Thomas Schaaf (verlässt Werder Bremen mit sofortiger Wirkung!)

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Der Umbruch läuft - wie ist Eure aktuelle Meinung zu unserem Trainer?

  • TS genießt auch weit über die Saison hinaus weiterhin mein uneingeschränktes Vertrauen

    Votes: 288 30,4%
  • Wenn in der kommenden Saison kein internationaler Wettbewerb erreicht wird, sollte TS gehen

    Votes: 94 9,9%
  • Wenn in dieser Saison kein internationaler Wettberwerb erreicht wird, sollte TS gehen

    Votes: 67 7,1%
  • TS wird mit diesem Verein keinen Erfolg mehr haben und sollte spätestens im Sommer gehen

    Votes: 266 28,1%
  • TS sollte sofort gehen, um einen möglichen Abstiegskampf diese Saison zu vermeiden

    Votes: 231 24,4%

  • Total voters
    946
Status
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Dogma klingt so negativ. Das ist es ja nicht. Kommt halt auf den eigenen wirtschaftlichen Standpunkt an. Ich finde das grundsätzlich vollkommen richtig, nur vielleicht in der Ausführung nicht immer ganz glücklich. Im Sommer machte das Affentheater einfach keinen Sinn, weil man an der Verpflichtung von zwei Defensivleuten gar nicht vorbeikam. Man kann halt nicht aus jeder Situation mit Gewinn rauskommen, so sehr man es auch versucht.

Ist es ja auch. Denn die Aussage, dass es Werder-Philiosophie sei, nur schwarzen Zahlen zu schreiben, ist ja an sich kein Argument. Denn dann ist es eben ein Dogma. Logisch wäre es eben gewesen, zu sagen, dass man zur Zielerreichung noch mal nachlegen muss. Aber nur unter der Auflage, dass Geld wieder reinzuholen. Eben durch einen Transfer noch im Sommer 2011 (was ja auch noch passierte) oder eben 2012. Oder man sucht sich eine neue GF, wenn man deren Einschätzung als falsch ansieht.

Aber hier soll es ja um Schaaf gehen. Letztlich ist für seinen Kader nur die Personalie Pizarro sehr wesentlich. Ansonsten wären Fritz und (für mich) Wiese "nice to have"...aber ansonsten ist der Kader immer noch gut aufgestellt...


Der Ansicht kann man ja sein. Aber man hat bei Werder niemals etwas von einem solchen Umbruch gesagt. Will man ganz offensichtlich auch nicht und da bin ich ganz bei Werder.

Sagen wir so. Ob mit oder ohne Umbruch wird es im Sommer hoffentlich spannend.
 
@Schmolle
Tut mir leid, hab das eben erst gelesen…
Die gute Ordnung mache ich an allem fest was ich schon beschrieben habe.
Weiterhin.... :confused: :zweifeln:
Wo? Wann? Inwiefern?

Hab mir gestern noch mal ca. 65min des letzten Spiels angesehen.
Spieleröffnung Naldo oder Wolf, einzige Station PB bzw. er ist derjenige, der immer zentral gesucht wird oder eben optional der lange Ball. Dabei haben Fritz/ Iggy auf einer Linie gar nicht so schlecht breitgemacht/ sich fallen lassen, was WOB schliesslich zwang, höher aufzurücken, um die Abstände zu halten und schneller zur Ballseite verschieben zu können, zum Zwecke des früheren Störens. Für einen Doppelungsfanatiker wie Magath ist sowas halt Pflicht.
Hatte Bargfrede den Ball, war wie schon bei Wolf/ Naldo der zentrale, flache Passweg zugestellt, über aussen geht`s aufgrund einer irgendwie geheimen Anweisung in 90% der Fälle nicht. Da WOB zumindest auf dieser Höhe gut verdichtete, blieb (meistens) der lange Diagonalball.
Das war an diesem Tag erfolgreich, weil Werder die Raute ständig im 4-3-1-2 interpretierte und dies auch starrer als sonst. Hing mMn damit zusammen, dass
a)Iggy viel weniger als Hunt nach vorne zustande brachte, sich aber auf seine Defensivaufgaben konzentrierte und effektiver verteidigte
b)Rosenberg seine Position konsequenter in vorderster Spitze hielt, als MA dies in der Regel tut, wodurch wegfiel, dass so wie MA und Pizza sonst beide Stürmer dazu neigen, sich fallen zu lassen, um am Aufbau teilzunehmen, sich in kleinen Kreisen gegenseitig um sich selbst drehen und sich so letztlich im Wege stehen.
Interessanterweise haben wir mit zwei spielerisch etwas schwächeren, dafür aber systemtreueren Akteuren eine klarere Linie im Spiel gehabt.
Hinzu kam
c) eine spürbar nicht eingespielte Wolfsburger Viererkette, die wie oben bemerkt einerseits den Abstand zum Mf halten wollte/ erzwungenermaßen musste, andererseits aber sehr oft nicht in der Lage war, die Höhe der Kette ballseitig so zu verschieben, dass Abseits effizient gestellt werden konnte. Wie gemalt für hohe Bälle und einen Spieler wie Rosi.

