Dieser Kader und die Vorstellungen von TS-Fussball passen schlicht nicht zusammen.
Seit 1,5 Jahren nicht.
Das ist das einzige was ich sehe.
Das stimmt wohl. Und TS hat auch irgendwie seinen langfristigen Plan verloren. Wenn man mal schaut, wer bei den Amateuren alles aufläuft (und immer verliert -wieso schaut man da eigentlich solange zu, wenn Wolter selber sagt "harmlos, harmloser, U23?"), dann sieht man da viele von TS gestrigen highflyers der Zukunft. Trinks, Kroos, Thy - vor kurzem waren diese noch die Bausteine der Zukunft, nun wurden sie durch eine noch jüngere Generation ersetzt.
Man soll sie auch " I am his yesterday man" pfeifend am Weserdeich gehört haben.
Schmitz spielt auch nicht mehr. Konkurrenzsituation hin und her, mitterweile gedeihen die Spieler nicht mehr so schön wie früher. Wie eine Blume, die bereits im Winter aussprießt, können sie nicht mehr im Schutze der Mutter Erde Wurzeln setzen, sondern werden sogleich den Witterugen ausgesetzt.
Im Geflecht ein gut gewachsenen Hecke ansonsten wird es aufgefangen, aber nicht in einer Frischsaat mit lauter anderen Neu-Setzlingen.
Es ist schon erstaunlich, wie schnell unser Kader innerhalb kurzer Zeit von erfahren zu Welpenschutz abgestürzt ist.
"Die Mischung macht`s", so sagt ein alter Werbeslogan, dies will bei Werder nicht mehr so gut gelingen.
Natürlich ist für Werder immer noch gut im Gesamtvergleich der vorhandenen Mittel und Erträge aller Clubs.
Jedoch hatte man sich eine Pole- Position erarbeitet in den letzten Jahren, die leider durch nun ein Reihe von "schlechten Reifenwechseln" schnell, wohl zu schnell preisgegeben wurde.
Und als dann kein Geld mehr da war, musste kurzfristig der Jugendtrend eingeläutet werden.
"Nicht weil jung Mode ist", sondern weil sie Qualität haben, sagt TS. Ganz glauben mag man das nicht. Denn auch ein Diekmeier, Rolfes, Harnik etc hatten sicherlich ähnlich gute Anlagen wie die jungen Vertreter der heutigen Truppe, nur galten damals noch andere Gesetze.
Die von TS jetzt ausgerufene Qualität der jungen Spieler, die ich nicht bestreiten will, hat einen Namen.
Ein berühmter Coach in den USA einer anderen Sportart nannte dies "Game excellence": nämlich die Fähigkeit, Herausragendes in einigen Spielen zu leisten. Aber nicht durchgehend (selbst Özil in Werders Zeit gehörte noch ein wenig in diese Kategorie). Die ist die Währung der talentierten Jugend, mit der sie (bis auf wenige überragende frühreife Ausnahmen) Vertrauensvorschuss zurückzahlen kann.
Für erfolgreiche Saisonleistungen (wie auch immer man das definiert) bedarf es einer anderen Gattung, nämlich "excellence of game". Eine Mannschaft als dauerhaft funktionierendes Gebilde, wo Glaube an sich
den Zweifel dominiert.
Eine Mannschaft, die auch über den Lauf einer Saison fast immer im oberen Bereich der Leistungsfähigkeit spielt, starke Gezeitenschwankungen von Ebbe und Flut fehlen.
In Ottos Zeiten hatte das häufig gut funktioniert, sogar mit überwiegend eher durchschnittlichen Spielern. Oder Leverkusen in dem CL-Final-Jahr.
Was können wir also von diesem Team erwarten?
Einige erfrischende Auftritte, genährt durch das Adrenalin der Nordderbys, wie gegen den HSV. Game of excellence eben, aber nicht excellence of game.
Zu viele schützende und stützende Gerüste sind entfernt worden. Und verblieben ist eine Frischsaat, die vermutlich auch noch in der falschen strategischen Klimazone angepflanzt wird.
Hoffentlich irre ich mich..