Wer liesst denn noch heutzutage?

@ Shorty22
Da war ich noch jung und Essen hat mich nicht so viel interessiert wie das Buch :D
Ich fand die Bücher damals ausgezeichnet und finde sie heute auch noch gut, um Jugendliche an das Thema Wendezeiten in der Deutschen Geschichte heranzuführen; differenziert betrachtet gibt es schon einige Mängel bei Kordon, die aber nur dann ins Gewicht fallen, wenn man sich wissenschaftlich mit den Büchern auseinander setzt und nicht, wenn man den SuS die Zeit von 1918- 1945 nahebringen will :)

Na klar, wenn man sich wissenschaftlich mit Büchern auseinandersetzt betrachtet man aber auch aus analytischer Sicht ein Buch und guckt über den Tellerrand, ich glaube das wirst du aufgrund deines Wissens auch nicht mehr ändern können, man liest dann mit einem anderen oder zweitem Auge. Ich sehe sonst in anderen Zusammenhängen autiobiographische Literatur auch eher kritisch.
 
Oh wow, das würde ich auch gerne mal. Ich war bei einer Lesung von ihm in Karlsruhe, da war ich aber noch zu jung, um mich richtig mit ihm unterhalten zu können.

Julians Bruder habe ich noch nicht gelesen, steht aber auf der Liste of Books to read. Heulen musste ich nur bei Mit dem Rücken zu Wand, den 2. Band der Wendezeiten- Trilogie, den ich nach dem 3. Band las. Und da kam dann so einiges Überraschendes, was im 3. Band nicht geklärt wurde. Da flossen bei mir die Tränen.

Was den pädagogischen Nutzen seiner Bücher angeht, so wird er, mMn, total unterschätzt. Es wird mir auf jeden Fall ein großes Anliegen sein, ihn meinen SuS näher zu bringen.

@ zogg
Ich muss mir die Zeit nehmen, weil ich sonst wahnsinnig werde, wenn ich die ganze Zeit nur Studiumstexte lese :(

@ Shorty
:thanks:

Ein absolut netter, sympathischer Mann.
Er war vor ein paar Jahren in der Buchhandlung meiner Tante zu einer Lesung und weil diese weiß, wie sehr ich seine Bücher mag, wurde ich zum Bahnhof geschickt um ihn abzuholen und auch mit zum Abendessen vor der Lesung genommen. :D

Die Wendezeitentriologie habe ich auch sehr gerne gelesen, dann gefiel mir noch sehr gut "Hundert Jahre und ein Sommer" und natürlich das "Krokodil im Nacken" und die Fortsetzung, da fällt mir grad der Titel nicht ein ... finde ich sehr gut für Jugendliche, um die Zeit der DDR aus diesem Blickwinkel zu sehen.
 
Na klar, wenn man sich wissenschaftlich mit Büchern auseinandersetzt betrachtet man aber auch aus analytischer Sicht ein Buch und guckt über den Tellerrand, ich glaube das wirst du aufgrund deines Wissens auch nicht mehr ändern können, man liest dann mit einem anderen oder zweitem Auge. Ich sehe sonst in anderen Zusammenhängen autiobiographische Literatur auch eher kritisch.

Autobiographien sind immer kritisch zu betrachten, da sich die wenigsten Autobiographen objektiv äußern können; auch ein Reich- Ranicki nicht, dessen Buch ich verschlungen habe. Das geht halt einfach nicht und sollte auch nicht der Sinn einer Autobiographie sein.

Bei Kordon habe ich mit der Hinterfragung begonnen als ich mit dem Geschichtsstudium begonnen habe, aus reinem Interesse.

@ Nachteule
Oh ja, 100 Jahre ist klasse, und auch Krokodil im Nacken; sowieso sind die meisten Bücher von ihm sehr gut :applaus:
 
@ loozy

Nee in dem Moment wo ein Autor sich dazu entschließt autobiographisch zu schreiben ( bewusst oder unbewusst ) ist eine objektive Betrachtung kaum möglich. Aber aus der Sicht von Erinnerungen von den Kindern in den Getthos z.B. ist es sinnvoll da Jugendliche oder sogar Kinder sich damit vielleicht besser identifizieren können. Daher liest man denke ich auch in der Schule Anne Franks Tagebücher.
 
@ loozy

Nee in dem Moment wo ein Autor sich dazu entschließt autobiographisch zu schreiben ( bewusst oder unbewusst ) ist eine objektive Betrachtung kaum möglich. Aber aus der Sicht von Erinnerungen von den Kindern in den Getthos z.B. ist es sinnvoll da Jugendliche oder sogar Kinder sich damit vielleicht besser identifizieren können. Daher liest man denke ich auch in der Schule Anne Franks Tagebücher.