Wolfsburg hat Werder in gewisser Weise unterschätzt, weil sie offensichtlich glaubten, so wie Ende letzter Saison erfolgreich sein zu können. Damals reichte es, im Zentrum mit flacher Hierarchie eng zu machen und die Abstände zu halten, um bei der typischen, vorhersagbaren, uninspirierten Spielweise durch die Mitte diese bereits im Ansatz zu verhindern, den Ball weit vorn zu erobern und alle Nase lang mal einen Konter zu starten. Damit hatten sie sich diesmal verspekuliert und das Spiel Höhe Mittellinie praktisch zu eng gemacht, woran Werder jedoch einen (taktischen) Anteil hatte. Resultat: Vorne wurden Sechser/ DM/ IV im Aufbau überhaupt nicht gestört und hinten konnten die Stürmer nicht gestellt werden. Irrationales Wolfsburger Pressing.

Das ändert alles nichts daran, dass mE die üblichen, nicht abzustellenden Defizite auch gegen WOB zu sehen waren. Zum Beispiel kann ein Team durchaus auch unter diesen Bedingungen – enger Raum – schnell und flach spielen und trotzdem Platz schaffen.

Vorausgesetzt das Passspiel gibt es her. Aber wenn kaum einmal ein Ball präzise und druckvoll gepasst wird, geht dieser eben schnell verloren oder es behindert das Spieltempo, weil die Truppe zusätzlich laufen muss, entweder um überhaupt die Pille zurück zu bekommen oder noch mal einen Weg mehr zu gehen. Und für den Gegner isses einfacher, Ballannahme zu stören und zu kontrollieren. Eine ewige Werder-Krankheit, die mir seit knapp einem Jahrzehnt bei vielen unserer Spieler auffällt und sich in Summe kaum ändert.

Vorausgesetzt Raumaufteilung und Organisation sind gut genug. Denn in den Dreiecken der Raute kann eine Mannschaft zwar gut pressen und Druck auf den Ball ausüben, muss aber auf der anderen Seite meistens zu viel Raum lassen. Der Raum, über den wir so oft die Konter bestaunen dürfen und der bspw. AV`s bei uns so oft schlecht aussehen ließ und lässt. Weil, um beim Thema zu bleiben, die Ordnung nicht stimmt.

Ich weise auf die 8. oder 10. Minute hin, als Pizarro (tatsächlich über aussen), den Ball schnell laufen lässt und Trinks auf Rosenberg den Konter spielen. Selbst da haben die (überrumpelten) Wolfsburger trotz aller Schwächen noch genug Mann hinter den Ball gebracht und blocken Rosi. Bei uns wäre das mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein Überfallkonter gewesen, den nur noch Wiese gegen einen oder zwei hätte verhindern können.
Spielen wir eine defensivere Ausrichtung, haben wir mitunter wenig bis gar keine Entlastung. Eine Schieflage, die letztlich bei allen Mannschaften mehr oder weniger auftritt, bei uns meinem Eindruck nach aber besonders ausufert. Seit Jahren. Eines geht offenbar nur, weil wir die Balance nicht hinbekommen. Und das hängt eben eng mit der Ordnung auf dem Spielfeld zusammen.

Im Kontext frage ich Dich deshalb nochmal, inwiefern Du eine gute Ordnung bei uns erkennst? Gerade das stört mich an unserer Spielweise seit geraumer Zeit elementar. Dass die Jungs auf dem Rasen viel zu selten in der Lage sind, sich als Team so zu verschieben und Spieler ganz genau wissen, was sie wo und wann zu tun haben. Systemfussball eben. Das gibt einerseits Selbstvertrauen und Sicherheit, fördert zudem das Spieltempo, weil die Zeit gewonnen wird, die ansonsten verloren geht, wenn sich jeder Akteur pro Spielsituation erstmal individuell neu orientieren und was einfallen lassen muss. Es behindert ausserdem das Umschaltspiel im Sinne des Spielens (also nicht Langhafer).
Die Schaafsche Vorgehensweise zielt mMn aber genau auf jenes Individualprinzip. Deshalb auch immer wieder die Diskussionen wie jetzt mit Pizarro wegen der Abhängigkeit von individuell herausragenden Spielern. Denn eine Erkenntnis brachte doch die Schaaf-Ära insbesondere hervor, es wurde allzu oft mehr Wert gelegt auf die Förderung individueller Qualität als auf die Förderung eines ausgewogenen Mannschaftsspiels als Grundlage erfolgreichen Fussballs.

