Das mit dem Versprecher Ahmadenidschad überhaupt argumentiert wird ist eine Sache. Das sich die Regimes unter denen Iran geführt wurde in dem Punkt Israel auszulöschen einig waren/sind die andere.
Guck mal: F-A-L-S-C-H-Z-I-T-A-T --- das ist etwas anderes als ein Versprecher. Kannst ja mal drüber nachdenken, wo der Unterschied liegt.
Da magst du meinetwegen auch noch die Bologna Studie anführen, wenn du möchtest.
Mit Moral würde ich in politischen Fragen sowieso nie als diskutant argumentieren, du kannst es gerne machen.
Liest du eigentlich überhaupt irgendetwas in diesem Thread? Die Frage stelle ich mir gerade ganz ernsthaft und ohne bösen Hintergedanken.
Mir ging/geht es darum aufzuzeigen, dass die pseudomoralischen Argumente für einen Militärschlag eben fehl am Platz sind. Das man überdies bei zumindest halbwegs nüchterner Analyse der Situation - vorausgesetzt man ist demokratisch und humanistisch gesinnt
(an dieser Stelle ein lieber Gruß an die Vertreter der sich hier aufs Blut bekämpfenden Weltuntergangsideologien) - einen Militärschlag bestenfalls im letzten Moment vor der Durchführung des bereits eingeleiteten Angriffs seitens Iran befürworten kann. Gerade ich argumentiere nicht "moralisch". Da musst du mich verwechseln, mit der Moral hab ich's nich' so...

--- Ausser du kannst Humanismus und Moralismus nicht unterscheiden. Kann ja sein.
Da es ersteinmal der Begriff ist, der am meisten vorgeschoben wird, und kaum argumentativ da wenig objektiv gebracuht werden kann. Im Konsens muß man damit die Moral des anderen meinen, und wie will man die Moral eines Staates werten, dessen Regierung es zum Ziel sich erkoren hat, einen anderen von der Landkarte zu tilgen?
Tja, schwierig. Vielleicht sollten wir mindestens 10% der dortigen Bevölkerung wegbomben und in den Hunger embargoen - und dann gucken welche Farbe ihre Organe haben. Dass könnte uns Aufschluß über ihren moralischen Kompass geben.
Oder wir könnten ketzerische Gegenfragen stellen: wie rechtsstaatlich ist Israel? Wie oft hat die USA gegen Menschenrechte verstoßen (alleine der globale Maßstab liefert schon 'ne ellenlange Liste), wie konsistent sind die Werte der Aussenpolitik der BRD/EU? Die sind nämlich alle schnell mit der Moralkeule dabei, wenn es gegen die Arabs oder Chinesen oder sonstwen geht.
Wobei ich zugebe dass die schon das geringere Übel darstellen. Ich bin kein totaler Relativist. Mir ist bewusst, dass mein Perso eine Art "Backstagepass" für die Megaparty ist auf die alle 7Mrd. Menschen wollen. So Gegenfragen dienen weniger der Schuldzuweisung als vielmehr der Werteorientierung und dem Ist-Abgleich. Und da Ups, ich muss meine Wortwahl ändern
unsere lieben Moralwächter diarrhömäßig.
Im Gegensatz zu diesen Moralaposteln der Staatenfamilie hat der Iran wenig subtile Mittel zur Verfügung. Handelsabkommen aka Knebelverträge sind kaum durchsetzbar, Wirtschaftsförderung zum Nachteil der "Partner" wie es die EU - franz. Bauern sei dank - seit Ewigkeiten mit den afrikan. Partner-Staaten macht, auch nicht. Da hat man es als Westler natürlich leicht, den bösen zu definieren: "Ieh, guck ma, der spielt mit Bomben, bääh." Was auch sonst? Im Gegensatz zu Saudi-Arabien verhökert Iran auch nicht alles Öl ums in Las Vegas zu verzocken und Panzer aus BRD zu kaufen. Aber die Saudis haben Israel nie bedroht, nein, kein Stück nicht, also, wie sollten die auch...Die sind ja damit befasst, sich in der Region als Hegemon zu positionieren. Da kommt der Konkurrent Iran
mit Bombe gar nicht gut an, der muß weg, sonst...
Da toben regionale Konflikte epischen Ausmasses und Liesschen Müller meint, Tel Aviv sei dem Untergang geweiht. Nichts könnte einen solchen atomaren Schlag gegen Israel bezahlen. Iran würde definitiv dem Erdboden gleichgemacht werden. System, Eliten, Religion, Werte, Alltag, alles wäre dem Untergang binnen kürzester Zeit geweiht - nicht materiell, schlimmer: ideologisch würde diese Regime ausgelöscht. Aber gut, man soll's ja nicht laut sagen, sonst funzt das ganze Theater nicht mehr...
Wenn aber die selbsternannte Führungsnation der free world mal eben so 1,xxxMillionen Zivilisten wegbombt um sich dem von ihr selbst verhetschelten Saddam H. zu entledigen (nebst div. anderen, nicht weniger halbseidenen Gründen...), dann ist das totale Scheitern dieser Taktik für manch einen (siehe oben) nicht nur kein Anlass dazu, mal über die Funktionalität der ihm vermittelten Werte nachzudenken, nein, es ist sogar noch nicht einmal ein Grund dafür, daran zu zweifeln, dass eine militärische Eskalation IN DIESEM FALLE erfolgreich sein könnte. - Ca. beinahe direkt nach Abzug der Truppen aus Irak. So Ignorant muß man erstmal sein.
Soll heissen: Moral ist nicht aus der Politik wegzudiskutieren, sollte aber auch nicht Handlungsmaxime sein. Jeder Staat vertritt eine gewisse Weltsicht etc., jeder Staat hat gewisse Leichen im Keller. Man sollte besser die Frage stellen: was nutzt den Leuten? Ein Regime, dass sich lediglich mit roher Gewalt und systematischer Verdummung halten kann soll nun durch einen Militärschlag aus dem zu Recht verhassten Westen (Schah! usw.) gestürzt werden? Das ist nicht nur unmoralisch und unmenschlich, das ist obendrein dumm.