:tnx:

Da fällt mir ein, dass wir Krokodil im Nacken letztes Semester im Rahmen eines Seminars gelesen haben :D Was für ein Wälzer, aber es hat sich gelohnt.

Anne Franks Tagebücher würde ich vielleicht nicht unbedingt lesen lassen, sondern eher Janina David, mal was anderes :D
 
ZU viel zeitlicher Aufwand, das kann man, wenn, nur im fächerübergreifenden Unterricht lesen, zusammen mit Geschichte, und dann wäre das sehr wahrscheinlich mit dem Schul- Curriculum nicht zu vereinbaren :(

Auszüge ja, aber die beiden Bücher nicht. Leider.

Okay, vielleicht könnte man sowas im Leistungskurs machen lassen im Abi. Also ich musste es da zumindest allerdings mit anderen Büchern.
 
Okay, vielleicht könnte man sowas im Leistungskurs machen lassen im Abi. Also ich musste es da zumindest allerdings mit anderen Büchern.

Da kann man nur schwer den Bezug vom Alter her herstellen, da die SuS da meistens schon 17-18 Jahre alt sind. Da muss es dann eher in Richtung Krokodil im Nacken gehen, was die Anforderung angeht (auf die Schnelle fällt mir kein WKII- Buch ein).
 
Wenn ich an den denke, muss ich weinen :wild:

Naja, LK wird mich eh nicht betreffen, so hoch unterrichte ich nicht ;) ch kann mich also mich Kordon und Co austoben :applaus:

Das war das einzige Buch wo ich irgendwann aus Protest nicht weiter gelesen habe. Aber ich glaube das lässt man auch nicht Lesen weils gut ist sondern um diesen Schmarn kritisch zu beurteilen.

Welche Klassen bzw. welche Schulform unterrichtest du denn?
 
Das war das einzige Buch wo ich irgendwann aus Protest nicht weiter gelesen habe. Aber ich glaube das lässt man auch nicht Lesen weils gut ist sondern um diesen Schmarn kritisch zu beurteilen.

Welche Klassen bzw. welche Schulform unterrichtest du denn?

Ich habe mich auch geweigert, das zu lesen. Habe die ersten 20 Seiten gelesen und mir dann gedacht, Nö, Du mich auch :D

Ich studiere auf Realschullehramt an Bilingualen Schulen, also kann ich maximal bis Klasse 10 mein Unwesen treiben :D
 
@ loozy

Genau das dachte ich auch, der Autor nimmt sich und seine Sprache da selbst zu wichtig.. grauenvoll.

Na dann hoffen wir mal das du es schaffst die jungen Leute mit deiner Begeisterung anzustecken !
 
@loozy: Ich habe auch kürzlich Auszüge aus dem Bereich der Legasthenie und Dyskalkulie gelesen.

Bei mir deckt sich meine Freizeitliteratur auch oft mit bestimmten Teilen des Studiums oder weißt Parallelen auf. Logisch, man studiert ja auch einen Teil seiner Interessensgebiete.
 
Magst du das ein wenig weiter ausführen?

Ich spring hier mal ein, da ich gerade die Originalversion davon lese:

Für mich, der einen großen Teil der relevanten Bücher aus dem Bereich der kontrafaktischen Geschichte sein eigen nennen darf, war dieses Buch ein Pflichtprogramm. Um was geht es? Um es kurz zu machen: Ein Mann reist in die Vergangenheit, um die Kennedy-Ermordung zu verhindern. Klingt erstmal platt, aber das ganze drum herum (auch der Test mit der Verhinderung eines Familiendramas in Derry - kennt man noch aus ES) ist so spannend, so fesselnd und dreidimensional erzählt, dass man förmlich in das Jahr 1958 (es geht direkt nur in dieses Jahr und man muss bis 1963 noch ein wenig warten) eintaucht. Auch gewisse typische Zeitreiseproblematiken werden behandelt und eine ungewöhnliche aber unterhaltsame Lösung angeboten. Am Besten aber ist immer das Gefühl im Hintergrund, dass irgendetwas nicht so ist, wie es zu sein scheint - und das kriegt niemand so gut hin wie King. Dann ist da natürlich auch noch der Umstand, dass die Geschichte sich dagegen stemmt, geändert zu werden. Je stärker die Auswirkung der Änderung, desto stärker der Widerstand. Bin erst beim ersten Drittel, aber ich bin hier gleich weg und lese weiter ;).
 
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