiert im Leben nunmal. Aber es ist nicht asozial.

Wenn man sich also auf ein klares Vertragsangebot eines Arbeitgebers verlässt, der dann abspringt, heisst das heute verspekuliert? Übrigens hat sowas auch eine Wirkung auf andere Interessenten, nur mal nebenbei.

Ich glaube du bist bezogen auf SB irgendwie emotional involviert. Ansonsten kann ich nicht nachvollziehen warum du diesen Vorgang als dermaßen drastisch empfindest.

Jo, Boenisch ist mein Trauzeuge... :zzz: Oh Mann :face:
 
Wenn ich jetzt aber lese, dass er nicht nach Russland oder in die Ukraine will, dann kann ich doch kein Mitleid mit ihm haben. Klar muss er nicht dorthin wechseln, wenn er nicht will, aber dann darf er auch nicht jammern.
 
@campino

Deine Reaktion bestätigt nur meine Vermutung. Ich weiß ja nicht wie alt du bist, sie ist aber ziemlich kindisch.
Ich habe schließlich keine Unterstellung gemacht, sondern lediglich anhand deiner Posts zu diesem Theam eine Vermutung geäußert.
 
Danke für die Klarstellung.
Dann haben wir eben unterschiedliche Definitionen von Fairness.
Für mich ist es einzukalkulieren, dass es im Fußballbussiness vorkommen kann, dass sowas passiert. Und illegal ist es auch nicht. Das heißt aber (für mich) wie gesagt nicht, dass es automatisch fair ist.
Denn Fairness würde bedeuten, dass unter Geschäftspartnern über die Tatsache hinaus, sich nicht zu betrügen und sich legal zu verhalten, das gegenseitige Handeln von Anständigkeit geprägt ist.

Da unterscheidet sich das Fußballgeschäft nicht großartig vom übrigen Business. In beiden Fällen ist es grundsätzlich nicht fair, eine Willenserklärung zu widerrufen, nur muß man bei der Beurteilung eines solchen Rückzugs auch stets dessen Beweggründe berücksichtigen. Ich bekomme es in meiner täglichen Berufspraxis ja immer mal wieder mit, daß Kunden ihre Aufträge ganz oder teilweise stornieren, sei es durch ein für sie besseres Angebot, einem angesprungenem Kunden, mangelnde Liquidität, der Feststellung, daß bestellte Artikel doch noch vorrätig sind etc.

Der Widerruf einer Willenserklärung ist daher nicht automatisch weder mangelnder Anstand noch Boshaftigkeit (geschweige denn asozialem Verhalten, wie es in diesem Thread schon geschrieben wurde), sondern i.d.R. eine (wirtschaftliche) Notwendigkeit. Denn aus Lust an mangelndem Anstand, Boshaftigkeit, asozialem Verhalten etc., wird wohl kaum ein solcher Widerruf erfolgen, weil die bis dahin geleistete Arbeit einem selbst Zeit und damit Geld gekostet hat. Egal ob im Fußball- oder sonstigem Business.
 
@campino

Deine Reaktion bestätigt nur meine Vermutung. Ich weiß ja nicht wie alt du bist, sie ist aber ziemlich kindisch.
Ich habe schließlich keine Unterstellung gemacht, sondern lediglich anhand deiner Posts zu diesem Theam eine Vermutung geäußert.

Wie du meine Reaktion findest, ist mir ziemlich wumpe. Ich hab nur deine tolle Vermutung verneint.

Habe ich doch nicht gesagt oder ? Dann darf er nicht jammern bezog sich auf seine Zukunft.

Achso, okay. Dann geht die Frage nicht an dich, sondern an alle anderen, die behaupten, Boenisch würde "jammern".
 
@Campino:

Sebi beschreibt in dem Interview, wie er von der Realität eingeholt wurde. Wer im "Wirtschaftsleben" tätig ist, wird ob der Worte nur müde lächeln und das "Gesagte" teilweise als "Jammern" auf hohem Niveau abkanzeln und ich kann es denjenigen nicht wirklich verdenken.

Wie schon geschrieben. Herzlich Willkommen in der REALITÄT! Vielleicht sind die Profis in Bremen doch zu wohl behütet.
 
Nö, hast du ja nicht mal, sondern nur ´ne pseudoironische Bemerkung gemacht.

So kann man es auch nennen... weil ich deine Behauptung... sorry Vermutung derart lachhaft fand, dass nur Ironie übrig blieb. Verneint habe ich sie damit trotzdem.

Ne Diskussionskultur, die seltsam ist weil du sie nicht verstehst. Insofern ist es wirklich besser, wir lassen es, weil ich dich nicht überfordern möchte. :cool:
 
Back
Top