Dennoch ist das natürlich richtig, Schmolle, was Du sagst mit Dortmund und anderen, die gelobt werden, in Wahrheit jedoch reinen Malocherfussball spielen und (noch) der Beleg fehlt, dass es dauerhaft erfolgreicher sein kann als die TS-Philosophie. Hier liegt die entscheidende Frage, ob es sinnvoller ist, auf ein Stück weit Variabilität zu verzichten zu Gunsten eines besser austarierten Teamfussballs. Ich glaube weiterhin, dass konzentrierter und konsequenter Systemfussball eher eine Zukunft hat, weil Aufgabenteilung im Team bedeutender wird. Abgesehen davon, dass ich mich jetzt schon oft ertappe und frage, was mit strikteren Vorgaben und strengeren Richtlinien in der Spielweise statt zu viel übertragene Handlungsvollmacht für die Truppe bei uns in den letzten Jahren möglich gewesen wäre.
 
Dass Wolfsburg, eine Truppe, die bisher nichts geschissen bekommt, uns "unterschätzt" haben soll, ist doch wohl nur als Scherz gemeint, oder?
 
Zum Können von Schaaf möchte ich mal Vranjes zitieren:

Andererseits ist Schaaf für mich der beste Trainer der Bundesliga. Ich habe unter Felix Magath, Berti Vogts, Christoph Daum, Matthias Sammer und Klaus Topmöller trainiert, aber bei niemandem so gut wie bei Schaaf. Er war mit Abstand der beste Trainer, den ich je hatte.
(...)
Er besitzt einen hervorragenden Sachverstand über den modernen Fußball. Seine Philosophie über die Mittelfeld-Raute sowie das schnelle Kurzpassspiel spielt heute unter anderem der FC Barcelona, aber Schaaf hat so schon vor acht Jahren spielen lassen. Auch sein Training war immer erstklassig – die Spielformationen, die er uns bei brachte, waren taktisch top, und er war immer leidenschaftlich am Spielfeld.

Was Du einforderst - defensive Kompaktheit oder eine ganz simple Spielstrategie - das ist nicht der Königsweg zum Erfolg. Der Grund, warum wir mit Schaaf jahrelang unter die Top 3 gekommen sind, liegt eben in seinem hervorragenden Fußballverständnis begründet.
 
@Mick
Ich bin ja nun nicht son Maniac und gucke mir Spiele, die ich live im Stadion sah "noch und nöcher" an von daher kann ich und tue es auch "nur" das Empfinden beschreiben, das ich vom Stadionbesuch habe.

Von mir aus kann man den Beginn gegen WOB "fahrig" nennen - das waren die Wolfsburger allerdings auch. In diese fahrige Phase fielen drei von den 4 ominösen Abseitsentscheidungen, die nur der Assistent auf der Nordseite sah. Bei dem einen mal pfiff er sogar Pizarro zurück, obwohl der von der Mittellinie loslief. Das war der Gipfel, sowas habe ich zuletzt 2003/2004 im Heimspiel gegen die Bayern gesehen.

Dann fiel das 1:0 aus dem "heiteren Himmel" aber dann war WOB im Grunde auch schon geknackt.
Dann ließ man WOB das Spiel machen - und damit sind sie hoffnungslos überfordert (seitdem dort Misimovic weg ist). Mandzucic war gut im Griff. Zwar kamen sie ab und an auf dem Flügel durch, aber: Da unsere IV und der jeweilige andere AV dann in ihren Positionen "klebte" konnte man spätestens den sogenannten "zweiten Ball" holen (Der einzige der sich gegen die drohende Niederlage stemmte und Aktivposten war, war m.E. Ashkan Dejagah), meist kam es gar nicht dazu, denn die WOB Angreifer waren meist gut abgeschirmt.
Jeden Angriff abzuwürgen ist m.E. nicht möglich - son Spiel wie 2003/2004 Auswärts Köln gibts nur alle Jubeljahre.

Und das meine ich dann mit Ordnung: Daß die Positionen gehalten wurden - egal ob im Angriff und der Verteidigung. Nicht immer gelang es, dem "ersten" Zweikämpfer den WOB-Ballführenden diesen abzuluchsen bzw. den Angriff zu entschärfen. Das tat dann allerdings der "zweite" Zweikämpfer, der innerhalb des Verschiebens "zuständig" war.

So würde ich es beschreiben wollen.

Mit Beschreibungen "wir hätten in ähnlicher Situation...bekommen", das weißt du ja, habe ich kleine Probleme. Im Konjunktiv ist alles möglich und denkbar.

Ordnung bestand auch darin, daß man die "Last" des Spielmachers auf alle Positionen der Raute verteilte - was in diesem taktischen Verbund der Idealfall ist. Perfekt macht es der vielzitierte FC Barcelona wo jeder MF dies spielen kann. Deswegen auch ein guter Vergleich wenn man a) das maddin Zitat nimmt und deine Beobachtung, daß die Spieleröffnung vielfach vom vermeintlich schwächerem IV ausging - bei Barcelona ist eine von drei Schlüsselfiguren nämlich Puyol, der dort auch die meisten Eröffnungen spielt (nicht immer exzellente Gambits - wenn man jetzt mal Schach bemühen möchte - aber es ist auffällig).

In Heimspielen gelingt es uns allerdings besser diese Ordnung beizubehalten. Warum auch immer. Vielleicht treten wir mit Kupferstift auswärts an. Absichtlich wird ja auswärts nicht verloren. Da stimmen aber meist irgendwie die Abstände nicht - nicht zu den anderen Mannschaftsteilen (wir kriegen ja sogar Kontertore in Überzahl) sondern zu den Gegnern.

Eine Ursache für Auswärtsniederlagen- so meine ich - ist unser schwächeres Zweikampfverhalten auswärts.
 
Manche sehen die zukunft von Werder zu negativ. Ich glaube dass Werder auch ohne Pizarro noch guten fußball spielt. Es gibt einige junge Talente die in die Mansnchaft drängen und die neu verpflichteten Sokrates, Iggi und Wolf haben sich doch ganz gut entwickelt. Ich bin sicher dass diese Mansnchaft und dern junge Talente sich weiter entwickeln werden. Dies auch wenn man 2 bis 3 Jahre nicht international spielt.
Die Frage stellt sich ob KATS überhaupt in Bremen bleiben. Wenn nicht dann gibt es eben eine Chance für einen völligen Neubeginn. Dies wäre auch nicht schlecht.
 
Habe mich jetzt endgültig entschieden: Mit diesem Trainer gewinnen wir keinen Blumentopf mehr. Hatte auch schon vor 2 Monaten bei obiger Umfrage mit Nein gestimmt. Danke Thomas für all die schönen Jahre, aber das sollte es nun gewesen sein! Prödl als RV?:stirn::stirn::stirn: Und wieder schön mit Raute und 2 Stürmern, war ja für den Gegner völlig unberechenbar. Weltklasse!
 
Wenn Schaaf wirklich 100% Werder ist, erkennt er nun, dass es Zeit ist, seinen Platz zu räumen und gibt einen entgültigen Neuanfang frei.
 
Das ist einfach nur noch peinlich.
Erst bei 0:5 fällt TS auf, dass Wesley vielleicht doch besser als Trinks sein könnte.
Völlig unentschuldtbar ist allerdings, dass Raul wieder 3 Buden macht. Der hat uns doch auch letztes Jahr Ups, ich muss meine Wortwahl ändern ;).
 
Wenn unser Team sich wieder auf einer Seite zusammenrottet, dann brauchts ne Exitstrategie. Einen zentralen Ballverteilen und jemanden, der den entgegengesetzten Flügel besetzt. Wird diese Exitstrategie gewählt, hat einer derjenigen, die sich da auf einer Seite zusammengerottet haben, zurückfallen zu lassen, um den Aussenverteidigerposten, der jetzt unbesetzt ist, abzudecken.

Der Ball muss in zwei schnellen Pässen auf der anderen Seite sein. Mir ists egal, wie man das dem Aussenverteidiger ermöglicht, die Flanke dann zu besetzen, aber wir machen uns das Leben unnötig schwer.

Schalke beispielsweise macht ein zwei schnelle Tempogegenstöße auf den Aussen und klemmt uns damit die Eier. Werder verpennt es, so effizient zu spielen. Warum denn nur?

Ekici kann dieser zentrale Ballverteiler werden. Ranzüchten!
 
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